Frage von HayemHay, 245

Gibt es Gerechtigkeit im Christentum?

Also mag sein, dass ich da falsch liege aber theoretisch müsste es keine Gerechtigkeit im Glauben der Christen geben. Wie zum Beispiel das Beichten zeigt gibt es viele Wege Gott um Verzeihung zu bitten. Egal ob es auch nur Beten ist. Doch wenn Gott wirklich jedem verzeiht, der an ihn glaubt, der betet und so weiter, wie soll es dann Gerechtigkeit geben. Wenn jemand jedes mal dasselbe Vergehen begeht (sagen wir mal, dass die Person eine Familie auseinander bringen will), dann aber 10 mal am Tag beten geht, weil sie sehr religiös ist, dann wird ihr doch eigentlich verziehen. Somit besteht keine Gerechtigkeit! Die Person wird immer und immer wieder von seiner Schuld erlöst! Und die Opfer bleiben dann (nicht sehr nett ich weiß) die Opfer... Ich bin selbst gläubig aber das fand ich dann doch fragwürdig... Beim Buddhismus gibt es da ja Karma. Das regelt das alles;), oder? Klärt mich mal bitte auf, wenn das nicht so ist. Dumme Kommentare könnt ihr euch echt sparen.

Danke im Voraus. HayemHay

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von mik671, 121

Interessante Frage!

Ich denke Gott verzeit nur dem, der es auch wirklich bereut. (Und Gott weiß wer es bereut, man kann ihn nicht hintergehen).

Außerdem geht ja auch viel im Glauben darum, dass man von Gott geliebt wird. Liebe ist jedoch immer etwas gegenseitiges. Wie liebt man aber Gott? Indem man seine Mitmenschen liebt.

Außerdem geht es Gott nicht um feste Gebetszeiten o. ä.

Er verzeit auch einem Nicht-Christen wenn dieser es bereut.

Gott sieht unter Gerechtigkeit, dass jeder Mensch die selben Chancen hat, sich richtig zu verhalten und Gott "zu gefallen".

Noch ein Punkt: Gottes "System" berut auf Freiheit. Er schreibt den Menschen nicht vor, wie sie sich zu verhalten haben. Er gibt ihnen nur (durch die Bibel) Tipps. Wenn der Mensch diese nicht beachtet, fliegt er irgendwann selbst auf die Nase (auch wenn die anderen das nicht immer merken). Im Sinne von "wer sich erniedrigt, wird erhöht werden, wer sich jedoch erhöht, der wird erniedrigt werden."

Gottes Gerechtigkeit existiert, sie ist nur zu einem gewissen Grad für den menschlichen Geist zu hoch. Denn sie ist nichts berechnendes, wie die menschliche Gerechtigkeit.

Das ist jetzt nur meine persönliche Meinung, man kann auch andere Ansichten haben.

Ich hoffe ich konnte dir damit helfen.

Liebe Grüße


Kommentar von HayemHay ,

Danke für deine Antwort. Das hatte ich bis jetzt noch nicht so gesehen :)

Kommentar von Viktor1 ,
Gottes Gerechtigkeit existiert, sie ist nur zu 
einem gewissen Grad für den menschlichen Geist
zu hoch.

"gewisser Grad" , "für menschl. Geist zu hoch" - was ist das für eine
Wischi-Waschi-Aussage.
Die Gerechtigkeit (Gottes) ist genau das, was wir auch nachvollziehen können. Wie könnte sonst von uns erwartet werden daß wir Gerechtigkeit üben sollen, wie könnte sonst unser "Heil" von unserer Gerechtigkeit abhängig gemacht werden ?
Deine Aussage zeugt von einer großen Unsicherheit - und auch Unwissen über die christl. Botschaft.
Es gibt zwei grundlegende Aussagen dazu im Evangelium.
 Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen!
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Außerdem Aussagen über die "größere Gerechtigkeit" ohne die keiner zum Heil findet. Sie sind in der so genannten "Bergpredigt"
aufgeführt.
Die "Gesetzesgerechtigkeit" der Schriftkundigen (einschl. der "10 Gebote") reicht also nicht.
Du brauchst also nicht aufzählen, um was es Gott (angeblich) so geht oder nicht, wir können es nachlesen (Botschaft Jesu) - und sogar nachvollziehen !

Das ist jetzt nur meine persönliche Meinung, 
man kann auch andere Ansichten haben.

