Frage von Dinex90, 40

Gewerbe neben dem Hauptjob. Steuern Was könnte mich erwarten?

Hallo liebe Leute,

ich habe vor 4 Monaten ein Kleingewerbe eröffnet neben meinem Hauptjob.

In dem letzten Monaten hab ich so viel Umsatz gemacht, dass es vermutlich kein Kleingewerbe mehr sein wird.

Da meine Steuerberaterin aber gerade im Urlaub ist und ich diese Gedanken nicht aus dem Kopf bekomme, würde ich euch gerne Fragen.

Wie wird das berechnet am Ende des Jahres? Was erwartet mich bei einer Steuererklärung? In wie weit werden die Einnahmen durch den Hauptjob mit eingerechnet?

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Antwort
von kevin1905, 36

ich habe vor 4 Monaten ein Kleingewerbe eröffnet neben meinem Hauptjob.

Da es keine Kleingewerbe gibt, halte ich diese Aussage für ein Gerücht. Du hast vermutlich ein Gewerbe angemeldet.

In dem letzten Monaten hab ich so viel Umsatz gemacht, dass es vermutlich kein Kleingewerbe mehr sein wird.

Du bleibst bis Jahresende Kleinunternehmer, denn die Einschätzung für das laufende Geschäftsjahr ergibt sich immer aus den voraussichtlichen Umsätzen (§ 19 UStG).

Wie wird das berechnet am Ende des Jahres?

Es ändert sich für das laufende Jahr nichts.

Was erwartet mich bei einer Steuererklärung?

Bei welcher? Einkommen-, Umsatz- oder Gewerbesteuer?

In wie weit werden die Einnahmen durch den Hauptjob mit eingerechnet?

Bei der Einkommensteuer werden der Gewinn der Selbständigkeit (§ 15 EStG), mit dem Überschuss (Bruttoverdienst abzgl. Werbungskosten) aus der Anstellung (§ 19 EStG) zusammen addiert. Dies nennt man dann Summe der Einkünfte.

Von dort geht es weiter zum Gesamtbetrag der Einkünfte, von dem die Sonderausgaben abgezogen werden (z.B. Vorsorgeaufwendung i.F.v. Beiträgen zur Sozialversicherung).

Am Ende steht das zu versteuernde Einkommen. Dies ist Grundlage für die Einkommensteuerschuld. Nun werden die als Lohnsteuer bereits gezahlten Steuern gegengerechnet und daraus ergibt sich ein Guthaben (dann kriegst du Geld erstattet), oder ein Defizit (dann musst du nachzahlen).

Im Falle einer Nachzahlung von mind. 400,- € kann das Finanzamt von dir verlangen quartalsweise ab 2016 Einkommensteuervorauszahlungen von mind. 100,- € zu leisten (§ 37 EStG).

I.S.d. UStG wärst du dann ggf. ab Januar regelbesteuert und musst die Umsatzsteuer auf Rechnungen ausweisen, darfst aber ausgelegte Vorsteuer abziehen. Viel Spaß bei den monatlichen/quartalsweisen Umsatzsteuervoranmeldungen.

Kommentar von Dinex90 ,

Welche Steuererklärung ist den Pflicht oder wichtig. Einkommen-, Umsatz- oder Gewerbesteuer? Wo liegen da die Unterschiede?

Kommentar von kevin1905 ,

Alle 3 sind wichtig.

Wann kommt deine Steuerberaterin aus dem Urlaub zurück?

Kommentar von Dinex90 ,

Am Dienstag

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 40

1. Das es kein Kleingewerbe gibt, hast Du ja schon gelesen.

2. Ob Du Kleinunternehmer bist, kann man nach Deinem Sachverhalt nicht feststellen, aber vermutlich ja, denn Du hast ja wohl nciht mit mehr als 8.750 Euro Einnahmen(Umsatz) gerechnet 17.500,- / 12 * 6, weil im Juli angemeldet.

3. Wenn Du in 2015 mehr als die 8.750,- Euro Umsatz machen wirst, bist Du ab 2016 Regelbesteuerer.

4. Einommensteuer zahlst Du auf den Gewinn, Also Einnahmen abzüglich Betriebsausgaben. Dafür machst Du eine "Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung" udn bringst das Ergebnis über die Anlage "G" in die Einkommensteuererklärung.

5. Was an Steuern anfällt richtet sich nach Deinen anderen Einkünften.

6. Gewerbesteuer erst ab 24.500,- Gewerbeertrag.

Antwort
von NickgF, 28

Welche Steuererklärung ist den Pflicht oder wichtig.

Einkommen-, Umsatz- oder Gewerbesteuer?

