Frage von DasAlles, 52

Gewerbe anmelden (M18), während Vater im selben Haushalt auf Harz IV ist?

Hallo, da mein Vater aebeitsunfähig ist und seine Rente noch nicht angenommen werden kann, der erst in einigen Monaten ein ärztliches Attest benötigt wird, ist er nun zumindest vorübergehend auf Harz IV abgerutscht. Jedoch bin ich (18 Jahre) dabei, ein Buch zu verfassen und wollte dieses Online anbieten und dafür auch ein Gewerbe anmelden, um mir neben meinem Abitur noch etwas dazuzuverdienen. Das Arbeitsamt hat auch schon meine Kontodaten etc pp eingesehen auf Einnahmen usw. Und da wollte ich jetzt fragen, ob eventuelle Einnahmen, egal ob nun 20€/Monat oder meinetwegen beispielhafte 500€/Monat vom Staat einkassiert werden, ob es Fribeträge o.Ä. Gibt und wie das so dann in meiner Situation gehandhabt wird. Meine Mutter ist Frührentnerin und mein Vater ist jetzt 60 Jahre alt und es dauert wahrscheinlich um 1 Jahr herum, bis er in Rente geht. Und so lange möchte ich nicht warten. Hat da jemand Erfahrungen mit gemacht und/oder weiß da jemand Bescheid über solche Themen?

Vielen Dank schon mal für die Antworten!

P.S.: Bitte beachtet die von mir genannten Rahmenbedingungen. Ich denke, die sind da irgendwie von Wichtigkeit. Danke.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 12

Komplexe Fragestellung. Außerdem ist zweimal zu rechnen. Erst für das Jobcenter und dann für den Fall der (rückwirkenden) Verrentung. Denn da erfolgt ein Ausgleich.

Ob oder welche Deiner Schätzungen realistisch sind ist auch noch so eine Frage.

Denn auch Affiliate bringt nur was, wenn Du laufend nach neuen 'Verkäufern' suchst. Dieses kostet Zeit und ob das z.B. Deinen Status in der Krankenversicherung ändert?

Es wird ohnehin für Dich schwerer sein, überhaupt Leute zu finden. Denn als Autor benötigt man da ja schon ein gewisses inhaltliches Niveau. Wo kommt dann aber diese Kompetenz her? Gar nicht meine Frage, sondern dies fragt sich doch jeder Verkäufer erst einmal...

Dann hätten wir noch die Kosten für ein Bezahl-Portal und ggf. noch andere Kosten. Glaube bitte nicht denen, die da dieses History-Telling betreiben.

Nach drei Wochen ins Bett. Hatte gerade frei geschaltet. Am nächsten Tag lief ich gleich zum Rechner und hatte die ersten 3 Verkäufe. Die Story stimmt nur dann, wenn die vorher schon einen Verteiler von mindestens 500 Leuten hatten. Wenn dies überhaupt reicht.

Sicher kann man den Weg gehen und er garantiert auch hohe Margen, wenn es Verkäufe gibt. Dafür auch die höheren Risiken.

Vielleicht wäre es eine Alternative, wenn Du über eBook-Portale anbietest. Du stellst selber ein und gut. Werbung brauchst Du auch da. Denn ohne Zugriffe von außen bekommst Du auch da keine Verkäufe geschenkt. Es entbindet Dich nur von vielen technischen und finanziellen Risiken.

Ein weiteres Problem im Bereich Jobcenter fällt mir noch ein. Wer ein Unternehmen hat und Teil einer Bedarfsgemeinschaft ist, der muss bereits vor dem Start die Einnahmen und Ausgaben schätzen. Zeitraum sechs Monate.

Die Schätzung wird ggf. zu einer Kürzung führen. Allerdings können die Freunde Dir auch sagen: Diese oder jene Betriebsausgabe ist für ein Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft nicht angemessen.

Die Folge ist dann nämlich: Du hast die Einnahme gehabt und wenn die zu Kürzungen führt, dann wird das Geld zurück gefordert. Obwohl Du es schon lange nicht mehr hast...

Eine Verlustverrechnung findet auch nur innerhalb der sechs Monate statt. Du kannst also nicht sagen: Ich habe jetzt sechs Monate Verlust von 200 Euro pro Monat und kann dann im zweiten Halbjahr 200 Euro Gewinn machen.

Dazu kommen noch andere Geschichten. Da wären die Anforderungen des Finanzamtes. Bist Du sicher dem auch gewachsen zu sein? Ich habe da nur Befürchtungen, die ich einfach anzeigen will. Denn die Unterstützung durch Deine Eltern wird wohl nicht so groß sein können.

Ich möchte Dir schon zwei Dinge aufzeigen, die Du hier ziemlich einfach abgehandelt hast. Da wäre einmal die Kleinunternehmerregelung gem. § 19 UStG. Ob Du die, ihre Anwendung und ihre Folgen richtig beurteilst wage ich nach dem Kurzkommentar zu bezweifeln.

