Frage von sissi8910, 382

Inkasso Mahnung GFKL (Base). Weißt da jemanden Rat, wie ich dagegen vorgehen/wehren kann?

Guten Mogen allerseits,

bin seit 4 jahren Kundin bei Base gewesen und habe meine Rechnung stets bezahlt, würde von mein Konto abgebucht. Vor kurzem erhielte ich ein Brief von Base alias Telefonica, dass ich eine Rechnung von 2013 in von 18,50 nicht bezahlt habe. Ich habe mit Base angerufen und gesagt, sie sollen den Betrag von mein Konto abbuchen, dass könnten sie nicht machen etc... habe den Betrag wirklich vergessen zu zahlen. Jetzt habe ich ein tolles Brief von GFKL erhalten und ich soll an sie ein Betrag in Höhe von 95,09 zahlen. Und Base hat mein Vertrag gekündigt, bin ehrlich gesagt froh darüber da ich nicht mehr zufrieden war, da auch bald men Vertrag geendet hätte AugustAm Telefon geht keiner dran...95,09 finde ich extrem teuer für ein ursprunglichen Betrag von 18,50... Weißt da jemanden Rat, wie ich dagegen vorgehen/wehren kann?!

Antwort
von Xipolis, 172

Das ist schon sehr unverschämt, zumal Du dafür überhaupt nichts kannst.

Ich verstehe es so, daß Du ohnehin den Basevertrag loswerden willst (falls nicht müsste man anders vorgehen, als ich nun beschreibe). Weiter unten hast Du geschrieben, dass es sich um eine Teilkündigung handelt und Du hast die Forderung aufgestellt.

Überweise die ursprünglichen 18,50 € zweckgebunden. Entweder direkt an Base ("Kundennummer, Forderung aus Ihrem Schreiben vom Datum") oder an das Inkassounternehmen ("Aktenzeichen, nur Hauptpforderung").

Zum einen würde ich gegenüber dem Inkassounternehmen schriftlich per Einschreiben-Einwurf widersprechen.


--------- schnipp --------


Absender

Einschreiben-Einwurf Empfänger (Inkasso)

Ort, Datum

Aktenzeichen
Base / sissi8910
Ihre Mahnung vom Datum Widerspruch gegen Ihre Forderung

Sehr geehrte Damen und Herren,

die ursprüngliche Hauptforderung über 18,50 € habe ich am Datum überwiesen.

Ich widerspreche der restlichen Hauptforderung Ihrer Auftraggeberin als auch die von Ihnen aufgestellten Verzugs-/Mahnkosten. Ich werde nicht zahlen, da die Forderung unberechtigt ist.

Ich begründe meinen Widerspruch wie folgt: Ihrer Auftraggeberin wurde mit Vertragsabschluss eine Einzugsermächtigung erteilt. Daraus ergibt sich, dass der Rechnungsbetrag aus dem Jahr 2013 von meinem Konto hätte abgebucht werden sollen. Dies ist offensichtlich nicht geschehen. Daraus ergibt sich, dass sich Ihre Auftraggeberin im Gläubigerannahmeverzug befindet (§ 293 BGB). Ein Zahlungsverzug meinerseits ist nicht eingetreten, da Ihre Auftraggeberin nicht ausdrücklich erklärt hat, von der Einzugsermächtigung keinen Gebrauch zu machen. Ferner verweise ich Sie auch auf § 300 Abs. 1 BGB.

Rein vorsorglich mache ich Sie darauf aufmerksam, dass eine widersprochene Forderung nicht an die Schufa oder eine andere Auskunftei gemeldet werden darf.

Bitte verzichten Sie auf weitere Mahnungen und auf die Beantragung eines gerichtlichen Mahnbescheides. Einen solchen würde ich vollumfänglich widersprechen. Den in diesem Schreiben geäußerten Forderungswiderspruch halte ich konsequent aufrecht, da die Forderung Ihrer Auftraggeberin unberechtigt ist.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

---------- schnapp -----------

Zum anderen würde ich Base gegenüber schriftlich per Einschreiben-Einwurf fristlos kündigen.

---------- schnupp ------------



Absender

Einschreiben-Einwurf Empfänger (Base)

Ort, Datum

Kundennummer
Ihre Teilkündigung vom Datum Fristlose Kündigung Widerruf Einzugsermächtigung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Teilkündigung betrachte ich als Leistungsverweigerung und als Verstoß gegen § 45k Abs. 1 u. 2 TKG. Daher spreche ich hiermit eine fristlose Kündigung aus und widerrufe gleichzeitig die erteilte Einzugsermächtigung.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift


------------ schwupp ----------

Etwaige noch offene Positionen an Mobilfunkkosten müsstest Du natürlich noch (ggf. anteilig) zahlen.

Kommentar von Xipolis ,

Beim Schreiben an Base wäre im zweiten Satz noch einzufügen: "Daher spreche ich hiermit eine fristlose Kündigung aus (§ 314 BGB) und widerrufe gleichzeitig die erteilte Einzugsermächtigung."

