Gibt es eine offizielle Stellungnahme zu den Missbrauchsfällen bei den Zeugen Jehovas?

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10 Antworten

Ganz einfach: Offiziell wirst du darüber wohl nichts finden, jedenfalls nicht von WTG-Seite. Ist wohl auch kaum verwunderlich, stell dir mal vor, wie sehr die Spendenbereitschaft abnehmen würde, wenn man den Leuten vor Augen führt, dass wahrscheinlich ein sehr großer Anteil der Gelder für Strafzahlungen drauf gehen wird (es geht insg. um Beträge im Milliardenbereich).

Such doch mal auf der jw-Seite nach einschlägigen Urteilen oder Prozessbeschreibungen, da wirst du kaum was finden.

Du kannst dir aber hier die Transkripte der einzelnen Verhandlungstage ansehen und dir mal ein Bild davon machen, mit welchen Mitteln und vor allem welchen Entschuldigungen die Zeugen Jehovas wirklich alles dafür getan haben, damit die Täter bloß nicht verfolgt werden und die Opfer weiter drangsaliert wurden:

http://www.childabuseroyalcommission.gov.au/case-study/636f01a5-50db-4b59-a35e-a24ae07fb0ad/case-study-29,-july-2015,-sydney

Da sind Sachen dabei... Bestes Beispiel:

Antwort auf die Frage warum die Aufzeichnungen von über 1000 Fällen von Kindesmissbrauch absichtlich vernichtet worden sind:

"Damit sie nicht in die falschen Hände geraten" (Max Horley, Ältester der ZJ in Australien)... oder dass Kinder die vergewaltigt in einem Kreis (natürlich nur von Männern) in Gegenwart des Täters befragt wurden... 

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Kommentar von quest01
31.12.2015, 09:38

Danke für die Antwort. Erschreckend. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

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Hallo quest01,

als Christen empfinden Jehovas Zeugen Kindesmissbrauch als ebenso abscheulich, wie die übrige Bevölkerung. Seit etlichen Jahrzehnten sind daher eine Vielzahl von Artikel veröffentlicht worden, in denen zum einen unser Standpunkt dazu dargelegt wurde und zum anderen Hilfestellungen und Tipps gegeben wurden, wie Eltern und auch Kinder selbst dem Missbrauch vorbeugen können.

Bedauerlicherweise ist es auch bei Jehovas Zeugen zu Missbrauchsfällen gekommen. Wenn es meines Wissens auch keine offizielle Stellungnahme dazu gibt (diese kann jedoch im Zweigbüro der Zeugen in Selters/Taunus erfragt werden), so ist dennoch den meisten bekannt, dass wir Missbrauchstäter in unseren Reihen nicht dulden. Wie in anderen Fällen von groben Verstößen gegen biblische Grundsätze, befassen sich auch im Fall von Kindesmissbrauch die Ältesten der Ortsversammlung mit dem Täter. Sollte er seine Tat nicht bereuen, wird ihm die Gemeinschaft entzogen. In einem Artikel der Zeitschrift Der Wachtturm hieß es unter dem Thema "Verabscheuen wir das Böse"auszugsweise:

"Je nach Rechtslage in dem Land, in dem der Mißbraucher lebt, kann es durchaus sein, daß er eine Gefängnisstrafe oder andere vom Staat verhängte Strafen verbüßen muß. Die Versammlung wird ihn davor nicht schützen. Überdies hat der Mann eine schwerwiegende Schwäche erkennen lassen, die künftig in Betracht gezogen werden muß...Zum Schutz unserer Kinder gilt: Ein Mann, von dem bekannt ist, daß er ein Kind sexuell mißbraucht hat, eignet sich nicht, eine verantwortungsvolle Stellung in der Versammlung zu bekleiden. (Vergleiche den Grundsatz aus 2. Mose 21:28, 29.)...

Es wäre eine empörende Pervertierung, würde eine dieser Autoritätspersonen das arglose Vertrauen eines Kindes dazu mißbrauchen, es zu verführen oder zu zwingen, sexuelle Handlungen über sich ergehen zu lassen. Wer auf diese Weise sexuell mißbraucht wurde, hat häufig jahrelang damit zu kämpfen, das daraus resultierende emotionelle Trauma zu überwinden. Wer sich an Kindern vergeht, unterliegt daher strenger Zucht und Einschränkungen seitens der Versammlung. Nicht sein Status als Autoritätsperson sollte von Belang sein, sondern die makellose Reinheit der Versammlung (1. Korinther 5:6; 2. Petrus 3:14)" (Der Wachtturm, 1.1.1997, Seite 28,28).

