Frage von Anonym711, 113

Gibt es ein Gewohnheitsrecht, das bei Verkauf einer Eigentumswohnung greift ohne dass Teilungserklärung diese Fläche als Eigentum des Verkäufers definiert?

In 2009 haben wir eine Eigentumswohnung im EG eines Hauses gekauft, eine weitere Eigentumswohnung befindet sich im 1. OG. Als wir kauften und kurze Zeit später unsere Miteigentümer, war die Wohnung im 1.OG lediglich durch die Treppe vom gemeinschaftlichen Hausflur getrennt, nicht aber durch eine Wand mit Wohnungstür. Da zu dieser Wohnung eine Dachterrasse gehört die durch Abtrennung der Wohnung von Treppe und Flur nicht von der Wohnung aus hätte betreten werden können haben wir auf die entsprechende Frage hin zugestimmt, dass die Käufer eine Abtrennung schon im Flur des Erdgeschosses durchführen dürften. Die Teilungserklärung wurde damals nicht entsprechend geändert. Nun vermuten wir, dass die Eigentümerin ihre Wohnung im 1. OG verkaufen will. Eine Information darüber gibt sie uns nicht, aber die Anzeichen sprechen dafür. Darf sie ihre Wohnung so verkaufen wie sie ist, oder muss sie vorher eine neue Teilungsvereinbarung zusammen mit uns erstellen lassen? Sollten wir verkaufen wollen, käme ein Verkauf ansonsten auf Basis einer falschen Teilungserklärung zustande. Können wir den Rückbau der Abtrennung fordern? Für Ihre Antwort im Voraus vielen Dank.

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Antwort
von Interhyp, Business Partner, 98

Hallo Anonym711,

ich empfehle Dir in diesem Fall einen Rechtsanwalt zu kontaktieren, da es sich hierbei um ein rechtliches Problem handelt und wir ausschließlich auf Vermittlung von Baufinanzierungen spezialisiert sind.

Viele Grüße

Ralf Sindermann
Interhyp AG

Antwort
von schleudermaxe, 100

... also, da kann wirklich etwas nicht stimmen und es wird auch keine Baugenehmigung/Abgeschlossenheitserklärung geben, fürchte ich, Somit Schwarzbau mit Aufforderung zum Rückbau, so jedenfallls meine Glaskugel. Viel Glück.

Antwort
von Kuestenflieger, 104

Gewohnheitsrecht gibt es in einigen Ehen , sonst nicht . Steht die Dachterrasse in ihrem Kaufvertrag ?

Kommentar von Anonym711 ,

Nein, die Dachterrasse nicht, es geht auch nur um den Treppenaufgang. Sollte dieser einer Reparatur bedürfen oder ähnliches, müssten wir im EG die Kosten mittragen obwohl nur genutzt vom neuen Eigentümer des 1. OG, da die Treppe und Fläche eigentlich Gemeinschaftseigentum ist.

Kommentar von chriskmuc ,

Ohne genaue Kenntnis des Wortlautes der TE und ggf. einer Zustimmung, kann nichts "definitives" mitgeteilt werden.

Ohne Eintrag in das Grundbuch (also das die TE geändert wurde) - gehen Zusagen des derzeitigen Eigentümers nicht auf einen Erwerber über.

Sie haben ggf. gute Chancen einen Rückbau gegen einen Erwerber zu fordern. Aber es gibt auf beiden Seiten ggf. Fachstricke und gute Argumente. Der mit dem besseren Anwalt gewinnt, im Fall der Fälle.

Sie sollten die jetztige Eigentümern ggf. mit Einschreiben/Rückschein in Kenntnis setzen, dass die damalige Zustimmung nur für Sie galt und keinesfalls auf einen Erwerber übergeben wird. Einen pot. Käufer habe Sie darauf hinzuweisen.

Macht Sie das nicht, dann könnte der Erwerber ggf. auch gegen die derzeitige Eigentümerin vorgehen.

Aber warum störte das bei der jetztigen Eigentümerin nicht? Und bei einem Neuwerber schon?

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