Frage von DieVierundIch, 123

Gibt es ein Wirtschaftsystem das besser, bzw. gerechter ist als der Kapitalismus?

Antwort
von berkersheim, 13

Der Grundirrtum ist, dass ein SYSTEM die Gerechtigkeit besorgen kann. Jedes System wird von Menchen gemacht, genutzt, ausgenutzt und evtl. in der vielleicht guten Grundidee verfremdet oder sogar für kriminelle Machenschaften missbraucht. Es hängt an den Menschen, wachsam zu sein bezüglich der Frage, wie weit sie in die grundlegenden Entscheidungen involviert sind, wie weit sie notwendige Korrekturen vornehmen können. So ist eine Parteiendemokratie, die dem Wahlvolk keine Möglichkeit lässt, Fehlentwicklungen der Parteien z.B. in der Bildung von Selbstbedienerseilschaften zu Lasten des Wahlvolks immer in Gefahr, dass ein ursprünglich gut gedachtet System in die Irre geht. Ein gutes Beispiel ist Europa, das sich immer mehr zur Brüsseler-Beamtendiktatur entwickelt.

Der Kapitalismus als Wirtschaftssystem ist weltweit mit den unterschiedlichsten politischen Systemen verknüpft. Wer will die Königs- und Religionsdiktatur von SaudiArabien mit der Demokratie in der Schweiz vergleichen, obwohl beide als Wirtschaftsystem soetwas haben, was man allgemein als Kapitalismus bezeichnet. In der Schweiz hat das Wahlvolk über das politische System ganz andere Möglichkeiten, Strukturen und Gestaltung des ökonomischen Systems mitzugestalten. In Deutchland ist das, was man Kapitalismus nennt, durch die Sozialpflichtigkeit im Grundgesetz und durch viele reglementierende Gesetze gebunden. Es wäre Sache der Wähler, darauf zu achten - wenn sie denn auch wüssten und sich interessierten, worum es da geht. Man kann die Menschen im extremen Fall zum Brunnen tragen, aber saufen müssen sie immer noch selbst. Das besorgt ihnen kein System.

Kommentar von Ifm001 ,

Dem ist fast nichts mehr hinzuzufügen ... ausser, dass die deutsche Bevölkerung geradezu ein Beispiel dafür ist, wie man zusieht, dass ein gerechtes System von deren Politikern und Lobbyisten auseinander genommen wird ... und das nur, weil zu viele zu faul sind, sich mit den Dingen auseinanderzusetzen.

Antwort
von voayager, 10

Ein entwickelter Sozialismus und damit meine ich einen in einem entwickelten Industrieland ist gewiß für die breiten Massen nützlicher als der Kapitalismus, erst recht der Kommunismus erfüllt seine effizientesten Dienste in Sachen Bedürfnisbefrriedigung der Massen. Gerechter ist der Sozialismus nicht unbedingt als der Kapitalismus, wenn man bedenkt, dass er sweine Feinde niederhalten muß, damit er sich behaupten kann, es sei denn man sieht dies als gerecht an. Im übrigen interessiert mich Gerechtigkeit nicht so sonderlich, denn damit wird man meist nicht materiell gesättigt, mögen daher die Pfadfinder sich mit derlei Dingen herumschlagen.

Antwort
von DietmarDreist, 36

"Gerechtigkeit" kann es nur geben, wenn die Produzenten der Dinge auch selbst über das von ihnen produzierte bestimmen und sich nicht ausbeuten lassen müssen. 
In einer Zeit, in der die Wirtschaft solche Dimensionen angenommen hat wie heute, ist das nur möglich, indem man die Produktionsmittel vergesellschaftet und an die Stelle der Marktanarchie eine planvolle Wirtschaft die auf die Interessen der produzierenden Bevölkerung gerichtet ist durchsetzt. 
Das hieße Planwirtschaft. 

Kommentar von atzef ,

Diesen Quatsch haben manche jahrzehntelang geglaubt und praktiziert, sind damit aber gigantoman gescheitert.

Kommentar von DietmarDreist ,

Der Niedergang des Sozialismus ist ein Anhaltspunkt und kein Beweis für seine Untauglichkeit. 
Fest zu stellen ist, dass der Sozialismus, beispielsweise in der Sowjetunion gewaltige Produktivkräfte freigesetzt hat, bevor er verraten wurde. 
Wenn sie keine bessere Argumentation zu liefern haben als "Hat ja schonmal nicht funktioniert" dann schweigen sie lieber. 

