Frage von sachengibts, 144

Gibt es eigentlich wirklich Geld?

Hallo zusammen,

ich wollte mal fragen ob ein positiver (vielleicht sogar negativer) Wert herauskommt, wenn man alles Geld auf der Welt (positiv) mit allen Schulden auf der Welt (negativ) addieren würde, oder ob der Wert gleich Null wäre. Als ich darüber mal nachgedacht habe, ist mir klar geworden, dass ich eigentlich gar nicht weiß, was Geld eigentlich wirklich ist und wie es seinen Wert bekommt. Ich komme auf die Frage, weil ich im einer Youtube-werbung von der deutschen Bank gesehen habe, dass das deutsche Volk insgesamt ein Vermögen von etwa 2 Billion € hat. Das ist (vielleicht zufälligerweise) auch etwa das, was der Deutsche Staat an Schulden bei den Banken hat. Wenn man mal davon ausgeht (hier kann ich mich irren), dass die meisten Deutschen ihr Geld auf deutschen Banken haben und der deutsche Staat seine Schulden bei eben diesen Banken hat, würde das doch bedeuten, dass das, was wir Geld nennen eigentlich nicht existiert und nur das Verhältnich aus Schulden und Guthaben beschreibt. Dagegen spricht jetzt aber, dass die Seite www.visualcapitalist.com meint herausgefunden zu haben, wie viel Geld es auf der Welt insgesamt gibt (also nicht nur Bargeld, sondern auch Buchgeld und co.)

Hoffe jemand versteht, was ich nicht verstehe und antwortet mir mit einer Antwort, die hoffentlich nicht so kompliziert ist, wie ich sie mir jetzt schon vorstelle. ^^

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Iceboone, 18

Diese Frage ist sehr einfach zu beantworten.

Braucht man auch keinerlei Statistiken für zu wälzen.

Ich versuche es mal in einfach. Früher war Geld eine Art Inhaberpapier. Der Wert wurde quasi an Gold gebunden. Irgendwann ist diese Bindung aufgehoben worden und dann war es möglich, dass man mehr Geld in den Umlauf bringen konnte als es Geld gab.

Etwas ausführlicher wird es hier erklärt (wohlgemerkt in einfach):

Bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurden auch die Währungen untereinander durch das Abkommen von Bretton-Woods an Gold gebunden. Hierzu mehr in der Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Bretton-Woods-System.

Jetzt aber zu Deiner Frage. Du zahlst 1.000 € auf Dein Konto ein, dann müsste bei einem globalen Ausgleich die Bank 1.000,- € an jemanden anderes verleihen. Der zahlt beispielsweise 5% Zinsen darauf. Wo sollen die herkommen? Somit muss die virtuelle Geldmenge steigen, dies passiert in dem die Bank mehr Geld generieren darf, als sie tatsächlich "in der Tasche" hat. Tatsächlich ist es aktuell so, dass die Banken nur 1% benötigt, von dem was sie tatsächlich ausgibt.

Das bedeutet, dass Deine Bank aus Deinen 1.000,- € bis zu 100.000,- € generieren kann. Natürlich gleichen sich alle Gelder gegenseitig aus, weil Aktiva und Passiva immer gleich groß sind, aber wenn jetzt alle zur Bank rennen und ihr Geld abheben, dann hat die Bank nicht genug Geld, um dir Deine 1.000,- € zurückzugeben.

Wenn jemand seine Schulden nicht zurückzahlt verliert derjenige leider sein Geld. Somit verschwinden durch Insolvenzen oder Schuldenschnitte die Gelder. Dann sinken Schulden und Guthaben. Die Summe auf beiden Seiten bleibt buchhalterisch gleich, die Konten im volkswirtschaftlichen Rechnungswesen verändern sich allenfalls durch Umbuchungen und Reduzierung.

Hmm...nach hinten raus, ist es vielleicht nicht mehr so leicht.

Also Schulden und Guthaben sind immer gleich, aber nicht durch echtes Geld gedeckt.

Zu Deiner Herleitung ist es jedoch nur Zufall. Die Aufteilung der Gläubiger weichen doch sehr stark von Deiner Annahme ab. Über 60% waren 2013 ausländische Gläubiger. Wenn mich nicht alles täuscht, ist die Schweiz einer der größten Gläubiger.

Wenn Du mehr darübber wissen möchtest, kannst Du dich da ja mal ein bisschen weiter reinlesen:

http://www.haushaltssteuerung.de/weblog-glaeubiger-der-staatsverschuldung-von-de...

https://de.wikipedia.org/wiki/Mindestreserve

Ich hoffe ich habe es geschafft Deine Frage richtig zu interpretieren.

