Frage von Myschii, 101

Gibt es einen Bibelvers dazu, wenn man für den Glauben seine Familie verlässt, bzw. von ihr verstoßen wird?

Frage steht oben :) Freue mich sehr über Antworten!

Liebe Grüße MIchelle

Antwort
von helmutwk, 26

Mit dem Verlassen ist das so eine Sache:

1.Tim 1,8 Denn wenn sich jemand nicht um seine Angehörigen kümmert, vor allem um die,die unter einem Dach mit ihm leben, verleugnet er den Glauben und ist schlimmer als jemand, der nicht an Christus glaubt.

Aber für die, die von ihrer Familie wegen ihres Glaubens verstoßen werden, gibt es Bibelverse.

Mt 10,34-36 wurde schon genannt. Die Fortsetzung ist auch wichtig:

Mt 10,37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist es nicht wert, mein Jünger zu sein, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist es nicht wert, mein Jünger zu sein.

Und auch für die, die das erleben mussten, dass sie verstoßen wurden, gilt:

Rö 8,35 Was kann uns da noch von Christus und seiner Liebe trennen? Not? Angst? Verfolgung? Hunger? Entbehrungen? Lebensgefahr? Das Schwert des Henkers?

36 Mit all dem müssen wir rechnen, denn es heißt in der Schrift: »Deinetwegen sind wir ständig vom Tod bedroht; man behandelt uns wie Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind.« 37 Und doch: In all dem tragen wir einen überwältigenden Sieg davon durch den, der uns so sehr geliebt hat. 38 Ja, ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch unsichtbare` Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch gottfeindliche Kräfte, 39 weder Hohes noch Tiefes, noch sonst irgendetwas in der ganzen Schöpfung uns je von der Liebe Gottes trennen kann, die uns geschenkt ist in Jesus Christus, unserem Herrn.
Antwort
von warehouse14, 61

Markus Kapitel 10 ab Vers 28.

Das ist ein Trost für alle, die innerhalb der eigenen Familie wegen ihres Glaubens gemobbt (=verstossen) werden. ;)

Und was das Verlassen angeht: die Verlassenen können ja ebenfalls Jesus folgen, dann sind sie nicht mehr verlassen. XD

warehouse14

Antwort
von KaeteK, 44

Markus 10

28
Da sagte Petrus zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.29 Jesus antwortete und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand,so er verläßt Haus oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kind oder Äcker um meinetwillen und um des Evangeliums willen,30 der nicht hundertfältig empfange: jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker mitten unter Verfolgungen, und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.

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Antwort
von Zicke52, 33

Lukas 14:26: "So jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder....der kann nicht mein Jünger sein."

Matt 10, 34-36: "Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert! Ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien, die Tochter mit ihrer Mutter..."

Matt 8:22: "Folge du mir und lass die Toten die Toten begraben" (zu einem Jünger, der ihm folgen wollte, aber bat, davor noch seinen Vater begraben zu dürfen).

Aus der Bibel geht ganz klar hervor: für Jesus hat Familie Null Stellenwert, und man soll sich ihr gegenüber absolut verantwortungslos verhalten. Man soll nicht nur seine Eltern, sondern auch Frau und Kinder verlassen (zu einer Zeit, wo es noch keine staatliche Sozialversorgung gab und man sie deshalb grosser wirtschaftlicher Not aussetzte) um ihm nachzufolgen. Ja, man darf noch nicht mal seine Toten begraben, wenn man ihm nachfolgen will, muss es SOFORT sein.

Ähnlich machen es heute Sekten: das Mitglied von seiner Familie isolieren. Damit handeln sie aber durchaus biblisch.

Kommentar von helmutwk ,

Aus der Bibel geht ganz klar hervor: für Jesus hat Familie Null Stellenwert

Nun, Null nicht. Jesus hat die Schwiegermutter von Petrus geheilt, Er hat noch am Kreuz dafür gesorgt, dass Seine Mutter versorgt ist, er hat die Schriftgelehrten dafür kritisiert, dass sie einen Trick gefunden haben, wie jemand die Unterstützung seiner Eltern einstellen konnte.

