Frage von 120grammButter, 106

Gibt / gab es eine Ideologie in der man Deutsche als "Untermenschen" bezeichnet hat?

Irgendeine Ideologie die evtl. viele negative Klischees stark instrumentalisiert, dass Deutsche keine Menschen, sondern gefühlslose Maschinen sind, versoffene grobe Barbaren u.s.w.

Antideutsche haben ja eigentlich nur was gegen den deutschen Nationalstaat soweit ich das verstanden habe, und nicht explizit irgendwas gegen die Ethnie und Kultur sowie ich das in dem Fall meine.

Suche aus philosophischen und geschichtlichen Gründen also eher eine Anschauung die sich wirklich gegen die "Vollblutdeutschen" richtet.

Nicht falsch verstehen, ich hab persönlich absolut nichts gegen Deutsche. Das wäre vollkommen pauschalisiert und rassistisch. Ich interessiere mich lediglich für verschiedene Ideologien und deren Beweggründe.

Danke :)

Antwort
von PatrickLassan, 30

Antideutsche haben ja eigentlich nur was gegen den deutschen Nationalstaat

http://wnorens.blogspot.de/2011/07/der-grote-antideutsche-aller-zeiten.html

Antwort
von rolfmengert, 18

Es scheint naturgegeben zu sein, dass man der eigenen Ethnie die größte Sympathie entgegen bringt. Anderenfalls wäre das auch eine morbide Grundhaltung, die einer selbstzerstörerischen Attitüde gleichzusetzen ist.

Wenn nun aber die eigene Kulturgemeinschaft die klare Bevorzugung genießt, dann ist es sehr leicht möglich, dass man an den Lebensäußerungen der "Anderen" etwas Anstößiges meint feststellen zu können. Sie haben andere Rituale beim Essen, bei der Kleidung, zeigen anderen Umgangsformen, beten andere Götter an, usw, usw. Da sind dann auch die Äußerungen der Ablehnung schnell getätigt. Man entrüstet sich über die Gebräuche und Gepflogenheiten der Anderen, weil sie eben mit der eigenen Wertewelt nicht in Einklang zu bringen sind. Und eben hier können sich sehr leicht Überhöhungen in der Einschätzung der negativ gesehenen Haltungen ergeben. 

Da Deutsche gemeinhin als rational, funktional denkend und als weniger spontan liebenswert gesehen werden, kann es leicht zu einem Gefühl kommen, dass sie (aus einem Ablehnungsmotiv heraus) als gefühllose Maschinenmenschen eingestuft werden. 

Wenn der andere erst in so einer Weise abgewertet ist, kann man ihn leichter bekämpfen oder gar vernichten. In der Geschichte der Kriege kann man klar sehen, dass in der vorbereitenden Propaganda der "Feind" immer erst menschlich abgewertet werden musste. Ihm wurde damit die Lebensberechtigung abgesprochen. Er wurde als vernichtenswerter Untermensch tituliert, um damit den eigenen Soldaten die Tötungshemmung  zu nehmen.

Es ist also ganz deutlich, dass es zu allen Zeiten den bekannten "Kampf der Kulturen" gegeben hat mit allen seinen Auswirkungen und vor allem der moralischen Abwertung der "Anderen".

Antwort
von barfussjim, 25

Ja, in der Nazizeit wurden deutsche Bürger auf Grundlage kruder "Rassetheorien" zu Untermenschen erklärt, ausgegrenzt, enteignet, deportiert und in Gaskammern hundertausendfach ermordet.

Antwort
von Horus737, 14

In Kriegszeiten wird der Gegner immer als Untermensch bezeichnet, um die eigenen Soldaten gegen den Gegner aufzustacheln und rücksichtslos zu machen. Die Deutschen waren bei den Engländern die "Krauts" aber auch die "Hunnen" (angeblich sagt das die Queen in engstem Familienkreis immer noch zu ihrer deutschen Verwandtschaft). Bei den Franzosen waren wir die "boches" (eine Art Dickköpfe). Allgemein war Deutschland und die Deutschen nach zwei verlorenen Kriegen die Kriegstreiber, die man am liebsten von der Landkarte verschwinden lassen wollte.

Bezeichnend sind auch die vielen Kriegsfilme die nach 1945 vor allem in Amerika, aber auch in Russland oder Jugoslawien entstanden sind, wo die deutschen Soldaten nur als brutale Angreifer dargestellt werden oder als feige Trottel die sowieso jeden Kampf verlieren und die eigenen Leute alle Helden sind.

Antwort
von dompfeifer, 10

Derartige Ressentiments gab es tatsächlich in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg in Norwegen. Da wurden z.B. Kinder deutscher Väter amtlich als "rassisch minderwertig" in "Irrenanstalten" weggesperrt.

Kommentar von lupoklick ,

"rassistisch minderwertig" kann beim Wahn der Nazis nicht stimmen, denn Norweger und Deutsche galten als besonders "rein"

Aber eine Frau Lyngstad mußte nach Schweden flüchten

Tochter Anna-Frid wurde ein Teil von ABBA und lernte ihren Vater erst nach vielen Jahren kennen...

Kommentar von dompfeifer ,

Da hast Du mich irgendwie falsch verstanden. Die Kinder deutscher Väter wurden von norwegischen Behörden als "rassisch minderwertig" weggesperrt.

Antwort
von josef050153, 17

Es gab schon im Ersten Weltkrieg die Propaganda, dass Deutsche Kinder fressen.

Im Zweiten Weltkrieg gab es besonders zum Hitler-Stalin Pakt auch einige Karrikaturen - z.B. die von David Low.

Aber auch Erdogan hat sich ja in letzter Zeit nicht gerade durch diplomatisches Feingefühl gegenüber Deutschland ausgezeichnet.

Antwort
von nowka20, 18

untermenschen sind für asiaten diejenigen, die sich dem buchwissen hingeben

Antwort
von lupoklick, 4

Ja, es war der Nationalsozialismus

DEUTSCHE Juden galten den Nazis als "minderwertig",

Zigeuner (ja so sagte man damals)   ebenfalls

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von UniCornisback, 56

Also falls das für dich zählt, die Römer haben die Germanen als unzivilisiert und Babaren bezeichnet. Ist natürlich schon ne Weile her.

Kommentar von 120grammButter ,

Würde heute immer noch viele Deutsche so bezeichnen. :P

Kommentar von UniCornisback ,

Nicht nur Deutsche

Kommentar von Barrabas7 ,

Nein...der Deutsche ist heute in Allemania deutlich in der Minderheit 😊

Kommentar von PatrickLassan ,

Deutschland hat etwas über 80 Millionen Einwohner. Weit über 90% davon haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Eine sehr große Minderheit.

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