Frage von Eidolon150, 100

Gibt es eine Art "gesunden" Hass, den man entwickeln kann, z.B. um jemanden loszulassen?

Der Hass soll dazu dienen, jemanden aus dem Kopf zu bekommen. Er soll es mir leichter machen - weil es ansonsten sehr schwer wird. Niemand ist unersetzlich, aber im Moment habe ich weder Hoffnungen noch Perspektiven.

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von Ottavio, 14

Das Wort, der Begriff "Hass" ist überzogen. Hass gegen jemanden ist damit verbunden, dass ich dieser Person aktiv schaden will. Das ist nicht gesund. Du liebst sie immer noch, sie hat Dich weggeschickt, und wahrscheinlich weißt Du noch nicht einmal wirklich, warum, egal welchen Vorwand sie verwendet hat. Diese positiven Gefühle, die Du noch hast, musst Du in der Tat kompensieren, also eine Gegenbesetzung aufbauen. Aber "Hass" wäre eine Überkompensierung. Du musst das richtige Maß finden. Ich würde es "Groll" nennen. Jawohl, ein gewisses Maß an Groll ist gesund. Such Dir ein anderes Frauenzimmerchen. Auch andere Mütter haben schöne Töchter. Und um mit der dann eine Bindung aufbauen zu können, darfst Du den Groll gegen Deine Verflossene ruhig ein Weilchen beibehalten, wenn es sein muss, dreißig Jahre. Dann wäre es vielleicht Zeit für eine Versöhnung.

Kommentar von Eidolon150 ,

Naja, das Ende war etwas anders. Aber mit einem hast Du vollkommen recht: Ich werde ihr bestimmt nicht schaden. Aber ich habe auch keine guten Wünsche für Sie: sondern ganz im Gegenteil!!

Antwort
von Dahika, 20

Sagen wir es so: kurzfristig, in Ex-Liebesbeziehungen,  kann Hass nützlich sein, indem er hilft, sich zu trennen.

Aber man sollte ihn nicht pflegen, denn dadurch bleibt man an die gehasste Person gebunden. Früher durch Liebe, dann durch Hass. Aber gebunden.

Gut ist es, wenn der Hass irgendwann kalter Gleichgültigkeit weicht. "Mach, was du willst, es interessiert mich nicht mehr."

Antwort
von Dxmklvw, 37

Alternativ gibt es auch Vernunftentscheidungen. In manchen Fällen ist es besser, mit jemanden halbwegs klar zu kommen, wenn man nur genügend Abstand voneinander hält. Da ist Haß dann überflüssig.

Was bedeutet aber in Fällen wie in der Frage aufgeführt "Haß"?

Es ist eine unangenehme Emotion, die einen nur selbst berührt, und was man da tatsächlich haßt, das sind die eigenen Gedanken, die man aus irgendwelchen Gründen noch nicht loslassen mag. Man haßt also genau genommen sich selbst. So etwas kann zumindest nicht "gesund" sein.

Solche Dinge vernunftorientiert abarbeiten wäre somit der bessere Weg (obwohl dieser erheblich anstrengender sein dürfte), als sich einfach nur irgend einer Negativ-Emotion zu ergeben.

Antwort
von ThePsilosopher, 39

Hass ist unmittelbar eigentlich nie gesund. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, wage aber mal zu behaupten, dass es trotzdessen unabdingbar ist durch die Hölle zu gehen, bevor es einem wieder besser geht. Besser = kein Hass. Antipathie kann durchaus bleiben, aber es ist kein präsenter, starker, eiskalter oder unglaublich heißer Hass mehr.

Und doch kann man negativen Gefühlen und Gedanken durchaus positives abgewinnen. Oder sie zumindest in Bahnen lenken, die einen nicht zusätzlich belasten auf dem Weg der Genesung, die quasi "von selbst" funktioniert. Ihnen Raum geben, sie zulassen. Hilft dabei, das ganze schneller hinter sich zu bringen - bilde ich mir ein.

Musik hilft. Bei mir dann aggressiv oder nihilistisch. Schreien/Brüllen hilft mir. Im Wald oder auf einem abgelegen Feld.

Also, wenn du wütend, zornig oder verhasst bist. Für mich klingt es eher so, als wärst du traurig (?). Leider etwas wenig Information... Ich empfinde Trauer weniger "schlimm" als Hass. Liegt wohl unter anderem daran, dass ich schon viel kaputtgehasst habe. Hauptsächlich aber daran, dass Trauer kein Gift ist.

Kommentar von Eidolon150 ,

Dass das kein gutes Ende nimmt, war absehbar. Ich habe schon einige Zeit mit Trauer (und Whisky) hinter mir. Mein Hauptproblem ist, dass ich keine Perspektive sehe. Ausserdem ist mein Hassgefühl eher eine Reaktion auf ihre Provokationen, mit denen ich nicht umgehen kann.

