Frage von blueeeapple, 141

Gibt es eine Möglichkeit Hufeisen zu polstern?

Hi:) Also mein Frage klingt komisch, ich weiss...

Aber die Sache ist die, dass mein Pferd eine Hufbeinfissur hatte (und einen Sehnenschaden) und nun zur Stabilisierung des Hufes Hufeisen hinten bekommen hat (sozusagen als Gips). Nur leider ist das bei uns im Offenstall eigentlich verboten sein Pferd hinten zu beschlagen, nur vorne ist erlaubt wegen der Gefahren.

Er hat momentan eine Box in seinem Offenstall aufgebaut bekommen, da ist es o.k., nur darf er laut TA erst in ca 2 Wochen wieder in den Offenstall, aber eben laut unseren "Gesetzen" dürfte er das eben leider nicht!

Aber es wäre ja das Schönste für ihn endlich aus seiner Box rauszukommen..... Was würdet ihr machen?

Gibt es vielleicht Hufschuhe oder so, die die Hufeisen abpolstern? Oder hat jemand sonst irgendeine Idee?

Der TA rät dringend dazu die Hufeisen noch 1-2 Beschlagsperioden (also ca. 8-16 Wochen) drauf zu lassen, dann darf er wieder barhuf gehen, aber das ist ne ziemlich lange Zeit, um nur in der Box zu stehen, wenn er das gar nicht gewohnt ist....

Ich hoffe ihr könnt mir helfen! Danke! :)

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 58

Wenn der Stallbesitzer auch im Falle einer Fissur keine Ausnahme macht, weil er fürchtet, dann kommt alle paar Wochen einer, dass sein Beschlag medizinisch leider nötig sei, dann frag denjenigen, der für die temporäre Ruhigstellung des Hufs per Beschlag zuständig ist, mal, ob diese mit dem sogenannten Segmentbeschlag gegeben wäre.

Das ist ein Eisen, wo quasi Kunststoffteile drauf geklipst werden.

Aber, wie immer, kein Vorteil ohne Nachteil: Bei Pferden, die aufgrund von Fehlstellungen stark drehen, klipsen sich die Kunststoffteile ab und sind dann auch oft defekt. Und: Für die Sehne ist natürlich die "Standerhöhung" fies. Wer Ski fährt, weiß, wieviel höher die auf die Gelenke wirkenden Kräfte bei höheren Bindungsplatten sind und so viel Unterschied ist da zum Pferd auch nicht. Zudem ist die Fußung des Pferdes sehr viel anders als mit dem Barhuf, was der Sehnen jetzt auch nicht gut tut. Da sind schon grade die Verletzungen aufeinander gekommen, die ganz unterschiedlich behandelt werden.

Wie lang muss der Huf denn noch fixiert werden und wieviele Wochen habt Ihr jetzt hinter Euch? Einen Hufschuh über's Eisen anziehen kannst genauso vergessen, wie einen Verband drüber machen. Ist aller Wahrscheinlichkeit nach nach einem Tag kaputt, nur mit dem Hufschuh machst noch viel mehr Geld kaputt als wenn Du einen Verband bastelst. Das wäre, was ich versuchen würde. Vielleicht beim Fußbodenleger nach Teppich- und Kunststoffbodenresten fragen und das mit einbauen ... dazu eine Palette Gewebeband kaufen ... und nicht geizig sein mit dem Zeug. Ein paar Wochen kann man sich das leisten, wenn's um's Tier geht.

Weil wennst das Tier in der Box lässt, geht's Dir die Decke hoch und was das für die Fissur und die Sehne bedeutet, wissen wir ja auch alle.

Kommentar von blueeeapple ,

Danke für die Ideen! Wir haben erst 1 Woche hinter uns und sollten noch 6-16 wochen die Eisen drauf lassen, also schon ne lange Zeit:/ 

Also im stall sind die Hufeisen hinten eigentlich deswegen nicht erlaubt wegen der erhöhten Gefahr der Verletzung der anderen Pferde falls Dampfers mit eisen(hinten) tritt.... Das heist es kann sein das ich mächtig stressbekomme wenn sich tatsächlich ein anderes Pferd verletzt könnte man mir echt aufs Dach steigen ... 

Kommentar von Baroque ,

Ja, das kenn ich. Bei uns im Stall darf kein Eisenbeschlag drauf sein, weil der dazu verleitet, Stifterl zu setzen, die böse einschlagen bei Tritten. Allerdings setzen die Leut jetzt Stifterl in Kunststoff und entsprechend könnte eine Regeländerung nicht unsinnig sein. Gut, wären die Hufnägel und diverse Stifterl nicht, wäre ein Tritt mit einem Eisenbeschlag manchmal weniger gefährlich als einer mit einem schlecht bearbeiteten Barhuf, der oft auch richtig scharfkantig ist. Zumal die Barhufer sichereren Stand haben und bessere Beweglichkeit und somit noch besser um sich hauen können. Aber das war mal das Ergebnis einer Stallversammlung.