Wenn man sich auskennt, braucht man keine "Meinung" mehr. persönlich oder auch nicht, und andere Ansichten auch nicht.
Wem sollte das Nutzen ?

Antwort
von Andrastor, 110

Da hast du allerdings Recht, die vielen Definitionen von Gerechtigkeit im Bezug auf Gott teilen sich alle dasselbe Erbenis, nämlich dass es keine Gerechtigkeit gibt.

Die einen sagen du musst beichten gehen und bist sündenfrei.

Die anderen sind der Meinung du musst nur Jesus als deinen Erlöser akzeptieren und alles was du im Leben getan hast, wird dir verziehen werden, denn immerhin ist Jesus für deine Sünden gestorben.

Wieder andere meinen du müsstest deine Sünden selber bereuen und egal ob du an Gott glaubst, du würdest dann in den Himmel kommen.

Wieder andere sind der Meinung all die obigen Punkte müssten erfüllt werden um sich das Paradies zu verdienen.

Du tust gut daran diesen Glauben zu hinterfragen, denn so erkennst du, dass er voller Lücken, Makel, Logikfehlern und Paradoxen ist, die sich weder mit unserer Welt noch der Beschreibung Gottes vereinbaren lassen.

Wenn es Gott wirklich gäbe, wäre die Anleitung um ins Paradies zu kommen eindeutig und nicht anders interpretierbar. Denn das wäre dann ja die einzige Konstante nach der wir uns richten könnten.

Kommentar von comhb3mpqy ,

Also in der Bibel steht ziemlich eindeutig und kurz drin, wer das Ewige Leben bekommt.

Kommentar von Andrastor ,

Und wenn dies tatsächlich so der Plan Gottes wäre, würde es keinerlei Möglichkeit der Interpretation geben.

Antwort
von suziesext06, 85

Gerechtigkeit ist n zentrales Thema im Christentum. Paulus schreibt "ho de dikaios ek pisteos zäsetai" Der Gerechte lebt aus seinem Glauben. Der Gerechte, hebräisch Zaddik, ist der Ausdruck für n Menschen, der sich gegenüber seinen Mitmenschen so korrekt verhält, wie es ihm sein Verhältnis zu Gott vorschreibt. Anders: Gerechtigkeit ist das ethische Verhalten, das jedem Wesen seinen natürlichen Platz lässt. Ihm nicht sein natürliches Daseins-Recht streitig macht.

Da gibt es auch kein philosophischen Streit. Konfuzius und Buddha und Maimonides und Pythagoras, in dem Punkt sind se wirklich alle einig.

Antwort
von tauchfabrik1982, 76

Nun... die Frage hat sich ja spätestens seit Luther entzündet. Für Luther gibt es keine "Werkgerechtigkeit". Der Mensch kann also von sich aus nichts tun um vor Gott "gerecht" zu werden. LEdiglich die Gnade Gottes entscheidet darüber. Ich kann mch anstrengen, so viel ich will... entscheiden tut im letzten Sinne Gott.

Gerechtigkeit ist auch ein nettes Wort im NT = Dikaiosyné ! Darüber kannst du praktisch promovieren. Also zumindest über die Rolle die es im NT spielt.

Nach Paulus ist der Mensch durch die TAufe erlöst. Er kann nun mit gutem Gewissen probieren das beste aus seinem Leben zu machen, da er praktisch nicht "scheitern" kann. Das soll nicht heißen, dass er nichts mehr machen muss ... im Gegenteil. Weil er getauft ist muss er das Beste versuchen, kann sich jedoch darauf verlassen, dass ihm Jesus verzeiht, wenn er scheitert.

Dieses Thema spielt z.B. im 2. Korintherbrief eine Rolle. Die Griechen, die getauft wurden waren der Meinung, sie könnten nun "die Sau" rauslassen, da sie ja nun getauft sind und praktisch nichts mehr schief laufen kann. Paulus ermahnt sie und sagt, gerade weil ihr getauft seid, müsst ihr euch den Allerwertesten aufreisen. Wenn ihr dann scheitert seid ihr dennoch in Christus gerecht.

Hängt damit zusammen, dass Paulus von der sog. "Thronbesteigung Chrisie" spricht. Er bedient sich drei charakteristischer Motive:

1. Kynismus (dt. Hundig-keit)

2. Der Stoa

3. Und der jüdischen Apokalyptik.

Zudem ist das mit der Gerechtigkeit so eine Sache. An dem Probelm kann man verzweifeln. Vielleicht konnte ich dir helfen :-)

Es gibt da einen netten Spruch von Voltaire: "Gott ist ein Komödiant, welcher vor einem Publikum spielt, dass sich nicht traut zu lachen!"

