Gibt es eine Kampfkunst die mit Akupunkturen arbeitet?

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2 Antworten

Es gibt natürlich empfindliche Bereiche am menschlichen Körper, die besonders anfällig für gezielte Angriffe sind.

Atemi

Dabei handelt es sich in der Regel um "Nervenpunkte", also Stellen, an denen die Nerven gezielt gereizt werden können - der Fauststoß auf den Solarplexus ist ein Beispiel dafür.

Techniken die sich gegen diese Bereiche richten werden meist "Atemi" genannt und werden beispielsweise in verschiedenen Stilen des Karate, oder im Aikido, aber auch in anderen Kampfkünsten gelehrt.

Zu den Zielen von Atemi gehören neben den Nervenpunkten auch Bereiche, die für die Blutversorgung des Kreislaufs zuständig sind.

Je nach Technik und Körperstelle kann ein Angriff auf eine solche Zone zur Bewusstlosigkeit, oder sogar dem Tod führen. Das sind also keine Spielereien für Möchtegern-Bruce-Lees oder Karate-Kiddies.

Wie man sieht, basieren Atemi-Techniken also grundsätzlich nicht auf mystischen Kräften, sondern anatomischen Kenntnissen.

Meridianpunkte

Darüber hinaus gibt es Stile die behaupten, durch entsprechende Techniken auch auf die so genannten Meridiane einen Einfluss nehmen zu können.

Dabei handelt es sich um ein Konzept aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), die stark vom Taoismus beeinflusst ist. Dabei soll die Lebenskraft Qi (japanisch "Ki") entlang dieser Bahnen durch den Körper zirkulieren.

Durch Stimulation von Punkten entlang dieser Energiebahnen durch Massage (Tuina, Shiatsu), Wärmeanwendung (Moxibustion) oder Nadeln (Akupunktur) sollen sich dortige "Blockaden" oder Mangelzustände in bestimmten Regionen beheben und den Patienten so gesunden lassen.

Anhänger des japanischen "Kyusho jutsu" oder einiger "interner Kampfkünste" in China behaupten, dieses Wissen auch im Kampf nutzen zu können.

Bereits durch geringen Krafteinsatz gegen diese Punkte soll es möglich sein, einen Angreifer kampfunfähig zu machen - eine Fähigkeit die auch als "Blitz-K.O." bezeichnet und als solche beworben wird.

Kritiker bemängeln, das selbst wenn ein solcher Kyusho-Angriff wirksam wäre, sich in einer realen Situation die Kontrahenten zu schnell bewegen, um mit den Fingern zentimetergenau einen Punkt treffen zu können. Daher sei die Effektivität des Kyusho im Ernstfall eher fraglich.

Dim Mak

Zu den legendenumwobenen Techniken rund um die Meridiane gehört der "verzögerte Todesstoß". Diese Lehre soll Teil einiger Kungfu-Stile sein.

Angeblich soll dabei das Qi an bestimmten Stellen so manipuliert werden, dass erst mit einigen Stunden Verzögerung nach dem Schlag die Wirkung einsetzt. Der plötzliche Tod soll Symptome eines Herzinfarkts zeigen.

In China kommt beim Tod einer prominenten Persönlichkeit, wie etwa Bruce Lee, schnell das Gerücht auf, sein Tod sei die Folge eines solchen "Dim Mak" - eine Behauptung, die natürlich völlig unbewiesen ist.

Tatsächlich sind die meisten Techniken, die leichtfertig als "Dim Mak" bezeichnet werden, letztlich Atemi - also Techniken gegen empfindliche Körperstellen und damit alles andere als übernatürlich.

Man sollte also nicht alles für bare Münze nehmen, was in Eastern, oder von dubiosen "Meistern" alles so erzählt wird.

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Kommentar von Enzylexikon
29.05.2016, 13:47

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Hallo, ZurnoZ.

Das tun eigentlich alle asaitischen Kampfkünste, denn sie sind nur die gewalttätige Version eines kontemplativen, eben zweischneidigen, Rituals.

Die Meister in jenen Künsten wissen um Energiebahnen und Qi, sowie wie man es eben abschneidet, lG.

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