Frage von Panazee, 97

Gibt es ein "Zugtier" in Neuseeland, das nicht von Europäern eingeführt wurde?

Hallo,

meine Freundin schreibt gerade ein Buch und das spielt teilweise in Neuseeland vor 14.000 Jahren.

Jetzt tritt das Problem auf, dass ein Wagen gezogen werden soll. Dafür müsste ein Gespann aus Zugtieren her. Es sollte ein Tier sein, dass es damals in Neuseeland schon gegeben hat und nicht eines, das erst später von den Europäern mitgebracht wurde.

Wir nehmen alles was in einem Gespann einen Wagen ziehen kann.

Bevorzugt Paarhufer. ;-)

Liebe Grüße Panazee

P.S.:

Es dürfen auch Tiere sein, die erst in den letzten 13.000 Jahren ausgestorben sind. Bis jetzt haben wir leider nur den Moa, der vor 700 Jahren ausgestorben ist, aber ein straußenähnlicher Vogel ist nicht das was ihr vorschwebt. Es sollte etwas mehr ... hmmm ... "her machen".

Antwort
von planplants2, 34

Da ja nun geklärt ist, dass es sich um einen Fantasy-Roman handelt, hätte ich folgenden Vorschlag:

Der Moa: Der größte Vogel, der je gelebt hat. Er war Flugunfähig. Änhlich also wie ein Straus, die ja noch heute zum Reiten eingesetzt werden. Er war bis 250 kg schwer und 3,5 Meter groß.

Leider kein Paarhufer, müsstet mal recherchieren, ob es damals irgendwelche kapitalen Hirscharten oder so gab :)



Antwort
von MarkusPK, 42

Sorry, deine Freundin schreibt extrem anachronistisch. Vor 14.000 Jahren war Neuseeland noch völlig unbewohnt. Die beiden Inseln Neuseelands gehörten zu den letzten Gegenden auf dem Planeten, die vom Menschen besiedelt wurden. Die ersten Siedler der Maori erreichten Neuseeland irgendwann zwischen dem 8. und 14. Jahrhundert NACH Christus, also spätestens bloß 300 Jahre vor den europäischen Siedlern.

Die Maori lebten vor allem von der Jagd, dem Fischfang und dem Anbau von Süßkartoffeln. Viehzucht und Nutztierhaltung betrieben sie allerdings nicht. Es gab also auch keine Zugtiere.

Wenn deine Freundin ihre Geschichte umdatiert und ins Spätmittelalter verlegt, so müssen die Leute im deiner Geschichte den Karren selber ziehen - obwohl die Maori eigentlich auch vom Rad kaum Gebrauch machten. Historsich korrekt wäre es eher, wenn sie die zu befördernden Güter in einem Korb tragen würden.

Außerdem: wenn man einen historischen Roman schreibt, steht zuallererst die Recherchearbeit an. Natürlich kann man bestimmte Details nachrecherchieren, aber um keinen kompletten Unsinn zu schreiben muss man sich zumindest in den Grundzügen auskennen. Viele Autoren ziehen sogar extra an die Originalschauplätze ihrer Geschichte und lassen sich vor Ort inspirieren, anstatt im Heimatstübchen zu schreiben. Soweit muss deine Freundin natürlich nicht gehen - aber zumindest auf den Weg in die nächste Bibliothek sollte sie sich schon einmal aufmachen. 

Kommentar von Panazee ,

Sie schreibt keinen historischen Roman. Das hätte ich dazu schreiben sollen.

Es wird ein Fantasy Roman. Da gibt es ein Zeitreisephänomen und die landen halt im Neuseeland vor 14.000 Jahren. Die müssen ein recht schweres Teil ein ganzes Stück transportieren, um es an einer Stelle zu deponieren, an der es dann 14.000 Jahre später gefunden werden kann.

Einen Wagen zu basteln ist kein Problem. Werkzeug ist vorhanden. Aber welches Tier könnte das Ding ziehen?

Kommentar von MarkusPK ,

Ah das hättest du natürlich dazu schreiben sollen! Klingt jetzt auf jeden Fall schon etwas spannender. :-) 

Leider muss ich dich trotzdem enttäuschen. Neuseeland war bis zum Eintreffen des Menschen eine nahezu reine Vogelinsel. Außer Fledermäusen gab es dort kein einziges Säugetier. Es wird also entweder ein Moa herhalten müssen, oder der Karren muss mit menschlichet Muskelkraft bewegt werden.

