Als ich kürzlich bei einer Kinderweihnachtsfeier Märchen vorlas (u.a. Die Nelke/Gebr. Grimm - ist schön kurz) fragten einige der aufmerksamen kleinen Zuhörer, was eine Amme sei. Das konnte ich ihnen ganz gut erklären, denke ich, aber auf die Frage, ob es Ammen noch gibt, wusste ich keine Antwort. Wisst ihr eine?

In Deutschland wohl kaum, in Indien habe ich das aber schon erlebt, dass eine Frau sich als Amme verdingte.
In der heutigen Zeit, in der für Säuglinge vom ersten Tag an die passende Babynahrung zur Verfügung steht, werden Ammen nicht mehr gebraucht.
Anders sieht es im Tierreich aus. Erst vorige Tage las ich einen Bericht, in dem eine Tigerin 4 oder 5 Ferkel säugte.
Oder denke an die Sage, dass eine Wölfin die Gründer der Stadt Rom, Pomulus und Remus, säugte.

In Europa oder den fortschrittlichen Ländern der Industrienationen wird es wohl keine Ammen mehr geben. Ersatz ist ja durch die fertige Babynahrung da. Aber in Ländern, in denen das noch nicht so ist, wird es wohl auch Ammen geben.

Zusatztip: Ich habe als Märchenerzähler erfahren, dass für Kinder, die den Begriff erläutert bekommen wollen eine passende Erklärung auch ist, dass die Amme so etwas Ähnliches ist, wie ein Kindermädchen, jemand der anstatt/zusätzlich für das Kind da ist. Denn gerade die Ammen in den Märchen waren ja nicht nur für das Ersatz-Säugen da, sondern waren wie eine zweite Mutter zu dem Kind. Der Still-Aspekt interessiert die jüngeren Kinder nicht so stark, als dass auf ihn ohne spezielle Nachfrage der Kinder eingegangen werden muss.

Ich glaube ich habe vor ein paar Monaten mal einen Bericht gesehen, dass Frauen die zuviel Muttermilch hatten, diese "gespendet" haben. Ist ja sowas Ähnliches :-))
sheela2011 am 19. Dezember 2007 12:58 Im Zeitalter von Aids wird das bei uns nicht mehr gemacht, da der Aufwand für eine Untersuchung der Muttermilch zu hoch und zu teuer wäre. So wurde es mir erklärt als ich bei meinem Sohn die Milch die ich zuviel hatte " spenden " wollte.
Jawohl. In der Südwest-Mongolei habe ich das genauso erlebt.