Buchfink am 03.06.2009 um 20:16 Uhr
Das japanische Kobe-Rind bekommt ein spezielles Kraftfutter aus Möhren, Kartoffeln und Getreide, wird mit klassischer Musik beschalt, mit einer Tinktur aus Reiswein besprüht und täglich massiert. Dadurch bekommt das Fleisch eine gleichmäßige Marmorierung, ist besonders arm an gesättigten Fettsäuren und ein japanischer Landwirt braucht nur eine handvoll Rinder, um seinen Betrieb am Laufen zu halten, weil eines dieser Tiere auf Viehauktionen für sechsstellige Euro-Beträge weggeht.
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Nun überlege ich mir in ein paar Jahren "in Landwirtschaft" zu machen. Es sollen keine Rinder, sondern Schweine sein. Diese Tiere werden ebenfalls ein besonderes Futter erhalten (als Lübecker wäre aus Vermarktungsgründen ein gewisser Teil Marzipan auf dem Ernährungsplan nicht schlecht), statt klassischer Musik sollten es Seemanns-Shantys sein (ebenfalls ein norddeutscher Marketing-Gag) und statt Reiswein werden diese Tiere mit einer Mischung aus Flensburger Pilsener und Köm (Kümmel) besprüht. Natürlich dürfen auch bis kurz vor der Schlachtung regelmäßige Massagen nicht fehlen.
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Hätte so ein besonderes Schweinefleisch in Deutschland eine Chance auf dem Markt?
Kann man aus PR-Gründen wirklich auf jegliche hanseatische Klischees zurückgreifen oder schreckt das die Kunden eher ab?
Was würdet Ihr anders machen oder zusätzlich noch empfehlen?
Bild/er:

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, daß du schon ein SEHR GUTES Vermarktungsnetz für (Frisch)Fleisch brauchst sonst bleibst du unter Umständen drauf sitzen. Ich kenne jemanden, der hat mittlerweile 5 Truhen voll mit Fleisch und Würsten weil das mit der Direktvermarktung nicht immer so läuft wie man es wünscht...und ewig haltbar ist Fleisch ja nicht...Ansonsten kannst du dich aber auf eine erfüllte Beziehung mit deinen Schweinen freuen. Ich glaube, bei soviel Zuwendung werden sie ziemlich anhänglich! Und: Machs nur wenn deine Familie mitzieht! Sonst ist das ganze ein full-time Job....

Engagierst du mich als Schwein? Werd gern massiert und mag Bier. :-)
...iiiiiiiiih! Das ist so eklig! Die armen Tiere....

Vor Jahren hatten wir einmal das Glück, bei einer Auktion von Kühen im schweizerischen Thusis (Kanton Graubünden, nahe der weltberühmten Viamala-Schlucht) zugegen zu sein und waren fasziniert: die Kühe (übrigens, echte Schweizer Kühe sind braun und nicht weiß/lila):
http://tinyurl.com/oyfpte ;o))
wurden vor der Auktion ausgiebig gestriegelt, gebürstet, gestreichelt und liebkost, obwohl es danach direkt zum Schlachter ging.
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Wir haben festgestellt, dass das Fleisch im Allgemeinen und Rindfleisch im Besonderen in der Schweiz sündhaft teuer ist! Uns ist aber auch aufgefallen, dass es in der Pfanne nicht schrumpft! Man kauft also ein Steak, das nach dem Braten genau so gross ist wie es vorher war. Und der Geschmack erst, traumhaft !!!
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Nicht schlecht, Herr Specht ...... ähm, Herr Buchfink !!!
Deinen obigen Ausführungen ist nichts mehr hinzuzufügen: Gut durchdachtes „Konzept“!
Gratulazione !!!
Die von Dir noch zu züchtenden Schweine mit Seemanns-Liedern zu beschallen, ist eine super Idee. Die Musik soll durchaus Einfluss auf den Geschmack, und die Massagen Einfluss auf die Zartheit des Fleisches haben.
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Wenn Du mit Deiner besonderen Art der Schweinezucht Erfolg haben solltest, wäre ich die „erste Kundin“ bei Dir! Und falls bei „Selbstabholung“ ein kleiner Nachlass gewährt wird für entfallene Transportkosten, würde ich das Ganze vorab noch mit einem kleinen Urlaub an der Ostsee verbinden: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen sozusagen ;o))
Buchfink am 4. Juni 2009 21:46 Schweizer Kühe sind nicht lila?
Dafür hätte ich gerne eine seriöse Quelle.
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Eben.
So ist es auch bei Schweinefleisch.
Das industrielle Fleisch ist einfach zu verwässert und verdampft quasi in der Pfanne.
Ein schönes Stück Qualitätsfleisch hingegen ist zwar etwas teurer, aber dadurch, dass man "das Wasser nicht bezahlt",
das Fleisch nach dem Garen nahezu dieselbe Größe (und Gewicht) hat, wie vor dem "Pfannengang"
und das Fleisch auch mehr Geschmack hat, ist der Preis allemal gerechtfertigt.
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Natürlich gibt es einen Rabatt für Kunden, die weite Strecken in Kauf nehmen. Vielleicht sollte ich Gästezimmer in Lübeck anbieten, um meinen Kundenstamm unterzubringen.
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Danke für die Anregung.

