Frage von evermore90, 69

GIbt es eine Möglichkeit Antidepressiva zu bekommen ohne zu einem Psychologen zu gehen?

Die haben ja Wartezeiten von bis zu 6 Monaten. Und Lust über Probleme zu Reden hat auch nicht jeder !

Es geht dabei um meine Nachbarin zu der ich ein richtig gutes Verhältnis hatte, da sie mit mir studiert hat.

Ich denke, wenn sie nicht bald Antidepressiva bekommt, dann glaube ich nicht das sie weiter lebensfähig ist.

Sie traut sich nicht vor die Tür. Weil sie findet sie ist zu häßlich und fett und was weiß ich. Hat dadurch abgemagert, und wäscht sich wenig. Um halt weniger rauszugehen (Sprich einkaufen).

Weiter weint sie täglich 3-10 Stunden lang. Ernsthaft, ich höre es durch die Wände.

7 Leute haben sich in ihrem Umfeld in den lezten drei Jahren umgebracht. Mit 5 ist sie direkt verwandt. Auch hat hat sie ihr Studium nach 5 Jahren abbrechen müssen.

Ich möchte ihr gerne helfen, aber sie sagt, das ich sie eh nicht leiden kann, und mich überhaupt nur mit ihr beschäftige weil sie attraktiv ist, und etwas von ihr will. Das dies oben genanntem wiederspricht (häßlich, fett) und ich heterosexuell bin scheint sie nicht zu verstehen.

Also habe ich ihr einen Psychologen vorgeschlagen. Sie möchte da aber auf keinen Fall hin und schämmt sich viel zu sehr. Die Tatsache von den ganzen Selbstmorden in Ihrer Familie weiß ich auch nur von ihrem Ex-Freund. Und der weiß das auch nur, weil er sie zu den Beerdigungen gefahren hat. Vorher und nachher hat sie nie auch nur ein Wort dazu gesagt.

Also ich glaube nicht, dass ein Psychologe viel bei Ihrer Sturrheit bringt, aber Antidepressiva würde sie nehmen.

Darum, vor allem aber auch, um das Geheule abzustellen, was schon seit dem 1.10. (der Tag an dem ihre Schwester an Magersucht starb) nicht mehr aufhört, will ich unbedingt wissen, wie man an Anti-Depressiva rankommt.

Oder vielleicht weiß auch jemand wie ich ihr sonst helfen kann.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Andrastor, 31

Also deine Bekannte sollte unbedingt mit Fachleuten reden. Gewisse Antidepressiva kann man ohne Rezept in der Apotheke bekommen wie "Trittico retard" aber die sind keine Lösung des Problems, sondern höchstens eine Linderung der Symptome.

Was sie braucht ist fachlich kompetente Hilfe. Niemand wird über sie urteilen, besonders nicht unter diesen Umständen.

Kommentar von Andrastor ,

danke für das Sternchen :)

Expertenantwort
von DottorePsycho, Community-Experte für Psychologie, 21

Du kannst da leider kaum etwas machen. Antidepressiva - das wurde hier ja nun schon ausführlich durchgekaut - gibt es nur vom Arzt (nicht vom psych. Psychotherapeuten).

Frei verkäuflich und durchaus empfehlenswert, weil ohne Nebenwirkungen und recht wirksam, wäre LAIF 900 Balance (Johanniskraut-Trockenextrakt). 

Noch viel besser erachte ich im Falle Deiner Nachbarin eine Einweisung in eine Psychiatrie. Da sie sich selbst nicht einweisen möchte, wird es hier auch wieder schwierig. Es genügt nämlich nicht, dass DU Bedenken hast, sie könne sich ggfls. etwas antun.

Wenn sie aber äussert, dass sie sich umbringen will, wäre das DIE Gelegenheit für Dich, die 112 anzurufen und sie einweisen zu lassen. Dein Job wäre es dann, möglichst glaubhaft rüberzubringen, dass Deine Nachbarin glaubhaft geäussert hat, dass sie sich jetzt/gleich/zeitnah umbringen würde.

Ich sag jetzt mal nichts weiter dazu.  ...

Kommentar von evermore90 ,

Wie soll ein Gespräch meiner Nachbarin helfen? Das verstehe ich nähmlich auch nicht.

Eine Konversation macht schließlich niemanden wieder lebendig, was ja die Ursache ihrer Depression ist. Es sorgt nicht dafür, dass sie wieder eine 15 Jahre alte Schwester hat mit der sie Rollschuh fahren kann, oder?

Kommentar von DottorePsycho ,

Eine Konversation macht niemanden mehr lebendig. Das ist richtig. Trotzdem kann es ihr helfen. Um Deine eigentliche Frage an dieser Stelle zu berücksichtigen: Psychopharmaka machen auch niemanden lebendig - im Gegenteil. Also worauf willst Du hinaus?

Ein therapeutisches Gespräch vermag wesentlich mehr, als Du offensichtlich denkst. Es könnte den Blickwinkel auf traumatische Ereignisse zu verändern helfen. Man könnte die Bedeutung, die der Patient einem Ereignis oder Sachverhalt beimisst, in eine weniger belastende Bedeutung abändern.

