Frage von hippo123, 110

Gewalttäter versucht Suizid - Bitte dringend um Rat?

Hallo.

Ich wurde vor 2-3 Wochen grundlos verprügelt. (3 Tage Krankenhaus, mehrere Brüche im Gesicht, Gehirnerschütterung, Prellung an der Wirbelsäule etc..)

Möchte da nicht genauer drauf eingehen, wenn ihr es wichtig findet den Tathergang genau zu wissen schaut bitte meine letzte Frage

https://www.gutefrage.net/frage/tipps-fuer-die-gerichtsverhandlung?foundIn=notif...

Jedenfalls habe ich nun erfahren dass sich der Täter (ein ehemaliger Freund, seit 2-3 keine Freunde mehr) versucht hat umzubringen.

Davor habe ich es schon gehört, hab es aber für ein Gerücht gehalten. Nun habe ich es von seinem Bruder erfahren. Er ist depressiv, hat versucht sich umzubringen und ernste Probleme. Das ist auch keine erfundene Geschichte um da heil rauszukommen oder so.

Sein Bruder hat mir das nicht von sich aus erzählt. Ich habe den Bruder angesprochen und gefragt ob das stimmt, worauf er mir alles erzählt hat. Er hat mich auch nichtmals gebeten die Anzeige zurückzuziehen oder so (auch wenn man natürlich gemerkt hat dass er es hofft) und gesagt dass er es verstehen kann. Er hat da wirklich keine Mitleids-Show oder so drauß gemacht.

Klar ist das alles keine Rechtfertigung, aber ich habe selber einen Suizid-Versuch hinter mir, wovon kein Mensch außer meiner Mutter etwas weiß, und ich kann mich etwas in ihn hineinversetzen.

Außerdem ist er auch ein ehemaliger guter Freund. Wir sind zwar eher schlecht auseinander gegangen, aber nicht so schlecht dass ich sowas von ihm erwartet hätte.

Ich weiß wirklich nicht was ich machen soll, ob er nicht schon genug leidet, jeder der sowas hinter sich hat wird es vielleicht verstehen. Ob das nicht zu hart wäre noch einen drauf zu setzen? Auch wenn es hart gesagt halt wirklich seine eigene Schuld ist und er sich nicht direkt bei mir entschuldigt hat.

Was mir aber am meisten Sorge macht, was ist NACH der Anzeige. Seine Strafe wird denke ich ordentlich, und was ist wenn er danach noch einen Versuch unternimmt, der vielleicht klappt. Ich weiß nicht ob ich damit klar kommen würde. MIR geht es JETZT ja schließlich wieder ganz gut..

Bitte helft mir, ich weiß wirklich nicht weiter.

Antwort
von einfachichseinn, 24

eine Anzeige kannst du nicht mehr zurückziehen. Die Staatsanwaltschaft muss handeln!

Und denke mal darüber nach, was kommen wird, wenn er jetzt nicht merkt, dass sein Verhalten ein NoGo ist. Wenn du jetzt zu viel Mitleid zeigst, signalisierst du ihm nur, dass dein Verhalten zu entschuldigen ist. Was soll dann als nächstes kommen? Soll er jemanden tot prügeln oder wieder jemanden verletzten?

DU bist auch nicht an dem Schuld, was er tut!

Antwort
von Loveschocolate, 41

Diese Entscheidung kann dir keine abnehmen. Wenn du dich wohler fühlst, den nicht anzuzeigen und bereit bist, ihm das zu "verzeihen", dann lass die Anzeige sein. Und wenn du das nicht mit dir selber vereinbaren kannst, dann zeig ihn an.

Wenn er eine psychische Störung hat, dann wird wahrscheinlich eventuell seine Strafe dafür gemildert werden, aber wenn er weiterhin Leute verprügelt, ist da ja keinem mit geholfen.
Er sollte unabhängig ob er angezeigt wird eine Therapie machen am besten eine stationäre.

Ich persönlich würde wahrscheinlich die Anzeige erstatten und zB. zusammen mit dem Bruder einen Therapieplatz organisieren. Denn ich glaube ohne Therapie hilft es ihm auch nicht (dauerhaft), wenn du einfach die Anzeige zurückziehst

Antwort
von WalterE, 12

Der Typ kriselt selbst, und das hat wohl auch den Übergriff auf Dich verursacht. Zurückziehen kannst Du nichts, bei solchen Verletzungen gibts so oder so automatisch ein Verfahren, das Krankenhaus alarmiert die Polizei, die Polizei ermittelt von Amts wegen, Dein Strafantrag hin oder her. Die Polizei legt dann bei der Staatsanwaltschaft vor, die Staatsanwaltschaft wird Anklage erheben so wie die Dinge liegen - dazu ist sie auch verpflichtet. So Leute müssen aus dem Verkehr gezogen werden, was dann mit ihnen passiert ist eine andere Frage. Du kannst allerdings eines im Verfahren machen, Du kannst zum Ausdruck bringen dass Du möchtest dass er Hilfe bekommt. Im Moment kracht dem seine narzisstische Abwehr zusammen, er kapiert vielleicht auch was er angerichtet hat. Und offenbar hat er ja noch ganz andere Probleme. Und kümmer Dich um Dich selbst, Du bist bedient. 

