Frage von LUI92, 85

Gewerbe für einen Tag abmelden für Sonderkündigungsrecht?

Hallo Zusammen. Ein guter Bekannter hat sich mit seinem Friseursalon durch Gutgläubigkeit in sehr teure Versicherungen verstrickt. Die Versicherung hat ihm gesagt, dass er erst Mitte 2017 wieder aus den Verträgen rauskommt. Jetzt geht es um ein Sonderkündigungsrecht. Könnte er- rein theoretisch- sein Gewerbe für einen Tag abmelden und am nächsten Tag wieder anmelden um mit der Gewerbeabmeldung vom Sonderkündigungsrecht gebrauch zu machen? Ich weiß, es ist keine Musterlösung, aber auf der anderen Seite geht es um Existenzen die bedroht werden, da die Versicherungsprämien kaum gestemmt werden können. Über ein kurzes Feedback würde ich mich freuen. Danke!

Antwort
von RudiRatlos67, 42

Klare Antwort..... NEIN.... und das nicht nur aus einem Grund, sondern aus vielen verschieden Gründen.

Mal ein paar der wichtigsten:

1. wenn das Gewerbe ab und wieder angemeldet würde, müsste theoretisch um die Sache rund zu machen auch eine Schluss- und eine neue Eröffnungsbilanz erstellt werden. An der Stelle würde das Finanzamt schon mal nicht mitspielen.

2. Das Ladenlokal müsste verschwinden.

3. die Mitarbeiter würden ihren Sozialstatus verlieren.

4. bei Kfz Verträgen funktioniert es auch nicht ein Auto heute abzumelden und morgen wieder anzumelden um die Versicherung zu wechseln. Gleicher Halter und gleicher Versicherungsnehmer... = gleicher Versicherer bis zur ordentlichen Kündigung.

5.... 6.... 7.... 8.... 9....

10. habe selten einen größeren Quatsch gehört

Antwort
von suzisorglos, 54

Eine Gewerbeabmeldung für einen Tag begründet weder ein Sonderkündigungsrecht noch eine  Vertragsaufhebung wegen Risikofortfall. Lediglich der Nachweis eines dauerhaften Fortfalls des versicherten Interesses könnte eine Vertragsaufhebung ermöglichen. Das wäre dann z.B. die dauerhafte Abmeldung des Gewerbes in Verbindung mit dem Verkauf des Geschäftes / Kündigung des Mietvertrages o.ä.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 35

Herzlichen Glückwunsch an den Friseur! Wer sich so auf die Selbständigkeit vorbereitet kommt in solche Probleme! Darum sollte man mit Unterstützung einer versierten Person einen Businessplan aufstellen. Da wäre bereits in dem Zusammenhang einiges was vielleicht auch sonst noch falsch gemacht wurde nicht passiert.

In der Regel findet man immer locker 10.000 Euro in bis zu drei Jahren, die man sich hätte sparen können.

Wenn die Fehler bereits gemacht sind, dann kommt man da so einfach in der Regel nicht raus. Gerade an der Stelle. Schon mal überlegt, dass eine Abmeldung nicht nur einfach ein Blatt Papier ist, sondern eine amtliche Veranstaltung?

Ich bin kein Jurist, über für mich käme das in die Richtung eines Betrugs. Da sollte lieber ein Jurist sich die Verträge und das Beratungsprotokoll ansehen. Ob vielleicht eine wirtschaftliche Unerfahrenheit auf der einen Seite von der anderen Seite ausgenutzt wurde. Oder ob, wenn es hier um Existenzen geht, vielleicht viel zu teure Dinge verkauft wurden. Stichwort im Umgangssprachlichen wäre da Wucher.

Die nächste Möglichkeit besteht auf eine ganz andere Art. Man könnte sich den Verkäufer wieder in den Laden holen und mitteilen, dass da wirtschaftliche Probleme sind. Vielleicht einigt man sich auf sinnvollere Verträge?

Ansonsten kann ich mich den anderen Kommentatoren nur anschließen 'quatsch'. Und wenn Ihr beiden Experten da weiter rum macht, dann wird der Quatsch sicher immer quätscher...

Also nachholen was versäumt wurde. Vernünftige Beratungen ins Boot holen. Unternehmensberater, Steuerberater und Rechtsanwalt. Ja, die kosten Geld. In der Summe aber keine 10.000 Euro und es gibt durchaus positive Nebeneffekte.

Kommentar von FreierBerater ,

Der Fragesteller lernt seit rund 2 Jahren Versicherungskaufmann.... oder ist Strukki oder so....

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Was die Selbstsicherheit zwar erklärt und die 'Lösungs-Idee', doch zum Glück gibt es hierfür keinen Bonus in irgendwelchen Gesetzen. Aber wenn er in Versicherungen macht, so oder so, dann soll er mal zusehen, wie er die zum Storno gehen lassen kann. Keine Ahnung und dann noch Schiss mal Kollegen zu fragen... Interessanter Hinweis von Dir, dafür habe ich jetzt wieder Kopfweh, vom Hände vor den Kopf schlagen ;-)

Wie Du ja auch 'angedeutet' hast: Wer keine Ahnung hat, der sollte schon gar keine rechtliche Beratung machen. Den Rest muss man dann wohl doch noch ergänzen ;-)

@LUI92 - Es ist sogar in weiten Teilen untersagt Rechtsberatung zu leisten. Dabei gibt es zwar Einschränkungen oder Ausnahmen. Doch sollte man immer davon ausgehen: Schäden in diesem Bereich sind richtig teuer und wer anderen helfen will, der sollte nichts tun, was er nicht wirklich gelernt hat und aufgrund dessen einschätzen kann! Da passieren dann immer noch genug Fehler.

P.S. Nach einem Erste Hilfe Kurs sollte man auch auf Amputationen verzichten. Besser ein Arzt im OP, als mit Beissholz auf dem Küchentisch! Und der macht auch nichts anderes, drückt Arterien  ab und schneidet durch den Knochen runter...

Antwort
von FreierBerater, 38

Das KANN nichts Anderes als eine QUATSCHgeschichte sein!!! Sollte es der Wahrheit entsprechen, so überlasse doch die Lösung dieses "Problemchens" den Betroffenen selbst.

Übrigens hat Risikofortfall relativ wenig mit Sonderkündigungsrechten zu tun - nicht nur deshalb gilt meine Bitte, dich nicht in fremder Leute Rechtsgeschäfte einzumischen!

Antwort
von Ekztelaj, 38

Um welche Versicherungen handelt es sich denn? Existiert ein Beratungsprotokoll?

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