LG


Kommentar von KaeteK ,

Hallo, durch Taufe wird man nicht errettet, sondern durch den Glauben an Jesus Christus. https://www.bibelkommentare.de/index.php?page=comment&comment_id=406 lg

Antwort
von nowka20, 34

auf der ganzen erde gibt es keine gerechtigkeit, sondern immer wieder lediglich eine rechtsfindung durch urteile (meistens fehlurteile, falschurteile, vorurteile)

Antwort
von Viktor1, 58

Hallo,
wenn du falsche Behauptungen aufstellst und dann hinterfragst, dann ist dies wohl nicht sehr hilfreich - für dich.

Wenn jemand jedes mal dasselbe Vergehen begeht .., 
dann aber 10 mal am Tag  beten geht, ... dann wird
ihr doch eigentlich verziehen.

Nach welcher Religion ? Die christliche kann es nicht sein.
Mit "Beichten" (bei den Katholiken) ist es auch nicht getan.
"Beichten" ist ein Teil des Bußsakramentes , bei den Katholiken.
Buße heißt Umkehr und genau dies begründet auch "Vergebung" (was das genau bedeutet wäre ein anderes Thema)
https://de.wikipedia.org/wiki/Beichte#Voraussetzungen.
>Da brauch ich nichts mehr zu sagen. Ist das dann gerecht, in deinem Sinne ?

Ich bin selbst gläubig

Wirklich ?  Nun  gut - aber unwissend, weißt wahrscheinlich nicht an was du glaubst.
Jesus (für Christen maßgebend) vergibt den reuigen "Sündern" , also denen, welche sich vom Unrecht abkehren.
So hat er (nach der "Erzählung") dem einen mit verurteilten reuigen  Verbrecher am Kreuz verziehen, dem der im Unrecht verharrte, nicht.
Außerdem wird  nur dem vergeben, der auch anderen vergibt.
Ist doch auch gerecht - oder ?
Dies wird oft vergessen, obwohl doch Christen z.Bsp. im "Vater unser" dies immer gegenwärtig sein sollte. (Außerdem durch Aussagen/Gleichnissen Jesu)
Gruß Viktor

Antwort
von Falbe, 39

Ja , es gibt im Christentum eine Gerechtigkeit und das ist die Gerechtigkeit aus Glauben . Kein Mensch ist aus sich heraus vollkommen gerecht , sonst wäre er ja sündlos .  Normalerweise würde der Mensch ewig von Gott getrennt leben , denn in Gottes heiliger Gegenwart im Himmel kann es kein schwarzer Fleck auf der Seele aushalten . Gott liebt aber den Menschen und möchte ihn gern bei sich haben . Darum sandte er Jesus , daß er diese Schuld von jedem von uns Menschen auf sich nimmt . 

Wem nun seine Schuld leid tut und gibt sie Jesus im Gebet , der bekommt diese Schuld nie mehr angerechnet . Er ist gerecht gemacht durch Jesus . Auch wenn die selbe Schuld öfters passiert . Die Hauptsache ist , daß der Mensch es nie mehr tun will . Die Beichte hat schon ihre Berechtigung , aber sie hilft gar nichts , wenn der Mensch danach einfach so weiterlebt wie vorher 

Antwort
von Netie, 27

Gott sieht, was im Herzen ist.

Wenn man nur Vergebung plappert, wird einem nicht vergeben werden.

Das wird deutlich in dem Beispiel vom Pharisäer und Zöllner in Lukas 18,9-14:

"Er (der Herr Jesus) sprach aber auch zu etlichen, die auf sich selbst vertrauten, dass sie gerecht seien, und die übrigen für nichts achteten, dieses Gleichnis:

Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also:

O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen der Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe.

Und der Zöllner, von ferne stehend, wollte sogar die Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach:

O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus vor jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden."

Antwort
von Milijan1515, 73

Nicht mein sondern sein Wille geschehe.

Antwort
von Sturmwolke, 25
Antwort
von chrisbyrd, 32

In der Bibel finden sich viele Stellen über Gerechtigkeit: http://www.bibleserver.com/search/SLT/gerecht/1

In vielen Bibelversen wird zur Gerechtigkeit aufgerufen. Besonders wird die Gerechtigkeit Gottes hervorgehoben.

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