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Gibt es einen Zusammenhang zwischen realer und virtueller Gewalt?

gefragt von klinsi am 18.06.2007 um 9:28 Uhr

denkt ihr, dass sogenannte Killerspiele einflüsse auf unsere kinder haben? dass sie insgesamt gewalttätiger werden?


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ravenmuc
beantwortet von ravenmuc am 18. Juni 2007 09:48
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Kommt drauf an, wie Du "Gewaltspiel" definierst. Ich finde für kleine Kinder z.B. auch SuperMario o.ä. bedenklich - das Männchen hüpft auf ein anderes, und es macht pling und ist weg. Kein Blut, kein Schrei, kein Gezeter... So ist das reale Leben aber nicht! Wenn du jemanden verletzt, tut's ihm ersten weh, und kann zweitens ne ziemlich böse Reaktion zur Folge haben. Von daher finde ich Ego-Shooter sogar ehrlicher, denn manche zeigen, was abgeht, wenn Du auf jemanden schießt oder einstichst. Aber für Kids is das nix.

Was z.B. Ballerspiele (nicht Ego-Shooter) angeht, ich habe leidenschaftlich gerne früher Mechwarrior gespielt. Ok, hat auch ne Ego-Perspektive, aber noch immer was SF-mäßiges, da man auf Kampfroboter schießt. Joystick her und drauf halten - so habe ich früher Frust abgebaut. Ja AB, nicht AUF! Sonst wäre ich wohl irgendwann durchgeknallt...

Richtige Ego-Shooter habe ich bisher nur just for fun gespielt. Sich zu mehreren auf die Bots stürzen hat schon Spaß gemacht. Gewalttätig bin ich dadurch nicht geworden, aber vielleicht auch, weil ich schon in nem Alter war, wo man Realität und Spiel unterscheiden kann, und das Spiel eher für das benutzt, was man in der Realität nicht ausführen will.

Ich finde, diese ganzen Amokläufe, Aggressionen etc. kann man nicht generell den Spielen in die Schuhe schieben. Wenn jemand Aggressionspotential hat, kann er es an solchen Spielen entweder ablassen oder sich daran aufgeilen und es damit steigern. Aber im letzteren Fall hat er m.E. vorher schon nen Knall, und es macht ihn auch an in der Realität jemanden zu verletzen oder halt sogar zu töten.


Palun1
beantwortet von Palun1 am 19. Juni 2007 17:34
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Computerspiele steigern nicht die Gewaltbereitschaft, wie es auch aktuelle Untersuchungen ( Siehe Shell Kinder- u. Jugendstudie) zeigen. Natürlich sollte man als Eltern darauf achten, dass Kids für sie freigegebene Spiele nutzen und nur freigegebene Filme schauen. Ich denke, dass alles, was nur konsumiert und nicht auch mit den Eltern besprochen wird, falsche Eindrücke festigt. Liebe Grüße von Palun1


anonym
beantwortet von DonChaos am 18. Juni 2007 09:43
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In den letzten Berichten, die ich über diese Frage gelesen hab, waren sich die Wissenschaftler uneinig (es wird derzeit untersucht). Bei Jugendlichen, die vorher nicht auffällig gewesen waren, zeigte dadurch sich nicht plötzlich brutales Verhalten und diejenigen, die dazu neigten, hatten vorher schon einen Hang dazu. Inwieweit das dann durch Spiele an die Oberfläche kam oder ob es auch so passiert wäre, konnte man letztlich noch nicht sagen. Auch nicht, wie es langfristig damit steht, wenn man sein Unterbewusstsein mit Gewalt füttert.

