Frage von rolandik, 14

Gibt es eine gesetzliche Regelung wie schnell der Stromanbieter nach Sperrung die Energielieferung aufnehmen muss (keine offenen Posten, keine techn. Störung)?

Wir haben im März 2016 eine neue Wohnung bezogen und haben einen Vertrag mit einem Energieversorger abgeschlossen. Da wir in einem Hochhaus wohnen mit über 300 Mieteinheiten, haben wir zusätzlich im Adressfeld die Briefkastennummer eingegeben, da sonst die Post nicht zugestellt wird. Letzte Woche wurde die Energieversorgung gesperrt, im Briefkasten fanden wir einen Bescheid über die Sperrung. Der Energieversorger teilte uns mit, wir hätten für die 6 Monate 150 € offene Rechnungen, dazu Mahnungen, Inkassobetrag, etc. Der Energieversorger teilte uns auch mit, sämtliche Rechnungen, Mahnungen wurden nicht zugestellt und kamen zurück zum Absender. Seit der Begleichung der Rechnungen (vor 6 Tagen), warten wir auf die Wiederaufnahme des Stromes. Sämtliche Kontaktversuche (persönliche Vorsprache, Anrufe im Call Center), blieben ohne Erfolg, wir wurden jedes Mal vertröstet, die Energieversorgung müsste im Laufe des Tages wieder aufgenommen werden. Wir würden gerne einige Ratschläge erhalten, wie man mit einer solchen Situation (im Sommer) umgehen sollte (Rechtsanwalt, Mieterverein, etc.). Danke im Voraus

Antwort
von ProfDrStrom, 9

Die Stromanbieter unterliegen soweit mir bekannt ist in dem geschilderten Fall keiner gesetzl. Vorgabe. Allerdings sollte zwischen Zahlung und Entsperrung nicht mehr als 7 Tage liegen.

Auch bei den Energieversorgern ist Urlaubszeit. Erst muß deine Zahlung verbucht werden und dann die Freigabe für deinen Anschluß erfolgen und dann wird der Sperrkassierer losgeschickt. Da du (egal ob selbstverschuldet oder nicht) als säumiger Kunde geführt wirst, wird der Stromlieferant relativ entspannt deinen Anschluss entsperren.

Klar kannst du deinen Anwalt einschalten, aber bis dahin wird Anschluß wieder frei sein. Du müsstest dem Energieversorger schuldhaftes Handeln nachweisen. Das wird schwierig bis unmöglich sein.

Die Stromanbieter denken evtl. das sie ihre Kunden damit erziehen können und sie beim nächsten mal dafür sorgen das es nicht nochmal passiert.

Mein Tip: Die monatlichen Vorauszahlungen bequem abbuchen lassen (kann beim Antrag schon ausgewählt werden) und dann wäre die Kuh schon mal vom Eis.

Die Anwaltskosten ersetzt euch niemand.

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Strom, 14

nun, ein genauer gesetzlich festgelegter zeitraum ist mir nicht geläufig. aber in der regel sollte nach begleichung der forderung unverzüglich entsperrt werden. das bedeutet in dem fall dass spätestens am nächsten arbeitstag nach bekanntwerden des ausgleiches die entsperrung zu erfolgen hat.

was mich an der sache ein wenig stuzuig stimmt ist die tatsache, dass zwar die bescheide nicht angekommen sind, wohl aber der händisch vom sperrdienst eingeworfene vermerk.

ihr solltet, bewegt sich der energieversorger immer noch nicht auf jeden fall kontakt zu einem rechtsbeistand suchen. außerdem solltet ihr mal beim zuständigen postzusteller nachfragen, was da denn los war...

es ist übrigens auch duchaus im rahmen des möglcihen, dass der garnichts dafür kann, weil man bei eurem anbieter die rechnungen als an die falsche adresse gesendet hat. z.B. eure alte adresse...

lg, Anna

Kommentar von rolandik ,

Liebe Anna,

vielen Dank noch einmal für die prompte Antwort.

Es ist schon ärgerlich, im Sommer, 6 Tage auf die Entsperrung des Stroms zu warten. Sämtliche Lebensmittel (Tiefkühltruhe/Kühlschrank) verdarben, kein Internet (wird teilsweise auch beruflich genutzt). Auch ist es ärgerlich, dass man aufgrund von Sparmaßnahmen und Personalkürzungen mit langen Warteschlangen im Kundencenter und lange Warteschleifen im Call Center konfrontiert wird und das als Berufstätiger.

Bezüglich der Zustellung, es ist offensichtlich, dass wir erreichbar sind, wenn Interesse besteht (Sperrung). Ich kann nur sagen, in der letzten Übersicht, in der Betreffzeile, ist die Adresse vollständig aufgeführt, mit der Wohnungsnummer, so wie wir es bem Vertragsabsschluss angegeben haben. In dem Adressfeld fehlte dieser Zusatz offenbar. Wir haben den Stromanbieter gebeten, uns genaue Angaben zu machen, wie der Schriftverkehr adressiert wurde, bzw. wie unsere Daten im System aufgenommen wurden, um somit eventuell festzustellen ob die Post für die Nichtzustellung verantwortlich war oder der Stromanbieter.

Auf jeden Fall noch einmal danke für die schnelle Antwort, wir werden heute einen Rechtsanwalt einschalten.

LG Roland

Antwort
von ErsterSchnee, 14

Gegenfrage: Warum habt Ihr Euch nicht vorher mit dem Stromanbieter in Verbindung gesetzt? Ihr müssst doch gemerkt haben, dass nichts gezahlt wird...

Im Zweifelsfall müßt Ihr einen Anwalt beauftragen. Das kostet aber nochmal richtig...

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