Frage von erklaerbaer95, 319

Gibt es biblische Argumente, die gegen die Aufnahme von Flüchtlingen sprechen?

Die Frage steht oben. Das ganze ist für eine Schularbeit und ich würde gerne beide Positionen beleuchten. Argumente, die für die Aufnahme von Flüchtlinge sprechen, habe ich schon genug. Vielen Dank!

Antwort
von ManuViernheim, 74

Es gibt Stellen in der Bibel die sagen, dass man sich wie ein Gast im fremden Haus verhalten soll.

  • Die 10 Gebote besagen unter anderem Du sollst nicht lügen.
  • Wenn einige Unwahrheiten erzählen nur um Asyl zu bekommen, dann ist das biblisch nicht vertretbar.
  • In der Bibel wird Habgier verabscheut. Einige kommen vielleicht nur um ein Haus, Auto usw zu bekommen.
  • Man soll nicht begehren des Nachbarn Weib. Siehe Silvesternacht.
Kommentar von OlliBjoern ,

Schön die negativen Seiten herausgesucht.

"ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen" (Matthäus 25, 43)

Du sagst "einige kommen vielleicht nur, um...". Ich sage "einige sogenannte Christen wollen vielleicht nur ihre Ruhe haben."

"Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HERR, HERR! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel."

Kommentar von OlliBjoern ,

Diese Art von "Christlichkeit" kann mir übrigens ziemlich gestohlen bleiben, da sind mir viele Atheisten lieber.

Kommentar von Zicke52 ,

@ManuViernheim: Ich kenne Deutsche, die "flüchten" in die Schweiz, um ein Zweithaus und ein Drittauto zu bekommen. Ist das Habgier?

Es gibt tatsächlich afrikanische und asiatische "Wirtschaftsflüchtlinge", die vielleicht nur kommen, um ein Dach über dem Kopf, ausreichend Essen, gesundheitliche Minimalversorgung für sich und ihre Familie, und Bildung für Ihre Kinder zu bekommen. Ist das Habgier? 

Antwort
von JTKirk2000, 77

Argumente dagegen wüsste ich keine, aber Argumente dafür habe ich schon in meinem Kommentar zur Antwort von MonkeyKing geschrieben.

Nächstenliebe nach der Lehre Jesu http://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus22,39 und nach dem Alten Testament http://www.bibleserver.com/text/EU/3.Mose19,18 und die Beschreibung von Beispielen, was die bedeutet, insbesondere zum Weltgericht http://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus25,31-46.

Kommentar von MonkeyKing ,

Hab dich oben falsch verstanden, denn du widersprichst mir ja nicht. Jedenfalls scheinst du mir doch ein rechter Bibel-Kenner zu sein.

Kommentar von JTKirk2000 ,

Hab dich oben falsch verstanden, denn du widersprichst mir ja nicht. 

Exakt,

Jedenfalls scheinst du mir doch ein rechter Bibel-Kenner zu sein.

Das eher weniger. Ich kenne mich vor allem im Neuen Testament etwas aus, aber bezüglich des Alten Testaments beschränkt sich meine Kenntnis nur auf ein paar Kapitel besonders der Genesis und ein paar weitere Verse bzw. Passagen.

Expertenantwort
von Nadelwald75, Community-Experte für Schule, 71

Hallo erklaerbaer95,

mach was draus:

Lev 19,33-34 Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. 34 Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.

Hiob 31,31:… Kein Fremder durfte draußen nächtigen, sondern ich öffnete
meine Tür dem Wanderer.

.... und dann noch zurn Arbeitserlaubnis: Deut. 24,14 - 15: 14 Du sollst den Lohn eines Notleidenden und Armen unter deinen Brüdern oder unter den Fremden(!), die in deinem Land innerhalb deiner Stadtbereiche wohnen, nicht zurückhalten.

Antwort
von MonkeyKing, 111

Bin kein großer Bibel-Kenner aber zumindest im Neuen Testament wohl nicht. Das würde der Lehre Jesus völlig widersprechen.

Kommentar von JTKirk2000 ,

Dazu braucht man die Bibel auch nicht großartig zu kennen, sondern nur ein paar Bibelstellen, nämlich http://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus22,39 und http://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus25,31-46 was die Lehre Jesu in diesem Punkt betrifft und die Idee ist laut der Bibel durch Christus nicht einmal eine Neuigkeit, denn auch im Alten Testament steht schon eine entsprechende Aussage (http://www.bibleserver.com/text/EU/3.Mose19,18).

Kommentar von MonkeyKing ,

Da musst du mir mal helfen - inwiefern spricht das gegen die Aufnahme von Flüchtlingen?

Kommentar von tanztrainer1 ,

Das spricht doch alles eher für die Aufnahme von Flüchtlingen!

Kommentar von MonkeyKing ,

Was anderes habe ich auch nie geschrieben. 

Kommentar von JTKirk2000 ,

Ich widerspreche nicht Deiner Antwort, sondern schreibe von Gegenbeispielen zur Frage des Fragestellers. Aber das hast Du offenbar bereits selbst erkannt, dass mein Kommentar nicht gegen Deine Antwort stand, sondern diese durch Beispiele bestärken sollte.

Antwort
von Jiggy187, 148

es gibt halt nur ganz rationale gründe, die gegen eine aufnahme von millionen sprechen und die auch nicht von der hand zu weisen sind 

Antwort
von botanicus, 41

Nein. Keines.

Antwort
von fricktorel, 29

Nein (1.Mose 47,6; 3.Mose 20,24; Hes.11,17).

Antwort
von hutten52, 105

Das Problem deiner Frage steckt in dem Begriff "Flüchtling". Es gibt wirklich vor Verfolgung Geflüchtete, das sind nach den Zahlen der Regierung jedes Jahr etwa 1 bis 2 %. Dazu kommen "Kriegsflüchtlinge" aus einem syrischen Kriegsgebiet. Das sind bis zu höchstens 40 %. Die anderen 60 sind weder verfolgt noch kommen sie aus einem Kriegsgebiet. Dazu kommt das Problem, dass die meisten so genannten "Flüchtlinge" ohne Ausweis einreisen und die Ämter nachträglich feststellen, dass viele "Syrer" gar keine sind, sondern andere Araber.

Durch die Aufgabe jeder Grenzkontrolle durch Merkel im September sind diese Unterschiede verwischt worden. Sie sind aber wichtig, auch für die biblische Sicht der Dinge.

