Frage von uli27, 50

Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Beitragserhöhungen der privaten Krankenversicherungen und der EU Bankenrettungspakete?

Wurde durch die Aktivitäten der Europäischen Zentralbank zur Rettung der Banken (z. B. Bankenrettung in Irland oder Griechenland) der freie Kapitalmarkt so beeinflusst, dass dadurch sogar das private Krankenversicherungssystem in der BRD höhere Beiträge von den Versicherten eintreiben muss. Beitragserhöhungen für einzelne Tarife von 98,14 % von 2015 auf 2016 (z. B. DKV Tarif AM4) scheinen ja nun normal zu sein. Bei jährlicher Verdopplung der Beiträge werden viele Kunden über 50 wohl dem Gemeinwesen zu Last fallen...

Antwort
von nersd, 23

Naja. So einfach nein zu sagen, halte ich für übereilt. Dass die Niedrigzinspolitik der EZB auch und gerade dafür da ist, dass sich die Banken günstig Geld leihen können, was sie wiederrum an die Staaten der EU (teurer) weiter verleihen, ist ja so ziemlich jedem klar, der auch nur ein Wenig Ahnung hat.

Auch die Bankenrettungspakete sind so aufgebaut. Das Geld, welches der/die Staat(en) zur Rettung der Banken eingesetzt haben, wurde über Kredite bei eben diesen Banken finanziert (eine sehr perverse Sache, wenn man mal drüber nachdenkt).

Die Niedrigzinspolitik hilft also in erster Linie einem.........den Banken.

Und dass niedrige Zinsen für die Milliardenrücklagen der PKVn pures Gift ist, ist nun auch kein Geheimnis. Das als Einnahme fest eingeplante und nun fehlende Geld muss durch Beitragserhöhungen abgefangen werden. Andere Alternativen gibt es da nicht.

Ein direkter Zusammenhang besteht zwar nicht, aber ein Indirekter sehr wohl.

Kommentar von Dickie59 ,

Die Beitragserhöhungen ergeben sich ursächlich aus der falschen Tarifpolitik und Mitbewerberkampf um den Privatversicherten.

Billig, billig, billig.

Die Rückstellungen wirken sich auf den Beitrag ab Zuteilung aus.

Deshalb werden die Rückstellungen nach und nach weniger bezinst. Mitteilung des Versicherers in öffentlichen Geschäfstberichten.

Wenn man den direkten Zusammenhang nicht belegen kann, sollte man es belegen können ;- Dickie59

Kommentar von nersd ,

Tja, wenn man keine Ahnung hat, lieber nix sagen ;) Die Verzinsung der Alterungsrückstellung ist im Beitrag kalkuliert. Das Geld welches also durch Zinsen vermutlich eingenommen wird, muss der Kunde also gar nicht erst zahlen (ist in vielen anderen Versicherungen wie z.B. BU auch so, nennt sich Beitragsverrechnung). Wenn diese Zinseinkünfte sinken (die sind logischerweise auch nie garantiert), ist der Versicherer sogar verpflichtet, die Beiträge entsprechend anzuheben (wenn es die 5%-Schwelle überschreitet). Vor zwei Jahren wurden sogar einige Versicherer von der Bafin zur Beitragserhöhung allein aufgrund des reduzierten Rechnungszinses aufgefordert (die wollten das ursprünglich nämlich gar nicht). Weiterhin wird derzeit in allen Bisex-Tarifen eine kontinuierliche Angleichung des Rechnungszinses an das tatsächliche aktuelle Niveau, durch Beitragserhöhungen, vorgenommen. Bis die Angleichung komplett erfolgt ist, werden diese fehlenden gelder aus den Unisex-Tarifen finanziert. Es sollte damit ein einmaliger Beitragsschock vermieden werden und stattdessen auf mehrere Jahre verteilt kleinere Erhöhungen geben. Die Gesellschaften mit der größten Differenz zwischen kalkulierten Zinsen und tatsächlich erwirtschafteten (z.B. eine mit drei Buchstaben) trifft es damit auch am härtesten, bzw. deren Kunden.

Nicht umsonst hat auch die Bafin vor Inkrafttreten der Unsisex-Tarife den Höchstrechnungszins, der zur Kalkulation der Beiträge maximal verwendet werden darf, konkret festgelegt.

Noch mehr Infos zum Zusammenhang Zinsen-Beiträge gewünscht? ;)

Antwort
von Dickie59, 24

Hallo,

NEIN.

Die GKV ist ein Selbstverwaltungsorgan und unterliegt nicht dem EU Recht.

Beste Grüße

Dickie59

Kommentar von Dickie59 ,

Sorry, ich konnte die Antwort nicht mehr ändern, das Netz war weg:

Hallo,

NEIN.

Stelle dir das so vor:

dein Tarif ist ein Topf, darin kamen mal viele Versicherte rein. Dann kam ein Deckel drauf. keine neuen Versicherten kamen mehr rein.

Aber einige oder viele verließen aus unterschiedlichen Gründen den Topf. Die darin Verbliebenen erzeugen nun Kosten, diese  von Ihren Beiträgen nicht mehr gedeckelt werden. Der Versicherer erhöht deshalb die Beiträge .

Die GKV vermindert Leistungen und erhöht die Beiträge und erhöht auch ständig die Beitragsbemessungsgrenze.

Das ist eine andere Form der Beitragserhöhung, die noch viel höher ist, als die der PKV.

Beste Grüße

Dickie59

Kommentar von nersd ,

Also hat das allgemeine Zinsniveau keinen Einfluss auf einen Tarif in der PKV? Denk mal drüber nach ;)

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