Viel Spaß beim recherchieren ;)

Gruß Volker

Antwort
von napoloni, 32

Coole Frage :o)

Im Prinzip fragt du dich, ob der Geldwert positiv ist, wenn man die Schulden insgesamt abzieht. Dem wird so sein, denn im Anfang steht eine Geldmenge, die in den Wirtschaftskreislauf gegeben wurde. Wenn jetzt jemand Schulden macht, gibt es auf der anderen Seite immer jemanden, der sie bereitstellt.

Geld ist aber eine ziemlich virtuelle Angelegenheit. Unsere Notenbank stellt so viel Geld bereit, wie es zum Erhalt der Stabilität sinnvol erscheint. Andere Notenbanken drucken einfach so viel Geld, wie sie zum Begleichen der Staatsschulden brauchen. So gibt es also immer mehr Geld - Minusgeld gibt es ja nicht. Ob das Geld am Ende etwas wert ist, ist eine andere Frage^^

Vermögen gibt es aber auch. Und das besteht nicht nur aus Geld, sondern auch aus Sachwerten: Land, Gebäude, Wertgegenstände, Werkzeuge, Maschinen und Gedöns.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/finanzsystem-von-schulde...

Antwort
von Innovate, 24

Vielleicht hilft hier eine Volkswirtschaftliche Betrachtung: Die (reale) Geldmenge spiegelt immer den Wert aller Güter einer Volkswirtschaft (also Produkte, Dienstleistungen).

Dementsprechend kann man sich auch eine Volkswirtschaft ohne Schulden vorstellen, in der aber ein positiver Geldbestand ist. Gäbe es nämlich keine Schulden, gibt es trotzdem den Wert der Güter.

Demnach ist die Ansicht das alle Schulden und Guthaben saldiert null ergeben offensichtlich falsch.

Exkurs zur Frage was Geld ist:

Geld ist nichts weiteres als ein Tauschmittel. Geld an sich hat keinen Wert. nur die Güter, die hinter dem Geld stehen, verleihen ihm den Wert. Der Wert von 5€ wird z.B. dadurch bestimmt, dass du dafür an einer Bar dafür ein belegtes Brötchen bekommst.

Es ist die Aufgabe von Zentralbanken die Geldmenge anhand der Volkswirtschaftlichen Leistung anzupassen. Steigt also der Wert aller Güter (z.B. durch neue Erfindungen), wird mehr Geld in der Volkswirtschaft benötigt, damit nicht die Preise steigen (Deflation) und Preisstabilität weiterhin gegeben ist.

Antwort
von ErdeUndWind, 53

Angenommen ein Guthaben=Schulden ist unser Ausgangszenario (Mal bezogen auf die ganze Welt).

Und von diesem hypotetischen Gleichgewicht an passieren viele Sachen, die das in Ungleichgewicht bringen. Leute verkaufen Dinge und schaffen mehr Geld, ander bekommen Schuldensschulden angerechnet, dazu kommen krimminelle Akte und Kapitalverbrechen und Finanzspekulanten, die auf Geld wetten, das es gar nicht gibt.

Isgesammt gibt es wohl immer mehr Geld als Schulden, aber das Geldsystem läuft ja nicht beliebig, sondern wird wird von jeder einzlnen Entscheidung seiner Protagonisten beeinflusst, und von den grössten auch geplant (z.B. IWF). Früher nannte man sowas Planwirtschaft. Heute heißt es Kapitalismus.

LG ErdeUndWind

Antwort
von Haters69, 29

Geld ist nur eine Illusion und irgendwann wird das ganze System zusammenbrechen.
Im Grunde ist Geld wertlos und funktioniert nur so lange "alle mitspielen".
Es gibt the Federal Reserve Bank (USA) die LEGAL unendlich Geld drucken DÜRFEN. Natürlich wird das nicht an die große Glocke gehängt. So gut wie alle Staaten sind hoch verschuldet. Naja das ganze ist sehr kompliziert. Dazu kann ich dir die Bücher von Paul C. Martin empfehlen, die sind aber schon etwas älter.

Antwort
von Teodd, 53

Du denkst, Wir haben mehr Geld als Schulden und kann man alle Schulden einmal loswerden? Oder du denkst, die Schulden sind künstlich erhöht und Geld ist auch künstlich von mächtigen Personen bestimmt?

Kommentar von sachengibts ,

Ich frage mich, ob sich Geld und schulden ( global betrachtet) ausgleichen. ^^

Kommentar von Teodd ,

Das muss du vllt viel suchen... Nicht alle Ländern stehen im Statistik. Wie ich einmal im Artikel gelesen habe, im Jahr 2015 internationale Schulden beträgt 200 Billionen Dollar.

Antwort
von Maaxx96, 38

Redest du hier von Buchgeld oder Bargeld?

Kommentar von Maaxx96 ,

hätte vielleicht richtig lesen sollen

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