Die Bibel fordert gewiss zur Hilfe für "den Nächsten" auf, wenn er in Not ist. Menschen aus Kriegsgebieten muss geholfen werden. Ob man sie alle nach D holt oder ob man ihnen in ihren dortigen Nachbarländern besser mit Geld helfen kann, ist die Frage. Ich glaube das letztere ist besser. 

Bei nicht wirklich Verfolgten oder unmittelbar Bedrohten sieht es anders aus. Sie wollen ihren Lebensstandard verbessern. Das ist ihr Recht, aber ich nehme auch in meiner Heimatstadt bedürftige Leute nicht in mein Haus auf und teile die Zimmer mit ihnen. Das machen auch 99 % der Christen nicht. Mein Haus wäre in Kürze überlaufen und wir wären alle arm.

Wahrscheinlich stellte sich auch Jesus das aber nicht so vor, dass eine unbegrenzte Zahl von Menschen aufgenommen werden muss, nur weil diese ihren Lebensstandard verbessern wollen. Wenn ein afghanischer Ladenbesitzer seinen Laden verkauft und Schlepper bezahlt, um nach Europa zu kommen, ist das wohl nicht mit der Hilfe für den am Wegrand liegenden Samariter zu vergleichen.

Außerdem: Martin teilte seinen Mantel mit dem Armen und ritt weiter. Er lud ihn nicht ein, in seinem Haus zu wohnen. 

Kommentar von Zicke52 ,

Also ich glaube nicht, dass eine effektive Kontrolle der Fluchtgründe an der Grenze möglich ist, das dauert doch viel zu lange. Man kann dort höchstens die vermutliche Identität feststellen, anhand eines Ausweises (der kann auch gefälscht sein) oder der Angaben der Flüchtlinge. Flüchtlinge ohne Ausweis kann man auch nicht zurückschicken, wohin denn?

Dann muss man die Leute erst mal provisorisch unterbringen, um ihre Anträge und Angaben in langwierigen Verfahren zu prüfen. Und zurückschicken kann man Flüchtlinge nur mit dem Einverständnis ihres Herkunftslandes. 

Also alles nicht so einfach.

Kommentar von hutten52 ,

Alle Länder kontrollieren ihre Grenzen. Wenn ich nach London fliegen will, muss ich mich mehrfach ausweisen, für die USA und viele andere Länder brauche ich ein Visum. Wenn ich das nicht habe, werde ich nicht hineingelassen. Eine Einreise ohne Ausweis ist in keinem Land möglich, nur in Merkelland.

Spanien stoppt seit zwei Jahren die Boote und bringt die Einreisewilligen in den Abfahrtshafen zurück. Man arbeitet mit den afrikanischen Ländern zusammen. So hat man den Schleppern das Handwerk gelegt. Es sterben fast keine Menschen mehr im Meer.

Langwierige Verfahren: Die Schweiz und Norwegen entscheiden die meisten Anträge innerhalb von 48 Stunden direkt an der Grenze und schieben sofort ab. Ohne Probleme.

Afrikanische Staaten dürfen sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Ihre Misswirtschaft ist ja mitschuld an der ganzen Sache. Man sollte ihnen klarmachen: keine Entwicklungshilfe ohne Rücknahme ihrer Staatsbürger.

Wenn wir all dies nicht tun, werden weiter viele angelockt, viele werden auf dem Meer sterben und Europa würde sich in den nächsten 10, 20, 30 Jahren radikal verändern.

 Im Klartext: Wir und unsere Kinder würden zusammen mit den Millionen aus Afrika und Nahost untergehen, weil Europa dann so wäre wie Afrika/Nahost.

 BItte die Interviews im Internet lesen von Professor Gunnar Heinsohn und Professor Paul Collier/Oxford. Die beiden erklären das sehr gut.

Kommentar von botanicus ,

Und weil angeblich alle dicht machen, müssen wir das auch tun? 

btw: Ist das biblisch? Wenn nicht, hat es mit der Eingangsfrage sowieso nichts zu tun.

Kommentar von Zicke52 ,

Hutten52, nein, kein Land schafft es, seine Grenzen in Bezug auf Flüchtlinge zu kontrollieren. Man sieht's ja an dem, was sich an den Zäunen abspielt, die einige (wenige) Länder aufgestellt haben, da sammeln sich die Menschenmassen und irgendwann durchbrechen sie die Zäune oder nehmen einen Umweg. Natürlich haben manche Ländere eine unmenschlichere Art, Flüchtlinge zu behandeln als andere. Sie stecken sie ins Gefängnis oder pferchen sie irgendwo zusammen, aber eine Lösung, sie loszuwerden, haben sie auch nicht. 

Dein Beispiel mit London ist kein Vergleich, da handelt es sich um eine reguläre Reise, und die steht den Flüchtlingen ja nicht offen. Glaubst du, die würden das nicht vorziehen? Solltest du aber über den Ärmelkanal oder den grossen Teich schwimmen, weil du nicht regulär reisen willst  (z.B. weil du ein gesuchter Verbrecher bist), würden dich die Engländer oder Amerikaner bestimmt nicht ins Wasser zurückwerfen, wenn du dort an Land steigst. Sie würden versuchen, deine Identität festzustellen, und wenn ihnen das gelungen ist, dich eventuell ausliefern. Aber bis das alles geschehen ist, bleibst du im Land. Schon das Problem mit der illegalen mexikanischen Einwanderung zeigt, daß die USA auch kein Zaubermittel haben.

Wenn die Spanier die Boote an den Abfahrtshafen zurückbringen, brauchen Sie schon mal die Erlaubnis des Abfahrtshafens, anzulegen. Ausserdem werden sie so nur die Flüchtlinge los, die aus dieser Richtung kommen, nicht die, die über Land kommen. Und sie umgehen die Genfer Flüchtlingskonvention, die festlegt, dass jeder Fall geprüft werden muss. Aber ich glaub, da gibt's eine Lücke, solange die Boote auf dem offenen Meer sind, ist kein Land zuständig (Australien beruft sich auch darauf). Aber wie ist es rechtlich überaupt möglich, dass jeder Boote auf dem Meer "abfängt" und sie dort hinbringt, wo er will? Mit welchem Recht? Da muss es doch einen Zuständigkeitsbereich geben. Ich kenne mich da ehrlich gesagt nicht genug aus. Aber da Deutschland ein Binnenland ist, ist diese Lösung sowieso hinfällig.

