Frage von Everflow, 73

Gibt es einen Ausweg aus meiner Depression?

Natürlich werden gesunde Menschen sagen: Ja, es gibt immer einen Ausweg.

Aber ich weiß nicht mehr, ob ich daran noch glauben soll. Seit über 10 Jahren bin ich (mit 28) phasenweise depressiv. Wenn ich zurückblicke, war ich 2/3 der Zeit depressiv. Trotz Medikamente, verschiedener Psychologen, stationärer Aufenthalte seit meiner Kindheit (!) und sonstigen oft empfohlenen Maßnahmen wurde es nie besser, nicht mal phasenweise. Als wäre tief in mir eine dunkle Leere, die immer wieder nach außen strahlt. Oft habe ich auch Suizidgedanken bis hin zu konkreten Suizidideen. Wenn es besonders akut ist, wende ich mich an die Telefonseelsorge, bisher schon fünf Mal in den letzten 12 Monaten. Ich habe nicht das Gefühl, dass es mir dadurch besser geht, denn mit jedem Mal, wo die Suizidgedanken wiederkehren denke ich mir, jetzt habe ich seit dem letzten Mal wieder so viel Zeit vergeudet, nur existiert und geatmet. Mit jedem Mal werden die Gedanken stärker. Ich weiß keinen Ausweg mehr. Ich weiß nicht mehr, wie es sich anfühlt, nicht depressiv zu sein. Ich weiß nicht mehr, wie man fühlt. Und ich weiß nicht, wieso ich es hier erzähle. Am besten überlasse ich jetzt euch das Wort.

Antwort
von newcomer, 43

es scheint dass du dich so an depressive Verstimmungen gewöhnt hast dass du denkst sie auch zu brauchen. Was wäre wenn du keine mehr hast ?

Ansonsten wären Gesprächstherapien besonders in Gruppen Gleichgesinnter zu Empfehlen. Gerade wenn man die Sachen angeht die einem so zu Herzen gehen und Andere schildern dass es ihnen vorher genau so gegeangen ist und sie erfolgreich eine Lösung gefunden haben lässt man sich schneller davon überzeugen. Schritt für Schritt kannste so aus deinen Depris raus kommen. Solche Gruppen kannste zum einen selbst im Internet suchen oder du besuchst entsprechende Kliniken die sowas anbieten

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 22

ich hatte 4 jahre lang eine schwere (und damit meine ich eine diagnostizierte schwere) depression. hoffnungslosigkeit ist absolut normal. ich persönlich fand dies immer etwas vom schlimmsten und perfidesten dieser krankheit. einem geht es hundsmiserabel und gleichzeitig hat man keine hoffnung mehr. ich kann gut mit dir mitfühlen.

mir ist bewusst, dass ich dir sagen kann, dass es wieder besser wird. doch ist man in einem solchen tiefen loch kommt das irgendwie nicht an einem heran. ich gebe dir also eine etwas medizinische und objektive antwort. falls du mehr wissen willst über meine erfahrungen, kannste ja einen kommentar hinterlassen. möglichkeiten zur weiteren behandlung:

- hast du schon alle medikamentengruppen in ausreichender dosis durchprobiert (auch in kombinationen) und genug lange eingenommen (SSRI/SSNRI/tri- bzw. tetrazyklische antidepressiva, MAO-Hemmer, mood-stabilizers, neuroleptika etc.)?

- hast du es mal mit sport versucht? sport hilft gemäss diversen studien sehr gut gegen depressionen, bei leichten depressionen ist sport den medikamenten sogar überlegen. nötig sind ca. 30min sport täglich. nach einigen tagen tritt eine wirkung ein.

- botox: gemäss neusten studien wirkt zwischen den augenbrauen iniziertes botox antidepressiv. die resultate der ersten studien sind markant: rund 50% der patienten, welche zuvor nicht auf medikamente reagierten, erlebten eine besserung ihrer symptome.