Kommentar von atzef ,

Womit du selber gleich auch die Lieblingsbeschäftigung von Anhägern des vermeintlich real existiert habenden Sozialismus vorführst: Unterdrückung und Abschaltung abweichender Meinungen. :-)

Der Sowjetkommunismus ist an seiner Unfähigkeit zugrundegegagnen, mit der wirtschaftlichen Entwicklungsdynamik des Kapitalismus Schritt zu halten und den Menschen auch nur ansatzweise einen gleichen Lebensstandard zu gewähren, wie er in entwickelten kaitalistischen Ländern vorherrscht. "Verrat" ist da nur das legitimationsideologische Geschwafel von Verlierern und Versagern vor der Geschichte.

Selbst Hartz 4-Empfänger leben in der Bundesrepublik besser, als zahlreiche Rentner oder Niedriglohnbezieher in der DDR je gelebt haben.

Kommentar von DietmarDreist ,

Eine Meinungsäußerung ohne Argumentation ist eben bloß eine Meinungsäußerung aber keine Grundlage für eine Diskussion. Die Benennung dessen als Unterdrückung zu bezeichnen finde ich ehrlich gesagt sehr amüsant aber bitte. =) 

Der Sojwet"kommunismus" ist vor allem einmal daran zugrunde gegangen, dass die Diktatur des Proletariats zugunsten einer Diktatur der Funktionäre preis gegeben wurde.
Die Sowjets wurden ihrer Rolle als Führendes Organ des Staates faktisch beraubt. Eine auf Volkseigentum aufbauende Planwirtschaft hört auf eine solche zu sein, wenn sie sich ihrer Demokratie beraubt. Ein Sojwetsozialismus hört auf einer zu sein, wenn die Sowjets(Räte) ihre Rolle in ihm verlieren. 
Sie fragen nicht nach meiner politischen Überzeugung, sondern unterstellen mir einfach das was sie unter einem Kommunist verstehen, wobei sie zwischen Lenin, Stalin, Chrustschow und Gorbatschow in keinster Weise zu differenzieren scheinen. 

Das einzige was sie zu kritisieren scheinen, ist die Machbarkeit der Planwirtschaft. Jedoch kann Planwirtschaft nur funktionieren, wenn es eine funktionierende Rätebewegung, eine funktionierende Initiative von unten gibt. Diese Rätebewegung weist zum Beispiel eine DDR niemals auf, sie ist der Versuch den Sozialismus mit bürgerlich demokratischen (leider sogar schlechteren bürgerlich demokratischen) Methoden um zu setzen. Was natürlich einen Widerspruch zwischen den wirklichen Gegebenheiten und der Gedankenwelt der Regierenden erzeugt und eine Planwirtschaft absurd werden lässt. 

Wenn wir vom politischen System reden und nicht von der Wirtschaftsweise, so ist es hier noch viel unzulässiger keine Differenzierung zu treffen, zwischen den verschiedenen Entwicklungsphasen. 
Und nein, kein Hartz 4 Empfänger hat einen höheren Lebenstandard als ein Bürger der DDR, das ist schlichtweg Unsinn und hat mit der Realität nichts zu tun. 
Genau so wie es Fakt ist, dass die Sowjetunion von einem Land in dem der Großteil der Bevölkerung nicht einmal lesen und schreiben konnte, neben der USA zur zweiten absoluten Großmacht in der Welt aufgestiegen ist. Das zeugt nicht gerade von der wirtschaftlichen Impotenz der Planwirtschaft. 

Antwort
von Therommover85, 39

Da gibt es natürlich viele verschiedene Ansichten.

Manche Leute finden den Kapitalismus das gerechteste Wirtschaftssystem, ganz nach dem Motto: Jeder ist seines eigenes Glückes Schmied

Das direkte Gegenteil wäre natürlich ein Kommunistisches Wirtschaftssystem in das der Staat eingreift, um größere Anhäufungen von Privatbesitz zu verhindern.

