Frage von lerenia, 85

Gibt es einen Grund warum ein Psychiater eine Borderline Diagnose erzwingen will?

Ich leide unter einer komplexen PTBS die sich mit Borderline in vielen Dingen überschneidet. Aber es ist und bleibt eben eine kPTBS, ich kann z.B. gut alleine sein und (wenige) stabile Beziehungen führen. Diese zwei Punkte habe ich mal in einer Abhandlung über beide Krankheiten gelesen und es trifft genau so voll auf mich zu. Mein lieber Psychiater hat mir Diagnosen in die Richtung PTBS gegeben. Nun ist da aber ein fremder Arzt (will nicht näher darauf eingehen, er hat halt auch was dazu zu sagen) der findet* ich hätte BPS und andeutet, dass meine Erlebnisse nicht alles erklären... ich wäre manipulativ und instrumentualisierend usw. Und andere Symptome (von meinen Komorbiditäten) wären auch erklärt mit BL.* Aber genau so gut mit kPTBS oder?? Ausserdem finde ich meine Vergangenheit ist offensichtlich höchst traumatisch, wieso in Gottes Namen kommt man darauf dass ich Borderline habe? Dieser fremde Arzt findet auch, dass ich quasi absichtlich? dafür sorge dass mir Therapien nicht helfen. Weil ich zum Beispiel keine Medikamente genommen habe bzw wieder abgebrochen. Ich habe mich dagegen geweigert weil ich Angst davor hatte, dass ich mir damit nachhaltig was versaue (körperlich) und wollte auch nicht meine Symptome unterdrücken damit ich oberflächlich funktioniere und innerlich kaputt gehe. Ausserdem gibt es nicht DAS Medi gegen kPTBS, ADs wirken ja auch meist nicht, gerade bei kPTBS Depris. Es ist aber eine schwere Krankheit mit Gehirnveränderungen und welcher Mensch will dass es ihn nicht gut geht? Was ich mich einfach frage ist, warum will er so dringen dass ich Borderline habe? Was hat der davon, was soll das, was bringt es ihm??

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tasha, 27

Du bist in einer schwierigen Situation. 

Ggf. lies mal Andrea Brackman: "Hochbegabt und hochsensibel". Sie geht auf ein ähnliches Thema ein.

Sei Dir bitte bewusst, dass nicht jeder Arzt/ Psychiater alles weiß und er sich auch mal irren kann, wenn er z.B. aus Gewohnheit etc. zu stark in eine Richtung denkt oder sein Urteil getrübt wird, weil Du ihm z.B. unsympathisch ist. Brackmann berichtete, dass viele ihrer hochbegabten Patienten (Hochbegabung wurde in dem Fall durch einen Test auch festgestellt) großes Interesse daran hatten, mit dem Psychologen seine Methoden etc. zu diskutieren, einfach aus Interesse am Geschehen in der Therapie, und einige Psychologen das als Ablenkung/ Manipulation auslegten und vehement ablehnten, weil sie ihre Kompetenz in Frage gestellt sahen. Tatsächlich gab es bei einigen Patienten Überscheidungen mit Borderline und anderen Krankheiten, die wirklich zu einem übermäßig "manipulativen" Verhalten führten. Interesanterweise meinte Brackmann aber, der Psychologe sollte trotzdem ihre Fragen einmal beantworten, allerdings nicht ständig, nicht jede Stunde wieder.

Viele Patienten hatten schon sehr viel Fachliteratur über "ihr" Thema gelesen, was die Psychologen verunsicherte und von einigen als Versuch angesehen wurde, sie als inkompetent darzustellen. Die Patienten dagegen wollten über die Literatur in Zusammenhang mit ihren Erfahrungen diskutieren und in Brackmanns Fällen half das oft weiter.

Wenn Dir ein Psychologe eine Diagnose andichtet, mit der Du nicht einverstanden bist, und nicht bereit ist, mit Dir über Deine Bedenken zu diskutieren, wechsle den Psychologen! Ja, es kann sein, dass er Recht hat. 

Es kann aber auch sein, dass er sich irrt, und es ist mMn schädlicher, sich krampfhaft einer Diagnose unterzuordnen, also sein Selbstbild entsprechend der Meinung eines Fachmanns zu ändern, als einen Menschen zu finden, der das Ganze mit einem diskutiert und auch bereit ist, Deine Sicht der Dinge in Betracht zu ziehen. Jemandem, der Dir wirklich helfen will und nicht nur Recht behalten will. Jemandem, dem Du wirklich vertraust und dem Du so eine Diagnose am Ende auch glauben würdest, statt Lippenbekenntnisse abzulegen, weil das so von Dir erwartet wird.

Kommentar von lerenia ,

Danke :-*

"Mein" Psychiater hat mir ja kPTBS diagnostiziert,  aber ein Fremder der aus versicherungstechnischen Gründen seinen Senf dazu geben muss will unbedingt dass es Borderline ist....  

Das Ding ist, er hat mich ja nicht einmal gesehen. Oder wirke ich schon in meinen Akten so angsteinflössend (bzgl. Ego) oder unsympathisch und renitent? DAS nenne ich dann mal Ausstrahlung... meine Glory halt xP

Antwort
von Steffile, 39

Was bringt es dir, das hier aufzuschreiben?! Du kannst hier nicht im Ernst eine fachkundige Aussage erwarten.

Kommentar von lerenia ,

Hier bekomme ich garantiert Antwort und es sind viele verschiedene Leute unterwegs, hab halt das Bedürfnis...

Kommentar von Steffile ,

Oh boy.

Antwort
von kugelgnu, 34

ganz ehrlich geh zu zehn verschiedenen und du hörst mindestens 2 verschiedene Meinungen die menschliche Psyche ist so komplex...

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