Frage von lolihollerhop92, 158

Gibt es eine Menschen-Pferde Beziehung und was wisst ihr darüber?

Hey,

könnt ihr mir vielleicht sagen, was ihr so über diese Beziehung wisst oder gibt es die gar nicht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von VanyVeggie, Community-Experte für Tiere, 77

Hallo, 

es gibt natürlich eine Mensch-Pferd-Beziehung. Ist mitunter sogar einer der Einzigartigsten. 

Pferde sind wunderbare einfühlsame Tiere, die ein sehr feines Gespür haben. Sie sind in der Lage Emotionen zu lesen. Dazu gab es mal eine Studie, wenn es dich interessiert: https://www.propferd.at/main.asp?VID=1&kat1=87&kat2=644&NID=4961

Übrigens können Pferde bei Menschen psychisch und physisch mehr bewirken als viele Psychologen, Physiotherapeuten und Krankengymnastik. Hat ebenfalls eine Studie ergeben. Dazu gibt es eine interessante Dokumentation. Findest du auf Youtube unter "Doku - Die heilende Sprache der Pferde". Wenn du das einmal siehst, dann kannst du dir vielleicht mehr unter eine Beziehung zwischen Mensch und Pferd vorstellen. Man kann es nämlich nur schwer beschreiben und wenn man selbst noch nicht mit einem Pferd gearbeitet hat, dann kann man es nur schwer nachempfinden. 

Ich kann ansonsten nur für mich sprechen - mein Pferd weiß, wie ich mich fühle. Es merkt, ob ich einen stressigen und schlechten Tag hatte oder ob ich entspannt bin. Da kann ich lächeln und noch so oft versuchen gut gelaunt rüber zu kommen, was kein Mensch im Stall merkt ausser mein Pferd. Da sich das Pferd an die orientiert überträgt sich das - es ist quasi wie ein Spiegel. 

Mein Pferd ist anders zu mir als zu meinem Freund oder zu dem Cousin meines Freundes (hat eine geistige Behinderung und macht regelmäßig was mit meinem Wallach). Es hängt also ganz vom Menschen ab, wie das Pferd sich einem gegenüber verhält. 

Leider werden Pferde vom Menschen oft zu sehr vermenschlich und missverstanden. Viele meinen es gebe einen Rang zwischen sie und Pferd welcher auf Dominanz basiert und sehen das alles als Durchsetzen und einen Kampf an. Dabei zeigt das Pferd einem lediglich mangelndes Vertrauen und Unsicherheit. Es folgt dir schließlich nicht eben mal einfach so und macht alles was du willst. Gegenseitigen Respekt und Vertrauen muss man sich natürlich erst erarbeiten und dabei baut man die Beziehung auf. Später dann auch eine gemeinsame Art miteinander zu kommunizieren - rein über Körpersprache. In der Doku siehst du wie fein das funktionieren kann. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Kommentar von lolihollerhop92 ,

danke

Kommentar von VanyVeggie ,

Danke für´s Sternchen. :)

Antwort
von AlisaRu, 83

Klar gibt es auch die. Ich erlebe es jeden Tag bei meinem Pferd!
Er ist zwar generell sehr auf Menschen bezogen aber bei mir scheint er sich zB bei allem immer besonders Mühe zu geben...

Wir haben unsere Bewegungen sogar im Umgang schon aufeinander abgestimmt, ganz automatisch.
Und wenn ich ihn mal schimpfe schaut er so bedeppert als wäre sein Weltbild erschüttert! ;)

Nicht alle Pferde sind gleich aber diese Beziehung gibt es in allen möglichen Formen.