Kommentar von Xipolis ,

Und denke daran, dass Du nur in einer angemessenen Frist eine fristlose Kündigung aussprechen kannst,

Kommentar von sissi8910 ,

Ich bedanke mich wirklich herzlich! Da ich mich nie mit sowas in Berührung kam, war ich überfrag und auch teilweise überfordert. Mir kam diese Forderung von den Inkassounternehmen sehr dubiös. Ich werde den Anschreiben heute noch abschicken! Vielen Dank und werde euch, wenn etwas neues ergibt natürlich weitergeben!

Kommentar von Xipolis ,

Du musst allerdings damit rechnen, dass das Inkassounternehmen vermutlich nicht einfach locker lässt und auch das Base hartnäckig bleibt (Teilkündigung bedeutet meist, Du bist gesperrt, sollst aber trotzdem monatlich zahlen).

Antwort
von franneck1989, 279

Die Forderung ist verjährt (Ich halte anhand deiner Schilderung verjährungshemmende Umstände für ausgeschlossen). Du kannst das also problemlos zurückweisen und Einrede der Verjährung erklären.

Zudem wäre eine außerordentliche Kündigung wegen derart geringer Rückstände ohnehin nicht wirksam. Du kannst also wieder sofortige Aufhebung der Kündigung fordern.

Kommentar von EXInkassoMA ,

Forderung ist aus 2013 , ist erst am 1.1.2017 verjährt

Antwort
von mepeisen, 283

Ich würde dem Inkasso folgendes schicken:
"Wertes Inkasso. Forderungen aus 2012 sind verjährt. Ich spreche hiermit eine fristlose Kündigung aus wegen Leistungsverweigerung in Verbindung mit einem Verstoß gegen das TKG (75€-Grenze). Weitere Bettelbriefe beantworte ich nicht, einem Mahnbescheid werde ich widersprechen."

Begründung findest du hier schon. :-)

Kommentar von Xipolis ,

mepeisen, die Forderung ist aus 2013 und damit noch nicht verjährt.

Der Hinweis auf TKG ist korrekt. Es reicht aber, wenn Sie die Kündigung von Base annimmt.



§ 45k Abs. 2 Satz 1 TKG

Wegen Zahlungsverzugs darf der Anbieter eine Sperre durchführen, wenn der Teilnehmer nach Abzug etwaiger Anzahlungen mit Zahlungsverpflichtungen von mindestens 75 Euro in Verzug ist und der Anbieter die Sperre mindestens zwei Wochen zuvor schriftlich angedroht und dabei auf die Möglichkeit des Teilnehmers, Rechtsschutz vor den Gerichten zu suchen, hingewiesen hat. 



Kommentar von mepeisen ,

Hmmm. Wie komme ich nur auf 2012. War wohl gestern schon spät. Hast Recht. Oder die TE hat zwischendrin mal 2012 geschrieben. Irgendwer fing von 2012 an. Weiß nicht mehr, wer.

Kommentar von Xipolis ,

Ich glaube sie hat erst 2012 geschrieben und es dann korrigiert auf 2013.

Antwort
von EXInkassoMA, 140

Überweise gerundet und zweckgebunden 25 € direkt an Telefonica

Zusatz : Nur Hauptforderung 18,50 plus 6,50 Verzugskosten

Die Inkassokosten kannst Du knicken

Kommentar von Xipolis ,

Wie kommst Du auf 6,50 € Mahnkosten?

Verzug kann ja frühestens mit der Mahnung über 18,50 € eingetreten sein, wobei ja eine Einzugsermächtigung vorliegt.

Ich würde nur die 18,50 € zweckgebunden überweisen und dem Inkasso schriftlich widersprechen.

Antwort
von Lumpazi77, 188

Zahle das nicht das ist ein Fake !

Die Forderung, sollte sie tatsächlich bestehen, ist verjährt !

Rufe bei BASE an und sage das den Leuten dort (wobei ich Zweifel habe, dass das von BASE kommt) !

Kommentar von sissi8910 ,

habe Base heute angerufen und sie haben mir bestätigt. Mein Vertrag wurde zu ein Teilkündigungsvertrag.

Kommentar von Lumpazi77 ,

wenn Du das von Base schriftlich bekommst, kannst Du schriftlich widersprechen oder Du schreibst, dass Du sofort aus dem Vertrag entlassen werden willst

Kommentar von Xipolis ,

Das bedeutet, dass sie Dich sperren, aber weiter Geld von Dir wollen.

Kommentar von Xipolis ,

Die Forderung aus 2013 verjährt erst am 01.01.2017!!!

Antwort
von kevin1905, 161

Forderungen aus 2012 sind seit dem 31.12.2015 verjährt.

Kommentar von sissi8910 ,

Ich habe mich vertan. Nicht 2012 sondern 2013. Jetzt hat sich das GFKL Inkasso eingeschaltet. 18,50 war der ursprünglich Betrag und jetzt erst 2016 kommen sie damit an. Kann ich mich dagegen wehren?