Antwort
von Sirius66, 4

Das kannst du sehr getrost trennen.

Du kannst ihm menschlich verzeihen. Das darfst du ihm auch sagen. Es wird ihm vielleicht auch helfen. Dir eventuell sogar auch. Ihr könnt euch gegenseitig versichern, dass ihr allen Groll ablegen wollt. Ihr müsst keine besten Freunde werden, aber man kann sich einfach in Ruhe lassen. So kannst du ihm auf deine Weise Absolution erteilen. Wenn deine finanziellen Ausfälle geregelt werden, kannst du ja auch Schmerzensgeld verzichten.

Die Strafverfolgung ist eine ganz andere Sache und liegt gar nicht mehr in deiner Hand. Diese Strafe findet auf einem anderen Niveau statt. Auch wenn ihr privat klar kommt, muss man auch versuchen, künftige Gewaltausbrüche zu verhindern. Deshalb muss er sich hier den Konsequenzen stellen. Das gehört zur Verarbeitung und Therapie dazu. Ihm das zu ersparen, wäre wenig hilfreich.

Gruß S.

Antwort
von BellAnna89, 23

Du bist NICHT schuld, wenn er tatsächlich den Freitod wählt.

Du kannst es auch NICHT BEEINFLUSSEN.

Es ist für seine Entscheidung völlig irrelevant, ob du ihn anzeigst, ob er eine Strafe erhält... egal was du tust.
Wenn jemand seinem Leben ein Ende setzen will, ist das seine EIGENE ENTSCHEIDUNG!

Auch, wenn du schon selbst die Erfahrung gemacht hast, heißt das nicht, dass du deshalb mehr Verständnis für ihn haben musst.
Um selbst darüber hinwegzukommen, was dich dazu getrieben hat, solltest du dir professionelle Hilfe holen.

Kommentar von hippo123 ,

Ja da hast du recht. Aber man sieht sich trotzdem als Auslöser dafür.

Ich bin über meine Probleme, Gott sei Dank, hinweg.

Kommentar von BellAnna89 ,

Dann such dir nochmal Hilfe, um diese "Schuld" loszuwerden, das sollte sich niemand vorwerfen müssen!

Antwort
von wilees, 28

Die Frage der Anzeigenrücknahme stellt sich hier nicht, denn Deine Anzeige kannst Du nicht zurückziehen.

https://www.strafverteidiger-berlin.info/kann-man-eine-strafanzeige-zuruecknehme...

Kommentar von hippo123 ,

Ja das habe ich mir die ganze Zeit schon gedacht, habe mich etwas fehlhaft ausgedrückt. Mir geht es eher um die zivilrechtlichen Ansprüche wie Schmerzensgeld, Arbeitsausfall. Das wird nämlich teuer.

Kommentar von wilees ,

Richtig teuer kann es werden, wenn die KK Ansprüche gegenüber dem Verursacher anmeldet. Denn das dürfte theoretisch möglich sein.

Kommentar von hippo123 ,

Werden sie, durfte schon den Papierkram von meiner Krankenkasse dazu ausfüllen.

Kommentar von wilees ,

Dein Schmerzensgeld wird vermutlich recht gering ausfallen, da Du selbst betrunken warst. Möglicherweise wird hier unterstellt, dass dadurch Deine Reaktionsfähigkeit sehr gering war. Dein Verdienst dürfte wohl erst einmal durch die Lohnfortzahlung weiterlaufen. Ansprüche kann dann der Arbeitgeber stellen.

Antwort
von PerfekterName, 27

Du solltest die Anzeige nicht zurückziehen, allerdings solltest du anmerken, das er depressiv ist usw.

Kommentar von hippo123 ,

Ja, das würde ich so oder so machen.

Kommentar von PerfekterName ,

Gut, denn wenn du die Anzeige zurückziehst, könnte er denken, das er so weiterkommt und er könnte es nochmal machen.

Antwort
von Wippich, 19

Glaub mir,der Denkt nur an sich.

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