Gibt es bei folgender Sache Konsequenzen?

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4 Antworten

Wenn Dein Freund einen befristeten Arbeitsvertrag hat, in diesem keine Kündigungsvereinbarung steht und auch kein entsprechender Tarifvertrag Anwendung findet, kann der Vertrag nicht ordentlich gekündigt werden. Er läuft mit Erreichen des Beendigungsdatums aus (§ 15 Teilzeit- und Befristungsgesetz).

Die vier Wochen Kündigungsfrist zum 15. oder Ende eines Monats gelten nach § 622 Abs. 1 BGB wenn es so vereinbart ist oder in einem Tarifvertrag steht.

Eine Kündigung zu einem Datum das nicht der 15. oder Monatsende ist, geht nur während einer Probezeit oder bei einer fristlosen Kündigung. Außerdem kann bei einem Aufhebungsvertrag auch ein "krummes" Datum vereinbart sein.

Solche Beendigungsdaten sehen in einem Arbeitszeugnis aber immer etwas "seltsam" aus und helfen nicht gerade bei der Suche nach einem neuen Job, wenn es sich nicht gerade um Kündigungen während einer Probezeit handelt.

Ob es Konsequenzen hat, wenn Dein Freund kündigt obwohl das rechtlich nicht geht, kann ich Dir nicht sagen. Wenn der AG nachweisen kann, dass ihm durch die vorzeitige Arbeitsaufgabe Deines Freundes Schaden entstanden ist, kann er evtl. Schadensersatz verlangen. Ob er das tut, da es sich um eine verhältnismäßig kurze Zeitspanne handelt, bevor der Vertrag ausgelaufen wäre, wird Dir, wie gesagt, niemand sagen können. Im Zeugnis wird es sich evtl. auswirken.

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Kommentar von DorFuchs
12.08.2016, 10:17

Danke, von hieraus gleich mal ein Lob an die Community, dass hier so schnell sogar eine Expertenantwort kommt

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In seinem Vertrag stand nichts von einer Kündigungsfrist, und da er unter 1 Jahr dort beschäftigt war hat er eine gesetzliche Kündigungsfrist von 4 Wochen.

Nein, das ist falsch. Ist in einem befristeten Vertrag keine Kündigungsfrist geregelt (und auch nicht in einem eventuellen Tarifvertrag), dann ist der Vertrag ordentlich nicht kündbar, das ist in § 15 Teilzeit- und Befristungsgesetz geregelt.

Da der Vertrag befristet ist, endet er einfach. Ohne Kündigung!

Abgesehen davon gilt die Kündigungsfrist von 4 Wochen auch nicht zu jedem beliebigen Termin, sondern zum 15. oder zum Monatsende. Also wäre auch eine Kündigung zum 11.09.16 überhaupt nicht möglich gewesen. Zu diesem Termin wäre höchstens ein Aufhebungsvertrag möglich. In dem Fall sollte dein Freund aber unbedingt darauf achten, dass in seinem Zeugnis steht, dass das Arbeitsverhältnis "im besten gegenseitigen Einvernehmen" endete, da man ansonsten bei einem krummen Datum außerhalb der Probezeit immer ein fristlose Kündigung durch den AG vermutet. Das wäre also ein übles Eigentor für deinen Freund.

Wenn er gekündigt wäre es ja nicht schlimm und auf das Geld ist er auch nicht angewiesen. Aber ich kann mir nicht vorstellen dass es das dann gewesen sein soll.

Hätte diese Handlung noch weitere Konsequenzen?

Nun ja, eventuell Abmahnung, fristlose Kündigung. Kein Geld für unentschuldigte Fehltage und natürlich der extrem fade Beigeschmack im Zeugnis. Je nach Arbeitsvertrag könnte eine Vertragsstrafe zum Tragen kommen, und falls der AG einen finanziellen Schaden beziffern kann, kann er von deinem Freund Schadenersatz fordern.

Und da sich potenzielle Arbeitgeber gerne mal bei früheren AG's über Bewerber erkundigen, sollte man seine Verträge immer ordentlich zu Ende bringen.

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Im Arbeitszeugnis wird stehen, dass man ihm gekündigt hat. Das kommt bei neuen Arbeitgebern nicht gut an.

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Kommentar von DorFuchs
12.08.2016, 09:43

Erhat ja ab 01.10 schon sicher einen neuen Arbeitgeber

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Das Arbeitsverhältnis endet am 30.9, wenn er keinen Urlaub eingereicht hat, dann muß er bis zu diesem Tag arbeiten.

Ansonsten fehlt er unentschuldigt, was eine fristlose Kündigung seitens des Arbeitgebers zur Folge haben kann.

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Kommentar von DorFuchs
12.08.2016, 10:12

Das wäre ja wie erwähnt kein Problem für ihn

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