Ich denke, diese Aussagen zeigen sehr deutlich, wie Jehovas Zeugen mit Kindesmissbrauch in ihren Reihen umgehen und kann, da die Zeitschrift Der Wachtturm weltweit in Millionenauflage und zahlreichen Sprachen erscheint, durchaus als offizielles Statement gewertet werden.

LG Philipp

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Kommentar von quest01
31.12.2015, 09:36

Auch dir danke für die Antwort. Ich frage mich nur warum man sich dann nicht aktiv mit dem auseinandersetzt, was passiert ist, vor allem was da alles schief gelaufen ist. Da wären doch offizielle Stellungnahmen ein Mittel gewesen, denn ich persönlich bekomme immer mehr den Eindruck, dass man versucht sich darüber aus zu schweigen. Gerade der Fall um Candace Conti oder auch die Fälle in Australien zeigen ja, dass es jede Menge Probleme gibt.

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Kommentar von Hyperhaes
31.12.2015, 10:26

Tja, da sieht man wie Theorie und Praxis aufeinandertreffen. In Theorie hört sich das ja ganz schön an, die Praxis sieht aber anders aus. Gerade der Fall Jonathan Kendrick zeigt, dass von dem was da oben alles so steht, kaum was umgesetzt wird. Kendrick als bekennender "Sex-offender" wurde nicht ausgeschlossen, im Gegenteil, er wurde versetzt (mit einem internen "Empfehlungsschreiben"). Wurde jemand gewarnt, dass er bereits ein Kind misshandelt hat? Nein? Wurde er ausgeschlossen? Nein, bis heute nicht, obwohl mehrere Fälle bekannt geworden sind...

Die Hintergründe dazu kann man sich mal da durchlesen:

http://silentlambs.org/jworgabuse.htm

Und, wie gesagt, die Spitze des Eisbergs sehen wir gerade in Australien, wo systematisch alles getan wurde, um nur die Täter zu schützen. 

Was übrigens in dem Text auffällt, ist dass nicht einmal davon gesprochen wird, Täter auch ihrer Strafe zuzuführen. In diversen Gerichtsverhandlungen ist ja herausgekommen, dass die Zeugen Jehovas es offenbar nicht für nötig halten eine schwere Straftat wie Kindesmissbrauch zur Anzeige zu bringen (jedenfalls dann nicht, wenn sich nicht von Rechtswegen dazu gezwungen sind und auch dann nicht immer). Eine interne Regelung sollte bevorzugt werden, soll heissen ein paar mal "dududu" und schlimmstenfalls der Rauswurf und das wars. Dass so einer weiterhin Kinder missbrauchen könnte, das scheint den Verantwortlichen offensichtlich völlig egal zu sein.

Ein Mann, von dem bekannt ist, daß er ein Kind sexuell mißbraucht hat, eignet sich nicht, eine verantwortungsvolle Stellung in der Versammlung zu bekleiden.

Wie gesagt, sieh dir den Fall Kendrick an, oder das was in Australien gelaufen ist...

Wer sich an Kindern vergeht, unterliegt daher strenger Zucht und Einschränkungen seitens der Versammlung. Nicht sein Status als Autoritätsperson sollte von Belang sein, sondern die makellose Reinheit der Versammlung

Tja, wie wäre es, wenn man dann mal Täter auch anzeigt um andere zu schützen? Gilt das auch für Mörder innerhalb der Gemeinschaft? Sollten die auch nur "strenger Zucht und Einschränkungen" seitens der Versammlung unterliegen? 

 Wer auf diese Weise sexuell mißbraucht wurde, hat häufig jahrelang damit zu kämpfen, das daraus resultierende emotionelle Trauma zu überwinden.

Tja, dann frage ich mich, wieso sich die Opfer(!!!!) häufig in Gegenwart des Täters vor einer reinen Männerrunde verantworten mussten. Auch das wurde ja in Australien aufgedeckt... Wo ist da auch nur der Ansatz zu erkennen, dass sich irgendwer für das emotionale Trauma interessiert, was diese Menschen erlebt haben?

