Frage von elkera,

Gibt es bestimmte Zeiten, wann jemand Musik machen darf?

Das Nachbarhaus ist vor kurzen an ein Ehepaar verkauft worden, die Berufsmusiker sind. Nun sind die Häuser (Altbau) leider sehr hellhörig, so das man die Musik sehr laut hört. Beide spielen anscheinend Blasinstrumente. Gerade wurde wieder über 1 Stunde geübt.

Gibt es nicht bestimmte Uhrzeiten, wann und wie lange man üben darf?

Wer weiß darüber Bescheid und kann mir die Zeiten nennen? Besonders würde mich auch der Sonntag interessieren.

In der Woche über stört mich das eigentlich nicht so sehr, aber heute am Sonntagmorgen, fand ich es nervig.

Antwort von Knowledge,
14 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Das OLG München entschied in dem Fall (es ging auch um Musizieren): Die allgemeinen Ruhezeiten müssen eingehalten werden. Zu den allgemeinen Ruhezeiten zählt jedenfalls die Zeit zwischen 13 Uhr und 15 Uhr und die Zeit zwischen 23 Uhr und 7 Uhr. Je nach Ortsgepflogenheit kann die Ruhezeit auch länger sein. Sind die Ruhezeiten in einer Hausordnung geregelt, so sind die dort enthaltenen Bestimmungen maßgeblich. Es wurde dort keine Aussage zu Sonntag gemacht, aber da sollten ja mindestens die werktäglichen Ruhezeiten eingehalten werden. Ich würde an deiner Stelle zuerst einmal in den Mietvertrag, den sie wahrscheinlich auch so haben, sehen.

Kommentar von elkera,

Es sind Hauseigentümer, hatte ich doch oben geschrieben, von daher gibt es auch keine Hausordnung.

Antwort von manop,
7 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Einfach mal das Gespräch mit den Nachbarn suchen. Wahrscheinlich wissen sie nur nicht, wie hellhörig die Gebäude sind. Übrigens dürfen Berufsmusiker länger musizieren als Hobbymusiker.

Da in einigen Städten und Gemeinden abweichende Regelungen gelten, bitte in Bürgeramt, Rathaus oder Gemeindeverwaltung nachfragen.

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Hier noch ein paar Aktenzeichen zu Thema musizieren.

  1. AZ.: BGH WM 89, 738 - Musik darf er ausüben, allerdings darf er Nachbarn nicht stören, Vor allem während der allgemeinen Ruhezeiten 13-15 Uhr und von 22 Uhr - 76/7 Uhr in der Frühe.

  2. OLG München WM 92, 238 es muss auf jeden Fall Zimmerlautstärke in den Ruhezeiten eingehalten werden.

  3. Anspruch mindestens 2 Stunden täglich ( BayObLG WM 86, 148 ) 3 Stunden BayObLG NJWE-MietR 96, 12 ).

  4. OLG Karlsruhe NJW-RR 89, 1179 - Einschränkung auf zwei Stunden, am Sonntag und an Feiertagen auf 1 Stunde

  5. Werktgas bis 20 Uhr, sonn- und feiertags bis 19 Uhr, einmal monatlich an Wochenenden, Sonn- oder Feiertagen bis 21.30 Uhr ( LG Düsseldorf DWW 90,87)

Antwort von UlfDunkel,
7 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich würde die neuen Nachbarn mal besuchen und mich erkundigen, welche Instrumente sie genau spielen, welche Musikrichtung und welche besonderen Stücke sie spielen müssen, spielen mögen und wie viel sie üben müssen aufgrund ihres Berufs.

Bei einer Tasse Tee entkrampft sich dann alles gleich viel eher und Du kannst ihnen klarmachen, zu welchen Uhrzeiten Du Dich gestört fühlen würdest.

Ich persönlich wäre überglücklich, wenn in meiner Nachbarschaft noch mehr Leute wohnen würden, die regelmäßig musizieren. Dann würde ich glatt ein Kammerensemble oder noch besser ein Orchester gründen. ;-)

Kommentar von elkera,

Gegen die Musik habe ich wie gesagt nichts, nur am Sonntagmorgen. Meine Tochter hat selbst jahrelang Geige gespielt. Und wenn sie geübt hatte, mußte ich auch, gerade anfangs, einiges ertragen.