Dies hätte deutliche Auswirkungen auch auf Deine Wettbewerbsfähigkeit. Außerdem finde ich Deine Begründung für die Gewerblichkeit sehr putzig. Klar mit 18 schon richtig gut durchdacht. Doch da ist wirklich etwas mehr Sachverstand gefragt.

Übrigens würde ich - obwohl x Jahre im Steuerrecht zu Hause - in Deiner Situation Dir gar nicht mit Sicherheit sagen können, ob Deine Vermutung richtig ist. Also nächstes Problem was da wartet...

Es werden mehr Probleme kommen, auch wenn sie hinterher vermutlich keine Auswirkungen bei Dir haben werden. Aber allein beim Betriebseröffnungsbogen (Abgabe Pflicht) vom Finanzamt werden Dir vermutlich die Augen aus dem Kopf fallen...

Daher: Überstürze nichts! Denn das würde Deine geringen Chancen (mind./etwa 80% der Gründungen gehen schief) noch einmal verkleinern.

Kommentar von DasAlles ,

Vielen Dank für die ebenfalls ausführliche Antwort! Also die Abwicklung des Ebook-Kaufs würde über ein Formular von Diggistore laufen - aus Gründen der Rechtssicherheit eben. Alternativ würden sich Portale wie Amazon natürlich auch gut zu nutze machen. Mein Freund hat z.B. auch ein Kleingewerbe angemeldet und verkauft seine selber designten Grafiken... Er braucht da nur eine Gewinn und Verlustrechnung dem Finanzamt vorlegen, solange er unter diesen 17500 Euro liegt im Jahr. Mehr ist da bei ihm auch nicht. Und Fa ich ja nicht von den Einnahmen abhängig bin, sondern nur etwas dazuverdienen möchte (da reichem exemplarische 10 Euro auch aus), und die Kostenstruktur relativ übersichtlich ist, da ich ja den Host für die Website finanzieren muss, was ich shon von menem Taschengeld machen kann, sehe ich da persönlich keine Probleme. Aber wenn schaut es denn nun konkret mit dem Arbeitsamt aus in diesem Bezug eben... Da war die Antwort, wo die Zahlen genannt worden sind, etwas hilfreicher, oder ich habe deine Antwort nur fehlinterpretiert... P.S.: Dir Kompetenz für das Schreiben eines Buches habe ich schon. Es wird um das verzinst Schuldgeldsystem gehen und die Probleme die darauscresultieren erläutern :) Den Sachverstand zumindest in diesem Bezug habe ich auf jeden Fall, auch wenn ich doch noch so jung bin^^

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Die Anrechnung und wie sie stattfindet war eben in dem anderen Kommentar bereits geleistet. Darum brauche ich das nicht wiederholen.

Was aber notwendig ist, dass ist die andere Seite: Nämlich die Meldung an das Jobcenter. Ich will da Geld verdienen und das wird in den nächsten sechs Monaten so und so aussehen.

Das war eine wesentliche Zusatzinformation. Sie kann noch wesentlicher werden, wenn Du nämlich das nicht zum richtigen Zeitpunkt machst: Dann bekommt Dein Papa eine Leistungssperre bis zur Erledigung und Bearbeitung durch das Jobcenter.

Habe jetzt die Kosten und Laufzeiten nicht im Kopf, aber Diggistore und ansprechende Domain (also auch mit den notwendigen Komponenten dahinter) schätze ich mal mit 30 Euro brutto.

Es mag sein, dass dies über Dein Taschengeld abgesichert ist. Ob Du das von Deinem Taschengeld dann auch monatlich abstecken könntest? Man geht bei solchen Überlegungen immer vom negativen aus. Also Einnahmen von Null Euro.

Man kann die Frage auch anders stellen: Wann ist Dein Taschengeld so normal immer aufgebraucht? Oder im positiven Fall: Was sparst Du so im Monat davon?

Bedenke nämlich auch: Die Verträge haben eine Kündigungszeit. Wenn Du es also probierst, dann bist Du nicht für einen Monat verpflichtet zu zahlen. Das geht immer.

Sondern die laufen dann 6 oder 12 Monate. Vor Ablauf der Zeit zu kündigen. Also in der Regel. Guck Dir da die Bedingungen an.

Da ich trotz kaufmännischer vertiefter Kenntnisse Dein Thema nicht verstanden habe, gehe ich mal von vertieftem Schulwissen aus. Also das wäre der Warnung zweiter Teil.

Mit Sicherheit hast Du auch keine Zielgruppe definiert. Also wer wann dieses eBook auch tatsächlich haben will. Da wird es noch schwerer.

Kann nur wie an vielen anderen Stellen darauf hinweisen: Jährlich etwa 250.000 Gewerbeanmeldungen im Schnitt und jetzt rate mal: Wie viele melden jährlich ab? 250.000. Wie groß werden also die Chancen je Gründung sein?

