Gewerbe anmelden, wie läuft was?

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7 Antworten

oder geschieht es automatisch?

Hins. der Gewerbeanmeldung erhalten alle in Betracht kommenden Institutionen vom Rathaus umgehend eine Abschrift und kommen dann auf dich zu (u.a. dein Finanzamt in Form eines "Fragebogens zur steuerlichen Erfassung").

Für den Einstieg ins Steuerrecht empfehle ich dir diese 70-seitige Broschüre.

https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/herunterladen/der/datei/150609-existenzgr-web-pdf/von/steuertipps-fuer-existenzgruenderinnen-und-existenzgruender/vom/finanzministerium/1904

P.S. - Lass mich raten..., du planst irgendetwas ONLINE per PC zu machen ?

Und was man durchs Absetzen spart, hängt v. pers. indiv. Steuersatz ab

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Lediglich ein paar Denkanstöße, ich vermute, dass die Wissensfragen durch Kommentar und Gegenkommentar Dir vermutlich klar wurden.

Achte auf Deinen Kündigungsschutz. Das Problem ist häufig nicht der Untersagungsversuch durch einen Arbeitgeber. Häufig sind die nämlich (je kleiner der Betrieb desto leichter) persönlich getroffen. Dient doch so eine Nebenerwerbsgründung oft genug als Indikator für Unzufriedenheit des Arbeitnehmers mit der derzeitigen Situation. Einkommen, Entfaltungsmöglichkeiten usw.

Selbst wenn so ein angemeldetes Gewerbe dann kaum betrieben wird, werden Fehler des Arbeitnehmers häufig darauf geschoben und auch noch mehr beachtet. Die Folge ist Streit und so ein verärgerter Arbeitgeber kann auch schnell zum Thema Kündigung kommen. Selbst wenn bei betriebsbedingter Kündigung eine Sozialauswahl getroffen werden muss, dann ist der im Nebenerwerb selbständige auch noch eher kündbar. Schließlich ist er nicht so abhängig von der Stelle. Habe zwar zu dem Sachverhalt noch kein Urteil gelesen, bin auch kein Jurist, aber alles andere würde mich stark wundern.

Gewinnschätzungen sind naturgemäß immer heikel. Da Du vom eigenen Büro zu Hause geschrieben hast, da bedeutet dieses auch, übliche Geschäftszeiten dann, wenn andere frei haben. Das fängt an, wenn man etwas mit einem Lieferanten zu klären hat. Das muss man ggf. aber auch auf den Absatz beziehen. Kann man seine eigenen Kunden ob private oder gewerbliche Kunden zu den Zeiten überhaupt noch erreichen? Bedenke wann Du täglich zu Hause bist und wer nach Hause kommt wird über kurz oder lang erst einmal eine Pause machen. Wann wird also wirklich begonnen? Und wie offen sind die eigenen Kunden zu diesem Zeitpunkt?

Wobei rechtlich die Möglichkeiten potentielle Kunden zu erreichen ganz stark eingeschränkt sind. Die Gesetze sind ziemlich deutlich - Nur noch nach Aufforderung. Dieses aber zu erreichen ist nicht so einfach.

In der Regel wird dieses nicht oder nicht ausreichend in den Konsequenzen für Umsatz- und Gewinnschätzungen berücksichtigt.

Ans Herz legen möchte ich Dir auf alle Fälle die Frage: Wie wichtig ist es Dir in Selbständigkeit zu gehen? Bist Du bereit und kannst Du es auch finanziell verkraften Deine Hauptbeschäftigung zu verlieren? "Willst" Du das vielleicht sogar? In diesem Falle solltest Du ganz besonders vorsichtig sein, weil man dann dazu neigt Stress zu verursachen ;-)

Wie gut kennst Du Dich rechtlich in dem angestrebtem Bereich aus? Gelten TMG, Fernabsatzgesetz oder auf einmal sogar die sogenannte Müllverordnung für Dich? Hast Du Dir daraufhin angesehen oder bist Du lediglich der Auffassung, dass...? Ich stelle die Frage oft, nicht um Dich oder andere zu ärgern. Es geht hier um handfeste Risiken, die im Falle eines Fehlers einen erhofften Jahresumsatz unbemerkt in Sekunden zerstören können.

Weil mein Text bereits das Herz angesprochen hat, noch zwei solcher Dinge. Was oft ebenfalls verkehrt betrachtet wird, dass ist die eigene Belastbarkeit. Man neigt vielleicht schon zu Bauschmerzen, dass die durch zusätzliche Aufgaben nicht abnehmen dürfte klar sein. Aber auch ein guter gesundheitlicher Zustand wird über die Zeit mehr belastet. Es geht mit dem Wohlbefinden also zwangsläufig nach unten. Wenn man dieses nicht bereits vorher betrachtet und ggf. den Lebenswandel durch mehr Sport oder andere Ernährung ändert.

