Frage von Bundy1234, 110

Gibt es beim Absetzen von Fahrtkosten beim Finanzamt eine maximale Entfernung pro Tag?

Ich könnte doch z.B. in der Stadt X gemeldet sein und in Stadt Y arbeiten, Entfernung 300km. Das ich natürlich in Stadt Y wohne, weiß das Finanzamt ja nicht, da ich noch in Stadt X gemeldet bin. Jetzt gebe ich an, dass ich jeden Tag mit dem Pkw pendel, 3Std. hin, 3 Std. zurück. Da komme ich ja im Jahr auf über 20.000 €. Geht das oder gibt es da ein Limit?

Antwort
von muschmuschiii, 75

glaubst du, das die Finanzamtsmitarbeiter aufm Baum wohnen: Du arbeitest 8 Stunden täglich und fährst 2x3 Stunden täglich zur Arbeit ..... das wird dir jeder glauben, lol

"Fahrtkosten bis zur Höhe 4500 Euro werden in der Regel problemlos anerkannt, bei höheren Kosten muss man jedoch die Notwendigkeit nachweisen."

Quelle: http://www.focus.de/finanzen/steuern/fahrtkosten_aid_52534.html

Antwort
von MenschMitPlan, 45

Es gibt keine Begrenzung, allerdings steht die Frage der Plausibilität im Raum. Bei zu hohen Werbungskosten werden Nachweise gefordert. Bei 300 km am Tag und 230 Arbeitstagen müsstest du 69.000 km im Jahr gefahren sein. Das dürfte beim Blick auf deinen aktuellen Tachostand und auf den von TÜV-Protokollen leicht bestätigt oder widerlegt werden können.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

es wären 300 km EINFACH zur Arbeit .....

Kommentar von MenschMitPlan ,

Ok, hast recht. Umso unplausibler wird das Ganze. ;-)

Antwort
von Bakaroo1976, 50

Mit solchen Fragen und Überlegungen sollten Sie sich direkt an einen Staatsanwalt wenden, der sich beruflich mit Steuerbetrug beschäftigt. Alternativ kommen auch Steuerprüfer vom Finanzamt oder Steuerfahnder in Frage. Die haben vom Steuerbetrug echt viel Ahnung und könnten Ihnen bestimmt unheimlich viel dazu erzählen.

Antwort
von Bundy1234, 53

Dann wäre ja jetzt interessant, welche Pendelentfernung pro Tag noch verhältnismäßig wäre und welche nicht mehr? Ich finde, das ist gar nicht so einfach festzulegen..

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Da gibts nicht viel zu überlegen. Das Finanzamt kennt Ihren Wohnsitz. Der wird vom Arbeitgeber übermittelt. Das Finanzamt kennt Ihren Arbeitsort. Der wird vom Arbeitgeber übermittelt.

Die Mitarbeiter des Finanzamts wissen auch, was ein Routenplaner ist. Die Mitarbeiter des Finanzamts sind auch Arbeitnehmer. Die Mitarbeiter des Finanzamts fertigen auch Steuererklärungen an - zumindest die eigenen.

So und jetzt ein Blick ins Gesetz:


Einkommensteuergesetz (EStG)
§ 9 Werbungskosten


(1) Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Sie sind bei der Einkunftsart abzuziehen, bei der sie erwachsen sind. Werbungskosten sind auch (Nr. 4.) Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte im Sinne des Absatzes 4. Zur Abgeltung dieser Aufwendungen ist für jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die erste Tätigkeitsstätte aufsucht eine Entfernungspauschale für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte von 0,30 Euro anzusetzen, höchstens jedoch 4 500 Euro im Kalenderjahr; ein höherer Betrag als 4 500 Euro ist anzusetzen, soweit der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt. Die Entfernungspauschale gilt nicht für Flugstrecken und Strecken mit steuerfreier Sammelbeförderung nach § 3 Nummer 32. Für die Bestimmung der Entfernung ist die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte maßgebend; eine andere als die kürzeste Straßenverbindung kann zugrunde gelegt werden, wenn diese
offensichtlich verkehrsgünstiger ist und vom Arbeitnehmer regelmäßig für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte benutzt wird.
Antwort
von teutonix1, 68

Da wird der Sachbearbeiter bei der Entfernung mit Sicherheit nachfragen. Doof sind die auch nicht.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

für die meisten arbeiten beim Finanzamt doch nur Idioten .....

Kommentar von teutonix1 ,

Und mit dieser Meinung können diese ganz schnell ganz bös auflaufen.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

wäre nicht der erste und sicherlich auch nicht der letzte ....

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Wenn man solche Fragen liest, kann man das wirklich denken...

Die Antwort von muschmuschiii hinsichtlich Wohnen aufm Baum war schon echt klasse.

Antwort
von wurzlsepp668, 70

tja, irgendwann verlangt das Finanzamt Nachweise über die Laufleistung Deines Fahrzeuges ...

und dann .....

Antwort
von Bundy1234, 66

Ok, verstehe, also es muss eine gewisse Verhältnismäßigkeit erkennbar sein. Sonst wird das Finanzamt wahrscheinlich einfach den Stift ansetzten..

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Im schlimmsten Fall nicht nur den Stift ansetzen - einfach mal nach den Begriffen Steuerverkürzung und (versuchte) Steuerhinterziehung googeln.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

in einem solchen Fall wäre es keine Steuerverkürzung mehr, sonder schon Steuerhinterziehung ....

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Ach Entschuldigung liebes Finanzamt - hab mich bei meinem Wohnsitz leider vertan - weiß auch nicht wie das in der Erklärung passieren konnte. Und beim Ausrechnen des Weges Wohnung-Arbeitsstätte habe ich mich dann doch auch noch mal versehentlich um 280 km pro Tag vertan. Wie konnte das nur passieren.

Und nein, ich glaube nicht, dass Sie mit dem Klammerbeutel gepudert wurden.

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