Frage von MuttiSagt, 29

Gibt es Ausnahmeregelungen bei neuen Erkrankungen während des Krankengeldbezuges?

Am 15.9 wäre meine Krankengeld zuende. Zum 1.9 habe ich mich deshalb bei meinem Arbeitgeber wieder arbeitsfähig gemeldet. Das geht auch, bzw wäre gegangen. Wenn ich am Freitag nicht eine dummen Sturz vom Fahrrad hatte und ins Krankenhaus musste, weil ich mir den Arm ausgekugelt hatte. Nicht nur das, dabei kam es auch noch zum sehnenriss  und der muss operiert werden. Krankengeld bekomme ich nicht weil offensichtlich eine neue, hinzugekommene Krankheit den Anspruch des Krankengeldes nicht verlängert. Was nun? Lohnfortzahlung bekomm ich auch nicht, aus den gleichen Gründen ( oder?) Diese Situation ist nun verdammt kompliziert, denn was bekomm ich nun an Geld? Wovon kann ich die nächsten rund 6 Monate leben?

Antwort
von eulig, 17

wenn du dich für den 1.9. arbeitsfähig gemeldet hast - also für die Zukunft - bist du noch bis zum 31.8. wegen Erkrankung A krank geschrieben. jetzt am Freitag 26.8. ist eine neue Erkrankung B hinzugetreten. da diese Erkrankung während der alten Erkrankung hinzugetreten ist, erhälst du keine Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber für diese Erkrankung.

du schreibst das dein Krankengeld zum 15.9. zu Ende wäre. ich gehe davon aus, dass du die maximale Bezugsdauer erreicht hast und ausgesteuert wirst zu diesem Zeitpunkt.

du erhälst, weil es eine hinzugetretene Erkrankung ist, kein Krankengeld über den 15.9. hinaus.

wenn du zwischen den beiden Erkrankungen einen Tag gearbeitet hättest, dann würdest du zunächst wieder Lohnfortzahlung erhalten und im Anschluss hättest du wieder kompletten Krankengeldanspruch.

bei dir ist dies aber nicht der Fall. Krankengeldende ist definitiv der 15.9. da gibt es auch keine Ausnahmeregelungen.

dir bleibt jetzt nichts anderes übrig Hartz IV (Jobcenter) zu beantragen oder Sozialhilfe (Sozialamt).

Kommentar von MuttiSagt ,

Das hab ich zwar vermutet, aber Harz 4 bekomme ich nicht, da ich ja ein Arbeitsverhältnis hab!

Kommentar von eulig ,

Hartz IV bekommt man, wenn man keine oder nicht genügend Einkünfte zum Lebensunterhalt hat. ob man ein Arbeitsverhältnis hat oder nicht ist dabei unrelevant. du hast keine Einnahmen und liegst quasi auf dem trockenen. damit entsteht ein Anspruch auf Hartz IV. und darüber wärest du dann auch versichert.

wenn du dich nicht um Hartz IV kümmerst, musst du ab dem 16.9. deine Beiträge selbst zahlen und darfst dann ca. 170 Euro pro Monat dafür berappen. du solltest dich so schnell wie möglich kümmern.

Antwort
von DrakonBukana, 21

Es ist ein neuer Unfall = neuer Grund für Lohnfortzahlung.
Und wenn Du Dir in 7 Wochen ein Fuß brichst, ist es wieder ein neuer Grund.

Also hin zum Arbeitsgeber.

Kommentar von MuttiSagt ,

Und danach? Es dauert in jedenfall länger als 6 Wochen

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist falsch.

Die neue Erkrankung ist während der alten Erkrankung aufgetreten. Auch wenn es sich bei der neuen Erkrankung um eine von der alten unabhängige handelt, während beide Erkrankungszeiträume als zusammenhängend und als eine Erkrankung betrachtet, wodurch kein neuer Entgeltfortzahlungs- oder Krankengeldzeitraum entsteht.

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