Lk 14,26 (warum zitierst du "englisch" wie die Zeugen Jehovas?) und Mt 10,34-36 reden von dem, was Angehörige den Glaubenden antun. Was Muslime, Juden, Hindus, Konfuzianer und andere bis heute erleben können, wenn sie Christen werden.

Zu Mt 8,22 gibt es die Auslegung, dass der Mann warten wollte, bis seine Eltern tot und begraben sind (normalerweise sterben Eltern nicht beide an einem Tag), die waren also noch lebendig, als Jesus den Mann ansprach.

Ähnlich machen es heute Sekten

Und möglicherweise verdrehen sie die Bibel genauso, wie du es getan hast.

Kommentar von Zicke52 ,

Ja, am Kreuz hat Jesus seine Mutter Johannes empfohlen, das ist aber auch die einzige Stelle, wo er sich halbwegs zivilisiert zu ihr verhält. Ansonsten hatte er kein gutes Verhältnis zu seiner Familie (seine Angehörigen glaubten, er sei von Sinnen). Als seine Mutter und Brüder ihn von einer Predigt rausholen wollten, sagte er zu seinen Zuhörern: "Wer sind meine Mutter und meine Brüder? Die, die den Willen Gottes tun...", also eindeutig: die, die da draussen stehen, sind es nicht. Und zu seiner Mutter bei der Hochzeit von Kanaa: "Weib, was habe ich mit dir zu schaffen!" Aber ich weiss schon, du wirst wieder behaupten, Jesus hätte genau das Gegenteil von dem gemeint, was er gesagt hat.

Nein, in den ersten zwei von mir zitierten Bibelstellen redet Jesus nicht davon, was Angehörige den Glaubenden antun. Seine Anweisungen richten sich ganz klar an den Glaubenden selbst - und die sind z.B. in Lk 14,26: Verlass deine Familie und ziehe mit mir bettelnd durch die Lande. Es gibt auch noch einen potentiellen Nachfolger, der sagt, er möchte sich nur vorher von seiner Familie verabschieden (also wusste seine Familie noch gar nichts von seiner Entscheidung und konnte sich auch nicht dagegen gestellt haben) - auch das verbietet ihm Jesus.

Und im aus dem Ausdruck "lass mich HINGEHEN und meinen Vater begraben" zu schließen,  dass der Vater noch lebt, braucht man eine gehörige Portion Phantasie - oder den unbändigen Willen, ALLES so zurechtzubiegen,  dass es zum Dogma "Jesus handelte immer perfekt" passt.

Und DU wirfst mir vor, die Bibel zu verdrehen?

Kommentar von helmutwk ,

Ja, am Kreuz hat Jesus seine Mutter Johannes empfohlen, das ist aber auch die einzige Stelle, wo er sich halbwegs zivilisiert zu ihr verhält.

Nö, bei der Hochzeit zu Kana hat er sich auch ganz zivilisiert ihr gegenüber verhalten (geht aber nicht aus allen Bibelübersetzungen hervor).

Als seine Mutter und Brüder ihn von einer Predigt rausholen wollten

Nicht einfach mal "rausholen", sie wollten ihn aus dem Verkehrt ziehen, weil sie meinten, wer wär von Sinnen. Mk 3,31ff ist schließlich die Fortsetzung zu Mk 3,21.

Du vertauschst gerade Ursache und Wirkung.

Nein, in den ersten zwei von mir zitierten Bibelstellen redet Jesus nicht davon, was Angehörige den Glaubenden antun.

Nein, in den ersten zwei von mir zitierten Bibelstellen redet Jesus nicht davon, was Angehörige den Glaubenden antun.

Bei Lk 14 hab ich mich vertan. Aber in Mt 10 geht es stäöndig um Verfolgung, ab V.16.

Und im aus dem Ausdruck "lass mich HINGEHEN und meinen Vater begraben" zu schließen,  dass der Vater noch lebt, braucht man eine gehörige Portion Phantasie

... oder ein Wissen um die Art, wie sich die Leute damals ausgedrückt haben.

