Frage von Natascha345, 304

Gewährleistung und Fehlerbehebung bei unseren Fenstern - was soll ich machen?

Wir haben im letzten Sommer bei unserem Einfamilienhaus-Neubau Fenster von einer Fachfirma gekauft und einbauen lassen. Den Einbau hat eine von der Fensterbaufirma beauftragte Fachfirma ausgeführt.

Nach einiger Zeit sind uns Mängel aufgefallen, welche wir per E-Mail bei der Fensterfirma angezeigt haben (2 Fenster weisen Fehler/Dreck im Glas auf, 2 Gurtführungen sind verdreht und die Kippmechanik muss bei einigen Fenstern eingestellt werden). Hieraufhin haben wir im Oktober letzten Jahres 2 Fenster per Spedition geliefert bekommen (nur geliefert nicht eingebaut). Seit dem wurden wir per Mail immer wieder vertröstet "die Einbaufirma hat keine Zeit" "wir melden uns in Kürze bei Ihnen" - leider passierte bisher nichts.

Anfang diesen Jahres ist eines unserer Rollos kaputt gegangen. Dies habe ich der Firma auch mitgeteilt und habe auf die gesetzliche Gewährleistung hingewiesen. Seit dem kommt überhaupt keine Rückmeldung mehr. Was soll ich jetzt machen? Gut ist, dass wir (nach Absprache mit der Fensterfirma) 300 EUR zurückbehalten haben. Die Fenster, Gurte, Einstellungen würden wir ja noch selber hinbekommen aber das mit dem kaputten Rollo auf keinen Fall. Was mache ich denn jetzt?

Wenn ich mir einen Anwalt nehme wird das ja teurer, als wenn ich es von einer anderen Firma machen lasse..

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Antwort
von Pompesel, 224

Mit Deiner ersten Mail hast Du bereits den ersten Fehler gemacht. Prinzipiell mußt Du der Firma mit der Mängelanzeige eine Frist setzen und die Konsequenzen bei Nichterfüllung mitteilen.

Was ich überhaupt nicht verstehe ist das Vertragsverhältnis, Du schreibst das Du die Fensterbaufirma beauftragt hast die wiederum eine Fachfirma mit dem Einbau beauftragt hat. Wenn Dir nun die Fensterbaufirma auf Grund Deiner Mängelanzeige zwei neue Fenster schickt und nicht einbauen läßt sollte sie eigentlich in der Pflicht sein und dem Monteur auf eigene Kosten einen neuen Auftrag zum Wechsel der Fenster  geben. Dieser Monteur hat mit Dir kein Vertragsverhältnis und so auch keinen Grund zum Wechsel der Fenster, generell hat er überhaupt keinen Grund auf Deine Forderungen zu reagieren und mit Dir zu sprechen. Wenn Du nun 300 Euro einbehalten hast und die Fensterbaufirma nicht reagiert (nur die ist Dein Ansprechpartner und nicht der Monteur) liegt das wohl ganz einfach daran das die Kosten für die Nachbesserung höher sind als der Einbehalt.

Wenn Du schreibst das die Anwaltskosten zu hoch sind vermute ich mal das Du ein Haus gebaut hast ohne Abschluß einer Rechtsschutzversicherung? Auf alle Fälle mußt Du jetzt Prioritäten setzen, das Geld was Du für einen Anwalt einbüßt dürfte aber besser angelegt sein als auf Dauer mit Mängeln zu leben - zumal selbst wenn Du eine andere andere Firma beauftragst übernimmt sie die Gewährleistung nur für das was sie ausführt, nicht für das was vorher war.

Kommentar von Natascha345 ,

Zu Beginn habe ich Fristen gesetzt. Diese wurden allerdings immer ignoriert. Ja wir haben leider keine Rechtsschutz. Es gibt keine andere Alternative als zu klagen?

Kommentar von Pompesel ,

Du mußt ja nicht gleich klagen. Auf alle Fälle solltest Du erst mal prüfen wer für die Fenster Dein Gegner ist, in der Regel gibt man dem Monteur den Auftrag zum Einbau der Fenster mit Fenstern der Firma XY. Der Monteur kauft die dort ein und baut sie bei Dir ein. Damit ist er Dir gegenüber in der Erfüllungspflicht und muß Mängel am Material selbst geltend machen. Er haftet für den kompletten Auftrag. Das ist der Regelfall. Bei Dir scheint das anders zu sein was die Sache zusätzlich verkompliziert.

Wenn man Dich bisher ignoriert hat wirst Du auch in Zukunft keine vernünftige Antwort bekommen, vielleicht auch deswegen nicht weil Du vermutlich der falschen Firma den Mangel geschickt hast. Die ganze Kiste scheint verfahren zu sein, meiner Meinung nach solltest Du den Vertrag prüfen lassen und durch einen Fachanwalt ein Schreiben aufsetzen lassen. Das ist kostenmäßig überschaubar und vermittelt dem (richtigen) Empfänger ein Signal das Du gewillt bist Dein Recht durchzusetzen.

Antwort
von goddy250, 209

Ihr müsst in euren Schreiben an die Firmen Fristen setzen. Wenn die Mängel nicht innerhalb der Fristen erfüllt werden, direkt den nächsten Brief. Und die Briefe per Einschreiben und nicht per E-Mail. Wenn sich dann definitiv nichts mehr rührt, dann hilft nur der Anwalt. Die Montagekosten für Fenster, Einstellarbeiten usw. übersteigen schnell mal die 500€ Grenze.

Wenn ihr im Recht seid, müsst ihr die Prozesskosten ja nicht tragen, sondern der Beschuldigte.

Kommentar von Natascha345 ,

Vielen Dank für deine Antwort. Ich habe zu Beginn Fristen gesetzt - diese wurden allerdings immer ignoriert. Mit den Prozesskosten gebe ich dir recht - allerdings muss ich meine Anwaltskosten selber tragen (wir haben keine Rechtsschutz) und oft werden solche Verhandlungen auch mit einem Vergleich ausgehandelt, dann muss ich auch die Prozesskosten zum teil selber zahlen :(

Dann werd ich mich wohl mal ans Einschreiben-verfassen machen. Kann ich dabei irgendwas falsch machen?

Antwort
von pharao1961, 154

Der Einbauer wird es nun auf den Hersteller schieben und der Hersteller auf den Einbauer - falls du 2 Vertragspartner hattest oder kam nur von einem Unternehmen die Rechnung für alles komplett?

Derjenige der Vertragspartner ist, sollte ein Einschreiben erhalten mit den aufgeführten Mängeln und angemessener Fristsetzung. Verstreicht die Frist fruchtlos, wäre ein anderes Unternehmen mit der Mängelbeseitigung zu beauftragen. Kostet das mehr als die zurück behaltenen 300 €, dann muss dieser Betrag vm ersten Einbauer gefordert, bzw. dann auch eingeklagt werden.

Kommentar von Natascha345 ,

Ja die Rechnungen liefen komplett über die Fensterbaufirma. Danke, dann weiß ich ja Bescheid - Einschreiben fertigmachen :-)

Kommentar von pharao1961 ,

Genau. Angemessene Frist und dann konsequent bleiben!

Antwort
von salsim5774, 142

Drohe Ihnen doch einmal mit einem Anwalt, vielleicht reicht das schon.

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