Wieviele Leut sind das denn bei Euch? Könnte man mit denen eine so außerordentliche Ausnahme absprechen? Die drauf festnageln, das vorübergehend zu akzeptieren.

Ja, bei verbleibenden 5 bis 15 Wochen ist Box indiskutabel. Umzug eines verletzten Pferdes aber auch ... ich würde glaub Verband basteln, auch wenn einen das ziemlich nervt, sollte der sich täglich in Wohlgefallen auflösen. Das musst im worst case 100 mal machen ... darfst aber auch laut fluchen, vor allem, wenn dich keiner hört. Bei einer Hufgröße von 15 cm, was ja schon ein ordentlicher Warmbluthuf ist, brauchst für 100 Tage 2,25 qm Bodenbelag ... Linoleum oder Teppich mit Textilrücken würde ich persönlich probieren. Bei Teppich mit diesem weichen Schaumrücken wäre ich skeptisch, wie lang er hält. Und dann weiß ich nicht, ob ich nicht so gemein zum Hufhorn wäre, nur um Kronsaum und Fesselbeuge Verbandsmull zu machen und das Klebeband eben am Horn direkt anpappen, um hier die Klebefläche am Pferd zu nutzen. Ok, ich würde vorher oder spätestens nach den ersten Tagen meine HO fragen, ob sie da grobe Bedenken hat. Stellt sich auch die Frage, ob man bis in die Fesselbeuge hoch muss oder ob's anders auch dran bliebe. Weil die Haut äußert sich sicher nicht erfreut drüber, so lang eingepackt zu sein, grade, wenn's nass ist. Täglich auspacken und lüften ... ach je, das ist schon ein Elendsaufwand, den so eine Verletzung mit sich bringt und nebenwirkungsfrei geht's dann doch nie ab.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 84

Es gibt Kunststoffeisen die bisschen weicher sind.

Aber warum wurde wegen einer Hufbeinfissur und einem Sehnenproblem überhaupt beschlagen - wenn da jeder normale Mensch die Eisen ab nimmt?

Kommentar von Baroque ,

Bei der Hufbeinfissur beschlagen sogar die HOs der DHG, wurde mir exakt hier - und ich denke, es war wegen genau dieses Pferdes - von unserer hiesigen DHG-HO erklärt. Da gilt einfach absolut ruhigstellen und da kommt auch nicht irgendein Standardhufeisen drauf, sondern mit so vielen Aufzügen wie möglich, um die Hornkapsel mal für eine Zeit komplett ruhig zu stellen. Wenn dann die Fissur wieder geschlossen ist, wird natürlich das Eisen wieder abgenommen und huforthopädisch weiterbehandelt.

War mir seinerzeit auch neu und ist jetzt der einzige Fall, den ich kenne.

Blöd natürlich, dass gleichzeitig noch eine Sehnenverletzung vorliegt, wo jeder vernünftige Mensch ganz schnell von den Eisen holt. Aber hilft in dem Fall nix.

Kommentar von friesennarr ,

O.k.
- aber kann man dann nicht ein Kunststoffeisen verwenden?

Ist ja innen auch Eisen - nur außen rum Kunststoff. (Wegen Tritten).

Kenne das beschlagen aber selbst bei einer Hufbeinfissur nicht. Der bei uns hatte einen kompletten Verband mit Schiene.

Aber ich glaube das macht jeder TA eh anders.

Kommentar von Baroque ,

Könnte man, käme aber drauf an, was. UND: Das Fußungsverhalten mit diesen Kunststoffdingern ist dermaßen grottig ... da hat die Sehne dann, wenn die Fissur geheilt ist, schlimmere Schäden als aktuell.

Die, wo das Eisen in Kunststoff eingegossen ist, gehen in diesem Fall der absoluten Ruhigstellung nicht, weil die haben keine Aufzüge und schon gar nicht besonders viele Aufzüge. Deswegen war mein erster Gedanke, mit dem Segmentbeschlag was zu basteln, aber ich glaub, wäre es mein Pferd, würde ich auch das nicht machen, zumal man am Segmentbeschlag viel Geld kaputt macht. Wenn man damit dann dem Pferd nicht hilft, ist es richtig blöd. Würde es helfen, klar, dann kostet die Therapie das halt.

Deshalb hab ich in meiner Antwort grade die Theorie mit einem Verband mit Hilfe von Bodenresten gesponnen.

Kommentar von blueeeapple ,

Genau, schon gut erklärt. Kurz gesagt wird der Eisenbeschlag verwendet wie ein gibs für den Huf, so in etwa kann man sich das vorstellen... Deswegen bringen die Kunststoff dinger nix, das hatte ich auch sofort gefragt ..