Ich empfehle mal sich das hier anzusehen, wenn einem da nicht schlecht wird...:

http://www.jwfacts.com/watchtower/paedophilia.php

2

Hallo quest01

Hier siehst Du, wie schnell ein Journalist in einem konkreten Fall zu einer offiziellen Stellungnahme gelangte:

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.rottweil-zeuge-jehova-soll-maedchen-mis... 

In dem Artikel von Peter Wolf im Schwarzwälder Boten heißt es:

„Der Beschuldigte, der seit vielen Jahren führende Positionen bei den Zeugen Jehovas begleitet, sei von sämtlichen Ämtern enthoben und aus der Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen worden – mehr aber nicht.

Wie Wolfgang Fahlpahl, Familienreferent der Zeugen Jehovas in Deutschland, auf Anfrage bestätigte, dürfe der Beschuldigte "nach einem solch abscheulichen Verbrechen" kein geistliches Amt mehr ausüben und sei auch kein Zeuge Jehovas mehr.

Der Ausschluss aus der Religionsgemeinschaft und die Enthebung von seinen Ämtern sei Sache des örtlichen Rechtskomitees.

Besonders wichtig ist für Fahlpahl, dass nicht nur die Opfer, sondern generell die Kinder von Mitgliedern vor dem Mann geschützt werden. "Die Eltern werden darüber informiert, dass jeglicher Kontakt zu dem Mann abgebrochen werden sollte. Zudem bieten wir den Betroffenen seelsorgerischen Beistand an."

Der Familienreferent geht davon aus, dass der Ausschluss lebenslang gelten wird, vor allem wenn es zu einer strafrechtlichen Verurteilung kommen sollte.

Von Peter Wolf

Dazu mein Kommentar nur zu der Bemerkung im ersten Absatz :

" - mehr aber nicht. "

Hätten wir ihn steinigen sollen?

Grüße, kdd

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Vielleicht verfügst Du noch nicht über diesen Link ('Highlights' der Australia Royal Comission):

http://www.omniadicta.net/jw.html

Höre sich ein jeder selbst an, was Herr G. Jackson, Mitglied der LK, so zu dem Thema zu sagen hat.

Du kannst aber auch direkt auf die Site der ARC gehen, dort ist alles dokumentiert.

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Kommentar von quest01
31.12.2015, 09:37

Danke für die Antwort. Das ist ja erschreckend, davon werde ich einiges nutzen können.

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Hallo quest01,

Auf dieser Website http://glossar.xeit.ch/shitstorm fand ich eine interessante Definition des Geschehens, das auf Deine so harmlos klingende Frage folgte:

Im deutschen Sprachraum bezeichnet ein Shitstorm das (gezielte) Vorgehen, bei welchem zahlreiche User öffentlich Kritik an einem Konzern, Produkt oder auch einer Einzelperson ausüben. Dabei muss die Kritik nicht zwingend sachlich oder objektiv sein.

Mir ist unter all dem angebotenen Material nichts aufgefallen, das nachprüfbar wäre. wie z. B. ein rechtskräftiges Gerichtsurteil gegen "die Zeugen Jehovas", denen ja in Deiner Frage bereits pauschal und vorab Kindesmissbrauch unterstellt wird. Wenn Du allerdings meine Hilfestellung, die eine direkte Antwort auf Deine Fragen gab, nicht verwenden willst, um die zunächst von Dir für notwendig gehaltene offizielle Stellungnahme zu erlangen....dann kann ich Dir allenfalls einige der in unseren Druckschriften behandelten Themen darstellen (sieh Link von Sturrnwolke).

Diese Druckschriften sind offiziell und machen deutlich, wie wir, Jehovas Zeugen, über Kindesmissbrauch denken. Den Link habe ich noch zugefügt.

https://www.jw.org/de/suche/?q=Kindesmi%C3%9Fbrauch

Grüße, kdd

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Kommentar von Hyperhaes
01.01.2016, 10:18

Also das soll schon ein Shitstorm sein? Na dann frage ich mich, was die WTG/ZJ so alles machen... was einem von den ZJ so alles unterstellt wird, wenn man die ET vertritt, Student ist, oder einfach keinen oder einen anderen Glauben hat... Shitstorm hoch zehn? 7 Antworten auf die Frage, davon sogar 3, die nichtmal eine Kritik beinhalten und das ist schon ein Shitstorm? Scheinbar ist wohl jede Form der Kritik an der WTG schon eine Art Blasphemie...