Wahrscheinlich ist eine Mischung die beste Alternative, diese Frage kann ich allerdings nicht sicher beantworten, da ich die Folgen nicht einschätzen kann.

Kommentar von MrHilfestellung ,

Grundsätzlich eine ziemlich gute Antwort mit dem Fehler, dass im Kommunismus per Definitionen keine Staaten mehr existieren.

Antwort
von YDerKellerY, 14

Es ist noch keines ausprobiert worden, das besser ist. Ich bin aber sehr wohl der Überzeugung das es besser geht. Heute haben wir übrigens nicht den reinen Kapitalismus, weil das Geld von Staaten militärisch verteidigt wird. Mit Bitcoin zB kommen wir dem reinen Kapitalismus schon näher. Vielleicht wird die Zeit kommen wo man sich die Währung selbst aussuchen kann. Das wäre schon einiges besser als Heute.

Aber es gibt noch andere Ideen, den Plan B der Wissensmanufaktur zB. 

Über den Kommunismus wurde ja schon genug gesagt, nicht wirklich eine Alternative. 

Wenn dich das Thema wirklich interessiert empfehle ich dir "Das nächste Geld" von Christoph Pfluger zu lesen.


Kommentar von YDerKellerY ,

Hier der Link zum Plan B: 

https://www.youtube.com/watch?v=l2ApFesIGdc

Antwort
von MrHilfestellung, 22

Das ist eine Frage, die nicht befriedigend beantwortet werden kann.

Ich bin Kommunist, ich halte also den Kommunismus für das bessere politische und wirtschaftliche System.

Ich weiß, aber dass es den Kommunismus noch nie gab und alle Versuche sich in Richtung Kommunismus zu bewegen bisher gescheitert sind.

Kommentar von DietmarDreist ,

Sie sind also Kommunist und nicht überzeugt von der Überlegenheit einer sozialistischen über eine kapitalistische Wirtschaft ? 
Mir scheint sie sind eher Anarchist und obendrein noch Utopist als Kommunist. 

Kommentar von MrHilfestellung ,

Ich halte den kommunistischen Anarchismus für das bessere System.

Ich glaube aber nicht an ein kurz- bis mittelfristiges Erreichen dieses Ziels.

Aber ich habe doch nie behauptet, dass eine kapitalistische Wirtschaft besser ist als eine sozialistische Wirtschaft?

Ich halte aber die bisherigen Wege den Sozialismus zuerst in einem Land mit Hilfe einer autoritären Diktatur zu erreichen für falsch.

Antwort
von soissesPDF, 5

Das nannte sich einmal soziale Marktwirtschaft.
Wirtschaft und Wohlstand zusammendenken.

Seit dem Fall der Mauer wird neoliberalisiert.
Wenn jeder an sich selber denkt ist am Ende an jeden gedacht.

Den Vogel vollends abgeschossen hat die SPD mit der Agenda 2010.
Und die CDU, mit Merkels Sparpolitik.
Renten kürzen um arme Banken zu retten.

Antwort
von kevin1905, 23

Nein!

Eine freie und vor dem Gesetz gleiche Gesellschaft wird niemals komplette wirtschaftliche Gleichheit erreichen.

Das liegt einfach daran, dass Menschen in Charakter, Fähigkeiten, Intelligenz etc. nunmal nicht gleich sind.

Ich persönlich finde es schlimm, dass der Kapitalismus immer herhalten muss als Sündenbock für alles was auf der Welt schief läuft. Dabei geht es uns heute im Schnitt besser als vor 100 Jahren.

Wir haben gar keinen echten Kapitalismus mehr. Zu viel Verflechtung und Staat und Wirtschaft, dadurch Überregulierung und Interessenkonflikte.

Kommentar von Ifm001 ,

Eine freie und vor dem Gesetz gleiche Gesellschaft wird niemals komplette wirtschaftliche Gleichheit erreichen.

Die Frage ging Richtung "gerechter", nicht Richtung "gleicher".

Kommentar von kevin1905 ,

Dann müsstest du definieren, was genau du unter gerecht verstehst.

Für mich ist es gerecht, dass nicht alle Menschen den gleichen materiellen Besitz haben.