Kommentar von WiihatMii ,

Informiere dich mal über die Moai Statuen auf der Osterinsel. Diese wurden komplett ohne jede Art von Zugtiere bewegt. Du kannst ja eine Lösung finden, die so ähnlich funktioniert.

Kommentar von MarkusPK ,

Genau, zum Beispiel auf Rollen aus Baumstämmen.

Antwort
von Hayns, 11

"Fantasy"

In einem äußerst unzugänglichen Tal lebte eine Kleinform des schon damals ausgestorbenen Diprotodon.

Der größere Verwandte ähnelte einem Nashorn ohne Horn. Diese mächtigen Tiere hatten eine Schulterhöhe von 2 Metern, waren über 3 Meter lang und wogen etwa 2,8 Tonnen.

Die Kleinform des großen Diptrodon ist nur knapp 1,5 Meter groß. Es ernährt sich von Wurzeln, die es mit seinen Klauen an den Füßen ausscharrt.

Es ist zu vermuten, dass sie über den Seeweg von einem anderen  Kontinent kamen, der völlig ausgedörrt keine Nahrung mehr lieferte.

Die Inselverzwergung führte wohl zu einer Form des "Zwergenwuchs".

Dieses sanfte Wesen eignete sich mit seinen kräftigen Beinen hervorragend, den gerade erbauten Karren mit den Rädern aus Baumscheiben zu ziehen...


Antwort
von WiihatMii, 49

Hallo Panazee,

Es tut mir Leid, wenn ich euch das logische Fundament eurer Geschichte nehmen muss, aber Neuseeland war bis vor ungefähr 700 Jahren von Menschen unbesiedelt. Erst ab dem Ende des 13ten Jahrhunderts oder sogar erst in der ersten Hälfte des 14ten Jahrhunderts wurde Neuseeland von den Polynesiern entdeckt und in mehreren Einwanderungswellen besiedelt. Mittels der Radiokohlenstoffmethode von eingeführten Samen kann man das erste Eintreffen des Menschen auf einen Zeitraum von 1280 bis 1350 einschränken. Als erster Europäer entdeckten Abel Tasman die Inseln im Jahre 1642.

Aufgrund der abgeschiedenen Lage, gibt es auf Neuseeland so gut wie keine endemische Landsäugetierpopulation. Mit Ausnahme von drei Fledermausarten, die die Distanz über das Meer durch ihre Flugfähigkeit irgendwie überwunden haben müssen, ist jedes einzelne Säugetier in Neuseeland vom Menschen eingeführt. Bis mindestens 1280 war Neuseeland daher praktisch säugetierfrei.

Die ökologischen Nieschen wurde stattdessen von großen Laufvögeln mit dem Moa besetzt.


Kommentar von MarkusPK ,

Vielleicht ist die Hauptfigur in der Geschichte ja kein Maori, sondern ein Moa. Oder eist Haastadler. :-)

Kommentar von Jerne79 ,

Darüber habe ich auch schon spekuliert. Aber wozu sollte ein Moa Wagen und Zugtier brauchen?

Und dann wäre IMMERNOCH die Eiszeit ein Problem. ;)

Kommentar von Panazee ,

Vielleicht ist die Hauptfigur eine Frau, die von intelligenten und wohlwollenden Drachen angeleitet, auf eine Zeitreise geschickt wird, um 14.000 Jahre in der Vergangenheit etwas zu erledigen, was dann in der Gegenwart wichtig wird?

;-)

Kommentar von WiihatMii ,

Die Eiszeit ist übrigens kein Problem. Hier ist eine Welt-Vegetationszonen-Karte der letzten Eiszeit:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e4/Last_glacial_vegetation_map....

Kommentar von Jerne79 ,

Stichwort: Otira-Glaciation.

Beispielsweise hier mit ein bißchen Scrollen nach unten. http://www.teara.govt.nz/en/glaciers-and-glaciation/page-3

Antwort
von Jerne79, 55

Vor 14.000 Jahren?!

Vielleicht sollte deine Freundin lieber einen Fantasy-Roman schreiben.

Vor 14.000 Jahren war das Rad noch nicht erfunden, die frühesten Belege haben wir erst ab etwa 5000 v. Chr..

Das ist aber nicht weiter wild, da Neuseeland zu der Zeit noch lange nicht besiedelt ist und es dort während der letzten Eiszeit auch nicht so richtig lauschig war.