Ich würde eine Kuh nehmen. Trotz allem.
Die auf dem Bild sieht doch schonmal lecker aus.
Ich denke, es hätte schon so seinen Umsatz.
Außer die Bayern. Die würden allein aus Protest sowas nicht essen, glaube ich.
Aber - das macht nix ;)
Buchfink am 3. Juni 2009 20:26 Kälber zu massieren ist aber anstrengender, als die Ferkel durchzukneten.
GrueneFee am 3. Juni 2009 20:29 Faule Sau.
Buchfink am 3. Juni 2009 20:34 Meinst Du mich?
GrueneFee am 3. Juni 2009 20:35 Ja, ganz richtig verstanden. Noch nichtmal mehr die Kühe willst du massieren,...tztz
Buchfink am 3. Juni 2009 20:37 Jetzt geht das schon wieder los. Kann ich nicht einmal eine Frage stellen, ohne dass Du mir gleich eine Szene machen musst?
GrueneFee am 3. Juni 2009 20:38 Jaja, jetzt bin ich's wieder. Pah.
Buchfink am 3. Juni 2009 20:39 Du bist ja nur sauer, weil die Schweine von mir mehr massiert werden als Du.
GrueneFee am 3. Juni 2009 20:40 Ja, das finde ich ehrlich gesagt auch ziemlich komisch und nicht wirklich rechtens. Schweinerei hier...
Buchfink am 3. Juni 2009 20:41 Du mit Deinen ferkeligen Gedanken.
GrueneFee am 3. Juni 2009 20:42 Wer hat den hier mit den Schweinen angefangen? Furchtbar,...

Ich find die Idee sehr gut...
Da bekommt Marzipanschwein doch ne ganz neue Bedeutung!
Buchfink am 3. Juni 2009 20:28 Hah! An dieses Wortspiel dachte ich noch gar nicht.

Wenn Du dabei für beste Qualität sorgst und nicht nur für Klamauk, dann hat das Marktchancen.Ich würde über Kräuterverfütterung noch den Fleischgeschmack aufwerten. Bei Geflügel klappt das mit Rosmarien ,Thymian und Lavendel sehr gut,das Fleisch nimmt Geschmack an.
LG Sikas
das braucht/isst in deutschland doch keine sau (!). (ich komm aus bayern-->genauso wie grüne fee vorrausgesagt hat:D)
Buchfink am 3. Juni 2009 20:27 Okay, das ist ein Argument.
Wenn du das richtig vermarktest wird das ein Kassenschlager.
Buchfink am 3. Juni 2009 20:27 Vor allem weil es Öko sein wird.
jo

Green Peace würde sich einschalten und kritesieren, wieso du dem Schwein, alkohol gibst, doch sehr gute <Frage;) ich kenn so rind auch

Deinem Aufstieg zum norddeutschen Scheinebaron steht nichts mehr im Wege. Und wenn ich da an Europa denk...
Buchfink am 3. Juni 2009 20:29 Frankreich habe ich da im Auge. Die können dann ihre Boudin Noir aus Hanseaten-Schweinen machen.

das ist ein erfolg!
freilaufend und bodenhaltung vorausgesetzt
Buchfink am 3. Juni 2009 20:30 Natürlich. Sollte alles auf "Bio" getrimmt sein.