Das Problem dabei ist ja, das die Kritik sachlich und objektiv ist. Es wurden mehrere Seiten mit Informationen aufgezeigt, du kannst dir gerne auf Youtube die Aufzeichnungen der Befragungen ansehen, du kannst dir die Gerichtsprotokolle durchlesen etc. Wer da immernoch leugnet, dass es ein derbes Problem mit der Handhabung dieses Themas gibt, der lebt in einer Traumwelt. 

Des weiteren unterstellt auch niemand pauschal den ZJ Kindesmissbrauch, sondern es wird darauf hingewiesen, wie lasch das auf organisatorischer Seite gehandhabt wird. Da helfen auch keine Ausflüchte, wie deine. Die kath. und evang. Kirchen haben auch alles mögliche geschrieben, wie sehr sie Kindesmissbrauch verachten, das ändert aber nichts an der Realität, dass der dennoch stattfindet und dass einiges verschwiegen wurde, oder? Scheinbar bist du der Meinung, dass sowas ja nur anderen passieren kann, aber per se darf das der eigenen ja ach so perfekten Glaubensgemeinschaft nicht passieren.

Mir ist unter all dem angebotenen Material nichts aufgefallen, das nachprüfbar wäre. wie z. B. ein rechtskräftiges Gerichtsurteil gegen "die Zeugen Jehovas"

Du kennst den Fall Conti vs. WTG? Des weiteren sollte man vielleicht auch mal erwähnen, wie viele zig Millionen die WTG an Geldern bezahlt hat, damit man sich aussergerichtlich einigt...Wie viele Millionen waren das doch alleine in den letzten Jahren gleich? 

Nachprüfbare Daten wurden dir en masse gegeben. Wie gesagt, sieh dir die Royal Commission Videos an, sieh dir die Protokolle an, sprich mal mit deinen "Ältesten" darüber. Kannst du alles -gerade als Insider- doch locker prüfen. Im Netz finden sich etliche Berichte von Opfern, aber sag doch mal, was genau hast du wie von welchen Prozessen überprüft?

Aber mal ein paar Fragen an dich:

Da du dich ja nach eigener Aussage intensiv damit beschäftigt hast, kannst du doch sicherlich eine Bewertung zu dem was Max Horley so alles gesagt hat abgeben, oder? Immerhin hat er zugegeben, dass die Daten absichtlich vernichtet worden sind. Also findest du das in Ordnung? von über 1000 Fällen wurde nicht ein einziger der Polizei gemeldet, würdest du bei Mord auch so nachsichtig sein? Soll das alles besser "intern" geregelt werden und wieso zeigt man dann als ZJ auf die kath. Kirche, die sich im Gegensatz zur eigenen Kirche wenigstens damit auseinandersetzt (wenn auch viel zu lasch)? Findest du es in Ordnung, dass sich die Opfer in Gegenwart des Täters äussern mussten und das in einer reinen Männerrunde (auch das wurde ja zugegeben)?

Alles in allem stelle ich mal wieder fest, dass hier auf rhetorische Weise versucht wird, die WTG als Opfer einer bösen Verschwörung darzustellen... und das bei der Beweislage, bei den Anschuldigungen und bei dem was die gezwungenermaßen schon alles zugeben mussten... Es ist schon offenbarend genug, dass zu den einzelnen Fällen rein garnichts von Seiten der WTG kommt, aber sowas? 

Wie gesagt, sieh und hör die mal an was in Australien so alles seitens der WTG schief gelaufen ist und gehe mal konkret auf die einzelnen Punkte ein, dann sehen wir weiter...

https://www.youtube.com/playlist?list=PLPQ6KZ-AGhVQbadlzMQN26dvMPzddxlui

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Kommentar von quest01
02.01.2016, 09:37

Was soll das denn?