Ein gut gemeinter Rat: Wer einen Roman in historischen oder gar prähistorischen Zeiten ansiedeln will, sollte gründlich recherchieren können.

Kommentar von Bitterkraut ,

Ja, bis zum Zeitpunkt der Besiedelung bin ich noch gar nicht gekommen, ich bin gleich bei Wagen und Zugtieren hängengeblieben :-))

Kommentar von Jerne79 ,

Wagen, Zugtiere, Besiedlung, die verd... Eiszeit, such´s dir aus. :D

Zu Zeiten des Internets ist das schon bedenklich...

Kommentar von Panazee ,

Es wird ein Fantasy-Roman.

Das hätte ich wohl dazu schreiben sollen, wenn ich mir die ganzen Antworten so anschaue. ;-)

Kommentar von Jerne79 ,

Dann ist aber vor 14000 Jahren auf Neuseeland wie auf dem Rest unserer großen Kugel immernoch EISZEIT!

Wenn da die Drachen nicht eine ganz große Auftau-Aktion starten...

Kommentar von Jerne79 ,

Und wenn das alles keine Rolle spielt, dann sind doch auch natürlich vorkommende Tiere auf der Insel völlig irrelevant.

Sorry, aber da muss man sich dann schon entscheiden, ob man sich vorgeschichtliche Realität zurechtbiegen will oder sich für die tatsächlichen Gegebenheiten interessiert.

Kommentar von Panazee ,

Die Geschichte soll in unserer heutigen Zeit spielen. Die Existenz der Drachen ist allen Menschen unbekannt. Die Handlung spielt also zum größten Teil in unserer, real existierenden Welt. Mit PC, Internet und vor allem Paläontologie. Natürlich könnte sie sich einfach ein Tier ausdenken und es wäre auch denkbar, dass dieses Tier ausgestorben ist und bisher keine Fossilien dieses Tieres entdeckt wurden, aber eher unwahrscheinlich.

Viel geschmeidiger wäre die Lösung ein Tier zu finden, das existiert hat und diese Aufgabe hätte übernehmen können.

Kommentar von Panazee ,

Jo, da war Eiszeit bei uns. In Neuseeland war eine Wärmeperiode.

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-12233-2010-09-09.html

Das wurde schon recherchiert und für gut befunden. ;-)

Kommentar von Jerne79 ,

Auch hier gerne nochmal der Hinweis auf die Otira-Vergletscherung: http://www.teara.govt.nz/en/glaciers-and-glaciation/page-3

Kommentar von Panazee ,

between 75,000 and 14,000 years ago. 

Ich spreche von vor 14.000 Jahren. Sie hat das recherchiert und am frühest möglichen Zeitpunkt, ohne noch weiter in die Vergangenheit gehen zu müssen, also zum Ende der Eiszeit, schlägt die Heldin da auf.

Nochmal:

Das Ende der letzten Eiszeit begann vor rund 20.000 Jahren, [...] Innerhalb von extrem kurzer Zeit versanken weite Teile der Nordhalbkugel erneut unter Eismassen. [...] Seltsamerweise galt dies jedoch nicht für die Südhalbkugel, ganz im Gegenteil. Hier erlebte die Antarktis eine ausgeprägte Wärmeperiode. [...]

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-12233-2010-09-09.html

Aber warum rechtfertige ich mich hier eigentlich für den Roman meiner Freundin?

Du kennst kein Tier, das die Anforderungen erfüllt und da gelebt hat. Fertig.

Kommentar von Jerne79 ,

Es macht nicht "plöff" und das Eis ist weg...

Und nein, ich kenne kein Tier, das die Anforderungen erfüllt. Weil es dort, wie hier mehrfach erläutert wurde, kein solches Tier gab. Fertig.

Warum du dich dafür rechtfertigst, weiß ich auch nicht. Es wäre eine gute Möglichkeit gewesen, um zu sagen: Hoppala, da muss sie offenbar noch ordentlich nachfassen.

Kommentar von Panazee ,

6.000 Jahre nenne ich nicht "plöff".

... und selbst wenn dann wäre es sehr einfach aus 14.000 Jahren einfach 12.000 Jahre zu machen und gut wäre es. Ordentlich nachfassen ist etwas anderes.

Kommentar von Jerne79 ,

Bitte lies die Texte genau.