Und dass die Schweiz und Norwegen die meisten Identitätsfeststellungen  (auch bei Flüchtlingen ohne Papiere!), Antragsprüfungen und Verfahren innerhalb von 48 Std schaffen, glaube ich nicht. Das ist gar nicht möglich. Es sei denn, sie respektieren die Genfer Konvention nicht und schieben die Flüchtlinge ungeprüft ab (und auch hier wieder: wohin, wenn sie das Herkunftsland nicht kennen?). Wäre interessant, wenn hier ein Schweizer oder Norweger seine Stellungnahme abgeben könnte.

Man sollte nicht leichtfertig alle Afrikaner als Wirtschaftslüchtlinge etikettieren. In manchen afrikanischen Ländern wird man verfolgt, weil man die falsche Religion hat, der falschen Ethnie angehört, Albinos oder Homosexueller ist.  Und all diese Menschen haben nach geltendem Recht nun mal Anspruch auf Asyl oder subsidiären Schutz.

Kommentar von hutten52 ,

Die Balkanroute ist dicht. Das staut sich nichts mehr. Wenn die Ansage gemacht ist, versiegt der Zustrom. 

48-Stunden: Schau einfach mal im Internet, ist wirklich so.

Ich sage nicht, dass alle Afrikaner keinen Asylgrund haben. Das ist ja das Problem der Merkel-Politik, dass sie die Unterscheidung zwischen Asylanten und Einwanderern völlig aufgehoben hat. 

Selbst IS-Terroristen nutzen die Balkanroute. Einer fuhr fünfmal mit dem Auto durch Deutschland um Terroristen nach F und B zu schleusen. Aufhebung der Grenzen heißt eben auch freie Fahrt für Gewalttäter. Diesen Kontrollverlust werden wir uns bald nicht mehr leisten können, der nächste IS-Anschlag kommt sicher.

Kommentar von Zicke52 ,

hutten52: Das wäre mir neu, dass Merkel den Unterschied zwischen Asylanten und Einwanderern völlig aufgehoben hat. Es gibt also keine Asylverfahren mehr? Da lese und höre ich aber was anderes: Flüchtlinge, die seit Monaten oder sogar Jahren auf ihren Asylbescheid warten, oder in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zum Flughafen gebracht wurden und es nur einem mitleidigen Piloten, der sich weigerte, sie mitzunehmen, verdanken, dass sie noch hier sind.

Und Terroristen, die auf Europas Straßen herumfahren, ja sicher gibt's die. Einige davon Flüchtlinge, die meisten aber gebürtige Europäer  (jedenfalls war's bei denen, die die Anschläge in Paris und Brüssel organisiert haben, so). Weisst du, was das bedeutet, ALLE Autos (ja, auch deines), die von einem europäischen Land in ein anderes fahren, zu kontrollieren? Der Beamtenapparat, den's braucht, steht gar nicht zur Verfügung, und in Anbetracht der Ausbildungszeit würde es Jahre brauchen, um ihn entsprechend aufzustocken, falls man überhaupt genug Kandidaten findet. Jedes Auto müsste auf Herz und Nieren auf Waffenverstecke überprüft werden. Und wenn es keine Waffen mitführt, sondern nur zukünftige Terroristen, die sich bis dahin noch nichts Relevantes zuschulden kommen ließen und deshalb auf keiner Blacklist stehen, ist ds Ganze sowieso für die Katz. Die werden durchgewunken. 

Kommentar von hutten52 ,

Hallo zicke52: Es gibt natürlich Asylverfahren, aber es bleiben ja nahezu alle im Land, auch diejenigen, die nach dem Gesetz abgeschoben werden müssten. Wir brechen da laufend das Gesetz. Wir bauen selbst für abgelehnte Asylbewerber Wohnungen, so etwa in Bayern. Die Abschiebezahlen sind im Vergleich zu den Hereinkommenden sehr, sehr gering. 2015 kamen auf 200.000 registrierte Ausreisepflichtige – die aus Vorjahren aufgelaufen waren – etwa 20.000 Abschiebungen. 

Gleichzeitig befanden sich zwischen 180.000 und 520.000 „irregulär aufhältige“ Personen, also auch ohne Aufenthaltstitel, in Deutschland. Die Bundesregierung rechnet – Stand März – für 2016 mit 27.000 Abschiebungen bei 220.000 Ausreisepflichtigen. Obwohl über eine Million Asylbewerber eingereist sind, geht der Bund also nur von 20.000 Ausländern mehr aus, die das Land verlassen müssen.
Was anderes ist das als das totale Staats-, Justiz- und
Verwaltungsversagen?

Die Politiker fürchten eben die "schlechte Presse".´und brechen lieber ihre eigenen Gesetze.

Grenzkontrollen: Wir wurden an den Grenzen stets kontrolliert, bevor Schengen kam, das war kein Problem. Die Schweiz kontrolliert, Schweden ebenso, Dänemark etc. Australien ohnehin, Kanada, Neuseeland ... Nicht jedes Auto muss gefilzt werden, erfahrene Grenzer wissen schon, bei wem sie genauer hinschauen müssen, das ist Routine. Im Übrigen erwischt man nicht alle, da hast du recht, aber wie auch beim Ladendetektiv: Wenn er die Hälfte schnappt, ist das Problem halb so groß als ohne.

Ohne Kontrollen gibt D das Bild eines schwachen Staates. 

Ich bin sicher: Nach dem ersten großen Anschlag in D reden wir hier nicht mehr über den Sinn von Kontrollen, dann sind sie über Nacht da.

Kommentar von Zicke52 ,

@hutten52: So, die Balkanroute ist dicht, und jetzt? Stauen sich die Flüchtlinge in Griechenland - schon was von Idomeni gehört? - und die Schlepper machen ihre Runden unter den Flüchtlingen und bieten Ihnen neue Fluchtwege an. Das soll die Lösung sein? Die Mästung der Flüchtlingsmafia? - Genau deshalb war Merkel gegen die Schließung der Balkanroute: nicht weil sie die deutsche Bevölkerung "austauschen will", wie Verschwörungstheoretiker behaupten. Sondern "weil man es sich nicht in 27 Ländern gemütlich machen und ein Land mit den Problemen alleinlassen kann". Die Stimme der Vernunft.