Kommentar von Holsteinaar ,

baroque, ich dachte du wärst strikt gegen Beschlag, selbst wenn es krankheitsbedingt ist ?! 

Antwort
von Sesshomarux33, 81

Hallo, 

Eisen ist immer schlecht für ein Pferd. Hufschmiede haben meist keine Ahnung vom Hufmechanismus, es sind schließlich Schmiede. Tierärzte nehmen das im Studium und in der späteren Schulung kaum durch. Drum suche dir einen Huforthopäden (siehe dazu difho.de). 

Alles Gute für dein Pferd!

MFG

Kommentar von Baroque ,

siehe meinen Kommentar bei friesennarrs Antwort ;-)

Kommentar von Sesshomarux33 ,

War mir neu. Klingt aber gar nicht mal so unlogisch. Ich frage mal meinen HO. Danke für den Hinweis. :) 

Antwort
von Spiky2008, 62

Ganz ehrlich,wenn MEIN Pferd das braucht,und der Stallbesitzer das nicht will,wechsle ich halt den Stall. Wenn du meinst,dass das das Richtige ist,sollst du es machen. Und wenn das da nicht geht,und du meinst,dass es deinem Pferd guttut,dann tu es. Ansonsten kann man auch mit dem Stallbesi mal sprechen:)

Kommentar von Urlewas ,

In vielen Ställen dürfen keine Pferde mit Eisen hinten in die Herde, wegen der Verletrzungsgefahr für die anderen.

Kommentar von Spiky2008 ,

Bei uns schon:-)

Kommentar von Baroque ,

Ich würde mein Pferd keinesfalls während einer Verletzungsgeschichte aus seiner Herde reißen und in eine neue integrieren.

Und ja, ich würde es auch begrüßen, wenn bei uns keine beschlagenen Pferde in der Herde sein dürften. Nicht nur wegen der Verletzungsgefahr, sondern damit nicht einfach aufgrund mangelnder Bemühung oder aufgrund mangelnden Könnens des Hufbearbeiters beschlagen wird und dann wieder im Stall rum schlittert, dass man gar nicht hinschauen kann bzw. sich mit jedem Schritt so überlastet, dass einem das Tier leid tut.

Aber im Falle der Fissur, wo sogar die Huforthopäden sich mit Beschlag helfen, würde ich, wäre ich Stallbesitzer eine temporäre Ausnahme machen, denn ein aktuell verletztes Pferd tritt normalerweise auch nicht mit voller Wucht. Zudem ist das Eisen an sich nicht das Problem, sondern dass sich die Pferdebesitzer verführen lassen, Stifterl rein zu machen, weil Eisen nunmal leichter rutschen und dass die Beschlagsintervalle oft so lang sind, dass sich die Nägel alleine schon durch's Hufwachstum aufnieten und diese "netten" Haken dann anderen Pferden lustige Löcher reißen.

Kommentar von blueeeapple ,

Ohje das hört sich ja furchtbar an was damaszieren kann mit Hufeisen :/ aber meiner wird ja ganz regelmäßig kontrolliert an den Hufen und bekommt auch keine stifte.... Ich werde mal mit der Stallbesitzerin und stallgemeinschaft reden ob das für die paar Wochen in Ordnung wäre.... Wenn nicht habe ich halt echt ein Problem :/ 

Kommentar von friesennarr ,

Dann wäre noch die Möglichkeit, das man das ganze Eisen incl. Huf mit Panzertape umwickelt - Da verletzt sich kein anderes Pferd mehr am Eisen. Muß halt alle 2 Tage erneuert werden, wegen durchrieb.

Kommentar von Spiky2008 ,

Ich würde gar nicht mein Pferd in einen Stall stellen,wenn das passieren könnte.

Zu den Hufeisen sage ich nichts mehr,weil man sich hier echt das Mundwerk wund sabbeln kann,und sie es im Zweifelsfall doch nicht ändern:(

Ich selbst halte auch nichts davon,aber jeder soll wissen ,wie/wieso/warum/weshalb er sein Pferd so hält:) ich bin auch dagegen!

Kommentar von blueeeapple ,

Und mein Pferd in einen anderen stall stellen wär absolut Sinn los, das Problem liegt ja nur paar Wochen vor ^

Kommentar von friesennarr ,

Schlägt deiner gene nach anderen Pferden aus? Wenn nicht, dann würde ich noch mal mit dem Stallbesitzer reden, entweder einen größeren Paddock für dein Pferd abstecken, oder aber mit zur Herde wenn es gefahrlos möglich ist.

Bei uns gab es in 20 Jahren nicht einen Unfall wegen hinten beschlagenen Pferden.

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 20

Wir haben eine lederplatte ca 4mm dick drunter geklebt

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