Frage von mxxnlxght, 59

Gibt es "den Mittelweg"?

Ich hatte heute Gruppentherapie. Interessante Themen sind aufgekommen. Man sitzt in einem Loch, kommt nicht raus. Manchmal gibt es Seile, die sich anbieten, sich hochzuziehen. Manche sind aber eine Falle weil das, was einen dann "hält" oder einem "halt gibt" nachlässt oder loslässt, der zweite, dritte, vierte oder sogar fünfte Schlag auf den Boden schadet einem immer mehr. Welchem Seil sollte man sich anvertrauen? Menschen, Hobbies...? Therapeuten sagen dann immer: den "Mittelweg" finden, was ich irgendwie schwachsinnig finde.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von vonGizycki, 8

Grüß Dich mxxnlxght!

Wenn man es richtig bedenkt, mxxnlxght, dann ist es ganz und gar nicht. Was ist denn die Mitte oder der Mittelweg?

Es ist die weiteste Entfernung von der Extreme.

Damit ist keinesfalls Mittelmaß gemeint, sondern die Kunst einen Grad zu beschreiten, der Dich persönlich im Gleichgewicht hält. Dabei wird klar, dass es "Die Mitte" nicht gibt, sondern immer nur ein Pendeln drumherum. Mal gerät man mehr in die radikalere Seite und ein anderes mal mehr in die liberale. Und immer sind die Erfahrungen, die man auf der einen und anderen Seite macht die entscheidenden Parameter, die einen in der Nähe der Mitte halten. Die Mitte ist ein Ideal, nach es sich zu streben immer lohnt.

Dazu gehören sowohl die eigenen Fehler als auch die eigenen Erfolge. Doch niemals wird beides zum Weg der Mitte führen, wenn man nicht die Bereitschaft entwickelt, lernen zu wollen. Das Leben ist immer auch ein immer währendes Experiment und Experimente haben die Eigenschaft, das man nicht weiß, wie sie ausgehen. Oder anders ausgedrückt: das Risiko des Scheiterns muss gewagt werden, um Zukunft zu gewinnen.

Und da lohnt es sich mal Dichter und Denker zu befragen:

„Aus den Trümmern unserer Verzweiflung bauen wir unseren Charakter.“

Ralph Waldo Emerson - Naturphilosoph

"Gegen das Fehlschlagen eines Plans gibt es keinen besseren Trost, als auf der Stelle einen neuen zu machen."

Jean Paul 
(1763 - 1825), eigentlich Johann Paul Friedrich Richter, deutscher Dichter, Publizist und Pädagoge

„Scheitern ist ein Umweg, keine Sackgasse.“

Zig Ziglar

"Die einzige Möglichkeit nicht zu scheitern ist nichts zu versuchen"

Bertrand Piccard Ballonfahrer

Herzlichen Gruß

Rüdiger


Kommentar von mxxnlxght ,

wow, vielen dank für deine ehrliche Antwort. Es hat mich zum denken angestoßen, vielleicht nehme ich ein paar deiner Gedanken mit in die Gruppe, wenn das ok ist :)

Kommentar von vonGizycki ,

Das ist immer OK und ich freue mich sehr darüber :-)

Antwort
von hileutewasgeht, 13

hey :)

Schwierige Frage... Wahrscheinlich ist es das Beste, sich mehrer "Seile" zu suchen, damit man nicht wieder so tief fällt, wenn es reißt. 

Grundsätzlich halte ich es aber für blöd, bei allem erst mal die Falle zu suchen, bevor man vertraut. Dann wird man nur misstrauischer und isoliert sich von anderen. 

Vertrauen würde ich, wenn dir dein Herz sagt, dass es das Richtige ist. Das klingt vielleicht kitschig, aber aus dem Bauchgefühl raus wissen die meisten Menschen am besten, was gut für sie ist.

Ich hoffe, du findest vor allem Menschen, die deine "Seile" werden, denn die halten dich am besten fest - meiner Meinung nach...

LG <3

Antwort
von Maimaier, 2

Es wäre wohl am besten, mehr als nur ein Seil zu packen (was dann wohl bedeutet, mehr als nur zu einem Menschen eine Beziehung aufzubauen).

Eigentlich geht es nicht um die "Mitte", sich in der Mitte des Schwarms halten, sondern darum wo der Weg hinführt. Was sind die Folgen? Die Folgen der Folgen? Miteinander, Kreis des Lebens.

Antwort
von silberwind58, 16

Den Mittelweg muss jeder für sich selber finden. Was magst Du denn lieber,Menschen oder Hobby? Vielleicht auch beides? Vielleicht auch mal die Einsamkeit um Dich zu finden oder zeit zu haben,nach zu denken,was Du überhaupt willst ?

Antwort
von Andrastor, 11

Ich finde die ganze Thematik mit den Seilen nicht sehr zielführend, aber das kann bei jedem anders sein.

Ich hab sehr gute Erfahrungen damit gemacht die eigenen Probleme auszulagern, sie zu personifzieren und sie dann "loszuwerden". Aber das ist ein ganz anderer therapeutischer Ansatz und muss nicht bei jedem funktionieren.

Kommentar von mxxnlxght ,

trotzdem danke :)

Kommentar von Andrastor ,

gern geschehen

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