Ich bin deinem Wunsch gefolgt und habe mich nach dem norwegischen Super-48-Stunden-Asylverfahren erkundigt. Und was fand ich da? Das Verfahren - übrigens sehr kritisiert auch in Norwegen und hinsichtlich seiner Rechtmäßigkeit bezweifelt - betrifft NUR Asylanträger aus sicheren Herkunftsländern!  2015 waren das insgesamt 700 aus 9 Ländern, demgegenüber standen mehr als 13000 aus anderen Ländern, dreieinhalb mal so viel wie im Jahr zuvor! Und die warten - man staune - laaange auf ihren Asylbescheid. Das 48-Stunden-Wunder ist also gerade ein Tropfen auf dem heissen Stein. Wusste ich's doch, dass sowas ganz und gar unmöglich ist. Gäbe es eine einfache Lösung, würde sie doch jeder übernehmen. Die Politiker sind ja keine Masochisten. 

Ach ja, bzgl. Schweiz hab ich gar nicht mehr nach dem 48-Std-Zeugs gesucht, aber bin auf einige Artikel/Foren gestoßen. Und was liest man da? Dass die Politik mit dem Flüchtlingsansturm überfordert ist, dass abgelehnte Asylbewerber nicht abgeschoben werden, dass schweizer Mieter aus den Wohnungen geworfen werden, um Asylanten Platz zu machen, dass für die schweizer Mindestrentner, Obdachlosen und alleinstehenden Mütter nichts getan wird, während man Flüchtlingen alles in den A.sch bläst, dass dieser Luxus ein Anreiz für alle anderen ist - kommt dir das bekannt vor? Komisch, nicht? Wo dort gar keine Merkel regiert. Die Situation in der Schweiz scheint also nicht so idyllisch zu sein, wie du suggerierst.

Die Wahrheit ist: du kannst in jedes Land schauen, das Flüchtlinge aufnimmt, das Gejammer ist überall dasselbe. Jeder glaubt, sein Land wäre das benachteiligste, sollen sich doch die anderen um die Flüchtlinge kümmern. Das ist die menschliche Natur.

Kommentar von OlliBjoern ,

Das Argument ist also: "das nächste Mal, wenn ich an einem Autounfall vorbeikomme, halte ich nicht an, sondern fahre weiter.
Wenn ich helfe, bestärke ich den Autofahrer nur darin, weiter zu rasen (beispielsweise)."

Denk mal nach...

Kommentar von hutten52 ,

Es ist schwer, das eigene Weltbild kritisch zu überprüfen. Ging mir genauso.

Wie gesagt, im Gespräch mit 10 Asylanten sagten alle, dass sie "Haus und Auto" erwarten. Die Anspruchshaltung wird von vielen Flüchtlingshelfern bestätigt, ebenso der religiöse Fundamentalismus.

Eine Flüchtlingshelferin, pensionierte Lehrerin und sehr freundlich zu den Asylanten, berichtete mir, dass ihre Schützlinge meist zu spät zum Deutschunterricht kamen oder von ihr aus ihren Zimmern geholt werden musste. Sie sagte ihnen  dann, dass man in D am Tag schon so 7 bis 8 Stunden arbeiten müsse. Die Asylanten hätten sie ausgelacht. Das sei nicht möglich, kein Mensch könne so lange arbeiten, nicht mal die verrückten Deutschen. Und wenn, dann sein das kein menschenwürdiges Leben, das sei jedenfalls nichts für sie.  Ich verbürge mich für die Seriosität dieser Informantin.

Die Ausbilder bei einem Vorzeigeprojekt für Asylbewerber-Lehrstellen in Rosenheim, ebenfalls mit großem Idealismus gestartet, sind ernüchtert. Die FAZ berichtet am 27.2.1016:

"Unter den Jugendlichen in Rosenheim sind vor allem Somalier,
Eritreer und Afghanen. Hier stellten sie große Unterschiede in
der Arbeitskultur fest, sagt Langenegger. „Mit Jugendlichen aus
afrikanischen Ländern haben wir es uns viel einfacher vorgestellt.“
Syrer, aber auch Afghanen seien deutlich näher an Deutschland.
Manchmal scheinen die Helfer darüber zu erschrecken, was sie da sagen. Sie fragen dann: Klingt das nicht wie ein Vorurteil?

Die Jugendlichen sollen in den Praktika zwei Tage à acht  Stunden die Woche arbeiten. Aber viele schaffen das nicht. „Die wissen gar nicht, wie Arbeit läuft“, sagt Langenegger. Sie nennt das eine „Konfrontation mit der Arbeitswelt“. 

Es gebe Jugendliche, wird in Rosenheim berichtet, die in ihrer Heimat mal zwei Wochen einem Friseur zugeschaut hatten und danach als Friseur arbeiteten. In Deutschland wollen sie das nun auch. Aber sie verstehen nicht, warum ihre Ausbildung erst einmal darin besteht, nur Haare zu waschen – und warum sie so wenig verdienen. Sie haben ihr Leben aufs Spiel gesetzt und viel Geld gezahlt, um nach Deutschland zu gelangen. Nun sind sie am Ziel und müssen rasch Erfolgsberichte nach Hause schicken – und Geld. Gelingt das nicht, ist das eine große Enttäuschung. Ein Vakuum tut sich auf. „Die schmeißen den Bettel hin, sobald sie sehen, dass sie keine Perspektive haben, schnell Geld zu verdienen“, sagt Fischer.

Kommentar von Zicke52 ,

@hutten52: Ich weiss nicht ob dieser Betrag an mich gerichtet ist, wenn ziemlich viele Kommentare da sind, ist es schwierig, sich zurechtzufinden. Ja, er hat drei Striche, aber meiner, auf den er offenbar eingeht, auch - sollte bei der Antwort nicht ein Strich mehr sein? 

Falls er an mich gerichtet ist: ich habe kein vorgefertigtes Weltbild zur Flüchtlingfrage und komme deshalb gar nicht in die Lage, es kritisch überprüfen zu müssen. Ich habe mit Fluechtlingen keinen Kontakt. Aber ich glaube definitiv nicht an pauschale Urteile und simple Lösungen für komplexe Probleme. Alle Gesellschaften decken das volle Kontingent menschlicher Natur ab. Ich weigere mich zu glauben, dass alle Politiker und Flüchtlinge dumm sind.

Ich bin auf deine Beispiele von Norwegen und der Schweiz eingegangen, und wie du siehst, haben die die gleichen Probleme wie Deutschland. 