Kommentar von Zicke52 ,

Ja, ich weiss, Jesu Familie glaubte, er sei von Sinnen, hatte ich ja in meinem Beitrag erwähnt. 'Kein gutes Verhältnis zu seiner Familie' heisst natürlich,  dass beide Seiten Vorbehalte gegen die jeweils andere hat. 

Aber macht dich das nicht stutzig? Da hat sich der Engel Gabriel extra herbeibemüht,  um Maria und Josef vor der Geburt Jesu zu informieren, dass er der Sohn Gottes sei, und dann haben sie alles verschwitzt (denn wäre ihnen bewusst gewesen, dass er Gottes Sohn ist, hätten sie es nicht gewagt, ihn für verrückt zu halten). Aber sie konnten sich ja schon nach 12 Jahren überhaupt nicht mehr daran erinnern, dass sie da einen Gottessohn aufzogen,  denn als sie ihn nach dreitägger Suche im Tempel fanden und er ihnen sagte "wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss"  da verstanden sie nicht, was er meinte. Da hätte sich Gabriel die Mühe sparen können.

Hochzeit von Kana: "Weib, was habe ich mit dir zu schaffen", das nennst du zivilisiert? Ach ja, ich vergass, das war die Art, wie die Leute damals ihren Respekt ausdrückten, wie du zum Glück 'weisst'. 

Kommentar von helmutwk ,

denn wäre ihnen bewusst gewesen, dass er Gottes Sohn ist, hätten sie es nicht gewagt, ihn für verrückt zu halten

Na ja, es gibt immer wieder Inkonequenzen im Leben von Leute, Josef wird nicht erwähnt (schon tot?), aber die Brüder. Die waren gegenüber Maria in der Mehrheit ...

Aber sie konnten sich ja schon nach 12 Jahren überhaupt nicht mehr daran erinnern, dass sie da einen Gottessohn aufzogen

Das ist überinterpretiert. Sie waren davon ausgegangen, dass Er mit ihnen zurückgeht, also haben sie Ihn irgendwo bei Verwandte oder Bekannten vermutet, und dann der Schock, als sich abends herausstellt, dass keiner weiß, wo Er ist. Die Reaktion der Eltern ist voll verständlich.

Ich mein, von "Er ist Gottes Sohn" zu "Er geht erst mal nicht mit zurück, sondern bleibt im Tempel" ist das kein logischer Gedankenschritt, auch wenn man natürlich hinterher schlauer ist ;)

das nennst du zivilisiert?

Das war zu Luthers Zeiten eine neutrale Anrede, ist es aber wegen Sprachwandels nicht mehr. Und in einem Fachbuch über Übersetzung (mit Schwerpunkt Bibelübersetzung) hab ich gelesen, dass gyne damals eien positive Konnotation hatte, das war also eien liebevolle Anrede. Ich hatte ja gesagt, dass es Übersetzungen gibt, in denen das nicht rüber kommt ...

Kommentar von Zicke52 ,

Ich rede ja nicht von der ersten Reaktion der Eltern - "Sohn, warum hast du uns das angetan" - die verständlich war. Sondern von der Tatsache, dass sie seine ANTWORT ("Haus meines Vaters") nicht verstanden!

Und ich meinte nicht nur die Anrede - Weib - sondern den ganz Satz "was habe ich mit dir zu schaffen". Klingt eher unwirsch für mich.

Kommentar von helmutwk ,

Und ich meinte nicht nur die Anrede - Weib - sondern den ganz Satz

Der sich in der NGÜ so anhört:

»Ist es deine Sache, liebe Frau, mir zu sagen, was ich zu tun habe? Meine Zeit ist noch nicht gekommen.«

http://www.bibleserver.com/text/NG%C3%9C/Johannes2,4

Antwort
von josef050153, 31

Es gibt sogar zwei: Matth 19:29 und Mar 10:29.


Antwort
von GravityZero, 71

Ja. "Jetzt sehet ihr was so ein Glaube wirklich bringt und welche Sinnlosigkeit dahinter stecket"

Kommentar von KaeteK ,

Und das erkennst du aus dieser einen Frage? :-((((

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