Und noch was mit Herz. Nämlich eine herzliche Bitte: Wie im Teil zu den rechtlichen Dingen bereits angesprochen, aber auch zu den Schätzungen zu Umsatz und Gewinn. Die Notwendigkeit eines versierten Businessplan liegt heute bei jeder Gründung bei 100%. Nimm bitte die hier von mir angesprochenen notwendigen Gedanken mal als Hinweise für die Erstellung einer solchen Planung. Hintergrund dieser Feststellung über die Notwendigkeit ist ganz einfach: Sehe Dir die jährlichen Zahlen zu den Gewerbean- und Abmeldungen an. Die sind zum Teil so, dass die Abmeldungen überwiegen. Das bedeutet nichts anderes, als das die Gründungsvorhaben mit etwa 90%-iger Sicherheit nicht funktioniert haben.

Dabei sind eine ganze Reihe von Parallelen zu Dir. Ohne Dich zu kennen, aber aus der Erfahrung. Wir können ja unterstellen, dass alle von einem gewissen Erfolg ausgegangen sind. Sonst meldet man doch kein Gewerbe an. Die Meisten werden sogar mit Begeisterung gestartet sein. Motiviert bis in die Haarspitzen und haben sich lange Zeit ihre Gedanken gemacht. Aber es reicht für die überragende Mehrheit nicht. Das warum kann man ein andermal am anderen Ort diskutieren. Hier ist nur der Fakt wichtig. Warum kannst Du vor Dir (vor mir wäre egal) die Auffassung vertreten, dass das die richtige Entscheidung ist? Was unterscheidet Dich von den etwa 90% und was verbindet Dich mit den vielleicht 10% erfolgreichen? Was wird es für Dich bedeuten, wenn die Sache nicht klappt?

Fortsetzung als Kommentar (letzter Absatz wird dort ebenfalls weiter geführt)---->

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Kommentar von Dirk-D. Hansmann
25.10.2015, 02:42

Sicher wirst Du Geld einsetzen - Kommt das nicht zurück sparst Du nur einen Bruchteil Steuern. Du hast also weniger in der Tasche. Was bedeutet das für Dich? Wo liegt da Deine Belastungsgrenze? Wenn die aber erreicht ist, was heißt das? Welcher Punkt ist das? Ist man dann durch die Gründungszeit durch? Wie sieht das aus?

Thema Wirtschaftlichkeit: Wenn Dein Gewerbe die steuerliche Beratung nicht finanziert, dann lasse die Finger weg. Die Erstellung einer Einnahme-Überschuss-Rechnung verlangt die Beachtung von gesetzlichen Vorschriften. Willst Du Dich da durcharbeiten? Wie viel Zeit wird das für Dich kosten? Machst Du schon Deine Steuererklärung als Arbeitnehmer selber? Erklärst Du dabei Deine Werbungskosten? Welche sind das? Welche könntest Du haben? Wie lange brauchst Du dazu so eine Frage zu klären?

Jetzt rechne diese Zeit mal um. Wie viel Arbeitszeit geht Dir da für das Gewerbe durch die Lappen? Was bedeutet das für Ertragslage oder auch nur für die Umsatzlage?

Was ist wenn Du hier oder bei Einschätzungen dazu Fehler machst? Wenn also das Finanzamt nur nachfragt? Von nachbohren will ich dabei gar nichts wissen. Hast Du dazu überhaupt die Zeit und dann auch die Nerven?

Auch wenn Steuerberatungsrechnungen hoch erscheinen, aber die Fahrt in die Kfz-Werkstatt ist teurer. Auf die Werkstatt kann man da verzichten? Nach meiner Auffassung nicht, solange man nicht selber das auch wirklich gelernt hat. Um auch Dinge einschätzen zu können. Dieses gilt für das Steuerrecht ganz genau so. Eine Bruchlandung mit dem Auto kann weniger existenzvernichtende Wirkung entfalten als das Finanzamt. Übrigens schon bei regulärem Ablauf.

Zusammenfassend die Bitte, die Du Dir selber aufgeben solltest: Die anstehenden Planungen solltest Du nicht ohne fachliche Unterstützung machen. Es gehört von den meisten eben nicht in das eigene Erfahrungsumfeld und daher werden viele Tretminen auch gar nicht gesehen und voll getroffen. Diese Tretminen sind von einem "Teilzeitselbständigen" ebenso zu erfüllen, wie von einer Aktiengesellschaft - also auf das jeweilige Gewerbe bezogen. Die auch durch solche Foren wie hier offen zu erkennende Do-It-Yourself-Mentalität ist vorhanden, doch es gibt einfach Dinge, da sollte man seine Ideen Fachleuten übergeben oder sich umfassende Unterstützung aus dem Bereich holen. Hier bin ich nicht für übergeben der Aufgaben, sondern Unterstützung an die Seite zu holen. Im ersten Schritt durch einen Unternehmensberater/Gründungsberater oder wie auch immer man dieses nennen will. Und später eben durch einen Steuerberater.