Zwischen der Ex-BRD und DDR gab's nicht nur eine Grenze, auch nicht einen Zaun. Da stand eine Mauer, und Soldaten, die auf Flüchtlinge schossen. Geht mehr Kontrolle? Und trotzdem sind viele Leute drübergekommen, und es wären noch viel, viel mehr gewesen, wenn sie nicht damit rechnen hätten müssen, erschossen zu werden. Und ich hoffe doch, dass diese "Lösung" heute auuserhalb der AfD niemand mehr in Betracht zieht, nicht mal der Orban. 

Kommentar von hutten52 ,

Hallo zicke52: Nationale Grenzen werden in allen Ländern kontrolliert. Diese normale Grenzsicherung mit der DDR-Mauer zu vergleichen geht in die Irre. Die demokratischen Einwanderungsländer sperren ja niemand ein, sie wahren nur ihr Recht auf die Entscheidung, wer kommen darf. Es gibt völkerrechtlich eben kein Recht auf Einwanderung, schon gar nicht, wenn man versucht, es zu erpressen.

Dass du offenbar glaubst, dass die AfD die Berliner Mauer will, zeigt, dass du das AfD-Programm nicht gelesen hast, sondern eben doch ein vorgefertigtes Weltbild hast. Die AfD will ungefähr ein Einwanderungsrecht wie es die demokratischen, erfahrenen Einwanderungsländer USA, Kanada, AUS oder Neuseeland haben. Der Dalai Lama sieht es fast genauso wie die AfD. 

Wer unbegrenzte, unkontrollierte Einwanderung will, muss mindestens vier Fragen beantworten:

1.  Wo will er die Jobs für die laut Regierung 90 % Unqualifizierten hernehmen? Wer diese Jobs nicht hat, handelt verantwortungslos, wenn er Massen ins Land lässt. Es wird in Blut und Tränen enden.

2. Wie will er verhindern, dass die moslemischen Parallelgesellchaften in deutschen Großstädten weiter anwachsen? Die Welt meldete: Berlin in der Hand von arabischen  Clans. Polizeigewerkschaften warnen vor No-Go-Zonen etc. 

3. Wie will er die inzwischen wöchentlich stattfindenden sexuellen Gruppenübergriffe und Vergewaltigungen in den Griff bekommen?

4. Wie will er Terroristen bekämpfen, die über die unkontrollierten Grenzen kommen? Wenn er hier nicht tut, ist das Staatsversagen.

Kommentar von Zicke52 ,

@hutten52: Ich habe nicht gesagt, dass die Afd eine Mauer will. Die Mauer diente nur als Beispiel, dass entschlossene Menschen alle Hindernisse überwinden. Dabei ging's den DDR- Bürgern doch ungleich besser als den aktuellen Flüchtlingen. Keiner musste verhungern, es gab keinen Krieg, es gab Bildung und Gesundheitswesen. Man musste nur die Klappe halten, wenn man nicht auf der richtigen politischen Linie war.

Die Afd erwähnte ich im Zusammenhang mit dem Schießbefehl, da war doch unlängst so eine Tussi, die sagte, sie schließe das nicht aus?

Natürlich hat jeder Staat das Recht, zu entscheiden, wer einwanderen darf. Hier geht es aber nicht um Einwanderung, sondern um Asylrecht und humanitären Schutz. Und da gelten andere Regeln, die die Staaten, die die Genfer Konvention ratifiziert haben, freiwillig angenommen haben.

Dein Punkt 1. betrifft Einwanderungen, hat als mit dem Thema nichts zu tun.

2. Die arabischen Clans sind wohl schon länger installiert und haben mit dem aktuellen Flüchtlingstrom wenig zu tun. Ansonsten: die Justiz soll hart durchgreifen, wie ich es mir bei allen Verbrechern wünsche, ungeachtet ihrer Herkunft.

3. Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe sollen nach geltendem Recht bestraft werden, auch hier ungeachtet der Herkunft des Täters. Ich hätte aber durchaus nichts dagegen, wenn solche Täter jeden Anspruch auf Asyl verlieren. Weiss aber nicht, ob das so ist. Es ist aber auch Tatsache, dass zu den wirklichen sexuellen Übergriffen noch viele hinzugedichtet werden, um das Problem aufzubauschen (genauso wie Ladendiebstaehle, Überfälle usw),  und das finde ich schäbig.

4. Ich glaube auch, dass einige Terroristen über die Grenze kommen, aber da hilft Kontrolle nichts, es sei denn, er hat schon so eine Vorgeschichte, dass er auf einer internationalen Blacklist steht. Und dann braucht's die Einreisenden gar nicht: die Attentäter von Paris und Brüssel waren fast ausschließlich Staatsbürger der jeweiligen Länder, und zwar keine "neuen", sondern dort geboren. Nur einer der bei den Novemberattentaten von Paris getöteten Terroristen war zweifelhafter Herkunft und über die Flüchtlingsroute gekommen. Aber er WURDE in Griechenland kontrolliert, es wurden ihm sogar die Fingerabdrücke abgenommen, er hatte auch einen echten Pass, nur war's halt nicht seiner. Schwierig, das festzustellen, für uns Weisshäutige sehen die ja alle gleich aus. Sowas kann nur durch biometrische Pässe verhindert werden, aber bis die sich in Afrika flächendeckend durchgesetzt haben, dauert's noch ein bisschen. Und dann gibt's ja auch noch das Problem mit den Menschen ohne Pass. 

Es sind auch nicht alle Flüchtlinge Moslems, andere Glaubensgruppen und Atheisten haben ja noch mehr Grund, aus den islamischen Ländern zu flüchten. 

Unter den islamischen Fundis hier auf GF finde ich übrigens die deutschen Konvertiten am furchterregensten.

Es ist ja nicht so, dass ich die Probleme leugne, aber ich behaupte, dass es keine einfache Lösung gibt. Der Islam macht auch mir Angst, aber ich weigere mich, zu pauschalisieren. Auch unter den Flüchtlingen sind viele, denen der Islam Angst macht. 

Die, die aber ihre Religionskriege hier importieren wollen, sollte man oder Wenn und Aber ausweisen.

Kommentar von Zicke52 ,

...ohne Wenn und Aber...

Kommentar von hutten52 ,

Hallo zicke52: In manchem sind wir gar nicht so weit auseinander.

Schießbefehl: Frauke Petry wurde von den Interviewern ganz gezielt so weit in die Ecke getrieben, bis sie das geltende Polizeigesetz wiedergab, nach dem Grenzdurchbrecher, die sich der Kontrolle entziehen, im Extremfall und unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit auch mit der Waffe gestoppt werden können. Das ist Praxis in allen demokratischen Staaten. Jeder Grenzer hat dafür eine Dienstwaffe. Gemeint sind Fälle, in denen ein enttarnter IS-Terrorist sich den Weg freischießt etc. Die meisten Mainstreammedien haben daraus die böswillige Schlagzeile fabriziert: "Petry will auf Flüchtlinge schießen." Petry will das, was Kanada etc. machen, da wird auch nicht "auf Fl. geschossen".

