Frage von MobahnbauRobBusiness Profil - Light, 37

Gewerbe angemeldet, wie gehts nun weiter, Vieles ist noch unklar?

Hallo, ich war bis jetzt arbeitslos und durch Streit mit Arbeitsgericht auch ohne einkommen. Nun hat sich zum Glück die Möglichkeit ergeben Fahrzeuge zu überführen und somit Geld zu verdienen. Es macht auch wieder Spass etwas zu tun zu haben. Aber das ging nur in Verbindung mit der Anmeldung vom Gewerbe. Nun habe ich das für die Ausführung der Arbeit auch auf die schnelle gemacht, ohne mich wirklich komplett zu informieren. Demnächst kommt Post vom Finanzamt usw......aber wie gehts dann weiter. Bezahlung bekomme ich auf Rechnung wöchentlich, aber wie werden Abzüge berechnet? Das Finanzamt will ja auch was davon abhaben, wie läuft das? Desweiteren will ich mir nächsten Monat eine paasende Schutzkombi für die Tätigkeit kaufen, wie kann man das geltend machen? kann man nun auch mit Steuerabzug vom Händler kaufen? Was muss da beachtet werden? Ich weiß nur das man die Steuer bei weiterverkauf an dritte wieder drauf rechnen muss. Ist das korrekt? Vielen Dank für eure Hilfe

Antwort
von wfwbinder, 24

Leider sind, auch weil Du Dich eben noch nicht richtig auskennst, auch die Angaben in Deinem SAchverhalt dürftig.

1. Überführst Du die Autos für einen Autohändler? Vermutlich ja. Dann ist es für Dich günstig mit Umsatzsteuer zu arbeiten. Also auf Dein Entgelt, Beispiel 500,- Euro, schlägst Du 95,- Euro (19 %) Umsatzsteuer auf. Ist Deinem Auftraggeber egal, der zeiht sich das Als vorsteuer ab. 

2. Die 95,- Euro müsstest Du (gesammelt vom ganzen Monat) eigentlich im Folgemonat bis zum 10. an das Finanzamt abführen. Aber nun kannst Du aus Deinen eigenen Kosten (Reisekosten bei der Überführung, die Schutzkombi, Bürobedarf usw.) selbst die enthaltene Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen.

3. Vor allem alle Belege sammeln. Also Essen auf einer Raststätte, Parkgebühren, Übernachtungen, wenn Du an einem Tag hinreist und am nächsten Tag den Wagen zurück fährst usw. usw.

4. Am Jahresende die Einnahmen udn die Kosten in einer "Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung" zusammenfassen udn den Gewinn über die Anlage "G" in die Einkommensteuererklärung einbringen.

5. Du bist Unternehmer. Du musst alles selbst zahlen. Krankenversicherung, REntenversicherungsbeitrag. Arbeitslosenversicherung ist auf freiwilliger Basis möglich. 

6. Keiner zahlt Dir einen Arbeitgeberbeitrag dazu.

Antwort
von NickgF, 30

Demnächst kommt Post vom Finanzamt usw......aber wie gehts dann weiter. Bezahlung bekomme ich auf Rechnung wöchentlich, aber wie werden Abzüge berechnet? Das Finanzamt will ja auch was davon abhaben, wie läuft das?

Antwort auf deine Fragen findest du in dieser informativen Broschüre für Existenzgründer.
https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/herunterladen/der/datei/150609-e...

Darin ist auch ein Muster des 8-seitigen Fragebogens zur steuerlichen Erfassung - die Post des Finanzamts - abgedruckt. Nach der Lektüre wirst du vermutlich froh sein, dass es Steuerberater gibt.

Viel Freude u. Erfolg in deiner neuen Tätigkeit!

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 19

Auweia! Das geht schief. Tut mir Leid, aber die Wahrheit ist oft unangenehm. Wer sich einen Toaster kauft, informiert sich auch vorher über die Unterschiede der Modelle in der eigenen Preisklasse und wird noch den einen oder anderen Toast 'verschmürgeln'.

Dabei verstehe ich gut, dass man raus will aus der Arbeitslosigkeit.

Fangen wir mit den Risiken an. Da musst Du selber mal rechnen. Ich kenne ja Deinen Vertrag nicht. Dazu gehören dann auch die Absprachen und was man Dir so 'versprochen' hat.

Bei den Überführungen wird vermutlich nach Regionen unterschieden. Vielleicht bis 20 km gibt es 15 Euro und wenn es weiter ist eben mehr. Jetzt ist es an Dir zu schätzen, wie viele Fahrten/Überführungen Dir als Auftrag gegeben werden. Oder Du bringst zwischen zwei Standorten die Fahrzeuge nur hin und her. Wie auch immer.

Aus der Anzahl der jeweiligen Fahrten errechnet sich Dein Umsatz. Darauf kommt die Umsatzsteuer (wenn Du auf die Kleinunternehmer-Regelung verzichtest, dies scheint aber sinnvoll zu sein).