Ich habe nur nach einer offiziellen Stellungnahme gefragt, sowas wie eine Pressemitteilung, die es häufig nach größeren Prozessen gibt. Bei den anderen Kirchen war das kein Problem etwas in der Art zu finden, ohne extra eine schriftliche Anfrage zu stellen.

Ich habe den Zeugen Jehovas nicht pauschal Kindesmissbrauch unterstellt. Wenn aber gegen eine Kirche in vielen Ländern deswegen ermittelt wird und man überall im Netz Artikel dazu findet, darf man doch wohl mal nach einer Stellungnahme fragen. Vor allem, wenn die Anschuldigungen so schwer sind.

Würdest du auch so reagieren, wenn ich nach einer Stellungnahme der katholischen Kirche gefragt hätte?

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Kommentar von kdd1945
27.01.2016, 19:03

Hier siehst Du, wie schnell ein Journalist in einem konkreten Fall zu einer offiziellen Stellungnahme gelangte:

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.rottweil-zeuge-jehova-soll-maedchen-missbraucht-haben.46740ae2-a951-4695-b8bb-ef2c89a08e5e.html

Habt ihr den Artikel von Peter Wolf im Schwarzwälder Boten gar nicht gelesen?

Es heißt dort:

„Der Beschuldigte, der seit vielen Jahren führende Positionen bei den Zeugen Jehovas begleitet, sei von sämtlichen Ämtern enthoben und aus der Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen worden – mehr aber nicht.

Wie Wolfgang Fahlpahl, Familienreferent der Zeugen Jehovas in Deutschland, auf Anfrage bestätigte, dürfe der Beschuldigte "nach einem solch abscheulichen Verbrechen" kein geistliches Amt mehr ausüben und sei auch kein Zeuge Jehovas mehr.

Der Ausschluss aus der Religionsgemeinschaft und die Enthebung von seinen Ämtern sei Sache des örtlichen Rechtskomitees.

Besonders wichtig ist für Fahlpahl, dass nicht nur die Opfer, sondern generell die Kinder von Mitgliedern vor dem Mann geschützt werden. "Die Eltern werden darüber informiert, dass jeglicher Kontakt zu dem Mann abgebrochen werden sollte. Zudem bieten wir den Betroffenen seelsorgerischen Beistand an."

Der Familienreferent geht davon aus, dass der Ausschluss lebenslang gelten wird, vor allem wenn es zu einer strafrechtlichen Verurteilung kommen sollte.

Von Peter Wolf

Dazu mein Kommentar nur zu der Bemerkung im ersten Absatz :

" - mehr aber nicht. "

Hätten wir ihn steinigen sollen?

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Schreib doch eine Mail an die. Vielleicht geben die dir dann eine Stellungnahme.

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Kommentar von quest01
31.12.2015, 09:40

Danke für die Antwort. Aber für etwas so wichtiges sollte man doch wohl nicht extra eine schriftliche Anfrage schicken müssen, oder? Wie gesagt, es geht um eine Facharbeit.

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Nur nochmal zur Verdeutlichung:

Ich suche sowas wie eine Pressemitteilung der Zeugen Jehovas zu den größeren Prozessen (zum Beispiel in Australien oder zu den Fällen in den USA). Keine Auflistung der einzelnen Prozesse oder Urteile.

Danke an alle hilfreichen Antworten!

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Kommentar von kdd1945
27.03.2016, 10:44

Hier siehst Du, wie schnell ein Journalist in einem konkreten Fall zu einer offiziellen Stellungnahme gelangte:

http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.rottweil-zeuge-jehova-soll-maedchen-mis...

Habt ihr den Artikel von Peter Wolf im Schwarzwälder Boten gar nicht gelesen?

Es heißt dort:

„Der Beschuldigte, der seit vielen Jahren führende Positionen bei den Zeugen Jehovas begleitet, sei von sämtlichen Ämtern enthoben und aus der Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen worden – mehr aber nicht.

Wie Wolfgang Fahlpahl, Familienreferent der Zeugen Jehovas in Deutschland, auf Anfrage bestätigte, dürfe der Beschuldigte "nach einem solch abscheulichen Verbrechen" kein geistliches Amt mehr ausüben und sei auch kein Zeuge Jehovas mehr.

Der Ausschluss aus der Religionsgemeinschaft und die Enthebung von seinen Ämtern sei Sache des örtlichen Rechtskomitees.