Du sagst, jeder Staat hat das Recht, Einwanderung zu bestimmen. Genau das lehnen Merkel und die Rotgrünen faktisch ab, wenn sie sagen, dass "niemand bestimmen kann, wie viele kommen." Sie haben eben genau den Unterschied zwischen Einwanderung und Asyl ausgehebelt.

Asyl/Flüchtlinge: Jeder Staat kann sein Asylrecht selbst festlegen. In D gilt das weitestgehende. 

Die UNO-Konvention fordert den Schutz von "Kriegsflüchtlingen", da hast du recht. Ein Flüchtlinge ist nach der UNO aber nur derjenige, der ins Nachbarland flieht. Wenn er weiterreist, ist er ein illegaler Migrant. D hat keinerlei Verpflichtung ihn aufzunehmen, das KANN man, aber man muss es nicht. Das sieht man ja auch daran, dass F ganz souverän festlegt, dass in zwei Jahren 240000 Syrer aufgenommen werden, Kanada nimmt 10000 Syrer, aber keine alleinreisenden jungen Männer, sondern die am meisten Schutzbedürftigen, Frauen und Kinder (übrigens eine sinnvolle Sache; sie wollen eben kein Köln).

Clans: Die Clans fangen jetzt schon an, aus den perspektivlosen Flüchtlingen Nachwuchs zu rekrutieren. Gesten las ich, dass sie schon so mächtig sind, dass in Berlin bei einem Prozess wegen Zwangsprostitution sich zum ersten Mal kein Schöffe mehr bereit erklärt hat, beim Prozess mitzumachen: die blanke Angst! So geht unser Rechtsstaat vor die Hunde. Wir haben Jahrhunderte gebraucht, bis wir einen hatten!

Religionskriege: sofort ausweisen sagst du. Sehe ich genauso. Das ist übrigens der Punkt, der bei der Gründung von Pegida am wichtigsten war. 

Islam: Du hast mal geschrieben, dass du die Rechte, die unsere Vorfahren in den letzten 500 Jahren erkämpft haben, verteidigen willst. D'accord! Aber es ist nun mal das islamische Gesetz, die Scharia, welche der größte Angriff darauf ist. Wir haben da 1. die islamistischen, reichen Golfstaaten, denen gegenüber unsere westlichen Regierungen kuschen, 2. den IS-Terror und 3. dien alltäglichen Kampf der Islamverbände um mehr Einfluss und um Bildung von islamischen Parallelgesellschaften, in denen heute schon jedes Jahr 10 bis 20 Ehrenmorde geschehen und 3000 Zwangsheiraten stattfinden. Sie verbieten einer jungern Moslemin einen Christen/Juden zu heiraten. Sie importieren die Polygamie.

Ich pauschalisiere nicht. Nach Studien sind 2/3 der westeuropäischen Moslems fundamentalistisch, 1/3 eher nicht. 

Kommentar von Zicke52 ,

@hutten52: Als Merkel sagte, dass "niemand bestimmen kann, wieviele kommen", bezog sie sich ausdrücklich auf Flüchtlinge, nicht auf Einwanderer, sie hebelt also gar nichts aus, sondern unterstreicht im Gegenteil den Unterschied Flüchtlinge/Einwanderer. Und sie hat recht. In der Genfer Konvention steht ausdrücklich, dass jeder Fall geprüft werden muss und niemand ungeprüft abgewiesen werden darf. Da steht nichts von "ab einer gewissen Obergrenze darf man Flüchtlinge ungeprüft abweisen". Wäre mit dem Grundsatz "jeder Fall muss geprüft werden" auch nicht vereinbar.

Zum Vergleich Asylrecht Deutschland/andere Länder kann ich nichts sagen, da kenne ich mich nicht genug aus. Aber die Genfer Konvention ist schon ziemlich klar, und die haben die meisten Staaten unterschrieben. Nach dieser Konvention gilt Krieg übrigens ganz ausdrücklich NICHT als Asylgrund, darum verstehe ich auch das von vielen gebrachte Argument "nur Kriegsfluechtlinge sollen aufgenommen werden" nicht - eben die haben KEINEN Anspruch auf Asyl! Aber auf subsidiären Schutz und eventuelle Anerkennung des Flüchtlingsstatus, womit sie ähnliche Rechte wie Asylanten erwerben. Für die Anerkennung des Flüchtlingsstatus ist es übrigens irrelevant, ob der Antragsteller über ein sicheres Drittland kommt. Das zählt nur bei Asyl.

Das mit dem "Drittland" ist sowieso so eine Sache. Sollen halt alle Flüchtlinge in Griechenland bleiben, ist ja so ein riesiges Land. Und die Binnenländer reiben sich die Hände, die sind schön aus dem Schneider. Sieht so Solidarität aus? Dann brauchen wir kein Europa. Ich verstehe überhaupt nicht, wie die Küsten- und Europaaussengrenzländer so eine Regelung jemals akzeptieren könnten. Und die Praxis zeigt ja, dass sie nicht durchführbar ist. 

Wie die Länder, die nur eine begrenzte Anzahl an Flüchtlingen aufnehmen oder eine Auslese vornehmen (nur Kinder/Frauen), das mit der Genfer Konvention in Einklang bringen, weiss ich nicht. Sollten sie diese unterschrieben haben, müssten sie ihre Unterschrift eigentlich zurückziehen. 

Was den Islam betrifft, denke ich so wie du. Nur glaube ich nicht, dass seine Anhänger ungefährlicher sind, wenn sie in ihren Ländern bleiben (wo die Indokrination ungehindert ihre Blüten treibt und für weitere Generationen fanatischer Fundis sorgt) oder in riesigen Flüchtlinglagern bei Lybien jahrelang dahinvegetieren. Dort lassen wir Massen von Kindern in Zeltlagern in erbärmlichen Verhältnissen und, vor allem, OHNE Bildung aufwachsen! Was glaubst du, was für leichte Opfer die in einigen Jahren für fundamentalistische Rattenfänger sein werden? Und den Hass gegenüber der reichen Gesellschaften, vor deren Augen sie beinahe verrecken mussten, braucht man ihnen dann gar nicht mehr einzuimpfen. Wir ziehen uns da unsere Feinde von morgen heran.