Antwort
von Fuchssprung, 47

Es gibt ja viele Völker, denen man eine ganz besondere Beziehung zu ihren Pferden nachgesagt hat. So zum Beispiel auch den Mongolen. Aber die Mongolen haben ihre Pferde immer als reine Nutztiere gesehen un sie geben ihnen auch heute keine eigenen Namen. Für sie sind es nur austauschbare Pferde und manchmal gehen sie recht grausam mit ihnen um. Von einer besonderen Beziehung kann man nach heutigem Wissensstand wohl kaum sprechen. Dagegen hatten die nordamerikanischen Indianer tatsächlich eine sehr persönliche und ganz besondere Beziehung zu ihren Pferden. Das kommt aus der Zeit, als die ersten Pferde in der Prärie auftauchten. Am Anfang waren es ja  nur sehr wenige Pferde und allein deshalb waren sie sehr kostbar. Kein Indianer hätte ein Pferd durch Grausamkeiten verletzt! Während die Spanier im Süden und die Briten im Osten des Kontinents ihre Pferde "gebrochen" haben, sind die Indianer einen ganz anderen Weg gegangen. Sie haben ihren Pferden die Angst genommen. Dafür haben die verwilderten Mustangs der Spanier eingefangen und sie in ihre Dörfer gebracht. Dort haben sie das Tier gefesselt und auf die Seite gelegt. Natürlich hatte das Pferd am Anfang furchtbare Angst! Aber Angst dauert nie einen ganzen Tag. Irgendwann vergeht die Angst, wenn nichts Schlimmes passiert. Später, mit mehr Erfahrung, haben die Indianer die Pferde einen ganzen Tag und eine ganze Nacht gestreichelt und dabei gesungen. Dabei haben sie sich abgewechselt und auch die Kinder haben dabei geholfen die Pferde auf diese Weise zu zähmen. Nach kurzer Zeit haben die Pferde natürlich gemerkt, dass ihnen nichts passiert und dass sie sich entspannen können. Am Morgen wurden ihre Fesseln gelöst und häufig blieben die Pferde noch eine Weile liegen, weil sie die Berührungen als angenehm empfanden. Außerdem hatten sie in der Gemeinschaft der Menschen ein Gefühl der Sicherheit erfahren. Dieses Gefühl verstärkte sich im Laufe der Zeit immer weiter und du weißt selbst, wie wichtig das für ein Pferd ist. Irgendwann haben die Indianer gelernt die Körpersprache der Pferde zu lesen und sie haben auch selbst Körpersprache eingesetzt um mit ihren Pferden zu kommunizieren. Gib mal bei YouTube den Namen Monty Roberts ein und schau dir mehrere Videos über diesen Mann an. Er macht es im Grunde nicht anders als damals die Indianer. Wenn du eine tolle Beziehung zu deinem Pferd möchtest, musst du es "lesen" und ihm zu verstehen geben, dass es bei dir sicher ist und dass du die Führung übernimmst. Natürlich hat ein Pferd noch viele andere Bedürfnisse. Aber wenn du sein Bedürfnis nach Sicherheit erfüllst, wird es sich an dir orientieren und dir viel Liebe schenken. Alles andere kommt dann fast von ganz allein. 

Antwort
von Boxerfrau, 13

Ja natürlich gibt es das... Ein Pferd ist zwar nicht mit einem Hund zu vergleichen.. also man kann die Herde nicht ersetzen. Aber ein Pferd kann auf jeden Fall sehr an seinem Besitzer hängen. Habe ich heute erst wieder festgestellt. :-) als ich heute morgen zur Koppel kam hat er sehr fest geschlafen, dann bin ich hin hab etwas mit ihm auf der Koppel geschmust. Hab mich neben ihn auf den Boden gesetzt und er hat den Kopf auf meine Beine gelegt und ich hab ihm sein klöpfchen gekrault. Dann dachte ich mir ok, ich lass ihn noch ein bisschen schlafen. Also bin ich zum Ende der Koppel gelaufen und hab meinen Hund geholt und wollte erst mal mit ihm eine Runde drehen. Als ich auf dem Weg nach vorne war, ist Hotti aufgestanden, als ich am loslaufen war kam er angerannt. Bin dann einmal um die Koppel herum gelaufen, welche etwa so groß wie 8 Fußballfelder ist und er ist mir nach gelaufen obwohl die Herde ganz wo anders stand. Als wir wieder am Anfang der Koppel waren, hat er sich an den Ausgang gestellt und so lange gewartet bis ich mein Halfter aus dem Auto geholt habe, was etwa 4 Minuten entfernt stand. Dann hab ich die Schleuse aufgemacht und er kam rein gelaufen. Er kommt auch vom Ende der Koppel angelaufen wenn er mein Auto hört, ich rufe oder pfeife. Ein Pferd kann also auf jeden Fall eine Bindung zum Besitzer haben

Antwort
von SJ7IFVQ5, 52

Eigentlich gibt es zwischen jedem Halter und halbwegs intelligentem Tier im Regelfall eine "Beziehung"

Antwort
von Knuddelhasen, 71

Ja natürlich kann es eine Beziehung zwischen Mensch und Pferd geben :) also eine "Freundschaft" aber keine "Liebesbeziehung"

LG

Kommentar von Dackodil ,

Wenn du unter Liebe nur den sexuellen Anteil verstehst, hast du recht (obwohl es auch das gibt. Aber nur einseitig vom Menschen).

Es gibt aber verschiedene Arten von Liebe und das Band, das zwischen Mensch und Tier entstehen kann, würde ich durchaus als Liebe bezeichnen.

Kommentar von Knuddelhasen ,

Ja du hast recht und eine wirkliche Bindung zwischen Mensch und Pferd (ich reite selber) ist eines der schönsten Erfahrungen überhaupt!

Antwort
von lolihollerhop92, 55

Ok danke könnt ihr mir sagen wie das verhalten zwischen den beiden ist und wie das zustande kommt

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