Frage von Kuribo12, 77

Gewerbe, Berufsgenossenschaft und steurliche Erklärung kosten?

Hallo,

ich habe vor nebenbei ein wenig Geld zu verdienen, nichts großes. Es geht dabei auch garnicht so um das Geld sondern die Erfahrung und den Spaß daran E Commerce zu betreiben.

Jedenfalls ist dies das erste mal das ich sowas tue und habe nun Post von der Berufsgenossenschaft BGHW sowie eine steuerliche Erklärung erhalten.

Meine Frage ist nur ob dort weitere kosten entstehen?

Und mit was ich zu rechnen habe nachdem ich alles weggeschickt habe.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 14

BG und IHK sind besprochen. Die Kosten für steuerliche Erklärungen kommen auf den Umfang an. Wie kompliziert der Auftrag ist und um was für Beträge es geht.

Also: Betriebseröffnungsbogen kostet vielleicht in Deinem Fall 50 oder 100 Euro netto und wenn VW wieder eine Tochter anmeldet, dann sind das nicht einmal die Kosten für Telefon usw.

Vielleicht meinst Du aber auch, was das Finanzamt daraus macht. Die Wirkung ist folgende: Der von Dir erwartete Gewinn wird auf Dein Arbeitnehmergehalt drauf geschlagen.

Dann verändert dies Deine zu zahlende Einkommensteuer. Die bereits bezahlte Lohnsteuer wird abgezogen. Bleibt jetzt ein Restbetrag oberhalb einer Grenze stehen, dann erhältst Du eine Mitteilung über Einkommensteuervorauszahlungen.

Solltest Du die Kleinunternehmer-Regelung nicht in Anspruch nehmen, dann bekommst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit eine neue Steuernummer. Und verpflichtest Dich zur Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen.

Blöd nur, dass das nicht da steht. Das hat man als Unternehmer zu wissen.

Daher wäre es schon ratsam, wenn Du das einem Steuerberater übergibst. Auch damit die Lohnsteueranmeldung abgegeben wird. Die die Finanzverwaltung eigentlich von allen haben will, auch wenn sie mit Null übermittelt werden.

Erspart einfach Ärger.

Wie bereits geschrieben: Die Kosten richten sich nach dem Umfang und wie Komplex die Zusammenhänge sind. Also Import von Waren, Abrechnung mit irgendwelchen Fremdwährungsabsicherungen usw. sind sicher komplizierter, als wenn Du in den Laden nebenan gehst und der Dir eben günstige Preise macht.

Beim Verkauf das Gleiche. Export und direkte Belieferung durch Deinen Lieferanten an Deinen Kunden... Auch was anderes.

Beim Thema eCommerce würde mich allerdings interessieren, wie Du Dein Marketingkonzept aufgestellt hast.

Es kann nämlich folgendes passieren: Du meldest jetzt Deine geplanten/erwarteten Gewinne und machst Verluste in der Realität. Dann ist die Frage: Muss das Finanzamt diese Verluste als normale Anlaufverluste anerkennen und den Verlust sogar mit Deinem Gehalt verrechnen?

Was in der Regel eine Erstattung zur Folge hat. Das vermeidet die Finanzverwaltung ganz gerne. Sie unterstellt möglichst früh, dass bei der geplanten Vorgehensweise gar nicht mit Gewinn gerechnet werden konnte. Und bezeichnet dieses dann als Liebhaberei.

Auf Deutsch: Da will einer die Verluste aus seinem Hobby auch noch steuerlich geltend machen.

Daher ist es ganz wichtig, dass die Zahlen wirklich auf Gewinn stehen. Übrigens: Da man ja nur vom Gewinn Steuern bezahlt ist das auch gar nicht schlimm. Es bleibt unter dem Strich ja was über.

Also wer im Spitzensteuersatz hängt, verdient der 100 Euro mehr, dann bezahlt er eben auch von den 100 Euro 45 an das Finanzamt. Hat aber tatsächlich 55 Euro in der Tasche. Steuersatz von 0 Euro, dann bleiben die 100 Euro ganz.

Außerdem hat so eine Planung noch was gutes: Gib sie einem Profi und lasse Dir eine Tragfähigkeitsprüfung erstellen. Wenn dieser Profi auch noch Ahnung hat, dann kann er gleich sagen ob Deine Erwartungen richtig sind.

Viel wichtiger aber sind Bedenken. Schließlich beruhen die auf Erfahrungen und man sucht sich einen erfolgversprechenderen Weg.

Antwort
von Messkreisfehler, 50

Am besten solltest Du erst mal ein Existenzgründungsseminar besuchen,

scheint nämlich so als ob Du ziemlich blauäugig an die Sache rangehst.

Von der IHK flattert dir in Kürze auch noch ein Wisch ins Haus, die wollen auch noch Kohle von dir sehen...

Kommentar von user8787 ,

Die Berufsgenossenschaft bringt ihn / sie ganz sicher auch zum weinen. ^^

Kommentar von Lokicorax ,

Ich zitiere mal Dieter Nuhr:

"Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fre..e halten" 

Antwort
von siola55, 5

Hey Kuribo12,

Hinweise, Infos und Tipps findest du in klicktipps.de unter Eigenes Gewerbe gründen ;-)

Viel Erfolg damit wünscht dir siola55!

Antwort
von Lokicorax, 37

Hoi.

Die BGHW erhebt nur dann Beiträge, wenn du Arbeitnehmer(Aushilfen, 450 Euro-Jobber etc.) beschäftigst. Du kostest nix, bist aber auch nicht versichert.

http://www.bghw.de/unternehmer/mitgliedschaft/versicherte-personen-1

Ciao Loki

Kommentar von wurzlsepp668 ,

zefix ....

ich habe keine Angestellte und zahle für die BG .......

da freiwillig versichert ......

Kommentar von Lokicorax ,

Ist doch okay - die freiwillige Unternehmerversicherung kann man kündigen. Oft ist das aber eine günstige und sinnvolle Versicherung im Verhältnis zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

ich kenne keine einzige Unfallversicherung, wo ich den Beitrag erst im Folgejahr bezahle ....

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Es gibt auch keine Überversorgung bzw. man hat die Selbsteinstufung. Und verdammt gute Konditionen. Einziger Nachteil - Wenn was ist, dann auf betrieblichen Wegen. Aber wunderbarer Hinweis! Vielleicht nicht für Nebenerwerbler, aber da soll dann auch jeder selber sehen, wie unfallträchtig es werden könnte....

Kommentar von Messkreisfehler ,

Die IHK kassiert aber...

Kommentar von wurzlsepp668 ,

unter 5.200 € Gewinn bekommt die IHK gar nix .....

Kommentar von Lokicorax ,

Genau.

Kommentar von Kuribo12 ,

So habe ich mir das auch gedacht :) Danke für die Hilfe. Wenn ich da anrufe geht nur leider keiner ran und per Email senden die mir immer so ein großes Merkblatt -.- daher fragte ich hier :) Aber danke für die Antwort hat mir sehr weitergeholfen

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