Frage von elkera 26.08.2007

Gibt es bestimmte Zeiten, wann jemand Musik machen darf?

  • Antwort von Knowledge 26.08.2007
    14 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Das OLG München entschied in dem Fall (es ging auch um Musizieren): Die allgemeinen Ruhezeiten müssen eingehalten werden. Zu den allgemeinen Ruhezeiten zählt jedenfalls die Zeit zwischen 13 Uhr und 15 Uhr und die Zeit zwischen 23 Uhr und 7 Uhr. Je nach Ortsgepflogenheit kann die Ruhezeit auch länger sein. Sind die Ruhezeiten in einer Hausordnung geregelt, so sind die dort enthaltenen Bestimmungen maßgeblich. Es wurde dort keine Aussage zu Sonntag gemacht, aber da sollten ja mindestens die werktäglichen Ruhezeiten eingehalten werden. Ich würde an deiner Stelle zuerst einmal in den Mietvertrag, den sie wahrscheinlich auch so haben, sehen.

  • Antwort von manop 26.08.2007
    7 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Einfach mal das Gespräch mit den Nachbarn suchen. Wahrscheinlich wissen sie nur nicht, wie hellhörig die Gebäude sind. Übrigens dürfen Berufsmusiker länger musizieren als Hobbymusiker.

    Da in einigen Städten und Gemeinden abweichende Regelungen gelten, bitte in Bürgeramt, Rathaus oder Gemeindeverwaltung nachfragen.

    -

    Hier noch ein paar Aktenzeichen zu Thema musizieren.

    1. AZ.: BGH WM 89, 738 - Musik darf er ausüben, allerdings darf er Nachbarn nicht stören, Vor allem während der allgemeinen Ruhezeiten 13-15 Uhr und von 22 Uhr - 76/7 Uhr in der Frühe.

    2. OLG München WM 92, 238 es muss auf jeden Fall Zimmerlautstärke in den Ruhezeiten eingehalten werden.

    3. Anspruch mindestens 2 Stunden täglich ( BayObLG WM 86, 148 ) 3 Stunden BayObLG NJWE-MietR 96, 12 ).

    4. OLG Karlsruhe NJW-RR 89, 1179 - Einschränkung auf zwei Stunden, am Sonntag und an Feiertagen auf 1 Stunde

    5. Werktgas bis 20 Uhr, sonn- und feiertags bis 19 Uhr, einmal monatlich an Wochenenden, Sonn- oder Feiertagen bis 21.30 Uhr ( LG Düsseldorf DWW 90,87)

  • Antwort von UlfDunkel 26.08.2007
    7 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ich würde die neuen Nachbarn mal besuchen und mich erkundigen, welche Instrumente sie genau spielen, welche Musikrichtung und welche besonderen Stücke sie spielen müssen, spielen mögen und wie viel sie üben müssen aufgrund ihres Berufs.

    Bei einer Tasse Tee entkrampft sich dann alles gleich viel eher und Du kannst ihnen klarmachen, zu welchen Uhrzeiten Du Dich gestört fühlen würdest.

    Ich persönlich wäre überglücklich, wenn in meiner Nachbarschaft noch mehr Leute wohnen würden, die regelmäßig musizieren. Dann würde ich glatt ein Kammerensemble oder noch besser ein Orchester gründen. ;-)

  • Antwort von critter 26.08.2007
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Der Münchner Merkur schreibt am 26.01.2006:

    >>Wer in einem Mietshaus oder einer Eigentumswohnanlage wohnt, muss Rücksicht auf lärmempfindliche Nachbarn nehmen. Was aber nicht heißt, dass etwa beigeisterte Hobbypianisten gänzlich auf ihre Passion verzichten müssen. Der Bundesgerichtshof hat grundsätzlich erklärt: Von 8-12 Uhr sowie von 14-20 Uhr ist Singen und Musizieren in den heimischen Wänden auch dann erlaubt, wenn es die Nachbarn hören könen (Az V ZB 11/98).<<

    Dazu schreibt die Zeitung noch als Hinweis: >Gegen Musizieren in den eigenen vier Wänden ist generell nichts einzuwenden - solange sich die Lautstärke in einem vernünftigen Rahmen hält. In jedem Fall empfiehlt sich eine Rücksprache mit den Nachbarn und Anwohnern, um Ärger von vornherein zu vermeiden.<

    Hierzu ein netter Witz: "Sag mal, Robert, nimmt Deine Frau immer noch Gesangsunterricht? Ist das nicht zu teuer?" "Wie man's nimmt, Heinrich, jedenfalls habe ich die Nachbargrundstücke alle zum halben Preis bekommen!"