Die Schätzung beginnt damit, dass die Aufträge in der Regel nur an regulären Arbeitstagen liegen werden. Dann haben die Monate zwischen 20 und 24 Arbeitstage. Darum rechnet man mit den 20 Arbeitstagen.

Jetzt also die Frage zu welchem Tarif wie viele Fahrten an den einzelnen Tagen laufen. Alle drei Monate München Hamburg, würde ich mit einem Drittel einrechnen. Das bedeutet dann vermutlich auch zwei Arbeitstage weg. Als vorsichtiger Kaufmann wird man also von den 20 Arbeitstagen schon einmal monatlich einen Tag abziehen. Es entstehen ja immer Wartezeiten usw. Oder man kann nicht früh morgens starten.

Wöchentlich gibt es vielleicht sechs Fahrten, die nur eine kurze Zeit brauchen. Bei der benötigten Zeit ist es auch wichtig die Übergaben der Fahrzeuge zu schätzen. Nicht immer steht gleich jemand parat, der guckt ob noch alles dran ist. Dann muss man warten. Der Schlüssel und die Papiere sind manchmal nicht vorbereitet. Was eben so alles passiert.

So kannst Du erst einmal einen Überblick bekommen, was so verdient werden kann. Die verfügbare Zeit zum Arbeiten auf der einen Seite und die damit verbundenen möglichen Umsätze auf der anderen Seite.

Aber Achtung, es gibt einfach Zeiten, wo in Werkstätten nicht viel los ist oder der Handel auch keine Sprünge macht. Dazu zählen dann ganz besonders die Sommerferien. Und wenn Schnee liegt, da vermeiden auch viele die Anschaffung eines neuen Autos. Dabei dauern dann die Aufträge in der Regel vermutlich auch länger.

Jetzt rechnet man die Summe aus diesen Einnahmen aus. Also 24 Fahrten á 20 Euro netto (ich ändere extra die Zahl, nicht um Dich zu ärgern, sondern um klar zu machen - Es geht um den vereinbarten Tarif). Die Langstrecke mit 33.33% von 200 Euro. Rund 65 Euro im Monat. Weitere Fahrten pro Monat: 10 für 35 Euro und 5 für 50 Euro. 480+65+350+250=945 Die von Dir geschätzten Fahrten werden natürlich nicht stimmen, aber wir gehen ja von einem Schnitt aus und dann kommt eben an der anderen Stelle mehr oder weniger.

Von diesen 945 Euro (also nach der Schätzung) muss jetzt alles bezahlt werden. Darum lasse ich die 19% Umsatzsteuer gleich weg. Weil das was Du nächsten Monat abführen musst, dass kommt diesen Monat auf Dein Konto, steht also nicht einmal kurzfristig zur Verfügung. Eine Dauerfristverlängerung um jeweils einen Monat später zahlen zu können verkompliziert hier nur die Überlegungen ohne die Aussagekraft zu erhöhen oder die Aussage an sich zu verändern.

Bei diesen 39 bis 40 Fahrten im Monat dürfte die Arbeitszeit pro Woche über 15 Stunden liegen. Damit wärst Du tatsächlich nicht mehr arbeitslos. Die 15 solltest Du allerdings beim Arbeitsamt noch einmal erfragen. Denn wer dem Arbeitsmarkt noch zur Verfügung steht hat meines Wissens nach noch Anspruch auf Leistungen. Und wer davon ausgeht - wie ich - das Du auf der Nase landest sollte da schon aufpassen. Vielleicht hast Du real ja doch noch Anspruch.

Es kann aber auch sein, dass beim Arbeitsamt nichts mehr geht, dafür aber beim Jobcenter. Das wird die Sache leider noch verkomplizieren...

Beides würde natürlich auch für die monatlich fällige Pflicht der Krankenversicherung sich ganz enorm auswirken. Falle nur nicht auf Billigangebote rein. Und wenn man die privaten insgesamt betrachtet stehen da auch einfach Nachteile im Raum. Gehe also von der freiwilligen Versicherung aus - etwa 350 Euro monatlich.

Also von Deinem Umsatz die 350 Euro abziehen. Die von Dir angesprochene Kombi ist vermutlich ein Blaumann, solche Dinge gehören zu den Betriebsausgaben. Monatsmarke, öffentliche Verkehrsmittel, eigenes Auto können zu den Betriebsausgaben auch gehören. Das sollte man aber ganz vorsichtig handhaben. Weil sonst hast Du einen Gewinn - durch den Pkw und kannst die Folgen überhaupt nicht mehr tragen.

Fortsetzung als Kommentar ---->

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Steuererklärungen usw. kosten für Dich vielleicht 400 Euro. Da kommst Du auf die sichere Seite und bei den Betriebsausgaben ist dann klar welche Folgen auf Dich warten. Es gibt da einiges zu beachten. Auch bei den Verpflegungsmehraufwendungen, ob beim Auto pauschale km abgerechnet werden oder Dein Auto betrieblich werden sollte. Solche Dinge halt.

Verbleiben von den Umsätzen 555. Davon Miete und Leben und was sonst noch so kommt.

Eigentlich sollte man ja noch Altersvorsorge betreiben, das ist ja illusorisch.