Natürlich ist das schlimm, wenn sich Menschen aus ihrem unmittelbaren Umfeld das Leben nehmen. Womöglich haben wir es hier mit einer familiären Kettenreaktion zu tun. Offensichtlich ist es mit der Resilienz in dieser Familie nicht allzu gut bestellt. Und genau hier gilt es anzusetzen und die Kettenreaktion zu unterbrechen. Ansonsten ist Deine Bekannte ggfls. das nächste Opfer und vielleicht noch nicht das letzte.

Was ich jetzt noch nicht verstanden habe: Meine Antwort wird von Dir recht kritisch kommentiert. Die sicherlich richtige Antwort von Andrastor, wird als "hilfreichste Antwort" ausgezeichnet, sagt unterm Strich jedoch nichts anderes aus als meine Antwort.

Also was war denn schlecht an meiner Antwort? Ich frag das nur, um künftig bessere Antworten geben zu können.

Antwort
von emily2001, 38

Hallo,

wie es mir scheint, ist diese Frau schon längst für einen Aufenthalt in der Psychiatrie fällig, oder sie müßte zumindest eine Psychotherapie machen.

Alle Antidepressiva sind verschreibungspflichtig, deine Bekannte muß also zum Arzt gehen, außerdem erfolgt eine Verschreibung nach den Bedürfnissen eines Patienten, und nicht pauschal!

Kauf dir etwas Oropax oder versuche in ein anderes Zimmer zu schlafen, wenn sie laut weint.

Alles Gute, Emmy

Kommentar von evermore90 ,

Ist das dein Ernst? Ich frage hier, wie ich jemanden helfen kann, und du sagst kauf dir Oropax, damit es mir scheißegal sein? Wow, einfach nur wow.

Antwort
von exxonvaldez, 24

Psychologen dürfen gar keine Medikamente verschreiben!

Und nein: Es gibt keine Möglichkeit Antidepressiva ohne ärztliches Rezept zu erhalten. Und das ist auch gut so!

Kommentar von evermore90 ,

Wieso ist das gut so, wenn man erstens 4-6 Monate auf einen Termin warten muss, und zweitens Antidepressiva keine großartigen Nebenwirkungen haben, außer das sie Depressionen verursachen? Die Pille danach hingegen, die richtig gefährlich werden kann gibt es schließlich auch ohne Rezept.

Antwort
von Kasumix, 26

Hausärzte dürfen so etwas auch verschreiben. Aber ob ihr damit wirklich geholfen ist? Vllt. besser als nix, ja...

Aber wirkt ja auch nicht direkt und nicht immer optimal.

Ich würde sie mal zum normalen Arzt schicken.

Kommentar von evermore90 ,

Sie geht ja nicht vor die Haustür. Sie läßt sich ihr essen sogar schon von Amazon schicken. :( Aber ich geh mal hin vielleicht bekomme ich ja was verschrieben, und gebe ihr was ab :D (Natürlich ein Scherz.........)

Antwort
von fserenade, 9

Vielleicht hilft Placebo. Die sind günstig und ohne Rezept erhältlich.

Und wenn sie davon ausgeht, dass es Antidepressivum ist und es regelmässig nimmt, könnte es durchaus eine positive Wirkung haben

Antwort
von Dahika, 5

ein Psychologe, also ein psych. Psychotherapeut, verschreibt dir keine Medikamente.

Wenn du meinst, Antidepressive bekommen zu müssen, dann musst du zum Psychiater.

Antwort
von Mignon3, 20

Es gibt viele unterschiedliche Antidepressiva. Ohne ärztliche Diagnose weiß niemand, welches Präparat für sie das Richtige ist. Außerdem gibt es die nur auf Rezept. Laien können dir nicht helfen. Wenn du hier von Laien unterschiedliche Vorschläge über Medikamente erhältst, woher willst du wissen, welches für deine Nachbarin das Richtige ist? Die Verantwortung kannst du - selbst Laie - nicht übernehmen!!!

Es ist nett, dass du deiner Nachbarin helfen möchtest. Offenbar ist sie aber nicht bereit, sich professionell helfen zu lassen. Dann kann man leider nichts machen, so hart es auch klingt. Wenn sie sich nicht therapieren lassen will, wäre eine Therapie sowieso erfolglos.

Wenn akute Suizidgefahr besteht, kann nur noch eine Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik in Betracht kommen.

Antwort
von Kodringer, 27

Von einem Psychologen bekommt man so oder so keine Antidepressiva...

Antwort
von Herb3472, 14

Antidepressiva bekommt man von einem Facharzt für Neurologie und Psychiatrie verschrieben. Ein Psychologe ist kein Arzt.

Ohne ärztliche Verschreibung geht da gar nix.

Antwort
von Sanja2, 5

Da wäre ein Psychologe auch der Falsche. Sie muss zu einem Psychiater. Ohne diesen kommt sie nicht an Psychopharmaka.

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