Kommentar von kevin1905 ,

Details zur Forderung und dem Hergang inkl. aufgeschlüsselte Gebühren bitte.

Kommentar von sissi8910 ,

Forderungskonto

  1. übergebene Rechnungsbeträge Gesamt: 22,00Euro
  2. Schadenersatzforderung: 0,00 Euro
  3. Verzugszinsenbis 18.04.2016 Berechnung siehe Anlage: 2,89
  4. Rücklastkosten der Auftraggeberin: 0,00 Euro
  5. Mahnkosten der Auftraggeberin: 0,00 Euro
  6. Inkassokosten 1,3 Geschäftsgebühr gem. §4 Abs. 5 RDGEG i.V.m. Nr. 2300 VV RVG: 58,50
  7. Post- und Telekommunikationspauschale gem. §4 Abs. 5RDGEG i.V.m Nr. 7002 VV RVG: 11,50
  8. Auskunftskosten:0,00
  9. abzgl. geleisteter Zahlung oder Gutschriften: 0,00

10. Ihr Zahlbetrag per 18.04.2016: 95,09

Keiner geht ans Telefon oder meldet sich zurück.

Kommentar von Xipolis ,

Ich würde nur 18,50 € zweckgebunden überweisen und dann so verfahren, wie ich Dir geantwortet habe.

Und telefoniere niemals mit dem Inkassounternehmen. Am anderen Ende sitzen geschulte Mitarbeiter, die Dir sagen werden, dass Du alles komplett zahlen musst, sonst... (beliebiges Wort einsetzen, wie: wird es teuer /knallt es / kommt der Gerichtsvollzieher).

Kommentar von mepeisen ,

Lese ich das richtig, es werden 0€ Mahnkosten, 0€ Rücklastschriftkosten usw. gefordert? Bedeutet unterm Strich: Du warst nie in Verzug.

Einfach die Hauptforderung bezahlen und dann ist gut.

Wenn die etwas zusätzlich wollen, sollen die vor Gericht mal erklären, wieso es nie Mahnungen und dergleichen gab und trotzdem Verzugskosten gefordert werden. Die sind ja lustig.

Kommentar von Xipolis ,

Wie soll denn auch die Fragestellerin bei einer Einzugsvermächtigung in Verzug gelangen?

Das geht nur, wenn Base ausdrücklich schriftlich ankündigt nicht die Einzugsermächtigung zu nutzen. Und dann müsste im Anschluss gemahnt werden.

Kommentar von franneck1989 ,

Überweise die Rechnung (22,-) zzlg. Zinsen und Mahnkosten (5,- gerundet) zweckgebunden an Base, soweit berechtigt. Damit ist die Sache vom Tisch.

Kommentar von EXInkassoMA ,

Das Inkasso versucht den TE anscheinend abzuzocken

18 € wären theoretisch maximal zu zahlen http://www.schuldnerberatung-schickner.de/news/inkassokosten-zulassig-oder-nicht...

Kommentar von Xipolis ,

franneck1989, die Hauptforderung über 18,50 € erkennt die Fragestellerin ja an. Es wohl ein Sepa-Mandat vor. Verzug kann frühestens mit der Mahnung von Base eingetreten sein. Daher würde ich nur die Hauptforderung bezahlen von 18,50 € (zweckgebunden). Dazu wäre sie meines Erachtens aber auch nicht verpflichtet.

Wir haben hier nämlich den Fall des Gläubigerannahmeverzuges, da dieser nicht abbucht. Siehe dazu im Schriftentum NJ 11/11 441-448:

Gibt es eine klare Vereinbarung, gelangt der Gläubiger bei nicht rechtzeitiger Einlösung seiner Ermächtigung - und ausreichender Kontodeckung - in Verzug, mit der Folge, dass bei nicht durchführbarer (späterer) Einziehung der Schuldner von seiner Verpflichtung frei werden kann. Entgegen der Auffassung des OLG Düsseldorf gilt in einem nicht eindeutigen Fall folgendes:

Ist nicht klar und deutlich ersichtlich, ob eine solche Vereinbarung ausdrücklich getroffen wurde, sollte aufgrund der herangezogenen Interessenlage der Parteien im Zweifel davon auszugehen sein, dass diese eine solche Vereinbarung gewünscht haben und diese zumindest solange verbindlich ist, wie ausreichend Deckung zum Fälligkeitszeitpunkt auf dem Konto des Schuldners vorhanden ist. Dies entspricht der Gesetzessystematik und vor allem den Interessen der Parteien. Der Gläubiger seinerseits sollte Vorsorge in seinen AGB schaffen, damit kurzzeitige Verzögerungen nicht zum Untergang der Leistungsverpflichtung des Schuldners führen.

Siehe auch: § 300 Abs. 1 BGB

Kommentar von Xipolis ,

Nachtrag: Das wird auch der Grund sein, warum Base nicht einziehen wollte, sondern auf Überweisung bestand.

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