In deinem Link heißt es schon, dass das Ende der letzten Eiszeit vor 20.000 Jahren begann.

Der von mir verlinkte, deutlich detailliertere und besser recherchierte Text (und das musst du mir in meiner Rolle als Archäologin jetzt einfach mal abnehmen) nennt als Zeitpunkt der größten Ausdehnung des Otiran-Gletschers noch 18.000 vor heute, diese zugehörige Phase endet erst 14.000 vor heute. Und dann dauert es nunmal ein paar Jahrtausende, in denen es lediglich Gestrüpp in den dazwischenliegenden Warmphasen gibt.

Dann soll sie ihre Story ein paar Jahrtausende nach hinten rücken, das ist das einfachste. Ändert dann aber auch nichts am Fehlen von Zugtieren. ;)


Expertenantwort
von Bitterkraut, Community-Experte für Tiere, 43

nein, so ein Tier gibt s nicht und ich bezweifle sehr, daß die Ureinwohner vor 14.000 Jahren Wagen mit Rädern hatten. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Rad#Erster_Nachweis_des_Rades ich glaub nicht, daß die Ureiwohner Neuseelandes der "bekannten" Erfindung des Rades 10.000 Jahre voraus waren.

Also, wenn schon Fantasie, dann richtig, dann könnt ihr auch ein Tier erfinden. Oder ihr bleibt beim bekannten Wissen, dann kommt ein Wagen mit Zugtieren nicht in Frage.

Kommentar von Jerne79 ,

Es wären nur 7000 Jahre, du hast dich zwischen "v. Chr." und "vor heute" verheddert. ;)

Kommentar von Bitterkraut ,

Nö, ich hab nur Pi mal Daumen verwendet. Ich hab den Artikel nicht mal gelesen. Auf die 3000 jahre kommts nicht an.

Kommentar von Panazee ,

Auch hier.

Das wird ein Fantasy-Roman mit einer Zeitreisenden aus unserer Gegenwart.

Da es ein Fantasy-Roman ist, könnte meine Freundin auch einfach ein Tier erfinden, aber es wäre halt schön, wenn es wirklich eine passende Tierart gegeben hätte.

Kommentar von ponyfliege ,

schafe.

jetzt müsst ihr nur noch das land abflachen und mit strassen ausstatten.

die topographie von neuseeland gibt nicht viele anwendungsmöglichkeiten für dinge, die mit rädern fortbewegt werden, her.

Antwort
von ponyfliege, 14

das problem ist nicht das zugtier, sondern der wagen.

räder? in neuseeland? vor 14.000 jahren?

eher nicht.

Kommentar von Panazee ,

Sorry, aber jeder hier scheint zu wissen was für Lücken das Buch meiner Freundin hat.

Einige Zeitreisende aus unserem Jahrhundert + ein paar Werkzeuge = Wagen mit Rädern vor 14.000 Jahren

Kommentar von Bitterkraut ,

Dann kann der Zeitreisende auch die Zugtiere mitnehmen. Oder gleich nen LKW.

Kommentar von Jerne79 ,

Mangels Wegesystem am besten ein Kettenfahrzeug. :)

Kommentar von Jerne79 ,

Mit Verlaub: Ja, wir erkennen die Schwächen in der Recherche und die mangelnde Kenntnis vorgeschichtlicher Tatsachen. Das erkenne ich als Archäologin und genug Leute erkennen es auch ohne entsprechende Ausbildung, weil es sich um Dinge handelt, die entweder zum Allgemeinwissen gehören oder leicht recherchierbar sind.

Die Zeitreisende sollte da deutlich fitter sein beim Recherchieren, sonst kommt ihr Rad nicht allzu weit.

Mein Vorschlag für die Lösung des Zugtierproblems: Sie kann ja die Drachen vor den Wagen spannen.

Kommentar von ponyfliege ,

sie kann auch die leute schrumpfen und kiwis als zugtiere benutzen. oder schafe.

ist auch egal.

mit einem wagen kam man zu der zeit eh nicht weit.

weil zum beispiel die inkas ebenfalls wussten, dass man in fels und geröll mit einem wagen nicht recht vorwärts kommt, haben sie darauf verzichtet, das rad zu erfinden und lieber tragtiere benutzt. vielleicht waren sie auch nur so schlau, weil sie sich unterwegs vorwiegend von popcorn ernährt haben. das soll ja schlau machen.

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