Kommentar von Simple_avatar8smallravenmuc am 18. Juni 2007 09:53

Wenn man es ständig mit Gewalt füttert ist es wie, als wenn man ständig Horror-Nachrichten oder Pornos schaut - man stumpft ab, wenn man ähnliches wieder sieht. Aber gewalttätiger wird man glaub ich nicht, von Pornos wird man ja auch nicht dauergeil, oder? ;)


wumpus
beantwortet von wumpus am 19. Juni 2007 17:21
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ein klares nein Computerspiele jeglicher art fördern nicht die Gewalt. Bei gewaltbereiten Jugendlichen findet man die Ursache im Umfeld.

könnte hier zum Thema ne 400 Seitige Begründung posten :)


loopwithme
beantwortet von loopwithme am 18. Juni 2007 09:46
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Ja, ich denke, dass die Killerspiele die Hemmschwelle senken, auf Menschen zu zielen und zu schießen.

In den richtig heftigen Teilen wie Counter Strike z.B. ist die Ballerei so real nachgestellt, dass sie schon fast einer Simulation gleichkommen, mit Blut und allem, was dazugehört.

Das wird aus einem "normalen" kind keinen Killer machen, aber wenn schon Neigungen in diese Richtung da sind, dann werden sie dadurch sicherlich nicht abgebaut, sondern sogar langsam verstärkt. Man kann sich richtig reinversetzen, wie das ist, mit einer Schusswaffe rumzulaufen und reihenweise Leute abzuschießen. Sind solche Fantasien schon vorhanden, dann sehe ich das schon wie ein Training auf den Ernstfall.

Ich würde diese Teile allesamt auf den Index setzen, denn schon ein Jugendlicher, der sich mit Hilfe eines solchen Ballerspiels auf seinen Amoklauf vorbereitet hat, reicht doch schon. Der Amokläufer von Erfurt war so einer...




Kommentar von Simple_avatar8smallravenmuc am 18. Juni 2007 09:50

Na und, ich hab auch schon CS gespielt - bin ich Amok gelaufen? Nein!

Ich finde, diese Games gehen nicht weit genug. Eigentlich sollte der Spieler wenn er angeschossen wird eine Schmerzreaktion zu spüren bekommen, damit er nicht nur mit bekommt, daß Blut spritzt, wenn man schießt, sondern auch, daß es weh tut!

Kommentar von 345b91b71226a3c3dc19086ee5c77bfdsmallloopwithme am 18. Juni 2007 10:41

Wenn du meinen Text durchliest, dann wirst du feststellen, dass ich genau das geschrieben habe: Nämlich, dass damit nicht aus einem "normalen" Kid ein Killer gemacht wird, aber derartige Neigungen verstärkt werden können.

Dass du nicht zum Killer geworden bist, ist wohl das Normale, aber wenn auch nur ein Kid durch solche Ego-Shooter sich auf den Amoklauf vorbereitet hat, würde es mir reichen...

Und wenn du das noch realistischer gestalten würdest dadurch, dass es weh tut: das wäre ja ne noch realistischere Vorbereitung...

Kommentar von Simple_avatar8smallravenmuc am 18. Juni 2007 10:49

Nunja, aber wer schon dahingehend nen Knacks hat, braucht auch kein Ballerspiel mehr, um auszuticken, finde ich. Und wenn es dem Spieler beim Spielen wehtut, ist das zwar realistisch, aber sicher keine Vorbereitung, sondern denk ich eher abschreckend...


Katzentatze
beantwortet von Katzentatze am 18. Juni 2007 11:53
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Ich denke das hat wenig mit den Spielen zu tun. Ältere Generationen sind mit Tom und Jerry groß geworden. Da wurde vor allem Tom vom Klavier erschlagen, gezweiteilt, etc. Trotzdem haben Kinder sowas nie nachgemacht. Das liegt einzig und allein daran, dass Kinder heute mit Gewalt groß werden (siehe Nachrichten, etc.)und dann mit solchen Spielen alleine gelassen werden. Gewalt ist in unserer heutigen Gesellschaft einfach "normal" geworden. Und wenn Kinder dann sehen, das Leute auf offener Straße verprügelt werden und keiner greift ein, wie sollen sie da wissen, das man eigentlich anders reagieren sollte? Da sind ganz einfach die Erwachsenen gefragt.


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