Frage von Kokusnuss0000, 78

Gibt es die Nummernschild-Kameras auch mit Video-Aufzeichnung im Falle eines Unfalls?

Antwort
von implying, 39

du kannst dir eine dash-cam einbauen und die aufnahmen im falle eines unfalls dazu verwenden die sache mit deiner versicherung zu klären, z.b. dass du unschuldig warst. aber für alles was mit polizei oder dem gericht zu tun hat ist so ein video leider wertlos.

Kommentar von Kokusnuss0000 ,

Könnte man das Video dann nicht einfach Bearbeiten (Schneiden) das es in diesen 60 Sekunden vor dem Unfall bleibt???

Kommentar von implying ,

natürlich kann man das. das problem bei der sache ist nur, dass man im öffentlichen raum niemanden ohne sein wissen filmen darf, wenn die aufnahme nicht ausschließlich privat genutzt werden soll. und da das gericht nicht privat ist, darf es so ein video nicht zulassen, egal wie lang es ist.

so verstehe ich das jedenfalls.

Antwort
von AnReRa, 29

Die Kamera zeichnet gar nichts auf, sondern schickt das Bild einfach nur an den Monitor im Fahrzeuginnenraum.
Je nach System kann man das Videosignal dort natürlich aufzeichnen.

Die Kamera wird aber i.d.R. nur beim Rückwärtsfahren aktiviert und von der Ausrichtung her ist die Kamera ja auch nur sehr eingeschränkt für die Umfeldüberwachung brauchbar. 
Und dann gibt es immer noch das Problem, dass in Dland eine Daueraufzeichnung rechtlich nicht verwertet werden darf.
Also müsste die Kamera schon hellseherischerweise 60 Sekunden vor dem Unfall anfangen aufzuzeichnen ...


Kommentar von Kokusnuss0000 ,

Könnte man das Video dann nicht einfach Bearbeiten (Schneiden) das es in diesen 60 Sekunden vor dem Unfall bleibt???

Kommentar von AnReRa ,

Darum geht es nicht.
Grundsätzlich ist das (ungefragte) Aufzeichnen von Personen auf öffentlichem Grund zunächst unzulässig, weil es (rein rechtlich) einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen darstellt.
Auf öffentlichem Grund ist das der Staatsmacht vorbehalten und auch hier muss abgewogen werden, welche Interessen höher einzuschätzen sind.
Zudem muss auch ausdrücklich auf die Aufzeichnung  hingewiesen werden. Also z.B. im Kaufhaus - wenn Du nicht gefilmt werden willst, dann musst Du ja das Kaufhaus nicht betreten. 

Sofern Du also nicht nachweisen kannst, dass die Aufzeichnung ausschließlich fallbezogen erfolgte (daher das Hellsehen) , darf ein Gericht die Aufzeichnung nicht verwerten.
Es gibt inzwischen eine Reihe von Urteilen, die DashCam-Videos als Beweis abgelehnt haben.
Mir ist ein einziger Fall bekannt, da hat der Besitzer beweisen können die Kamera fallbezogen eingeschaltet zu haben.
Hier ging es wohl darum, dass in anderer VT verkehrsgefährdend unterwegs war, daraufhin hat der Fahrer die Kamera eingeschaltet und in der direkten Folge wurde dann der Unfall auf dem Video dokumentiert.

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