Tommmi2006 am 27.05.2007 um 17:17 Uhr
Ich beabsichtige in eine Haus mit Garten in der hör-und sehbaren Nähe einer befahrenen Bundesstraße zu ziehen. Das Haus liegt am Hang und die Entfernung zur Bundesstraße ist Luftlinie 700m. Das Geräusch der Autos ist im Garten und im Haus bei offenen Fenstern, nicht aber bei geschlossenen zu hören.
Da ich momentan sehr ruhig wohne, frage ich mich, wie sehr dieses Geräusch stören wird und ob man sich daran gewöhnt.
Selbst wenn man ein Haus kauft, das etwas abgelegen liegt ist das sicher keine Garantie, dass es dort nie eine neue (Bundes-)Straße geben wird oder irgendein anderer Krawallmacher wie z.B. ein Freibad oder so etwas in der Art gebaut wird.
Du gewöhnst dich daran, aber nur scheinbar. Das heisst du wirst nach geraumer Zeit den Lärm nicht mehr so bewusst wahrnehmen, was aber an der Gesundheitsschädigung nichts ändert. Und das ist der entscheidende Punkt! Lärm schädigt auch unbewusst den Organismus. Hoher Blutdruck, Herz- Kreislauferkrankungen, Schädigungen des vegetativen Nervensystems.
In deinem speziellen Fall hast du aber den Vorteil, dass du durch Schließen der Fenster (nachts) den Lärm nicht mehr hörst und daher die Belastung vermutlich auch erträglich sein wird.
Selbst wenn man ein Haus kauft, das etwas abgelegen liegt ist das sicher keine Garantie, dass es dort nie eine neue (Bundes-)Straße geben wird oder irgendein anderer Krawallmacher wie z.B. ein Freibad oder so etwas in der Art gebaut wird.

Von mir weiß ich, dass ich mich nicht daran gewöhne, auch, wenn ich es zeitweise ausblende. Aber ich nehme meine Umwelt zu bewusst wahr und würde das immer wieder auch bewusst hören, was bei mir erhöhte Aggressivität zur Folge hat, schlechter Schlafen und Unzufriedenheit. Lärm macht krank, auch, wenn man ihn nicht mehr bewusst wahrnimmt.
An die Kreissäge meines Nachbarn gewöhne ich mich nach 12 Jahren auch nicht mehr.
Ich dachte eigentlich immer, ich wäre eher Lärmunempfindlich. Aber nach 2 Jahren in einer Wohnung direkt an einer lauten Straße habe ich zwar den Lärm nicht "gehört" aber ich habe gemerkt, daß mein Körper immer mehr mit Stress auf den Lärm reagiert. Der Lärm widerstrebte mir immer mehr.

Längerfristig schon. Aber trotzdem bleibt es ein Frage der Lebensqualität ständig diesem Lärm ausgesetzt zu sein.

Nach meiner Erfahrung - NEIN. Das Geräusch dringt zwar mit der Zeit in den Hintergrund, so dass Du es nicht mehr bewußt hörst aber es ist immer da, und das spürst Du auch. Ich habe zwangsweise :-( mal ein Jahr an einer Bahnlinie gewohnt - der reine Horror: Ich wohne seit einigen Jahren nicht mehr dort und erinnere mich nur noch mit schrecken. Es ist nichts entspannender und schöner als ein Nachmittag im ruhigen Garten mit Teichgeplätscher und Vogelgesang - so wie Du es jetzt wohl gewohnt bist. Also wenn Du eine Wahl hast - weitersuchen.
Teichgeplätscher und Vogelgesang kann aber auch nerven und totale Stille würde einen wahrscheinlich auf die Dauer auch verrückt machen. Alles ist doch irgendwie eine Frage der Einstellung dazu. Oder?
Heeeschen am 27. Mai 2007 17:32 Du kannst das Teichgeplätscher abstellen - ich hör es mir sehr gern an - aber es ist wissenschaftlich belegt, dass Lärm krank macht. Ob es Dauerbehämmerung in einem Technotempel oder das Wohnen an einer stark befahrenen Straße ist: dieser Lärm macht Krank - da ist Deine Einstellung dazu - sprich: nervt mich oder nervt mich nicht - ziemlich wurscht :-)
Ich meinte damit nicht, dass man etwas durch die seine Einstellung wegbekommt, aber Menschen die z.B. nur darauf warten ein Geräusch zu hören, das stört, werden immer etwas finden. Ich habe mehrmals die Erfahrung gemacht, dass manche ältere Leute ganz allergisch z.B. auf Kinderlärm oder einen (geplanten) Spielplatz in der Nähe reagieren, obwohl sie nicht in Schichten arbeiten müssen und doch eigentlich froh über Nachwuchs sein könnten. Teichgeplätscher beim Nachbarn und Vogelgezwitscher lässt sich z.B. sehr schwierig abstellen, aber wenn ich mich darüber freuen kann (Einstellungsfrage) nervt es mich auch nicht. Und wenn ich die Fliege an der Wand hören möchte (vorgereizt bin), klappt das auch. Verstehst du was ich meine?
Heeeschen am 30. Mai 2007 09:11 Ja, jetzt verstehe ich :-)
Die Ohren gewöhnen sich an das Geräusch, Dein Körper speichert die ständige Geräuschkulisse. Es kann sein das der Körper darunter leidet und es an anderen Dingen festmacht bzw. zu Tage befördert. Das muß nicht zwangsläufig so sein... kann aber.
Moin, ich muß alle recht geben, ich habe selbst Jahre an einer großen Bundesstraße gewohnt und habe auch Schichten geschafft. Kaufen würde ich mir ein Grundstück oder Haus in der Lage nicht, aus persönlichen Gründen, dem Lärm und der Kinder wegen. Grüße Korfiote2008
Moin, ich muß alle recht geben, ich habe selbst Jahre an einer großen Bundesstraße gewohnt und habe auch Schichten geschafft. Kaufen würde ich mir ein Grundstück oder Haus in der Lage nicht, aus persönlichen Gründen, dem Lärm und der Kinder wegen. Grüße Korfiote2008

Ich kann mich daran nicht gewöhnen! Ich bin in einer sehr ruhigen Gegend aufgewachsen und wohne seit nunmehr 9 Jahren an Hauptstrassen (irgendwie haben wir nie ein Wohnung bekommen,die nicht an einer Hauptstrasse liegt,ist hier vielleicht auch ein finanzielles Ding)! Momentan wohne ich in einer Wohnung,die sehr gut isoliert ist und nach hinten etwas ruhiger wird! Davor allerdings wohnte ich im 10. Stock an einer Hauptstrasse und Autobahn,schlecht isoliert und alle Räume zur Strasse und ich kann nur sagen,es macht einen irre und aggressiv!Ich kann und will mich nicht daran gewöhnen und ich muss hier weg!
krauthexe am 28. Mai 2007 00:17 Das glaube ich Dir.Ich könnte das auch nicht aushalten.

Ja, bei uns war es so, dass wir, ca. 400 Meter neben einer stark befahrenen Bahnline unser Haus bauten, was die ersten Wochen zwar mächtig auffiel, jeder Zug und dann auch noch in der Nacht, ist jetzt total gewohnt...aber den Lärmschutz sollte man nicht außer Betracht lassen...