Frage von phillippppp, 89

Gibt es eine psychische Erkrankung bei der betroffene Personen krankhaft der Vergangenheit "nachtrauern"?

Einfach mal aus Interesse und auch weil ich das von mir selbst kenne, dass man immer über die Vergangenheit schwärmt und man sich eingesteht, dass früher doch alles viel schöner war. Kennen sicher die meisten, dass man gelegentlich solche Gedanken hat. Aber absurd wird es doch, wenn man sogar die Zeiten vermisst, die wissentlich deutlich schlimmer waren als die Gegenwart. Dass das beschriebene auch Symptom einer Depression sein kann, habe ich schon öfter gelesen, aber gibt es da auch eine eigenständige Krankheit, weiß das von euch jemand? :D

Antwort
von heidemarie510, 59

Das kenne ich eigentlich von älteren Menschen und von Männern und Frauen, die einem verlorenen Partner nachtrauern, bzw schlimmen Liebeskummer haben.

Ich bin der Meinung, das Gehirn gaukelt uns etwas vor, was den verlorenen Partner betrifft. Es verklärt die Zeit mit ihm. Das negative, also die Phasen, wo wir auch mal verärgert waren, gelangweilt waren und uns nicht begehrt gefühlt haben, klammert das Gehirn aus. Das ist ein biochemischer Prozess im Gehirn und der macht es uns schwer, los zu lassen und die Vergangenheit so zu sehen, wie sie nun mal war, nämlich ganz normal. Das mit dem biochemischen Prozess im Gehirn habe ich schonmal gelesen, klingt glaubhaft, finde ich.

Früher war nicht alles besser, nur anders.

Ob das ein Syptom einer Depression sein kann, keine Ahnung...Vielleicht ist das einfach eine Eigenart, generell schwer loszulassen.

Ich gehöre dazu, wenn es darum geht, mich emotional von Menschen zu lösen. Die Erinnerungen, das Kopfkino machen es mir manchmal sehr schwer...

Antwort
von StayInLife, 56

Eine Depression ist in dem Sinne ja auch eine Krankheit. Das Problem ist, dass man die Vergangenheit detailliert kennt und sich deswegen nicht auf die Zukunft konzentrieren kann, von der man ja so gut wie nichts weiß. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es Menschen gibt, die die Vergangenheit so gerne hatten, dass sie dem depressiv nachtrauen, wie du es sagtest. Heute gibt es fast nichts, was es nicht gibt.

Viele Grüße,
StayInLife

Kommentar von phillippppp ,

Du hast recht, ich denke, das liegt auch daran, dass man sich meistens ja auch nur an das schöne erinnert.^^

Kommentar von StayInLife ,

Leider ja....

Antwort
von kokomi, 57

nicht alles, was man verkehrt macht im leben, ist eine krankheit!

Antwort
von murksi1, 38

Das ist keine Erkrankung, sondern eher ein Persönlichkeitsmerkmal. Aber:

"Psychodynamischer Ansätze interpretierten Nostalgie als unterdrückte Zwangserkrankung, einem unbewussten Bedürfnis nach Rückkehr zu einem früheren Lebensabschnitt oder auch als eine Form der Depression."

Quelle: http://lexikon.stangl.eu/16008/nostalgie/

© Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik

Antwort
von Geisterstunde, 40

Davon habe ich noch nie etwas gehört.

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