- Elektro-Krampf-Therapie (EKT). EKT ist die mit abstand wirksamste behandlung von depressionen. rund 70% der mit medikamenten und psychotherapie erfolglos behandelten personen reagier postitiv auf diese behandlung. die behandlung wird jedoch nur bei langjährig schwer depressiven patienten eigesetzt, welche bis dahin auf keine andere therapie angesprochen haben. die bahndlung wird unter vollnarkose durchgeführt. ich persönlich bemerkte nichts von diesem elektroschock.

- psychotherapie: hast du eine richtige psychotherapie schon versucht? was ich damit meine sit eine richtige (z.b. analytische) therapie und nicht ein arzt der mit dir spricht und medikamente verschreibt. psychologen sind für solche therapien i.d.r. besser geeignet.

hoffe konnte dir etwas weiterhelfen... verstehe dich sehr gut. viel kraft und alles gute...

Antwort
von jowalter, 17

hi Everflow

nun ich kenne deinen zustand und kann genau nachfühlen wie du dich fühlst weil ich auch mal mehr mal weniger in diesem zustand bin. Bin zwar doppelt so alt und hab somit auch mehr Erfahrung und, ja lebe noch immer. War gerade ca. 18Monate --davon 8 Wochen in einer Klinik in Behandlung wegen schwerer Depressionen. mit  Medikamenten und verschiedenen Therapien. Alles gut und recht. Hilft vielleicht kurzzeitig, bis zum nächsten Absturz. Aber mein tipp an Dich, nämlich das was mir am meisten Hilft.

Du brauchst Freunde---Freunde denen du vertrauen kannst, mit denen du reden kannst. Über alles reden kannst. Über alle Sorgen und Ängste die du hast. Bei denen du dich öffnen kannst. Die für dich da.

Reden und nur Reden hilft

Ich habe solche Freunde (3), in der Klinik wo ich war, gefunden. Ok--wir sind alle an dieser Krankheit erkrankt, aber wir kennen auch alle den Zustand in dem sich der andere gerade befindet. Und weil wir genau wissen wie es dem anderen gerade geht, können wir uns gegenseitig helfen.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen auch du solche Freunde findest.

Antwort
von Satori1234, 33

meditieren

https://www.dasgehirn.info/handeln/meditation/wahrnehmen-und-annehmen-wie-mediti...

dabei geht es weniger um die dauer sondern darum es täglich zu tun und wenigstens die paar minuten am tag wirklcih konzentriert 

besser nur 10 min täglich wirklich konzentriert  als nur ab und zu mal eine stunde und nicht ganz bei der sache 

anleitungen  gibt es viele kostenlos im i-net oder youtube, suche dir einfach eine raus die dir am besten gefällt

Antwort
von lovegod, 18

Es gibt einen Ausweg aber nur einen, du musst Gott bitten dir zu helfen. Aber nicht nur das, gib ihm dein Leben. Vertraue auf ihm, bete zu ihm er soll dir helfen. Ich bete für dich.
Ich war selbst depressiv, ich wollte mich auch umbringen. Ich habe Drogen genommen und so weiter, bis ich nach Gott gesucht habe.
Heute lebe ich für ihn, er ist alles was ich brauch und er macht mich glücklich.
Wenn du aber Atheist bist dann versuch es trozdem, wenn nicht dann weiss ich da keinen richtigen Ausweg da mir selbst nur Gott helfen konnte... Ich habe mir oft die Frage gestellt warum er mich so leiden lässt, aber ich bin nie darauf gekommen ihm mein Leben zu geben und nach seinem Wille zu leben, nicht nach meinem... Bis ich Busse getan habe & umgekehrt bin zu Jesus, Gott hat aus mir einen anderen Mensch gemacht & ich war seit dort nicht einmal traurig wegen dieser ' welt ' wenn ich traurig war dann weil ich gegen ihn gesündigt habe.

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