polarfuchs am 03.10.2007 um 12:49 Uhr
Burn-out-Syndrom, Mobbingopfer, abnehmende soziale Kontakte durch Schichtdienst, Angst vor Arbeitsplatzverlust, Dauerarbeitslosigkeit, Überforderung sind nur ein paar Stichworte, die mir einfallen, die Auslöser für psychische Erkrankungen sein können. Ist das unser Schicksal in einer Leistungsgesellschaft, dem man sich nicht dauerhaft entziehen kann? Die Anforderungen an uns werden immer mehr und ich frage mich, wie lange können wir noch Schritt halten? Wie geht Ihr mit den wachsenden Anforderungen um. Reicht ein Mal mehr "Nein" sagen wirklich aus? Wie sieht Euer "Rezept" aus? Keine Sorge, mir geht es gut-noch!

Kurz skizziert: Übermäßig steigende berufliche Anforderungen führen dazu, daß nicht alle erfüllt werden können. Das führt zu Frustration und Angst, was die Entstehung psychischer Krankheiten begünstigt.
Ein Rezept? Vielleicht: Nicht alles ernst nehmen. Sich darauf vorbereiten, mit weniger auszukommen.
Leichter gesagt, als getan; ich weiß.
Natürlich gibt es diesen Zusammenhang genau so wie das Risiko, sich Allergien "einzufangen" gestiegen ist.
Die Tendenz scheint auch noch steigend zu sein. Ich habe mal eine Utopie über das Berufsleben in 30 Jahren gelesen. Danach gibt es so gut wie keine festen Anstellungen mehr, sondern eher kurzfristige Jobs, für die man sich online buchen lassen soll. So abwegig fand ich diese Vison gar nicht.
Wie man damit umgeht? Das ist abhängig vom Typ, nehme ich an: Für den einen ist es die Erfüllung, für den anderen Stress.
Und genau das ist das Stichwort: Stress ist nicht Hektik, sondern das, was man als Belastung empfindet, es aber nicht selbst beeinflussen kann.
Solchen Ansätzen kann ich mich auch nicht immer entziehen, versuche aber dann, wenn es mich zu belasten beginnt, eine Perspektive zu finden. Inzwischen kenne ich den Belastungsrhythmus ganz gut, kenne auch Phasen, in denen es besonders krieseln kann und Zeiten, in denen es ruhiger zugeht.
Ich glaube, wenn man stressige Phasen mit Bewusstsein angeht, ist schon viel gewonnen.
Ich musste mein Stress-Level auch mal zurückfahren um meinen Gesundheitszuatand zu schonen. Einer meiner behandelnden Ärtzte hat mir dann mal ein Buch empfohlen welches mir die Richtung gewiesen hat. Es heißt "Stressmanagment" und ist von Uwe Klein. Erschienen im mvg-Verlag. ISBN 3-478-81232-1

Sicher gibt es da einen Zusammenhang.
Nur jeder selbst kann dagegen allerdings etwas tun.
Als erstes vielleicht mal die eigenen Bedürfnisse hinterfragen und herunterschrauben - dann ist der Druck schon mal geringer.
Als nächstes eine Entspannungstechnik erlernen und regelmässig praktizieren, etwa Meditation.
Ausserdem für einen guten körperlichen Ausgleich sorgen und das heisst NICHT Leistungs-, sondern Ausgleichssport, sich vernünftig ernähren, regelmässig schlafen und sich in der Freizeit nicht zusätzlich stressen (lassen).
polarfuchs am 3. Oktober 2007 16:56 Stimmt. Meine Bedürfnisse kann ich selbst beeinflussen. Aber eine immer weiter steigende Erwartungshaltung einem selbst gegenüber wohl weniger! Soll man sich deswegen unnahbar geben, weniger arbeiten? Das ist wohl nur in wenigen Fällen zu beeinflussen. Oder sehe ich das falsch?
demosthenes am 3. Oktober 2007 17:27 @polarfuchs:
Natürlich sollst Du Dich deshalb nicht unnahbar geben - im Gegenteil solltest Du anderen Menschen offen und freundlich begegnen, denn auch das verhindert Stress.
Weniger zu arbeiten ist meist auch keine Lösung und ausserdem entsteht Stress nicht durch viel Arbeit, sondern durch die Hetze dabei und dagegen hilft eine innere Gelassenheit (und langsamer wird man dadurch auch nicht!).