Antwort
von Herb3472, 22

Du hast ja bis jetzt noch keine müde Mark verdient, und Autor eines Buches zu sein ist kein Gewerbe. Du bist erst ab einem Jahreseinkommen von einigen tausend Euro steuerpflichtig (wie hoch der Betrag ist, weiß ich auch nicht auswendig), aber dorthin musst Du erst einmal kommen, und das weißt Du auch erst nach Jahresende, wie hoch Dein Einkommen tatsächlich war und ob Du überhaupt einkommensteuerpflichtig bist.

Also schreib einmal Dein Buch fertig und schau, ob und wieviel Einnahmen Du damit erzielst, und leg davon etwas zurück, dass Du im Fall des Falles die Steuer bezahlen kannst.

Kommentar von DasAlles ,

Ja, aber ich werde es via Affiliate-Marketing vertreiben... Das heißt für die Dienstleistung einer Person, die meinen Link teilt, wird jeder Gewinn/Umsatz der über dengeteilten Link hervorgeht, mit einer Provision belohnt. Und dies ist leider nicht mehr im Bereich künstlerische Tätigkeit einzuordnen. Hätte ich evtl erwähnen sollen, da hast du Recht. Diese Grenze von der du sprichts, diese liegt meine ich bei 17500€ im Jahr brutto. Das heißt, auch wenn ich Held verdiene damit (beispielsweise 100€ im Monat also einen Tausender im Jahr), muss ich nichts an das Arbeitsamt quasi abgeben in Form von einer Kürzung der Gelder die mein Vater erhält? Denn so war die Frage eigtl gemeint...

Kommentar von Herb3472 ,

Das kann ich Dir leider nicht sagen. Dein Optimismus in Ehren, aber zuerst musst Du ja überhaupt erst einmal nennenswerte Einnahmen erzielen, und das stelle ich mir nicht so leicht vor wie Du möglicherweise.

Kommentar von DasAlles ,

Aber die Antwort auf die Frage bedingt ja keinen Einnahmen ;-) hahaha

Kommentar von Herb3472 ,

Aber die Antwort auf die Frage bedingt ja keinen Einnahmen ;-) hahaha

Was meinst Du damit, und was ist daran lustig? Ich würde auch gerne mitlachen! :-)

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz IV, 13

Ganz egal ob du Einkommen aus einer nicht selbständigen oder selbstständigen Tätigkeit erzielen würdest,es ist immer beim Jobcenter anzugeben und nachzuweisen,dass zumindest solange du noch auf Leistungen angewiesen bist !

Für Erwerbseinkommen gilt also dann der § 11 b SGB - ll,da hast du vom Bruttoeinkommen zunächst 100 € Grundfreibetrag,von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag.

Dann werden diese Freibeträge addiert,theoretisch von deinem Brutto / Nettoeinkommen abgezogen,dass ergibt dann dein anrechenbares Einkommen und das wird auf deinen Bedarf den du bei deinen Eltern hast angerechnet.

Je nach dem wie hoch dieses anrechenbare Einkommen dann ausfallen würde,bekämst du noch eine Aufstockung oder wärst aus der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) deiner Eltern raus und müsstest deinen Anteil deines Unterhalts selber tragen.

Kommentar von DasAlles ,

Das heißt jetzt theoretisch bei einem Einkommen von exemplarischen 300 Euro, dass 20% davon abgehen, also 60 Euro inklusive 100 Euro - also Minus 160 Euro. Die restlichen 140 Euro wären dann mein anrechenbares Einkommen, was con meinem Bedarf angezogen werden. Bekommen meine Eltern also in der Summe beispielsweise 400 Euro (Beträge nur exemplarisch), werden diese auf 260 Euro gekürzt. Habe ich das Prinzip somit verstanden? P.S.: Danke für die ausführliche Antwort! :)

Kommentar von isomatte ,

Dein anrechenbares Einkommen bei 300 € läge dann bei 160 €,dein Freibetrag würde 140 € betragen !

Von angenommen 300 € Brutto sind 100 € der Grundfreibetrag und von den übersteigenden 200 € stünden dir noch mal 20 % Freibetrag zu,also 40 € zu diesen 100 €,gesamt dann 140 € Freibetrag und 160 € anrechenbares Einkommen.

Das würde dann von den angenommenen 400 € Bedarf abgezogen,es bliebe eine Aufstockung von 240 €.

Kommentar von DasAlles ,

Sry für die Tipp-/Schreibfehler^^

Antwort
von bbjosefine, 28

Gute Frage, kannst du da nciht einen Experten fragen, einen Anwalt der sich da auskennt? Vielleicht hast du Glück das hier dir einer was dazu sagen kann, der sich wirklcih auskennt, ich drücke dir die Daumen!

Kommentar von DasAlles ,

Ja gut, es ist ja nicht so als wäre ich finanziell wirklich frei... In diesem Sinne hoffe ich natürlich hier auf eine Antwort :) Und danke!

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