Frage von Cattastisch, 54

Gibt es für den Kommunismus auch einen Wirtschaftskreislauf?

Also wie bei unserem Kreislauf mit Unternehmen, Private Haushalte und Staat? Wenn es sowas nicht gibt, wie kann man den Kommunismus am Besten bildhaft erklären?

Antwort
von alashatt, 15

Sofern wir tatsächlich vom Kommunismus reden und nicht von der Sowjetunion etc.: Der Wirtschaftskreislauf ist ein Modell für die marktwirtschaftliche Ökonomie, das nur der bürgerlichen Volkswirtschaftslehre dient - und dort sollte es auch bleiben. Ein Äquivalent dazu für den Kommunismus hätte überhaupt keinen praktischen Zweck. Desweiteren setzt die Unterteilung in verschiedene Wirtschaftssubjekte eine gesellschaftliche Arbeitsteilung voraus. Diese soll aber mit dem Kommunismus aufgehoben werden. Jeder ist zugleich Konsument und Produzent - genauso wie jeder zugleich Wissenschaftler und Gerüstbauer ist. Es gibt keinen Markt, der die Menschen von den Gütern und untereinander trennt und keinen Staat, der materielle Abhängigkeitsverhältnisse um der politischen und ökonomischen Herrschaft willen aufrechterhält. Es gibt nur die menschliche Gesellschaft als ein Ganzes, das sich seiner selbst bewusst ist. Dementsprechend kann man in diesem Fall den Begriff "Gleichheit" ruhig wörtlich auffassen: Jegliche Kategorien, welche die Menschen in bestimmte Aufgaben einteilen, fallen weg. Marx hat die kommunistische Wirtschaftsweise mit dem Satz "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" am prägnantesten beschrieben.

Antwort
von Kuno33, 23

Der Kommunismus bedeutet, dass die Produktion allen dient. Im Stadium des Kommunismus sind die Produktivkräfte so weit entwickelt, dass die Notwendigkeit zur Arbeit entfällt.

Die große Frage ist, ob Menschen das schaffen. Im real existierenden Sozialismus hat das nicht besonders gut funktioniert. Eine Elite hat versucht und lange Zeit auch mit Erfolg, die Herrschaft fest in der Hand zu haben.

Vermutlich wurde der Kommunismus heutzutage auch an der menschlichen Unzulänglichkeit scheitern, so, wie es gerad der Kapitalismus auch tut. Was folgt daraus: Der Mensch braucht noch sehr viel Zeit, um sich zu einem andauernd und durchgehend sozialen Wesen zu entwickeln.

Einen wirtschaftlichen Kreislauf, wenn auch mit anderen Vorzeichen, würde es im Kommunismus auch geben, wenn er denn klappt. Aber der Kapitalismus klappt ja auch nur für die richtig Reichen.


Kommentar von NUTZ3RNAME ,

Ist auch besser so, wenn er sich nicht durchsetzen kann

Kommentar von alashatt ,

"Im Stadium des Kommunismus sind die Produktivkräfte so weit entwickelt, dass die Notwendigkeit zur Arbeit entfällt."

Wo steht das denn geschrieben?

Kommentar von Kuppelwieser ,

Das möchte ich auch wissen. Es muss ja auch Arbeitende geben die die Roboter bauen!

Kommentar von Kuno33 ,

Das ist die Definition des Kommunismus im Gegensatz zum Sozialismus, wo noch die Notwendigkeit zur Arbeit besteht, aber die gesamte Produktion der ganzen Gesellschaft zugute kommt. Die genaue Zitatstelle kann ich jetzt nicht benennen.

Antwort
von NUTZ3RNAME, 25

Nein. Beim Kommunismus gibt es nur den Staat der alles Kontrolliert. Heißt die Wirtschaft ist extrem uneffektiv und entwickelt sich nicht weiter

Antwort
von Kuppelwieser, 18

Kreislauf ist wohl nicht der passende Ausdruck. Warum der Kommunismus nicht funktioniert ist ganz einfach zu erklären: Wenn das was der Einzelne erschafft auch der Allgemeinheit gehört, dann fehlt der Anreiz um sich besonders anzustrengen. Der Menschenstaat funktioniert leider nicht so wie ein Bienen- oder Ameisenstaat!

Kommentar von Kuno33 ,

Das ist etwas zu einfach gedacht. Auch im Kommunismus wird derjenige, der sich anstrengt, belohnt. Als Problem sehe ich die Gier nach Macht und Einfluss einiger Menschen, die nicht immer die besten und sozialsten sind. Da der Kapitalismus genau diese Eigenschaften belohnt, funktioniert er auch. allerdings mit vielen negativen Folgen.

Immerhin schafft der Kapitalismus auch die ganzen Umweltprobleme, da er nicht zu Ende gedacht wurde. Ansonsten wäre im Kapitalismus die Frage der Umwelt besser gelöst worden. Denn die Zerstörung ist langfristig auch im Kapitalismus schädlich. Nur folgt der Kapitalismus in der Regel immer nur sehr kurzfristigen Erfolgsstrategien. Daher ist er ziemlich resistent gegenüber Korrekturen durch Umweltschäden.

Kommentar von Kuppelwieser ,

Freilich bleibt im Kommunismus dem Einzelnen in seinen vier Wänden eine Privatsphäre und wenn er sich anstrengt, auch ein Vorteil gegenüber Drückebergern. Nur ist der Anteil dessen was der Arbeitende dem Staat leisten muss, prozentual eben viel größer als in kapitalistischen Staaten! Ein Beispiel auch für die Ineffizienz der Arbeit in der damaligen DDR: An einem Erdaushub an einer Straße, sah ich etwa 5 oder 6 Arbeiter mit Schaufel und Pickel werkeln, wobei einige auch ein "Arbeiterdenkmal" darstellten! Im "Westen" hätte da vermutlich ein kleiner Bagger und ein Arbeiter mit Schaufel gestanden! Kein Wunder also, dass die DDR Bonzen mit ihrer Vollbeschäftigung angeben konnten!

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