    Dann habe ich noch etwas gefunden im Heft "Mietrecht" des Deutschen Mieterbundes:

    >>..... Außerdem sind zu berücksichtigen: Hellhörigkeit im Gebäude, vorhandene Schallschutzmaßnahmen, Pegel der Umgebungsgeräusche und Art des Musizierens.

    Als Kompromiss kommt zum Beispiel in Betracht: Maximale Spieldauer pro Tag 2 Stunden. Das soll z.B. gelten für Klarinette, Saxophon, Geige, Violine, Bratsche, Cello und Klavier. Bei einem Akkordeon haben Richter nur 1 1/2 Stunden erlaubt und bei einem Schlagzeug sogar nur 45 Minuten. Außerdem kommt es auf die Qualität der Musikausübung nicht an, sondern ausschließlich auf die Lärmintensität.<<

    Weiterhin schreibt der DMB: >Können sich die Nachbarn nicht einigen, muss notfalls das Gericht einen Kompromiss finden.<

  • Antwort von sternschnups 26.08.2007
    5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    ist es so schlimm dass es ruhestörung ist? kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, kannst sie höchstens bitten alle fenster in der übungszeit geschlossen zu halten, vielleicht reicht das schon

  • Antwort von kbra01 26.08.2007
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Zur Objektivierung könntet Ihr ja mal Tonbandaufnahmen machen. Aber wie gesagt, das ist eigentlich illegal.

  • Antwort von Regenmacher 26.08.2007
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Klar, Hausordnung geht nicht, gilt nicht. Hier ist das Einlenken der Nachbarn gefordert, evtl. bei der Stadt/Gemeindeverwaltung nachfragen, ob es eine Satzung zu dem Thema gibt.

    Wenn nicht, dann wird es ein langer Weg durch die Instanzen mithilfe der TA Lärm (Technische Anleitung Lärm) http://www.umwelt-online.de/regelwerk/laerm/tlaer_gs.htm

  • Antwort von elkera 28.08.2007
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Für alle, die es interessiert, habe heute mit dem Ordnungsamt gesprochen, die Nachbarn dürfen von 6-22 Uhr Musik machen, jeden Tag. Natürlich im Rahmen, und nicht andauernd. Es ist laut Ordnungsamt nur die gesetzliche Nachtruhe von 22 - 6 Uhr einzuhalten. Wenn es aber zu andauernden Ruhestörungen kommt, dann sollen wir einen Schiedsmann einschalten. Jetzt hoffe ich, das ich mich mit den neuen Nachbarn so einigen kann. Vielleicht ist das denen auch nicht so bewusst, wie laut man hier im Nachbarhaus diese Musik hören kann.

    .

    Jetzt kann ich nur hoffen, dass die neuen Nachbarn, dass nicht wissen, sonst machen die demnächst schon um 6 morgens Musik.

  • Antwort von Whatsername 28.08.2007
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Oh du tust mir ja echt leid und dann noch Blasmusik...würg. Ich würde erst mal das Gespräch mit den "nervigen Nachbarn" suchen viellleicht sind sie ja einsichtig und waren sich garnicht bewusst wie LAUT das eigentlich ist. Wenn das nichts bringt müsstest du dich wo anders beschweren (Stadtverwaltung)denn es gibt gewisse Hausordnungen und Ruhezeiten an die sich jeder Mieter halten kann allerdings ist es bei Berufmusikern etwas anders die dürfen glaub ich länger "ARBEITEN"

  • Antwort von bp2010 02.06.2010

    mein kommentar wurde falsch gepostet, als den "letzten" kommentar meinte ich den von myrabey ;)würden nur mehr leute so denken...

  • Antwort von bp2010 02.06.2010

    also den letzten kommentar find ich echt super! ich habe jetzt eine beschwerde erhalten von meiner hausverwaltung weil mein baby, dass zur zeit zähne bekommt, des öfteren schreit. es ist echt lächerlich was hier manchmal vorgeht... toleranz ist wichtig für ein gutes verhältnis!! das leben kann ziemlich schwer sein wenn ein nachbarschaftsstreit beginnt.

  • Antwort von myrabey 18.02.2010

    mein gott .... ruhe und stille hat man noch lange genug!!!irgendwann. lasst doch die leute leben und tanzen singen musizieren. in deutschland wird immer sehr viel wert auf ruhe gelegt.vielleicht solltest du einfach mal lange verreisen,abstand gewinnen. vielleicht in ein land wo es keine gesetzlichen lärmbestimmungen gibt und wo immer lärm ist...komischer weise sind die menschen dort(zb indien..) immer sehr relaxt,trotz all dem lärm. ich denke ihr seid alle zu empfindlich. gute besserung

Du kennst die Antwort? Frage beantworten
Bitte noch eine Antwort ... Frage erneut stellen
Diese Frage und Antworten teilen:

Verwandte Fragen

Fragen Sie die Community –

anonym und kostenlos!