Dementsprechend hoch ist der Preis, im Gegensatz zu unserer Massentierhaltung !

wenn es deutlich besser schmeckt und du genug kunden findest, die reich genug sind, um es sich leisten zu können, dann klappt es, habe allerdings so meine zweifel an der ernsthaftigkeit deines vorhabens ;)
Buchfink am 3. Juni 2009 20:31 Die Ernsthaftigkeit ist da. Nur habe ich meine Zweifel Abnehmer dafür zu finden.

Misch noch etwas Nougat darunter, dann wird es ein Genuss. Ich möchte das ereste Fleisch testen, also gib mir bitte Bescheid wenn es soweit ist
Buchfink am 3. Juni 2009 20:31 Nougat? Das ist dann aber wenig hanseatisch.
knutschbaer09 am 3. Juni 2009 20:32 Aber lecker ^^

Nunja - den Käse lasse ich noch angehen - und frische Milch - aber dieses schöne Rind auf dem Bild und daneben das Fleisch - ich komme irgendwie nicht damit klar - weiss gar nicht mehr, wann ich zuletzt Fleisch gegessen habe - wenn ich sowas sehe, ermutigt es mich dazu, gar keins mehr zu essen-:(
Buchfink am 3. Juni 2009 20:23 Käse und Milch konsumierst Du, aber kein Rindfleisch?
Du weißt aber, dass eine Kuh nur Milch gibt, wenn sie ein Kalb geworfen hat und deswegen regelmäßig gedeckt werden muss?
Und dass das Kalb der Mutter weggenommen wird, damit es nicht die wertvolle Milch trinkt, ist Dir auch bekannt?
Panikgirl am 3. Juni 2009 20:26 Nein, dass das Kalb angeblich die Milch nicht trinken darf ist mir absolut nicht bekannt. Dort wo ich aufgewachsen bin - auf dem Land - da haben die Kälber bei dem Muttertier getrunken. Wenn das heute so üblich sein sollte woanders, dann könnte ich k.............Ich sage es ja - der Mensch ist grausam-:(
Buchfink am 3. Juni 2009 20:32 Die industriell hergestellte Milch wird zu 100% so gemacht.
Beim kleinen Bauern auf dem Land ist das vielleicht anders.
Aber kaufst Du Deine Milch nur beim Kleinbauern?
Panikgirl am 3. Juni 2009 20:39 Nein - ich gebe zu, dass ich das nicht tue. Mir ist echt vorhin übel geworden bei der Vorstellung, dass so ein kleines Kälbchen von der Mutter weggerissen wird. Ich finde das echt bestialisch. Noch ekliger finde ich es, wenn Menschen sogar noch Kalbfleisch essen - oder Ferkel - oder Lamm.............das sind noch Babys

Vielleicht sollte man die Tiere regelmäßig in die Oper ausführen und zu einer Ausfahrt im Bentley oder einer Partie Golf mitnehmen. Du weißt ja, ein gesunder Geist wohnt in einem schmackhaften Körper, oder so ähnlich...
Buchfink am 3. Juni 2009 20:33 Vielleicht finden sich auf dem ein oder anderen Golfplatz auch noch Eichen, deren Früchte die Schweinchen essen könnten. Keine schlechte Idee.
MikeFFM am 3. Juni 2009 20:44 Genau! Die Cuisine in guten Opernhäusern soll zudem auch für Schweine nicht zu verachten sein, und mit dem Bentley lassen sich exquisite Restaurants ansteuern, an deren Menü auch ein Schwein seinen Gefallen finden dürfte...
bau doch noch ein Schiff als Schweinestall aus und binde ihnen zum Fressen ein rotes Halstuch um (besonders dann, wenn der Fotograf sich anmeldet)
Da hast aber viel herumzuflattern, wenn du das durchziehen möchtest. Nimm dir ein Huhn als Hilfe, oder einen Truthahn, die haben größere Schnäbel.
Buchfink am 3. Juni 2009 20:34 Meine Menschenfreunde werden mir schon helfen. Keine Bange.

wenn man eine entsprechende Gruppe Nachfrager hat. mit Sicherheit, reiche und gut situierte Leute kaufen das sicher. nur der Vertriebsweg muss gut und geklärt sein, dass man an die Zielgruppe auch ran kommt.
Buchfink am 4. Juni 2009 10:13 Über die Zielgruppe müsste ich mir mehr Gedanken machen. Wer kauft so etwas?
Besser situierte Grünen-Wähler?

