Gibt es einen gravierenden Unterschied zwischen einer Genossenschaft und einem Kibbuz?

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2 Antworten

Obwohl jeder Kibbuz im Westjordan die genossenschaftliche Idee heute besser umsetzt, als die meisten unter dem Mantel des DRGV und BVR versammelten Genossenschaften,   lassen sich ein Kibbuz ( Prinzip Gemeineigentum) und Genossenschaft (Förderung der Mitglieder ) nicht unter einen Hut bringen.

Eine Genossenschaft dient ausschließlich der Förderung ihrer Mitglieder, das ist gesetzlich so vorgeben und ist in Deutschland z.B. von den genossenschaftlichen Prüfungsverbänden zu überwachen. 

Mit der Förderung ist meistens eine wirtschaftliche Förderung gemeint. Es geht um Vorteile (gegenüber Nichtmitgliedern) bei der Durchführung deiner Geschäften mit deiner Genossenschaft. Das kannst du am besten mit einem Naturalrabat vergleichen.
Also ganz einfach, es geht bei der Genossenschaft immer um die Vorteile für den Einzelnen.

Im Kibbuz werden auch genossenschaftliche Werte gelebt, hier geht der Kibbuz aber von einem Kollektiveigentum aus. Das heißt dem Einzelnen gehört nichts.

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Für Genossenschaften gelten "kleinere Anforderungen" als für Kibbuzim. Die genossenschaftlichen Grundsätze sind in den Principles des ICA (ica dot coop) festgelegt. Das könnte man auf die einfache Formel bringen: eine gemeinsame wirtschaftliche Tätigkeit gemeinsam regeln.
Die Kibbuzim sind ja Gemeinschaften, in denen das ganze Leben gemeinsam geregelt wird: Eigentum-Wohnen-Arbeiten-Ertrag. Eine Entsprechung bei uns wäre zum Beispiel die Kommune Niederkaufungen. In autoorganisation punkt org findest du ein Wiki zu solchen Lebensformen.

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