Besonders wichtig ist für Fahlpahl, dass nicht nur die Opfer, sondern generell die Kinder von Mitgliedern vor dem Mann geschützt werden. "Die Eltern werden darüber informiert, dass jeglicher Kontakt zu dem Mann abgebrochen werden sollte. Zudem bieten wir den Betroffenen seelsorgerischen Beistand an."

Der Familienreferent geht davon aus, dass der Ausschluss lebenslang gelten wird, vor allem wenn es zu einer strafrechtlichen Verurteilung kommen sollte.

Von Peter Wolf

Dazu mein Kommentar nur zu der Bemerkung im ersten Absatz :

" - mehr aber nicht. "

Hätten wir ihn steinigen sollen?

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Hallo quest01,

über den Link findest du die Adresse, bei der du wegen einer offiziellen Antwort anfragen kannst.     

https://www.jw.org/de/jehovas-zeugen/zweigbueros/deutschland/

Grüße, kdd

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Kommentar von quest01
31.12.2015, 09:26

Vielen Dank, aber ich werde für eine Facharbeit sicher keine schriftliche Anfrage stellen. Ich dachte, dass das Thema wichtig genug ist, dass die sich freiwillig dazu äußern.

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Schau mal, ob Dir das weiterhilft:

https://www.jw.org/de/suche/?q=Kindesmi%C3%9Fbrauch

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Kommentar von quest01
31.12.2015, 09:28

Danke, aber ich suche etwas zu den bekannten Gerichtsverhandlungen und Urteilen. Ich habe die Suche auf der Seite schon mit allen mir einfallenden Stichworten benutzt und nichts dazu gefunden.

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Was passiert in Australien und USA?

Also falls ein ZJ jemand missbraucht, dann wird er sofort der Gemeinschaft entzogen. Denn er kann ja auch nicht mehr im Namen von ZJ Stellungnahme beziehen, da er ja nicht mehr der Organisation angehört. Ausserdem würde so ein Missbrauch höchstens in der eigenen Familie stattfinden, da diese Gemeinschaft keine Kirche in der Form haben, wo Eltern ihre kleinen Kinder dort anvertrauen um geschult zu werden.

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Kommentar von Coldnez
30.12.2015, 13:13

Nun ja, es kann in der Glaubensgemeinschaft der ZJ jeder mit jedem zusammen in den Predigtdienst gehen, sofern getauft. Es hängt also nicht wirklich damit zusammen dass er als 'Organisator für Ältesten' gedient hatte. Eigentlich haben die sogar etwas weniger Zeit für das Predigen von Haus zu Haus weil diese Leute zB Vorträge halten oder anders organisatorisch tätig sind.

Und es stand dem Mädchen offen selbst Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Denn wie ich aus dem Bericht lese war sie durchaus fähig über diesen Vorfall der Gemeinde zu berichten, warum dann nicht auch der Polizei?
Angenommen die Organisation, bzw. die Ältesten in der Versammlung würden für sie die Anzeige übernehmen, und es findet sich keine Beweise oder entpuppt sich als bewusste Falschaussage seitens des Mädchens. Dann käme Prompt in den Medien 'ZJs schliessen ihre Mitglieder nicht nur aus der Gemeinschaft aus, sondern werden fälschlicherweise auch als Kinderschänder auf den Pranger gestellt'. Daher ist eine Anzeige seitens der Organisation immer so eine heikle Sache. Ein endgültiges Beweis haben die selbst ganz sicher nicht gehabt, sonst würde der Staatsanwalt auch schon längst ein Urteil gesprochen haben. Aber Kinderschänder gibt es natürlichen in jeder Religion.

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Kommentar von Coldnez
30.12.2015, 18:28

Hmm, das lese ich aus dem Artikel jetzt nicht so herraus. Angeklagt wird ein [ehemaliges] führendes Mitglied der ZJ. Steht ganz oben. Also wurde er aus der Gemeinschaft ausgeschlossen ehe Anzeige erstattet worden ist.

Wo hast du die Info mit der Familie die den Opfer unter Druck setzten? Und dass mit dem Täter der in eine andere Versammlung versetzt wurde?

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Kommentar von quest01
31.12.2015, 09:38

Danke für die Antwort. Aber scheinbar ist es doch nicht so einfach

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