Frage von Centario, 137

Gibt es die sogenannte "Schweigende Mehrheit" oder ist das nur eine Worthülse?

Wenn ja, warum entwickelt sich so etwas oder ist das nur so da? Und wem nützt sie oder wem schadet sie? Oder wird nur damit von einen Problem abgelenkt? Ich glaube den Ausdruck schon öfters gehört zu haben, bin aber ratlos.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von rallytour2008, 81

Guten Morgen Centario

Die schweigende Mehrheit wird auch stillschweigend,Zustimmung und als Ja 

bezeichnet.

Dabei gilt es zu unterscheiden in welchem Zusammenhang das steht.

Gruß Ralf

Kommentar von vierfarbeimer ,

"Wer schweigt, stimmt zu" (Sprichwort, Volksweisheit, Volksmund)

Antwort
von voayager, 42

Die schweigende Mehrheit gibt es und sie wird bewußt von den Herrschenden herangezüchtet, damit sie so ungestört ihre Herrschaftspläne und Gelüste ausleben können. Je demokratischer eine Gesellschaft ist, desto kleiner fällt die schweigende Mehrheit aus, denn Wer mitentscheidet, der wird sich sehr viel eher äußern, als Jene, die eh nix zu melden haben.

Es gibt mehrere Arten von schweigender Mehrheit. 1. jene die resignieren, weil sie ohnehin nicht zum Zug kommen und es gibt solche, denen gesellschaftliche Belange am verlängerten Rückgrat vorbeigehen. diese Gleichgültigen sind wiederum aufzuteilen zwischen solchen, die keinerlei Interesse an der Umwelt7Gesellschaft haben (Misantropen, Vergnügungsapostel, Drogenabhängige usw) und Jene, die Gleichgültigkeit als Schutzpanzer gewählt haben, um nicht zu resignieren.

Es wäre übrigens mal sinnvoll wenn Massenbefragungen nicht nur Konsumartikeln gilt, sondern Bezug nähme auf Leben allgemein sowie Gesellschaft und dsbzgl. Einzelfragen insbesondere. Doch haargenau darauf hat in einer bürgerlichen Gesellschaft hierzulande weder das Allensbach, noch das Emnid-Institut ein Interesse, auch keine bürgerliche Partei, kein Staatsorgan. In Frage kommen da allenthalben Stiftungen, wie z.B. die Shell-Studie oder die Hans-Böckler-Stiftung, Letztere dann allerdings mit ganz spezifischen Fragestellungen.

Fazit: Sowohl die Journaille, als auch die staatstragenden Parteien sowie der bürgerliche Staatsapparat haben ein Interesse, dass es eine schweigende Mehrheit gibt. Die schweigende Mehrheit selbst wäre/ist gut beraten dennoch aus ihrem Schweigen herauszutreten, damit es nicht wie im Brechtschen Sinne zugehe: "wer im Dunklen steht, den sieht man nicht". Ein Coming Out ist befreiend, läßt einem Wachsen, fördert den Geist und kann/wird Änderungen mit sich bringen, die nutzbringend für die Akteure und Ihresgleichen dann sind.



Antwort
von Blindi56, 65

Natürlich gibt es die "schweigende Mehrheit". Das sind diejenigen, die irgendwo organisiert (Verein z. B.) oder betroffen sind (Kunden z. B.), und deren Meinung evtl. wichtig wäre, die sich aber nicht mal äußern, wenn sie gefragt werden. Dann aber gerne hintenrum meckern...

Nützt den Veranstaltern, Leitern....da die ihre Pläne durchziehen können, schadet den Mitgliedern, Mit-Betroffenen, da deren wenige geäußerte Meinungen dann nicht zählen.

