Frage von Sterntaler6401, 65

Gewerbe anmelden nötig?

Also ich bin von Beruf her eigentlich Innenarchitektin, arbeite aber seit vielen jahren aus familiären Gründen nicht mehr in dem Beruf. Häufig werde ich aber von Freunden gebeten, ihnen bei Einrichtungsfragen zu helfen oder mal einen Grundriss zu zeichnen, etc., was ich natürlich gerne kostenlos mache. Bei nicht so engen Freunden habe ich aber auch überlegt, dass ich für solche Sachen ruhig ein kleines Entgeld verlangen könnte. Es wäre sicher keine regelmäßige Sache und auch finanziell eher nur ein kleines Taschengeld, trotzdem frage ich mich, ob ich in so einem Fall schon ein Kleingewerbe o.ä. anmelden müsste, um nicht Ärger zu bekommen im Hinblick auf Schwarzarbeit. Kann mir jemand sagen, wovon es abhängt, ob ich irgendetwas anmelden muss, bzw. ob ich bei bei so kleinen und nur gelegentlichen Einkünften überhaupt was machen muss?

Vielen Dank

Antwort
von wfwbinder, 37

Es ist eine Gewerbeanmeldung (weil es Kleingewerbe, wie Wurzlsepp richtig schreibt, nicht gibt) für ein Gewerbe als Nebenerwerb.

Für die steuerliche Behandlung ist es sowieso egal, ob Nebenerwerb, oder Haupterwerb. Es kommt nur auf den Gewinn an, wieviel Steuern man zahlt. 

Und beim der Umsatzsteuer auf den Umsatz (bis 17.500,- Vorjehresumsatz ist man Kleinunternehmer und die Umsatzsteuer wird nicht erhoben).

Als ausgebildete Innenarchitektin ist es sogar freier Beruf (also keine Gewerbeanmeldung) wenn Du nicht mit Möbeln handelst. Also nur Anmeldung beim Finanzamt.

Kommentar von Sterntaler6401 ,

Vielen Dank. Ich müsste also in dem Fall gar kein Gewerbe anmelden? Wovon hängt das ab? Nein, würde nicht mit Möbeln handeln, sondern nur Beratungen durchführen und z.B. Einrichtungspläne zeichnen, aber eben nur gelegentlich. Anruf beim Finanzamt würde dann ausreichen?

Kommentar von wfwbinder ,

Die Unterscheidung ist, ob man eine gewerbliche Tätigkeit ausübt (Handel, Handwerk, Fabrikation), oder eine beratende, wie es bei Dir der Fall ist, typisch für Architekten, Rechtsanwälte, Ärzte, Steuerberater.

Entscheidend ist, ob die Tätigkeit in § 18 EStG genannt ist, oder einer dort genannten Tätigkeit ähnelt.

Antwort
von Lumpazi77, 41

Melde ein Kleingewerbe an, dann bist Du auf der sicheren Seite

Kommentar von wurzlsepp668 ,

wie meldest Du ein Gewerbe an, welches es nicht gibt?

Kleingewerbe anmelden ist NICHT möglich, da es dieses nicht gibt ...

Kommentar von Sterntaler6401 ,

Wie ist es denn richtig? Muss ich ein "richtiges" Gewerbe anmelden für so eine geringfügige Sache? Das war ja meine Frage...

Antwort
von Businessprofi, 23

Hallo Sterntaler,

die Ausführungen von "wfwBinder" sind nichts hinzuzufügen. Wenn Du aber genau wissen willst wie deine nächsten Schritte ausesehen such das Gespräch mit einem Steuer- oder Gründungsberater.

Viel Glück

Kommentar von Sterntaler6401 ,

Danke, ich werde wohl einfach mal beim Finanzamt anrufen. "Gründungsberater" klingt wieder so aufwändig. :) Ich will ja keine Firma gründen oder meine Dienste irgendwie offiziell anbieten. Es geht nur darum, für derartige "Gefälligkeiten" mal ein kleines Entgeld annehmen zu dürfen, ohne dass es gleich illegal ist.
Wenn ich z.B. einem Bekannten beim Umzug helfe, mach ich das aus "Gefälligkeit" - wenn er mir dann dafür im Nachhinein etwas Geld in die Hand drückt (weil es ihm unangenehm ist, dass ich mich völlig gratis abgerackert habe), will ich mich ja auch nicht gleich als Umzugshelfer selbständig machen... Nur so als Beispiel...

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