Kommentar von UlfDunkel,

Ja, das stimmt -- die ersten Jahre über ist Geigespielen hart, vor allem für die anderen.

Lade doch Deine Nachbarn sonntags zum Frühstück ein. Mit Brötchenkrümeln im Mund spielt niemand Blasinstrumente.

*PS: "Sonntagmorgen" ist für viele Menschen so ab 14 Uhr ... Nicht, dass wir jetzt aneinander vorbeireden.

Kommentar von elkera,

Sonntagmorgen ist für mich bis 12 Uhr am Sonntag. Dann ist Mittagszeit und dann Nachmittag.

Aber mit dem Frühstück ist eine prima Idee.

Antwort von critter,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Der Münchner Merkur schreibt am 26.01.2006:

>>Wer in einem Mietshaus oder einer Eigentumswohnanlage wohnt, muss Rücksicht auf lärmempfindliche Nachbarn nehmen. Was aber nicht heißt, dass etwa beigeisterte Hobbypianisten gänzlich auf ihre Passion verzichten müssen. Der Bundesgerichtshof hat grundsätzlich erklärt: Von 8-12 Uhr sowie von 14-20 Uhr ist Singen und Musizieren in den heimischen Wänden auch dann erlaubt, wenn es die Nachbarn hören könen (Az V ZB 11/98).<<

Dazu schreibt die Zeitung noch als Hinweis: >Gegen Musizieren in den eigenen vier Wänden ist generell nichts einzuwenden - solange sich die Lautstärke in einem vernünftigen Rahmen hält. In jedem Fall empfiehlt sich eine Rücksprache mit den Nachbarn und Anwohnern, um Ärger von vornherein zu vermeiden.<

Hierzu ein netter Witz: "Sag mal, Robert, nimmt Deine Frau immer noch Gesangsunterricht? Ist das nicht zu teuer?" "Wie man's nimmt, Heinrich, jedenfalls habe ich die Nachbargrundstücke alle zum halben Preis bekommen!"

Dann habe ich noch etwas gefunden im Heft "Mietrecht" des Deutschen Mieterbundes:

>>..... Außerdem sind zu berücksichtigen: Hellhörigkeit im Gebäude, vorhandene Schallschutzmaßnahmen, Pegel der Umgebungsgeräusche und Art des Musizierens.

Als Kompromiss kommt zum Beispiel in Betracht: Maximale Spieldauer pro Tag 2 Stunden. Das soll z.B. gelten für Klarinette, Saxophon, Geige, Violine, Bratsche, Cello und Klavier. Bei einem Akkordeon haben Richter nur 1 1/2 Stunden erlaubt und bei einem Schlagzeug sogar nur 45 Minuten. Außerdem kommt es auf die Qualität der Musikausübung nicht an, sondern ausschließlich auf die Lärmintensität.<<

Weiterhin schreibt der DMB: >Können sich die Nachbarn nicht einigen, muss notfalls das Gericht einen Kompromiss finden.<

Kommentar von critter,

Hier habe ich noch etwas gefunden. Wie man sieht, entscheidet jedes Gericht anders. Hier steht auch was von sonntags drin: http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/specials/105412/index.html

Kommentar von elkera,

Danke critter, weißt du zufällig wie es mit Sonntags aussieht, speziell am Sonntagmorgen.

Kommentar von critter,

Hast Du den 3sat-Link gelesen, da steht es drin.

Kommentar von elkera,

Ja, habe ich, unsere Kommentare waren ja zeitgleich. So wie es aussieht werde ich es wohl hinnehmen müssen. Aber ich erkundige mich trotzdem morgen nochmal bei der Stadtverwaltung, bzw. werde die Nachbarn höflich bitten, ob sie nicht Sonntagsnachmittags üben können. Da ist es dann nicht ganz so schlimm, wie am Morgen.

Kommentar von elkera,

Ansonsten werde ich Ulfs Vorschlag wahrnehmen, und die Nachbarn zum Frühstück einladen.

Kommentar von critter,

Und dringendst zum Sonntagsfrühstück einladen, dann bleibt Dir wenigstens an jenem Sonntag der Krach erspart.