Ich wünsche Dir eine ruhige Hand für kluge Entscheidungen und viel Erfolg!

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Guten Abend. Dein Gewerbe musst Du beim Gewerbeamt und deiner regionalen IHK oder HWK anmelden. Das erste Jahr ist beitragsfrei, die darauf folgenden Jahre bezahlst Du je nach Umsatz einen geringfügigen Beitrag. Bei uns in der Region ist man ab einem Umsatz von 5000€ beitragspflichtig (glaube ich) Wie es mit der Gewerbesteuer aussieht, weiß ich leider nicht. Lass Dich am besten bei deiner Industrie-und Handelskammer bzw. Handwerkskammer beraten. 

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Kommentar von Gartenzwerg94
24.10.2015, 21:45

Blödsinn! Die Umsätze müssen, wenn die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen wird, in Form der Einnahmen-Überschuss-Rechnung in die Lohnsteuererklärung und dann bekommt man einen Steuerbescheid!

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Wenn ich etwas von den Steuern absetze, wie viel ist das tatsächlich?

Hä?

Was ist, wenn ausgaben höher sind als Einnahmen?

Dann hast du einen Verlust gemacht, dieser würde mit anderen positiven Einkünften verrechnet. Sind keine positiven Einkünfte zum Verrechnen da, entsteht ein Verlustvortrag.

Muss ich es beim Finanzamt melden, oder geschieht es automatisch?

Wer ein Gewerbe hat ist selbständig. Das heißt du kümmerst dich "selbst" um alles was "ständig" anfällt. Dazu gehört auch die Buchhaltung und die Steuer. Wenn du das nicht willst, beauftrage einen Steuerberater.

Das Gewerbe selbst ist auf dem Ordnungsamt (Gewerbeamt) anzumelden. Kostet etwa 20,- € je nach Gemeinde. Du erhälst den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.

Muss ich einen Steuerberater haben oder kann ich Formalitäten alleine regeln?

Müssen nicht, abes es empfiehlt sich.

Das Gewerbe würde voraussichtlich wirklich nur nebenbei laufen, sprich maximal 3 - 400 Euro p.M abwerfen.

Okay...

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Bevor Du ein Gewerbe anmeldest mußt Du deinem Arbeitger bescheid geben und abwarten,wie der darauf reagiert.Entweder wird er es Dir verbieten oder Dich vor die Wahl stellen, Job oder Gewerbe.

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Kommentar von Gartenzwerg94
24.10.2015, 21:46

Auch Blödsinn. Einfach so verbieten dürfen die erstmal gar nichts. Außer es wäre ein Konkurrenzunternehmen. Die meisten AG´s erlauben das, solange die Leistung nicht drunter leidet.

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Kommentar von kevin1905
24.10.2015, 23:05

Arbeitgeber müssen Nebentätigkeiten ihrer Angestellten zustimmen, sofern nicht Betriebsinteressen schwerer wiegen als das Grundrecht des Arbeitnehmers auf freie Arbeitsplatzwahl.

Das ist nur der Fall wenn der Arbeitnehmer in Konkurrenz zum Arbeitgeber treten würde oder wöchentliche Höchstarbeitszeiten überschritten würden.

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ich möchte gern ein Gewerbe anmelden

Dann tu es. Einfach zum Gewerbeamt (in manchen Städten gehört das zum Ordnungsamt) und die Gewerbeanzeige ausfüllen. Die informieren dann auch das Finanzamt.

von Zuhause aus

Der Betriebssitz ist also deine Wohnung...

Wenn ich etwas von den Steuern absetze

Das ist Umgangssprache. Einnahmen - Betriebsausgaben = Gewinn. Nur der muss verteuert werden.

Muss ich einen Steuerberater haben

Nein, da du selbst aber offensichtlich keine vertieften Kenntnisse über die Führung eines Gewerbes hast, wäre das schon ratsam und lohnt sich bestimmt.

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Hast Du die Genehmigung dazu von Deinem jetzigen Arbeitgeber? Dann geh zu einer IHK und besprich es dort!

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Kommentar von kevin1905
24.10.2015, 23:02

Hast Du die Genehmigung dazu von Deinem jetzigen Arbeitgeber?

Eine Genehmigung braucht es nicht, der Arbeitgeber ist lediglich zu informieren. Er kann seine Zustimmung nur Verweigern, wenn seine Betriebsinteressen tangiert werden, z.B. dadurch dass man in Konkurrenz zu diesem tritt.

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