Kommentar von skipworkman ,

Hi,

ich hoffe das mit dem Whisky ist inzwischen Schnee von Gestern. Aus Erfahrung kann ich dir sagen, das Saufen zwar beutäubt, jedoch ändert sich nix, außer das sie Selbstachtung immer weiter sinkt.

Ich würde den den Tipp geben, langsam aus der Opferrolle  auszusteigen und aktiv Entscheidungen zu treffen. Wenn du dich selbst nur als Opfer der Umstände siehst und dich da irgendwie nur rumtreiben lässt wie ein steuerloses Schiff, dann glaub ich dir gerne das die Perspektiven nicht da sind. Falls das deine Situation ist.

Wünsche dir viel kraft und alles Gute

Skip

Antwort
von GoodFella2306, 31

Hass bedeutet im Endeffekt nichts anderes, als dass du dich immer noch emotional und gedanklich mit dieser Person beschäftigst. Ist das nicht kontraproduktiv? Du willst ja eben loslassen, insofern würde ich dir vorschlagen dass du dich mit komplett anderen Themen beschäftigst und eben durch diese Beschäftigung im Laufe der Zeit jeden Gedanken an diese Person verlierst. Einen Hass zu entwickeln würde einfach nur bedeuten, dass du deine bisher positiven Emotionen negativ auf diese Person kanalisiert. Das wird aber nicht dafür sorgen, dass du diese Personen vergisst.

Kommentar von Eidolon150 ,

Dass ich mich immer noch mit dieser Person beschäftige? Ja, da liegst Du richtig! Ich sehe meinen Hass gegen Sie eher als Reaktion darauf, dass Sie mich als Sündenbock betrachtet. Der Hass war zuerst bei Ihr zu spüren. Sie wollte mich mit dem Auto umnieten.
Das reicht doch wohl, oder? Eine Wunde wird immer zurückbleiben, nur sollte die Sache eben nicht zu lange dauern.

Kommentar von GoodFella2306 ,

es geht nicht darum, ob der Grund für den Hass ausreicht oder nicht. Es stellt sich die Frage, ob du wirklich deine Zeit damit verschwenden willst, deine Gedanken und deine Emotionen an eine Person zu verschwenden, die im Endeffekt nur noch einen Teil deiner Vergangenheit ist. Willst du wirklich zulassen, dass diese Person auch deine Zukunft mit bestimmt, indem du ihr einen Platz einräumt in deinen Gedanken und Gefühlen? Vielleicht ist deine Wut und deine Ablehnung noch sehr frisch, insofern kann ich das schon verstehen. Auf lange Sicht solltest du aber ernsthaft darüber nachdenken dich von diesem Menschen abzuwenden und dich der Zukunft zuzuwenden.

Antwort
von Riveyx, 28

Da gehts dir wie mir, dann musst du dir etwas suchen das du gerne machst und das dann oft machen :) Ich hab zum Beispiel mit Penspinning und Klarträumen angefangen.... Viel Glück :)

Antwort
von Nashota, 48

Man muss niemanden hassen, denn auch das ist ein Gefühl, was für diese Person aufgebracht wird.

Versuche es mit Verachtung, was das Verhalten oder den Charakter angehen, von denen du dich getrennt hast. Und mache dir dabei klar, dass es nur gut ist, sich nichts mehr anzutun, was einen runterzieht oder zerstört.

Kommentar von Eidolon150 ,

Nur zum Verständnis: Wo ziehst Du die Grenze zwischen Hass und Verachtung? Ich denke: der Hass beinhaltet die Verachtung. Sie ist ein, wenn nicht der Hauptbestandteil der Hassgefühle.

Kommentar von Nashota ,

In Hass hängt man sich rein. Man ist (pausenlos) beschäftigt mit diesem Gefühl, so wie umgedreht, wenn man jemanden liebt. Die Gedanken schalten nicht oder nur schwer ab.

Bei Verachtung ist die Sache als solche als Tatsache bewusst geworden, ohne dass man sich deshalb noch ewig zermartert. Wenn man diesen Menschen dann mal wieder sieht, ist er einem nur noch egal, weil man froh ist, ihn los zu sein. Er löst keine Emotionen mehr aus.

Antwort
von SkyDown, 19

Hass ist aus gutem Grund dar.

Das heisst Hass ist immer gesund (auch wenn andere mir da widersprechen).

Wenn du diesen nämlich nie rauslässt, dann entstehen Selbstzweifel, Minderwertigkeitskomplexe u.ä. und dann erfährst du was die Hölle ist.

Hass ist also eine Art Schutz um sich vor Schmerz zu schützen und auch Selbstbewusstsein aufzubauen. Denn wenn du z.B. (auch in gedanken!) jemanden anbrüllst erlebst du dich als starke Persönlichkeit

Antwort
von rafaelmitoma, 34

ja das gibt es leider. mit manchen menschen kann man nicht klarkommen. um sich selber zu schützen, muß man sich halt von leuten trennen, die einem nicht gut tun.

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