Wenn Du halbwegs über die Runden kommen willst, dann brauchst Du Dein altes Bruttojahresgehalt zzgl. 30% zzgl. der Betriebsausgaben. Das was früher Deine Lohnsteuer war gibt es ja nicht für Unternehmer und die 1.000 Euro Werbungskosten pauschal ebenfalls nicht. Dafür kommt vom Finanzamt ein Vorauszahlungsbescheid. März, Juni, September und Dezember sind dann die Vorauszahlungen zu leisten.

Selbst mit zusätzlichen Kunden, wie Mietwagenunternehmen (Sixt usw.), andere Autohäuser ist das wohl kaum umsetzbar.

Dazu gibt es eine weitere Gefahr. Wenn Du das länger machst, dass ist die Scheinselbständigkeit. Wer nur einen Kunden hat, gilt ganz häufig als solcher. Das Risiko ist hier nicht die Bezeichnung. Es geht um die Behandlung dann als Angestellter bzw. Arbeiter. Von Deinem Umsatz berechnet dann die Rentenversicherung Deine Sozialversicherungsbeiträge. Dafür haftet zwar Dein Auftraggeber, aber dem gegenüber haftest Du. Da kann man nur hoffen, dass viel schon von Dir gar nicht mehr von dort zurückgefordert werden kann.

Wenn Du Deinen Umsatz rechnest, davon 40% oder etwas mehr, das ist der Betrag um den es dann geht. Wenn Dir die Forderung für etwa drei Jahre ins Haus kommt, ist vermutlich finanziell alles vorbei.

Also selbst falls Du weitere Kunden gewinnst und damit die Scheinselbständigkeit nicht zum Thema wird, dann reichen vermutlich die anderen Vermutungen, dass dieser Verdienst von ehemaligem Bruttogehalt gar nicht erreichbar ist. Nutze die Zeit Dir etwas anderes zu suchen.

Entweder Du hast ein Hobby oder Berufserfahrung, die für ein eigenes Gewerbe nutzbringend ist oder Du findest eine Anstellung. Eine entsprechende Geschäftsidee findet man. Diese allerdings in die Tragfähigkeit zu bringen ist nicht so einfach. Bei beidem kann ich Dir ein Stück weit helfen. Kannst Dich also gern bei mir melden.

Antwort
von afriend898, 33

Hi,

du bekommst vom Finanzamt als erstes einen Fragebogen "Fragen zur Steuerlichen Erfassung" oder ähnliches. Dort musst du z.B. angeben, ob du Ist- oder Sollversteuerung haben möchtest, Umsatzsteuer deinen Kunden in Rechnung stellst oder nicht und viele andere Fragen, die einem Normalsterblichen in der Regel nicht viel sagen.

Ohne dir nahe treten zu wollen (ist nicht böse gemeint !!!!) scheinst du vom Steuerwesen nicht so viele Kenntnisse zu haben, was verständlich ist, wenn man nie zuvor Selbständig war. Ich würde dir raten, suche dir einen Steuerberater und sprich offen und ehrlich mit ihm. Er wird dich dann ausführlich beraten und kann dir z.B. auch mit den Steuererklärungen und der laufenden Buchhaltung helfen und sogar den Fragebogen vom Finanzamt mit dir ausfüllen.

Man muss nämlich bei Gewerbebetriebe einige andere Steuerliche Dinge mit berücksichtigen, die z.B. bei einem normalen Arbeitnehmer nicht vorhanden sind, angefangen von Abschreibungen für Betriebsvermögen etc. 

Ich würde dir empfehlen, überlege wie viel Umsatz du im Jahr erwartest, Stichwort "Kleingewerberegelung" und ob du Umsatzsteuer deinen Kunden berechnen möchtest. Wenn ja, dann darfst du z.B. von allen Dingen die du für dein Gewerbe anschaffst, sofern dir dann Umsatzsteuer berechnet wurde und die Rechnung bezahlt wurde, dann auch Vorsteuer geltend machen, was sich dann mit der Umsatzsteuer verrechnet, die du an deine Kunden ggf. berechnest.

Ich kann dir jedoch nur dringend ans Herz legen, investiere um die 100 EUR einmalig und lass dich von einem Steuerberater beraten und vereinbare ein dauerhaftes Mandatsverhältnis, wenn die Chemie zwischen euch passt. Fehler in der Buchhaltung führen sehr schnell zum Ärger mit dem Finanzamt und das kann man nie gebrauchen.

Antwort
von FlyingCarpet, 33

Geh zu einem guten Steuerberater, das ist nicht allzu teuer und Du bist auf der sicheren Seite. Du musst Dich ja evtl. auch krankenversichern usw..

Antwort
von Harald2000, 32

Vielleicht solltest du erst mal einen Kursus belegen zum Thema Handel, Rechnungswesen, Buchhaltung und Steuer - sonst könnte es schnell eine Pleite geben oder das Finanzamt dich arm machen.

Kommentar von FlyingCarpet ,

so ist es DH!

Antwort
von XT3ZO, 26

Geh zu einem steuerberater ooooder firma.de

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