Gibt es den evolutionären Flaschenhals bei Homo Sapiens, weil eine Insel besiedelt wurde?

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4 Antworten

Also zunächst einmal gab es zu keinem Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte nur zwei Menschen, das liegt unter der kleinsten überlebensfähigen Populationsgröße. Die mitochondriale Eva ist zwar ein echtes Phänomen, aber war nicht die einzige lebende Frau ihrer Zeit, und auch nicht die einzige Frau mit Nachkommen. Die Mitochondrien werden immer mütterlicherseits vererbt, und alle heute lebenden Menschen gehen nachweislich in mütterlicher Linie auf eine einzige Frau zurück.

Zur Anschaulichkeit: Wenn die mitochondriale Eva die Mutter deiner Mutter wäre, würdest du ihre Mitochondrien tragen, genau wie alle anderen aus deiner Familie, die in ununterbrochener weiblicher Linie auf deine Großmutter zurückgehen, also deine Geschwister, die Geschwister deiner Mutter und die Kinder deiner Tanten. Aber weder dein Vater, noch die Kinder deiner Onkel, noch der Vater deiner Mutter haben Evas Mitochondrien, sondern die ihrer eigenen Mutter. Angenommen, nur die Frauen aus deiner Familie würden Kinder bekommen, dann wiesen alle Kinder aus der nächsten Generation die Mitochondrien deiner Großmutter auf, unabhängig von der Abstammung ihrer Väter. Wiederholt sich das über mehrere Generationen, trägt schließlich eine sehr große Zahl von Menschen Evas Mitochondrien. Nach einigen Generationen  können auch die männlichen Nachkommen von Eva wieder Kinder kriegen, da sie mit irgendwann ihre eigenen entfernten Cousinen zusammenkommen, die ebenfalls Evas Mitochondrien-DNA teilen. Durch diesen Effekt gehen alle heute lebenden Menschen in ununterbrochener mütterlicher Linie auf eine einzige Frau zurück.

ABER: Den Berechnungen nach lebte die mitochondriale Eva vor über 170.000 Jahren. Der genetische Engpass der Menschheit fand aber erst vor  70.000 Jahren statt. In diese Zeit fällt aber der Adam des Y-Chromosoms (noch so ein irriger Name). Die Vererbung des Y-Chromosoms erfolgt, anders als die der Mitochondrien, nur von Vater zu Sohn. Alle heute lebenden Männer, und die meisten Frauen gehen damit in ununterbrochener väterlicher Linie auf einen einzigen Mann zurück.

Aber für Adam gilt dasselbe wie für Eva. Weder war er der einzige lebende Mann seiner Zeit, noch der einzige Mann mit Nachkommen, auch wenn die Menschheit zu dieser Zeit sehr klein war. Es gab aber immer erheblich mehr Menschen als nur zwei, die Schätzungen gehen von 1.000 bis 11.000 Menschen zu den schlechtesten Zeiten.

Auch die Wasseraffentheorie steht eigentlich in einem anderen Zusammenhang, nämlich mit dem Erwerb der typischen menschlichen Eigenschaften vor mehreren Millionen Jahren bei den vormenschlichen Arten. Der genetische Engpass vor 70.000 Jahren betrifft hingegen nur unsere eigene Art, den Homo sapiens. 

Den genetischen Flaschenhals auf Migration auf eine Insel zurückzuführen, wäre theoretisch möglich, ich halte das aber für hochspekulativ, da Hinweise in diese Richtung fehlen und eine Dezimierung der menschlichen Population in Afrika durch lokale Katastrophen, Seuchen und innerartliche Konflikte die einfachere Erklärung ist. Auch beim Inselszenario müssten schließlich die übrigen Menschen durch irgendwelche Ursachen ausgerottet worden sein. Warum sollte diese Dezimierung der Menschen bis an den Rand des Aussterbens dann nicht auch gleich Ursache des Engpasses sein?

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Kommentar von Maimaier
25.01.2016, 01:01

Vorfahren mit Fell (nicht Homo Sapiens) kommen auf eine Insel. Sie passen sich an, leben mehr im Wasser, dadurch verlieren sie ihr Fell. So wird aus einer Spezies eine andere, neue.

Homo Sapiens entsteht also nicht durch eine Katastrophe, sondern einem neuen Lebensraum, der Insel. Flaschenhals hängt damit zusammen.

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Das mit den 2 Menschen vergiss mal wieder schnell. Es waren weitaus weniger als heute, aber aus so wenig Individuen kann keine Art erhalten bleiben.

So eine Insel ist nicht bekannt. Auch gibt es keinerlei Funde die auf so etwas hindeuten. Was es einmal gegeben hat (und vielleicht versteckt heute noch gibt) waren Hobbits.

Menschen die nicht größer als 1,30 Meter werden konnten. Sie lebten in einem tropischen Regenwald (frag mich nicht welchem, Geographie ist nicht meine Stärke) und wurden von anderen Ureinwohnern vor gar nicht langer Zeit ausgelöscht. Zumindest die Gruppe von der man heute weiß, ob es tiefer im Regenwald noch mehr gibt, ist unbekannt.

Der Mensch und sein Vorfahre der Menschenaffe sind nicht dazu gebaut im Wasser zu überleben. Hätte es so eine Gruppe Menschen gegeben, hätten sie eher versucht im Inneren der Insel zu überleben und wahrscheinlich wären sie inselverzwergt worden.

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Unsere große genetische Ähnlichkeit miteinander lässt auf so einen genetischen Flaschenhals schließen. Allerdings sind unsere Vorfahren nicht auf eine Insel gewandert, sondern fast ausgestorben. Einige Forscher vermuten, dass ein Vulkanausbruch (Toba vor ca. 700000 Jahren) die Ursache für den starken Populationsrückgang ist.

Wahrscheinlich gibt es dazu noch mehrere Theorien.

Die Wasseraffentheorie finde ich sehr schön.  Bei Ausgrabungen  in Südafrika fand man in einer meeresnahen Höhle viele Schalen von Meerestieren, sie liefern die ideale Nahrung für uns und für den Aufbau unseres Gehirns.

Der Verlust des Fells hat wohl eher Vorteile bei der Hetzjagd. Wenn Mensch ein Wild wirklich lange verfolgen will, muss er ein ausdauernder Läufer sein, der Wärme über Schweißdrüsen abgeben kann.

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Kommentar von DiegoderAeltere
24.01.2016, 22:55

Du hast in deiner Antwort eine Null zuviel. Vielleicht kannst du sie realsausi2 abgeben, der hat eine zuwenig.

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Meines Wissens war die Gruppe ca. 100 Individuen groß. Mit Wasser hatte das aber weniger zu tun.

Auf ihrer Wanderung schon außerhalb Afrikas ereilte irgend eine Katastrophe die Population und hat sie fast ausgerottet.

Sollte jemand einen guten Link dazu haben, bitte posten. Ich habe neulich schon mal vergeblich nach relevanten Quellen gesucht.

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