Frage von puppi86, 126

Gewährleistung nach Pferdekauf von Privat?

Ich habe im April 2015 ein Jungpferd (noch roh) gekauft. Auf eine AKU (Ankaufsuntersuchung) habe ich verzichtet, da das Pferd laut den Angaben der Verkäufer bisher weder krank war noch jemals gelahmt hatte. Die Beugeprobe war auch gut.

Nun, 9 Monate später geht das (immer noch ungerittene) Pferd plötzlich lahm. Nach einer röntgenonolgischen Untersuchung zeigten sich im Fesselbein/Fesselträger zwei Zysten, um das Kron- und Fesselbein außerdem bereits fortgeschrittene Arthrose. Die Heilungschancen liegen in diesem Fall nicht sehr hoch. Im besten Fall kann das Pferd noch im Freizeitbereich als ggf. Reitpferd "genutzt" werden.

Das Röntgenbilder wurden von mehreren wirklich renomierten Tierärzten angesehen und diese sind einheitlich der meinung, dass es sich hierbei um eine vorangegangene Verletzung/ ein Trauma handelt. Die Verletzung sei mindestens ein Jahr alt und wurde damals wohl entweder nicht behandelt oder nicht erkannt. Deshalb entwickelten sich Zysten und eben die Arthrose.

Im Kaufvertrag wurde jeglich Gewährleistung ausgeschlossen. Meine Chancen stehen also nicht sonderlich gut, denke ich...

Gibt es evtl. Möglichkeiten zumindest eine Art Ausgleich vom Verkäufer zu fordern? Die Verletzung hatte das Pfred ja bereits beim Vorbesitzer.

Es ging immerhin um satte 10.000,- Euro.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 60

Wenn es um satte 10.000 Euro geht, und man macht keine eingehende AKU, was soll man dann sagen? Selber schuld?

Nach meinem rechtsempfinden, kann man da nachträglich gar nichts machen. Privatverkauf ist Gewärleistungsfrei. Unterschlagung eines Schadens müsstest du erst mal nachweisen, was nach einem 3/4 Jahr bisschen schwierig wird.

Aber vielleicht lehrt es dich, nicht mehr auf die Angaben vom Verkäufer alleine zu höhren.

Bei evtl. Käufern von meinen Jungpferden weise ich immer darauf hin, das sie ohne AKU keine Gewährleistung bekommen. Bei mir gehört die AKU zum Kaufvertrag. Ich empfehle jedem immer eine AKU.

Antwort
von Apolon, 78

 Die Verletzung sei mindestens ein Jahr alt und wurde damals wohl entweder nicht behandelt oder nicht erkannt. Deshalb entwickelten sich Zysten und eben die Arthrose

Ohne jetzt auf die AKU einzugehen, kann man aus diesem Text entnehmen, dass vermutlich der Vorbesitzer von dem Leiden des Pferdes keine Ahnung hatte, bzw. sich die Beschwerden erst nach dem Verkauf des Pferdes eingestellt haben.

Unter Umständen hätte damals eine AKU auch nichts erbracht.

Man könnte ja mal versuchen, den Vorbesitzer mit der Frage zu konfrontieren, ob er nachträglich einen Nachlass zahlt bezüglich der Arthrose.

Kommentar von Dahika ,

mehr als anderthalb Jahre später? Dream on.

Kommentar von Apolon ,

1 1/2 Jahre - wo hast Du diese gefunden ?

Kommentar von friesennarr ,

April 2015 ist noch keine 1,5 Jahre her.

Kommentar von Apolon ,

Da stimme ich dir zu.

Daher verstehe ich ja auch die Antwort von Dahika nicht.

Der Begriff anderthalb steht für 1 1/2

http://www.duden.de/suchen/dudenonline/anderthalb

Antwort
von Zumverzweifeln, 81

Das kannst du nur noch vergessenauf die AKU hast du verzichtet, Gewährleistung hast du ausgeschlossen - das Geld siehst du nie wieder !

Antwort
von Hideaway, 26

Ein Pferdekauf dieser Preisordnung ohne AKU, ohne Röntgenuntersuchung und ohne Gewährleistung?  Nun ja.....

Ich fürchte, da hast du eine Menge Lehrgeld gezahlt. Nichts davon wirst du nach diesen Umständen wieder sehen.

Das Röntgenbilder wurden von mehreren wirklich renomierten Tierärzten angesehen und diese sind einheitlich der meinung, dass es sich hierbei um eine vorangegangene Verletzung/ ein Trauma handelt.

Sooooo ausschließlich ist das nicht zu sagen, auch wenn es die wahrscheinlichste Ursache sein wird. Schon mal der erste Knackpunkt.

Die Verletzung sei mindestens ein Jahr alt

Da dürfte es, wenn es zu einem Gegengutachten kommt, knapp werden. Eine derart genaue Datierung halte ich ohne weiterführende Untersuchungen (die allerdings nicht durchführbar sind, so lange das Tier lebt) für nicht verlässlich. Knackpunkt Nummer zwei.

nicht erkannt

Das Gegenteil wird niemand beweisen können. Dritter Knackpunkt.

Die Verletzung hatte das Pfred ja bereits beim Vorbesitzer

Wie bereits ausgeführt: Niemand weiß im Moment, was der Auslöser war und zu welchem Zeitpunkt die Veränderungen sicher beweisbar begonnen haben.


Antwort
von LyciaKarma, 61

Nein, die Möglichkeit gibt es nicht. Sorry, aber da können mir die Besitzer sonst was erzählen, wenn ich keine AKU mache, bin ich selbst schuld. 

Das Geld ist weg. 

Kommentar von Dahika ,

Gerade wegen der Gefahr möglicher Zysten rät meine TÄ immer zu einer Röntgenaku, auch beim ungerittenen Jungpferd.

Antwort
von horzrider, 66

Nein....alles Rechtens. Es kann ja auch "ohne das wissen der Vorbesitzer" gewesen sein, das glaube ich allerdings nicht.

Kommentar von friesennarr ,

Warum? Nimmst du automatisch an, das ein Pferdeverkäufer grunsätzlich lügt? Ich kann nicht in meine Pferde hineinesehen, genausowenig können das andere. Es kommt durchaus mal vor, das man etwas nicht weis.

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