Antwort von sternschnups,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

ist es so schlimm dass es ruhestörung ist? kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, kannst sie höchstens bitten alle fenster in der übungszeit geschlossen zu halten, vielleicht reicht das schon

Kommentar von elkera,

Wie gesagt, die Häuser sind hier sehr hellhörig. Und Blasinstrumente sind nun sehr laut. Man hat hier das Gefühl, die Musik kommt direkt von dem Zimmer, wo man sich selber aufhält, so laut ist es. Zudem hatten die Nachbarn auch noch die Fenster auf, so das die Nachbarn auf der Straße, auch noch etwas von der Musik hatten. Leider waren es hauptsächlich Tonleitern die gespielt wurden. Wären es Lieder gewesen, wäre es erträglicher gewesen.

Antwort von kbra01,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Zur Objektivierung könntet Ihr ja mal Tonbandaufnahmen machen. Aber wie gesagt, das ist eigentlich illegal.

Antwort von Regenmacher,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Klar, Hausordnung geht nicht, gilt nicht. Hier ist das Einlenken der Nachbarn gefordert, evtl. bei der Stadt/Gemeindeverwaltung nachfragen, ob es eine Satzung zu dem Thema gibt.

Wenn nicht, dann wird es ein langer Weg durch die Instanzen mithilfe der TA Lärm (Technische Anleitung Lärm) http://www.umwelt-online.de/regelwerk/laerm/tlaer_gs.htm

Kommentar von elkera,

Danke, mit der Stadtverwaltung ist ein guter Tipp, werde mich morgen dort erkundigen.

Antwort von elkera,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Für alle, die es interessiert, habe heute mit dem Ordnungsamt gesprochen, die Nachbarn dürfen von 6-22 Uhr Musik machen, jeden Tag. Natürlich im Rahmen, und nicht andauernd. Es ist laut Ordnungsamt nur die gesetzliche Nachtruhe von 22 - 6 Uhr einzuhalten. Wenn es aber zu andauernden Ruhestörungen kommt, dann sollen wir einen Schiedsmann einschalten. Jetzt hoffe ich, das ich mich mit den neuen Nachbarn so einigen kann. Vielleicht ist das denen auch nicht so bewusst, wie laut man hier im Nachbarhaus diese Musik hören kann.

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Jetzt kann ich nur hoffen, dass die neuen Nachbarn, dass nicht wissen, sonst machen die demnächst schon um 6 morgens Musik.

Antwort von Whatsername,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Oh du tust mir ja echt leid und dann noch Blasmusik...würg. Ich würde erst mal das Gespräch mit den "nervigen Nachbarn" suchen viellleicht sind sie ja einsichtig und waren sich garnicht bewusst wie LAUT das eigentlich ist. Wenn das nichts bringt müsstest du dich wo anders beschweren (Stadtverwaltung)denn es gibt gewisse Hausordnungen und Ruhezeiten an die sich jeder Mieter halten kann allerdings ist es bei Berufmusikern etwas anders die dürfen glaub ich länger "ARBEITEN"

Antwort von bp2010,

mein kommentar wurde falsch gepostet, als den "letzten" kommentar meinte ich den von myrabey ;)würden nur mehr leute so denken...

Antwort von bp2010,

also den letzten kommentar find ich echt super! ich habe jetzt eine beschwerde erhalten von meiner hausverwaltung weil mein baby, dass zur zeit zähne bekommt, des öfteren schreit. es ist echt lächerlich was hier manchmal vorgeht... toleranz ist wichtig für ein gutes verhältnis!! das leben kann ziemlich schwer sein wenn ein nachbarschaftsstreit beginnt.

Antwort von myrabey,

mein gott .... ruhe und stille hat man noch lange genug!!!irgendwann. lasst doch die leute leben und tanzen singen musizieren. in deutschland wird immer sehr viel wert auf ruhe gelegt.vielleicht solltest du einfach mal lange verreisen,abstand gewinnen. vielleicht in ein land wo es keine gesetzlichen lärmbestimmungen gibt und wo immer lärm ist...komischer weise sind die menschen dort(zb indien..) immer sehr relaxt,trotz all dem lärm. ich denke ihr seid alle zu empfindlich. gute besserung

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