Man sollte vielleicht die in Deutschland lebenden Japaner als Kunden ins Auge fassen. Die haben ja den Sinn für solche besonderen Lebensmittel.
Buchfink am 4. Juni 2009 19:31 Zum Beispiel quadratische Melonen.
http://img513.imageshack.us/img513/5816/800pxsquarewatermelonoz6.jpg
Der Tipp ist wieder einmal richtig gut.

http://www.mampf-mit.de/archives/img2007/mm20070124b.jpg
Ja, mach das. Genial! Marzipanschwein - das ist völlig neu!
Buchfink am 4. Juni 2009 21:48 Lübecker Mandelschwein.... mit dem zarten Amaretto-Aroma.

Ich hatte zuerst so meine Zweifel, ob das mit dem Marzipan im Futter bei Deinen Schweinen wohl angebracht ist, bin aber zu dem Ergebnis gekommen, dass das durchaus eine reizvolle Komponente darstellen könnte. Da sich die Süsse des Marzipans wahrscheinlich sehr dezent im Schweinefleisch bemerkbar machen wird, eröffnen sich damit ganz andere Perspektiven, z. B. bei Schweinefleisch süss-sauer! Das wäre doch mal was!
Mein Vorschlag:
Nicht nur (Marzipan)-Schweine züchten, sondern das Fleisch auch selbst verarbeiten und in einem
Spezialitäten-Restaurant
anbieten. Auf der Speisekarte könnten dann u.a. „Schweinefleisch süss-sauer“ stehen. Allein bei „Chefkoch“ habe ich auf Anhieb 39 Rezepte dafür gefunden:
Und das „Schmankerl“ in Deinem Restaurant wäre dann das berühmte
„Lübecker Schnitzel à la Niederegger“
und gleichzeitig die unschlagbare Attraktion schlechthin und nicht mehr zu toppen. (Die berühmte Firma sollte als Sponsor Dein Vorhaben finanziell unterstützen!)
Ich stelle mir da ein Schweineschnitzel in Mandel-Panade vor, gebacken in Butter und gekrönt mit einer zarten Marzipanhaube, garniert mit Marzipanrose und Kräuter-Bukett der Saison, Folienkartoffel mit Sourcreme, verfeinert mit geraspeltem Marzipan und grünen Bohnen im Speckmantel.
Deiner Fantasie, wie Du dem Ganzen noch ein i-Tüpfelchen verleihen könntest, sei da keine Grenze gesetzt.
MagnoliaNe am 5. Juni 2009 14:59 Zur Veranschaulichung kann ich Dir leider keine Bilder einstellen, lediglich die Links:
Schweineschnitzel: http://tinyurl.com/3gr9ug
Folienkartoffel: http://tinyurl.com/r9tda4
Grüne Bohnen im Speckmantel: http://tinyurl.com/odpuze ;o)
Buchfink am 5. Juni 2009 17:29 Schweinefleisch süß-sauer? Da hätte ich auf einen Schlag ökologisch denkende Chinesen als Kundenstamm.
Das Café Niederegger könnte auch ein Bistro Niederegger eröffnen, das dann herzhafte Speisen anbietet.
Sehr leckerer Link, ein Dank dafür!

Das Ding gefällt mir, würde mich an der Vermarktung mit unserer Agentur gerne beteiligen. Hätte da noch ne Idee (smile) vielleicht könnte man dem Tierchen etwas zu fressen geben das dann später die Farben von S-H erzeugt....
Buchfink am 15. Juni 2009 11:09 Vielleicht wäre dies mit Gentechnik möglich.
Das nenne ich mal eine erschöpfende Antwort.
Danke schön.