Wie gesagt, Terroristen lassen sich durch Grenzen nicht aufhalten. Die schlimmsten Anschläge hatten die USA zu verzeichnen (darunter das vom 9/11/2001), die sehr strenge Einwanderungs- und Asylgesetze haben. Auch Australien und Kanada, die Musterländer der restriktiven Asylpolitik, hatten schon ihre islamistischen Attentate. Und die letzten europäischen Anschläge wurden sowieso von europäischen Staatsbürgern verübt. Und wenn Islamisten mal nach der Atomwaffe greifen (Pakistan hat sie schon), dann gibt es sowieso keine Grenzen mehr.

Ich bin für die unerbittliche Bekämpfung des Islamismus, aber mir fällt da kein besseres Mittel ein als Bildung, Bildung, Bildung. Und die können wir nur in unseren eigenen Ländern erteilen, auf die Bildungssysteme in Saudi-Arabien oder Pakistan haben wir keinen Einfluss. Nicht, dass wir deshalb Flüchtlinge herholen sollen, aber die, die wir aufnehmen, werden durch die Bildung, die sie hier bekommen, sicher nicht gefährlicher als wenn sie in ihren eigenen Ländern die Koranschule besucht hätten. Oder in Flüchtlingslagern ganz ohne Bildung aufwachsen. Natürlich schlägt die Bildung nicht bei allen an, ich war auch entsetzt, als 2011 ca. 40% der in Deutschland und Frankreich lebenden Tunesier die islamistische Ennahda-Partei gewählt haben. Aber die deutschen Konvertiten sind ja auch nicht ohne. Wie gesagt, ich kann solche Menschen, die die Freiheit hassen, einfach nicht verstehen.

Zu guter Letzt: ich finde,  dass die westlichen Welt gegenüber religiösen Auswüchsen vieeel zu lasch ist. In Deutschland z. B. steht Religionsfreiheit über allen anderen Grundrechten. Warum? Gleichstellung mit Meinungsfreiheit müsste doch reichen. Und andere Rechte, wie Schutz der Kinder, müssten dem übergestellt sein. Auch wird alles, was das Etikett "religiös" trägt, mit Samthandschuhen angefasst. Die Mitglieder der 12 Stämme durften jahrelang mit Duldung der Behörden ihre Kinder misshandeln, Hassprediger dürfen in Moscheen hetzen, Tierschutzgesetze gelten nicht für religiöse Gemeinschaften, Kirchen müssen sich nicht an das Arbeitsgesetz halten. Und was den Islam betrifft, kommt noch eine außerordentliche Blauäugigkeit dazu.

Kommentar von hutten52 ,

Hallo zicke52: Übereinstimmung in vielem beim Punkt Islam.

Sonst nur zu einem Punkt: 

Kriegsflüchtlinge: Wie gesagt, glaub mir, es gibt keine UN-Verpflichtung zur Aufnahme außerhalb der direkten Anrainerstaaten. Denn nach UN-Definition ist eine Person, die weiterreist, kein "Kriegsflüchtling" mehr. Kanada kann also sinnvollerweise so handeln, wie es das tun und wie es alle tun, außer Merkel. 

Merkel sonnt sich so im Glanz der angeblichen Humanität, verrät uns aber nicht, was sie gegen den Islamismus macht, gegen Parallelgesellschaften, woher sie die Jobs nimmt, wie sie die deutschen Frauen schützt. Ihr Frauen seid doch die ersten, die bezahlen müssen, wenn die Scharia vordringt. 

Mein Vorschlag hierzu wäre: ALLE Religionsgemeinschaften müssen verbindlich erklären, dass alle Stellen in ihren heiligen Büchern, die Gewalt gegen Frauen, Homosexuelle und Andersgläubige fordern, ab dem Jahre 2016 null und nichtig sind. Dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Die "Spreu" müsste man dann von jeder Form von Dialog und  staatlicher Förderung ausschließen und unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stellen. Damit würde man auch den gemäßigten Moslems helfen. 

Kommentar von botanicus ,

Abgesehen davon, dass Martin nicht biblisch ist: Deine Antwort geht an der Frage vorbei. Du schürst Vorurteile, leitest aus erfundenen zahlen (99% der Christen ...) eine Entschuldigung für unsoziales Handeln ab und lebst in der Illusion, dass man mit Geld von hier aus alle Probleme lösen kann.

Hauptsache, man muss sich nicht selber engagieren ...

Kommentar von hutten52 ,

Tipp: Überlege mal den Unterschied zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik. Der Kapitän kann alle an Bord lassen, das fühlt sich zuerst super an, er ist dann der Edelmensch,  aber dann sinkt das Boot.

Kommentar von botanicus ,

...s agt jemand, der in einem der reichsten Länder der Erde lebt, weil er von seinem Reichtum nicht bereit ist, ein winziges bisschen abzugeben. Falls Du es überhaupt merken würdest.

Wie buchstabiert man Egoismus?

Kommentar von hutten52 ,

Nun, ich denke eben, dass man Afrika auf Dauer nicht hilft, wenn man es füttert. Es muss selbst auf die Beine kommen und sich selbst ernähren. Die jungen Leute nach Europa schieben löst das Problem nicht. Ich halte es da mit Helmut Schmidt: "Diese Einwanderung löst kein einziges Problem, schafft aber zusätzliche dicke Probleme."

Außerdem müsstest du doch gelesen haben, dass ich für großzügige Hilfszahlungen für Kriegsflüchtlinge im Nahen Osten bin.

Wie gesagt, Professoren wie Heinsohn und Collier erläutern uns das sehr gut. 

Kommentar von OlliBjoern ,

Die meisten afrikanischen Flüchtlinge sind Binnenflüchtlinge (bleiben also in Afrika, in einem anderen Gebiet). So viele afrikanische Flüchtlinge kommen nicht nach Deutschland (meist sind es Leute aus Syrien/Irak oder Afghanistan/Pakistan).

Kommentar von OlliBjoern ,

Es gibt aber Interessengruppen, die uns Glauben machen wollen, dass das Boot sinkt. Ich habe meine eigenen Ansichten darüber.

Kommentar von OlliBjoern ,

Sagen wir mal, du bist der afghanische Ladenbesitzer und hast Kinder im schulpflichtigen Alter. Du musst befürchten, dass irgendwann Taliban kommen, und das Leben in deinem Dorf bestimmen. Deine Kinder möchten auf eine freie Schule gehen, aber das ist dann vorbei, wenn die strengislamischen Taliban das Sagen haben.

