Gibt es einen psychologischer Grundansatz bei Büchern?

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5 Antworten

Hallo!

Ja, doch, es gibt einen psychologischen Grundsatz. Literatur muss kulturelle Probleme behandeln können. Ähnlich, wie es Filme und Serien tun, wenn sie erfolgreich sind.

Kulturpsychologie bezieht sich jedoch nicht auf Kulturgüter (Musik, Film, Fernsehen, etc), sondern vielmehr auf das kultivierte Zusammenleben, die Nationalkultur, die Gegenwartskultur. Man könnte auch kurz und Knapp den "Lifestyle" eines Volkes sagen. Und in dieser Kultur existieren bestimmte, meist nicht bewusste, Probleme, die von Literatur behandelt werden können. Behandeln meint hier nicht, dass ein Arzt ein krankes Leiden korrigiert, sondern dass quasi die Literatur die unbewussten Motive mit aufgreift, sie etwas dreht, irgendwohin entwickelt, eine Zwischenlösung anbietet oder wieder gewendet bekommt.

Die dahinter liegende Theorie ist leider zu komplex, um sie hier zu erklären.

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Kommentar von Gemueseman
31.01.2016, 13:34

Danke für deine Antwort! :)

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Probleme und Erfahrungen des Autors werden sich in irgendeiner Art und Weise in dessen Bücher wiederfinden und wenn es Lösungsansätze sind, dann die, die der Autor auch im richtigen Leben durchgesetzt haben würde.

Bei Harry Potter merkt man ganz deutlich, wie ich finde, dass das Buch von einer Frau geschrieben wurde. Das erkennt man an der Gestaltung der Quidditsch-Regeln, an diesen sich über ganze Kapitel erstreckenden Techtelmechteln, an Hermine (zum Beispiel in Bezug auf ihre Auflehnung gegen die Unterdrückung von Hauselfen), an der Art, wie in Duellen gekämpft wird, wie sie Luna als ihren "verrückten" Teil darstellt, an die Familie-Ist-Das-Glückliche-Ende-Schlussszene (völlig untypisch für klassische Helden aus der Feder von Männern) und an vielen anderen Merkmalen. Man erkennt es an der Summe der Indizien.

Man erkennt, dass die Autorin sich mit dem 2. Weltkrieg und dem Drumherum gerne und intensiv befasst hat.

Entweder besitzt sie viel Empathie für Gemobbte (sie hatte das "hilflos" beobachten können) oder sie wurde selbst einmal gemobbt.

Es ist schier unmöglich, ein Buch oder ganze Bände zu schreiben, ohne das Buch durch Teile seiner eigenen Seele lebendig zu machen.

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Kommentar von Gemueseman
31.01.2016, 13:33

Sorry, kann nicht 2 hilfreichste Antworten auszeichnen, aber vielen Dank! Klasse Beantwortung! :)

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Ja, viele Bücher beziehen sich auf den Zeitgeist und den entsprechenden Vorstellungen der Menschen.

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Es gibt keinen psychologischen Grundansatz, das Wort ist ein Geschwurbel, kein Mensch weiss was das darstellen soll.

Es ist auch falsch zu behapten, dass Autoren über etwas schreiben, was nicht haben, nicht haben können. So was kommt zwar vor, doch ist es abwegig dies verallgemeinern zu wollen.

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Kommentar von Gemueseman
28.01.2016, 17:57

Ich will doch nicht verallgemeinern, ich schreibe ja auch "viele"... ;D

Klar, es gibt auch viele Autoren, die über andere Themen schreiben bzw. eher mit einer wissenschaftlicheren Ausrichtung zugange sind, demzufolge hätte ich vielleicht stärker zum Ausdruck bringen sollen, dass sich meine Frage auf die Unterhaltungsliteratur bezieht, denn dort fällt mir dieses Phänomen durchaus öfter auf. ;D

Und ich finde mein "Geschwurbel", was ja auch ein "Geschwurbel" ist, eigentlich vom Denkansatz ganz interessant, wieso denn nicht? ;D

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Kommentar von Gemueseman
28.01.2016, 18:51

Du bist ja trocken. ^^

Hey, ich verwirre ja nicht, ich frage ja bloß, das ist rein zufällig der Sinn dieser Seite.. ;'D

(und ich mein das Ganze nicht böse... ;) )

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Von solch einem Effekt habe ich bisher noch nicht gehört, auch gibt es Bücher, die Dinge beschreiben, die man nun wirklich nicht haben oder erleben möchte.

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Kommentar von Gemueseman
28.01.2016, 11:22

Klaaar, was ich aber ausdrücken bzw. wissen möchte ist, der "Effekt" der dafür verantwortlich ist, dass z.B. Autoren in den 1970er Jahren (in der DDR) Geschlechtertauschgeschichten geschrieben haben oder wir davon träumen wie Harry Potter zaubern zu können. Wurden diese Geschichten geschrieben, weil die Frauen Opfer des Sexismus waren und nicht die gleichen Rechte besaßen, wurde Harry Potter geschrieben, weil wir nicht zaubern können und gerne auch solch eine magische Welt hätten? Ich denke, diese Fragen kann man  mit einem klaren "Ja" beantworten, oder? Aber wie heißt er nun, dieser Effekt, dass Menschen nach Sachen streben die sie nicht haben? Gibt es dafür einen psychologischen Fachbegriff, eine Bezeichnung im psychologsichen "Jargon"? Die Frage mag dumm klingen, aber ich möchte das gerne wissen.

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