Frage von LiKu2002, 98

Gibt es einen Grund warum es so viel mehr Pfadfinder im Westen Deutschlands gibt?

Ich hab mal gegoogelt wo es in Deutschland Pfadfinder/-Stämme/-Organisationen/-Verbände gibt. Dabei ist mir aufgefallen das es im Westen Deutschlands viel mehr Orte mit Pfadfindern gibt als im Osten. Ich selbst komme aus Berlin, dort gibt es um die 10 Stämme, aber wenn man raus aus Berlin fährt findet man kaum welche. Im Gegensatz dazu wenn man im Ruhrgebiet unterwegs ist gibt es in vielen Orten Pfadfinder.
Da habe ich mich gefragt ob es einen Grund dafür gibt das im Osten Deutschlands so wenige bzw. im Westen Deutschlands so viele Pfadfinder sind. Ob das vllt mit der DDR zusammenhängen könnte.
Freue mich über eure Vermutungen/ Antworten.
LG und Gut Pfad Lisa

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PeVau, 46

Zunächst einmal gibt es nach 40 Jahren DDR keine Pfadfindertradition mehr in den neuen Bundesländern, die von den Eltern und Großeltern weitergegeben wird. Das deckten damals Pioniere und FDJ ab, die sich auf die Traditionen der Arbeiterbewegung und deren Jugendarbeit bezogen.

Hinzu kommt, dass die Pfadfinder zum größten Teil katholisch oder evangelisch geprägt sind, was ihren Attraktivitätsgrad in Regionen, deren Bevölkerung zwischen 70 und 80 Prozent aus Atheisten besteht nicht besonders erhöht. Die interkonfessionellen Abteilungen der Pfadfinderverbände sind zwar interkonfessionell, aber nicht religionslos.

Dieser Teil verkappter kirchlicher Jugendarbeit stößt im Osten Deutschlands also nicht auf besonders viel Interesse.

Kommentar von PeVau ,

Ich habe einen interessanten Hinweis bekommen, der einen völlig neuen Erklärungsansatz liefert.

Wahrscheinlich liegt es daran, dass der Bedarf und damit die Anzahl der Pfadfinder umgekehrt proportional zum Grad der Erschließung des betreffenden Landesteils und der Zivilisierung der indigenen Bevölkerung dort ist. ;-))

Kommentar von Sachsenbruch ,

Also ein Aufgabenfeld für Missionare!

Kommentar von PeVau ,

Danke für den Stern!

Antwort
von MarkusKapunkt, 55

Das wird bestimmt mit der deutschen Teilung zusammenhängen. Die Pfadfinderbewegung war eine westliche Organisation und in der DDR sicher nicht geduldet. Dort gab es die FDJ als Jugendorganisation und kaum oder sogar überhaupt nichts anderes. Auch nach der Wiedervereinigung wurde die Pfadfinderbewegung im Osten noch mit Argwohn (weil militärisch organisiert) betrachtet, so dass es auch 26 Jahre nach der Wiedervereinigung noch nicht viele Verbände dort gibt.

Kommentar von LiKu2002 ,

Danke für die Erläuterung, so ähnlich hatte ich es bereits vermutet. :) Trotzdem schade eigentlich. ;(

Antwort
von duckman, 76

Hier bei uns im Westen ist es irgendwie Brauch gewesen, dass wir mit 5, 6 Jahren das erste mal zu den Pfadfindern geschickt wurden... Viele sind da dann eben geblieben. Allein 2 Freunde der Familie führen eine Pfadfindergruppe...

Kommentar von LiKu2002 ,

Wow! Das hätte ich nicht gedacht. Das heißt jeder wurde hingeschickt und dürfte dann entscheiden ob er blieb oder nicht?!

Kommentar von duckman ,

Naja nicht jeder... Wir sind z.B. auf dem Dorf aufgewachsen. Da war das schon eher so als in der Stadt. Wir hatten eben nicht viel zu tun außer raus gehen usw. Da war ja eben noch nix mit PC oder Smartphone...

Da hatte fast jedes Caff ein eigenes Pfadfindertreffen :)

Außerdem hatten Mami und Papi nach einem stressigem Arbeitstag dann auch mal Zeit für sich :D

Kommentar von LiKu2002 ,

Die Stämme in meiner Umgebung sind meist erst ab 7-8 😂

Kommentar von duckman ,

War sehr praktisch - ich wusste mit 7 Jahren bereits wie man mit Stöcken, Zunder und einer schönen aufgerubbelten Hand Feuer macht :D:D

Antwort
von Sachsenbruch, 25

Kann es damit zusammenhängen, dass dieser Landesteil einfach noch nicht so erschlossen ist?

Antwort
von andreasolar, 55
Kommentar von LiKu2002 ,

Dann war meine Vermutung ja fast richtig :)

Kommentar von duckman ,

Das wusste ich allerdings nicht - cool zu wissen

Antwort
von 1988Ritter, 39

Und wie das mit der DDR zusammenhängt.

Die DDR hatte praktisch die staatlich organisierten Pfadfinder, und zwar unter dem Namen FdJ.

Antwort
von ThommyGunn, 36

Die Pfadfinder haben einen christlichen Hintergrund wenn mich nicht alles täuscht, das kommt in einem kommunistischen Land nicht gut an. An Stelle der Pfadfinder oder anderer Jugendorganisationen gab es dafür die FDJ, ähnlich der HJ im 3. Reich mit Schießübungen etc. wenn ich mich nicht irre.

Kommentar von me2312la ,

du irrst dich...und zwar gewaltig 

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