Wo liegen da die Unterschiede?

U n g l a u b l i c h  ! !

Diese Fragen stellt jemand, der bereits seit 4 Monaten ein Gewerbe (auch wenn nebenberuflich) betreibt und sogar glaubt, die in der Realität nicht existierenden Grenzen eines Kleingewerbes überschritten zu haben.

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In dem letzten Monaten hab ich so viel Umsatz gemacht, dass es vermutlich kein Kleingewerbe mehr sein wird

Glückwunsch, da es offiziell aber kein "Klein-Gewerbe" gibt, ist diese Sorge unberechtigt.


Das Umsatzsteuergesetz kennt im § 19 eine Vereinfachungsregelung für Klein-Unternehmer (Jahresumsatz auf 12 Monate hochgerechnet nicht über 17.500 €).

Das Schlimmste was passieren kann, wenn man diese Grenze entgegen der ursprünglichen Vorausschätzung überschreitet, ist, dass man ab dem Folgejahr die sog. Regelbesteuerung mit Umsatz/MWSt in seinen Rechnungen sowie Vorsteuerabzug praktizieren muss. Eine Pflicht, sich jetzt bereits irgendwie melden zu müssen, hast du nicht.


Gewerbesteuer will dein Rathaus erst, wenn dein Jahresgewinn (nicht Umsatz) die Freibetragsgrenze von 24.500 € übersteigt.

Kommentar von Dinex90 ,

Am Anfang Ihrer Antwort bezeichnen Sie es auch als "Kleingewerbe".... Das ganze entstand ganz spontan mit dem Einstellen der Auktion auf verschiedenen Plattformen und lief so gut an, dass ich regelrecht kaum Zeit dazu hatte so tief in die Thematik einzugehen. Wenn man einen Hauptjob hat, nebenbei noch seine Kunden telefonisch betreut und nach dem Hauptjob noch die ganzen Bestellungen vom Gewerbe erledigt, bleibt am Ende des Tages keine Zeit sich noch gründlich Mittler Thematik auseinander zu setzen. Weitestgehend ist alles mit meiner Steuerberaterin alles besprochen worden. Weiter werden auch die restlichen Fragen noch geklärt. Vorerst war es nur als Kleingewerbe geplant. Das es so boomt war ja nicht geplant, deswegen kommen erst jetzt diese Fragen.

Kommentar von NickgF ,

Freut mich, wenn ich dazu beitragen konnte, dass sie "ihren Kopf freibekommen". Weiterhin recht viel Erfolg !! (Spätestens wenn die Bank anruft "

Kommentar von NickgF ,

Spätestens wenn die Bank anruft "Holen Sie Geld, ihr Konto läuft über..." hat man es wohl geschafft  ;-)

Kommentar von Dinex90 ,

Ja das wäre schön :-)

Antwort
von BenLam, 40

Hallo,

es gibt in Deutschland kein Kleingewerbe.

Die Einkünfte aus deinem Gewerbebetrieb werden abzüglich der Ausgaben zu deinem sonstigen Verdienst addiert.

Steuern zahlt man auf ein komplettes Jahr und nicht auf eine Auswahl von Monaten. Je nach Umsatz und Konstellation werden noch andere Steuern wie die Gewerbesteuer fällig.

Am Ende zahlst du auf alle deine Einnahmen, die du angibst Einkommenssteuer, das kann auch zu einer Erhöhung der Progression führen.

Kommentar von Dinex90 ,

Na selbstverständlich gibt es in Deutschland ein Kleingewerbe. Bis zu 24500€ gilt es als Kleingewerbe. Ich sagte, dass ich aufgrund der letzten Monate über die 24500€ kommen werden.

Kommentar von kevin1905 ,

Na selbstverständlich gibt es in Deutschland ein Kleingewerbe. Bis zu 24500€ gilt es als Kleingewerbe.

Nein. Es gibt Gewerbe oder eben nicht.

24.500,- € ist der Freibetrag der zur Gewerbesteuer u.a. bei Einzelunternehmen. Gründe mal eine Kapitalgesellschaft und dann hast du keinen.

Kommentar von Dinex90 ,

Kleinunternehmen war das Wort :-)

Kommentar von Geochelone ,

Wenn du Kleinunternehmen meinst, dann ist der Betrag aber falsch ! Das ist doch der Freibetrag für die Gewerbesteuer... Für Kleinunternehmen gelten 17.500 bzw. 50.000 €.

Kommentar von BenLam ,

Nein, es gibt eine Kleinunternehmerregelung im Umsatzsteuergesetz. Ein Kleingewerbe gibt es nicht.

Kommentar von Evaheute ,

So ist es!

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