Kommentar von Centario ,

Hi, sind alles interessante Antworten. Ich folgere mal das in einer Demokratie die "SM" von der politischen Führung als "Ja" für sich in Anspruch genommen wird und in einer Diktator ein Bekenntnis abverlangt wird. Neutralität wird als dagegen ausgelegt. Ich bin für mehr Anworten immer noch offen. fG

Kommentar von Blindi56 ,

In einer Diktatur wird Neutralität als "dagegen" angesehen, ja, denn man ist gezwungen, "ja" zu  sagen.

Antwort
von doppelgemoppel, 10

Die schweigende Mehrheit, die du wahrscheinlich meinst, bezieht sich meistens auf die Politik. Ich persönlich glaube auch daran, da es in Deutschland oft so ist, dass bestimmte Themen tabuisiert werden und man schnell in die rechtsextreme Ecke gestellt wird, wenn man sie offen anspricht und kritisiert. 

Das führt oft dazu, dass viele auf der Arbeit, im Freundeskreis oder der Familie lieber den Mund halten, um nicht Probleme zu bekommen und somit nur noch das offen ausgesprochen wird, was politisch korrekt ist, obwohl doch mittlerweile viele Menschen gegen die derzeitige Politik sind. Das aktuellste Beispiel ist wohl die Flüchtlingspolitik.

Expertenantwort
von PeVau, Community-Experte für Politik, 55

Die schweigende Mehrheit ist ein Phantom, dem man alles mögliche unterschieben kann, vor allem die eigene Meinung, um diese eigene Meinung dann mit der vermeintlichen Autorität einer vermeintlichen Mehrheit zu versehen.

Die schweigende Mehrheit sieht das übrigens so wie ich. So! ;-)

Kommentar von Centario ,

Hi, sie wird herbei geredet um sie selbst über sie zu artikulieren und sich gleichzeitig damit eine Mehrheit sichern will?

Kommentar von PeVau ,

Es ist ganz einfach. Man beruft sich auf die Autorität einer behaupteten Mehrheit, um die eigene Meinung zu untermauern.

Kommentar von Ruehrstab ,

So! :)

Antwort
von Kickflip99, 57

"Schweigende Mehrheit" ist ein Kampfbegriff, der Unentschlossene / Unzufriedene auf eine bestimmte Seite ziehen soll, da sie dann denken, sie seien in der Mehrheit. Wird aktuell in Deutschland von den Rechtspopulisten um Pegida / AfD genutzt, ist aber wohl ziemlicher Unsinn, dass es sich wirklich um einen so großen Teil der Bevölkerung oder gar um die Mehrheit handelt. Diese Leute sind einfach nur besonders laut und auffällig. Wenn die AfD bei der nächsten Bundestagswahl 50 % holt, hatte ich Unrecht und wandere aus.

Kommentar von Centario ,

Hi, den Hintergrund oder Zusammenhang hatte ich nicht erwartet. fG

Antwort
von barfussjim, 19

Es ist ein politisches Schlagwort, dass überwiegend in rechten Kreisen, insbesondere im Kontext von Zuwanderungs- und Asylpolitik, verwendet wird. 

Kommentar von Centario ,

Danke, ich hatte das breite Spektrum in den Antworten nicht angenommen. Gerade an die re. Kreise hatte in dem Zusammenhang nicht gedacht. bevor ich die Frage gestellt habe war ich schon fast der Ansicht das es sich nicht lohnt und die Antworten mir nur bestätigen würden, das es dafür keine sinnvolle Erklärung gibt. fG

Antwort
von jaylenno, 42

Die schweigende Mehrheit. Das sind die, die in Umfragen "weiß nicht" angeben und den größten Teil der Befragten ausmacht. Wenn gesagt wird "... der Deutschen", dann muss die Umfrage repräsentativ sein. Das ist sie in der Regel nur, wenn sie von statistischen Institutionen durchgeführt wird. Selbst dann ist das anzweifelbar, wie die Einschaltquote.

Wenn eine Mehrheit schweigt, nutzt das immer dem (politischen) Mainstream, da alles einfach weiter läuft wie bisher.

Die sprechende Mehrheit kann etwas verändern oder die herrschende Politik bestätigen. 

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