Frage von silverbullet1, 27

Gewährleistung gebrauchte Geräte?

Geht die Gewährleistung in jedem Fall bei Verkauf von privat an privat auf den neuen Eigentümer über? In diesem Fall denke ich an einen 4 Wochen alten Thermomix, wo ich mich dann im Defektfalle mit Vorwerk selbst herumschlagen müsste. Fall 2. Ein Profigerät von Makita: Wenn ich ist ein solches Werkzeug von einer Werksttattauflösung erwerbe, war u.U. der Vorbesitzer ein Gewerbetreibender. Auszug aus den Garantiebedingungen: Die Garantiezeit beträgt 12 Monate nach Kaufdatum für gewerbliche Nutzer und 24 Monate für private Verbraucher... Kann ich bei Kauf innerhalb des 1. Jahrs wieder die Gewährleistungszeit für privat als gegeben annehmen?

Antwort
von Gaskutscher, 9

Üblicherweise wird die Gewährleistung auch dem neuen Eigentümer gewährt - ab Kaufdatum (Rechnung als Nachweis). Wäre z.B. bei einem Geburtstagsgeschenk auch nicht anders: Käufer X schenkt das Gerät - samt 2 Jahre Gewährleistungsanspruch - an Geburtstagskind Y. Insbesondere bei Barzahlungen ist nicht nachvollziehbar ob X oder Y damals das Gerät gekauft hat.

Aber: Ist die Rechnung noch vorhanden? Falls ja okay, falls nein wird es schwierig. Gerne wird die Gewährleistung (durch den Händler) auf den Hersteller abgewälzt. »Das hat noch Garantie, das schicken wir ein!«. Grundsätzlich nicht verkehrt, kann aber für den Besitzer lange Wartezeiten zur Folge haben. 

Eigentlich: Beim Verkauf tritt die Gewährleistungsregelung von Privat an Privat in Kraft. Diese kann - bei von Privat an Privat - beim Kauf ausgeschlossen werden. Somit bleibt ausschließlich die Garantie des Herstellers übrig.

Bezüglich Makita mischt du gerade Gewährleistung und Garantie. Gewährleistung ist gesetzlich geregelt, die Garantie ist eine freiwillige Leistung vom Hersteller.

Da du das Gerät vermutlich ohne Kaufnachweis vom Erstbesitzer erwirbst -> gilt die verkürzte Gewährleistungspflicht bei Gebrauchtgeräten. Vom Verkäufer (Insolvenzverwerter) bekommst du 12 Monate Gewährleistung. Nach 6 Monaten - wie sonst auch üblich - Beweislastumkehr.

Kaufst du das Gerät von Makita mit deutlichen Gebrauchsspuren aber »technisch einwandfrei« und es geht dir in den ersten 6 Monaten nach dem Kauf kaputt -> der Verkäufer muss nachweisen, dass der Defekt nicht schon beim Kauf vorhanden war. Wird jedoch schwierig werden. Nach 6 Monaten musst du nachweisen das der Defekt schon beim Kauf vorhanden war. Was quasi unmöglich ist.

Manche Geräte haben aufgrund der Seriennummer eine nachvollziehbare Garantie vom Hersteller. Beispielsweise Festplatten oder auch Monitore. Beides konnte ich als Privatperson, welcher das Gerät von jemand anderem privat erworben habe, über den Hersteller beziehungsweise dessen Garantie abwickeln (1x neue Festplatte, 1x neuer Monitor).

Antwort
von Ifm001, 4

Die Sachmängelhaftung aka. Gewährleistung wird immer vom Verkäufer an der Käufer gewährt. Pruvatverkäufer können sogar die Sachmängelhaftung ausschliessen. Damit steht der Käufer in der Regel ganz ohne dar, denn auch die meisten Garantien werden nur für den ersten Verbraucherkauf gewährt (letzteres in den jeweiligen Garantiebedingungen nachlesen).

Im praktischen Leben wird das oft einfacher gehandhabt. Im Extremfall kann das aber Probleme geben.

Sinnvolles vorgehen: Der Verkäufer schließt die Sachmängelhaftung gegenüber dem Käufer aus, erteilt aber eine Vollmacht, dass der Käufer im Namen des Verkäufers auf Risiko und Kosten des Käufers die Sachmängelhaftung geltend machen kann.

Antwort
von MrMiles, 10

Grundsetzlich brauchst du eine Rechnung. Wer die Rechnung hat, gilt erstmal als Eigentümer und darf Gewährleistung in Anspruch nehmen.

Kommentar von Ifm001 ,

Das ist falsch. Siehe meine andere Antwort.

Kommentar von Ifm001 ,

... auch braucht man laut Gesetz keine Rechnung.

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