Sagst du dann: ach, die Kinder, was soll's? Was spielt es schon für eine Rolle?

Oder du verkaufst deinen Laden, gehst in ein Gebiet, wo die Bedingungen besser sind, und holst deine Kinder und deine Frau später nach.

Für was entscheidest du dich?

Kommentar von hutten52 ,

Wahrscheinlich würde ich Merkels Angebot annehmen. Das Problem ist nicht der einzelne Afghane. Das Problem ist, dass wir für all die Millionen Gemüsehändler, Gelegenheitsarbeiter und analphabetischen Frauen in D keine Jobs haben. Das überlegen unsere tollen Politiker nicht. Das führt zu sozialen Spannungen. 

Dazu kommt das Problem Kultur/Religion.  Ein Beispiel: In moslemischen Ländern wie z. B. Algerien ist es rechtlich üblich und wird von den meisten Menschen auch für gut befunden, dass ein Vergewaltiger die Tat dadurch wiedergutmacht, dass er die vergewaltigte Frau heiratet. Dann ist die "Ehre" wiederhergestellt. 

Das Beispiel nannte Innenminister De Meziere neulich. Zu viele Menschen, die so ticken, bedeutet, dass das Mittelalter nach Europa zurückkommt. Wollen wir das?

Kommentar von Zicke52 ,

Hutten52, bleib mal seriös: Merkel MACHT den Flüchtlingen kein Angebot, sonst kämen sie doch auf dem regulären Weg! Meinst du, die würden nicht lieber in ein Flugzeug steigen, als um ein Vielfaches des Preises in ein löchriges Boot? Nein, sie müssen den illegalen Weg nehmen, auch um legal einzuwandern, weil sie eben NICHT eingeladen und NICHT willkommen sind. Und wenn sie's überleben und erst einmal hier sind, wird geprüft und entschieden, ob ihre Flucht legal war.

Kommentar von hutten52 ,

Hallo zicke52: Ich denke, dass es unsere Diskussion nicht nützt, wenn du mir die Seriosität absprichst. 

Merkel hat im September ein ganz klares Angebot gemacht. Sie ließ sich mit "Flüchtlingen" auf Selfies als "Mutter Angela" abbilden und erklärte, dass keiner die deutschen Grenzen kontrollieren könne. Das war das Signal. 

Ich habe mit Insassen des Asylheims um die Ecke gesprochen. Sie sagten mir freudestrahlend, dass "Angelina Jolie" sie eingeladen hätte, man brauche sie in D. "Germany good, good house, good car". Aus Syrien kam von 10 jungen Männern übrigens keiner, von Krieg hat keiner erzählt.

Bitte bedenke immer, dass auch ein so grundgütiger Mensch wie der Dalai Lama sagt: 1. Es sind zu viele Flüchtlinge in D, 2. Flüchtlinge sollten wieder zurück, um ihr Land aufzubauen und 3. D muss D bleiben und soll kein arabisches Land werden. Er weiß, wovon er spricht.

Kommentar von Zicke52 ,

Nein, Merkel hat kein Angebot gemacht. Weil sie ein Flüchtlingsheim besucht und bei dieser Gelegenheit freundlich ist, hat sie alle eingeladen? Glaubst du wirklich, auch nur EIN Flüchtling verkauft Hab und Gut und riskiert sein Leben, um ein Selfie mit Merkel zu machen? 

Nochmals: wenn alle eingeladen sind, warum kommen sie dann nicht auf dem billigeren, sicheren, regulären Weg?

Und die Mär, Flüchtlinge glaubten, in Deutschland bekämen sie Häuser und Autos geschenkt, glaube ich auch nicht. Selbst wenn ihnen jemand diesen Unsinn (Schlepper zum Beispiel, um Kunden zu werben) erzählt hätte, wäre das nicht Merkels Schuld. Und kein Flüchtling wäre so dumm, es zu glauben.

Kommentar von hutten52 ,

hallo zicke52: Schau dir mal den Clip an, Netter Flüchtlingshelfer spricht über seine Erfahrungen

https://www.youtube.com/watch?v=7UKuyQinBfI

Kommentar von Zicke52 ,

@hutten52: Das ist nicht dein Ernst? Der Mann im Video soll ein vorurteilsfreier Ex-Flüchtlingshelfer sein? Der Ärmste, trifft ausschliesslich auf Fälle, die alle Klischees der Rechtsextremisten bestätigen. Wirklich alle: Flüchtlinge sind faul, unverschämt, religiös fundamentalistisch, anspruchsvoll, drogendealend. Und strunzdumm. Denn das letzte Beispiel beweist es: der Syrer, der glaubt, dass in Deutschland NIEMAND arbeiten müsse! Und das glauben dort angeblich alle! Sind die Syrer denn die letzten Affen, die vom Baum gestiegen sind? Hallo, dort gibt's Schulen! Wer kann denn glauben, daß es irgendwo auf der Welt ein Land gibt, in dem niemand arbeiten müsse? Da lachen ja die Hühner. 

Ich weiss nicht, ob der Mann im Video ein Schauspieler ist oder ein Flüchtlingshasser, der sich selbst in Szene setzt. Sollte er je wirklich für eine Flüchtlingseinrichtung gearbeitet haben, dann sicher mit der festen Absicht, sich dort alle seine Vorurteile bestätigen zu lassen. Auf jeden Fall ist er's dumm angegangen. Wenn man glaubwürdig sein will, darf man nicht so dick auftragen. Das muss er noch lernen.

Kommentar von OlliBjoern ,

Es kommt ja auch nicht eine "unbegrenzte Zahl" von Menschen hierher. Viele Flüchtlinge sind Binnenflüchtlinge in Syrien, wurden von Jordanien und vom Libanon aufgenommen, oder sind in die Türkei geflüchtet.

Die meisten Flüchtlinge in Afrika sind Binnenflüchtlinge (sie flüchten in andere Länder Afrikas). Nur ein kleiner Bruchteil kommt überhaupt nach Europa.

Kommentar von erklaerbaer95 ,

Oh je, was hab ich hier nur losgetreten! Das war nicht meine Absicht.

Kommentar von tanztrainer1 ,

War doch gut so!

Kommentar von Zicke52 ,

tanztrainer, finde ich auch. Interessante Diskussion. 

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