Antwort
von Philippus1990, 17

Nein. Vor allem keines das funktioniert. Kapitalismus ist die natürliche Wirtschaftsordnung, weil sie den Mensch so nimmt wie er ist: Ein Subjekt, das vor allem den eigenen Vorteil sucht. Daraus kann unglaublicher Wohlstand zu Nutzen aller entstehen, wie man an allen kapitalistischen Länder sehen kann.

Kommentar von YDerKellerY ,

Wie kommst du auf "unglaublich"? In den USA braucht man als Familie z.T mehr als 2 Jobs wenn die Kinder auf eine Privatschule sollen, was dort nötig ist.

Dann gibts da Probleme wie "geplante Obsoleszenz" die ohne Kapitalismus wohl nicht da wären. Also so unglaublich find ich das nicht.

Du gehst davon aus, das der "Westen" kapitalistisch ist, oder?

Kommentar von Philippus1990 ,

Wieso sollte es in den USA "nötig" sein seine Kinder auf eine Privatschule zu schicken? Und woher willst Du wissen wie viele Jobs eine Familie in den USA braucht?

Antwort
von skjonii, 48

Das ist eine Gretchenfrage.

Kommunismus ist für viele das gerechteste System. Andere sagen, wer besser arbeitet, soll auch besser belohnt werden. 

Fakt ist, dass der Kapitalismus das einzig stabile System zu sein scheint. 

Kommentar von atzef ,

Welcher Kommunismus? Wo gibt es den? Wo verstecken sich diese "Vielen"? Ich habe sie noch nicht gesehen.

Kommentar von skjonii ,

Es geht um das Prinzip des Systems, nicht um die Umsetzung. 

Hast du ernsthaft noch niemals jemanden getroffen, der sozialistische und kommunistische Ansichten vertritt? Schon mal was von Sozialen Medien gehört? Dann begib dich da mal auf die Suche ;)

Kommentar von atzef ,

Es geht um die Frage des Fragestellers. Und der fragt nach der Existenz eines solchen Systems. Ein solches System hat aber noch ie existiert.

Kommentar von voayager ,

wohl wahr atzef, einen Kommunismus hat es bis jetzt noch nie in der Welt gegeben !!

Kommentar von Fielkeinnameein ,

Stabil? Sieht man ja aktuell wie stabil der Kapitalismus ist.

Kommentar von voayager ,

das sagst du in deinem mentalen Leichtsinn, obwohl du doch auch sehen müßtest, dass die EU so was von krisengeschüttelt ist. Wie man weiss, ist doch aber die EU eines der Bollwerke des Kapitalismus.

Kommentar von skjonii ,

naja, bisher ist es doch immerhin stabiler als alles andere oder? Und zur Frage des Fragestellers: der Kommunismus existiert als System und wurde mehrere Male erfolglos versucht umzusetzen.

Kommentar von skjonii ,

Nur weil es nicht als Staatsform umgesetzt ist, heißt das doch nicht dass es als Prinzip nicht existieren kann.

Antwort
von Joergi666, 21

die Soziale Marktwirtschaft - zumindest in der Theorie.

Antwort
von EliasBentham, 24

da gehen die meinungen ausseinander

Antwort
von lupoklick, 6

Der "Kapitalismus", den sich die Jünger Marx´ als Feindbild zum "Kommunismis" und "Sozialismus" immer wieder neu ausdenken, ist bei uns dirch "Soziale Marktwirtschaft" längst überholt.

Eine "Ideologie" , schmerzhaft wie Rheumat-ismus, braucht kein Mensch, außer zum Zwecke politischer Verleumdung... FREIHEIT statt Gedankenfesseln hat uns das "Wirtschaftswunder" beschert...

Unser System hat das "Besser-Gen" schon  in sich, weil es sich den Erfordernissen der Zeit anpassen kann....

Den ISMUS-Fans sei gesagt: " Willst du Gott zum Lachen bringen, dann mache einen Plan..."


Antwort
von Topotec, 21

Theoretisch...Ja!

Praktisch...Nein!

Antwort
von Marc8chick, 21

Sozialismus

Kommentar von Topotec ,

Funktioniert nicht!

Kommentar von Marc8chick ,

Ich rede nicht von Hardcore Sozialismus sondern meine nur Banken und z.b. Mietwohnungen sollten erstmal verstaatlicht werden und es sollte eine reichen Steuer geben und dann kann man sehen wie es weitergeht.

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