Gesundheitssystem in den USA?

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6 Antworten

Kurz zu mir: Ich bin ein 15-jaehriger Austauschschueler in den U.S.A., bin schon ca. 6 Monate hier und habe mein Programm bald abgeschlossen. Ich habe in der Schule unter anderem auch Honors NSL Government, ein Gegenstand in dem den Schuelern in den U.S.A Politik, Wirtschaft und Jus beigebracht wird, welche Rechte sie haben und so weiter.

Nachdem was ich gelernt habe und auch zusaetzlich recherchiert habe, komme ich zu folgender Antwort:In den U.S.A. gibt es Medicare, eine Art "Krankenversicherung" die einen bestimmten (vom Patienten abhaengige Geldmenge) Anteil der Kosten fuer z.B. chirurgische Eingriffe, Medikamente, Krankenhausaufenthalte oder aber auch haeusliche Krankenpflege abdeckt. Medicare macht ungefaehr 15% des gesamten U.S. Budgets aus. Allerdings bekommen nicht alle U.S. Einwohner Medicare. Der U.S. Kongress legt durch Kriterien fest welche Leute dafuer in Frage kommen und wie viel Geld sie dabei erhalten.

Medicare besteht aus 2 Teilen: Part A und Part B. Entweder haben Patienten keinen, einen, oder im Normalfall, beide Teile von Medicare. Die beiden Teile decken unterschiedliche Dinge ab.

Diejenigen die Englisch schon recht gut beherrschen koennen ja auf                                   https://www.medicare.gov/what-medicare-covers/index.html nachschauen. (.gov Internetseiten sind von der Regierung und daher glaubwuerdig)

Neben Medicare gibt es noch Medicaid, da kenn ich mich jetzt weniger gut aus, dass ist aber auch so ein Programm das finanzielle Unterstuetzungen fuer arme Personen, welche bestimmte Kriterien erfuellen, bereitstellt. Medicaid macht bereits 6% des gesamten U.S. Budgets aus, obwohl es Medicaid noch nicht all zu lange gibt.

Zu guter Letzt gibt es noch Obamacare: Eine Reform welche auch als Patient Protection and Affordable Care Act (PPACA), oder Affordable Care Act (ACA) bekannt ist. Die Reform soll einfach gesagt mehreren Amerikanern leichteren Zugang zu leistbaren und guten Versicherungen verschaffen, um die steigenden Kosten im Gesundheitsbereich zu senken. Dies erfolgt unter anderem durch Konsumentenschutz, Regulierungen, Steueranpassungen und Zuschuessen/Foerderungsmittel.

Fuer Englischprofis empfehle ich wieder eine Seite:

http://obamacarefacts.com/obamacare-facts/

Ich hoffe dir mit deiner Frage geholfen zu haben.

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1 - Haushaltsdefizit ist so enorm hoch weil die USA mehr fuer Ruestung ausgibt als die halbe restliche Welt zusammen ... es ist unsanierbar hoch, dem nach sollte eigentlich bereits Pleite bestehen ... aber solange dem US Dollar noch Realwert zugemessen wird, geht das Scheingeschaeft weiter, obwohl die Kassen leer sind!

2 - Das US Gesunheitssystem basiert auf maechtigen, profit orientierten Firmengruppen, von privaten Versicherungen, Spitaelern & Kliniken, ueber Pharma Konzerne & Aerztevereinigungen, bis zu den Lobbyisten die davon leben Profite fuer den Privatsektor zu erwirtschaften

3 - Dazu kommt noch, fast jedem Amerikaner wird Sozialmedizin & ein allgemeines Gesundheitssystem als unerwuenschter Eingriff der Regierung in das private oekonomische Profitmotive dargestellt, obwohl die Qualitaet der medizinischen Leistung in Wirklichkeit keine bessere ist.

Die vorherrschende kapitaliste Ideologie wird zu dessen Ansehen so gefoerdert, dass man recht selten ueber Faelle spricht wonach Familien ihr Eigenheim verkaufen mussten um Spitalsrechnungen in den $100,000'den bezahlen zu koennen. Selbst wenn Versicherung vorhanden ist, wird vieles vertraglich vorenthalten um es als Zusatzleistung extra zu verrechnen.



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Die meisten Leute in den USA wollen keine gesetzliche Krankenversicherung, da eine solche sie in ihrer Freiheit einschränke. Ist nicht ganz verständlich für uns Deutsche ist aber in den USA die breite Meinung

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https://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitssystem_der_Vereinigten_Staaten

Ich verstehe nicht, warum so viele Amerikaner den Einsatz Obamas für eine allgemeine Krankenversicherung offenbar dermaßen verächtlich betrachten. Reiche können möglicherweise darauf verzichten, aber der wichtigste Zweck einer Krankenversicherung ist doch eben der, dass auch Arme nicht gerade auch noch verelenden, wenn sie über längere Zeit krank sind.

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Kommentar von Marty79
17.05.2016, 05:35

Die Amerikaner halten das für Sozialismus desweiteren denken die genauso über Sozialhilfe, Arbeitslosengeld und Wohngeld. Wenn eine Familie nicht genug Einkommen hat bekommt man maximal 400 Dollar monatlich. Wofür man das Geld ausgeben darf  ist streng geregelt außerdem sind Nachweise darüber erwünscht ausserdem darf man pro Woche nur einen bestimmten Betrag abheben. Sozialhilfe gabs früher da wurde durch Präsident Roosevelt eingeführt aber die Republikaner haben das in den 80er Jahren Schrittweise abgeschaft. Diese 400 Dollar Beihilfe ist auf 5 Jahre begrenzt. In den USA ist man nur was wenn man Kohle hat und wenn du nichts hast bist du auch nichts.

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Die Amerikaner haben eine grundlegend andere Mentalität als die Deutschen, jeder will eigenständig sein und unter keinen Umständen vom Staat abhängig sein. Sehr verbreitet ist auch die Einstellung, dass wenn du arm bist oder sonst irgendwie Hilfe benötigst, du etwas falsch gemacht hast und somit selbst an deiner Situation schuld bist. Das höchste Ziel ist es sich seine eigenständige Existenz aufzubauen und wohlhabend zu leben.

Natürlich kann man solche Aussagen nicht verallgemeinern, und es gibt auch Ausnahmen. Trotzdem würde ich sagen diese Einstellung trifft auf ein Grossteil der amerikanischen Bevölkerung zu.

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Kommentar von Lailagerber
17.05.2016, 00:59

Grundbegriff dazu: The american way of live

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Kommentar von rumar
17.05.2016, 01:08

Na schön, aber dann halten sich sehr viele Amerikaner auch noch als die besten Christen verschiedenster Ausprägung. Und schwören darauf, sich mit eigenen Waffen (die sie manchmal auch offen tragen) beschützen zu müssen. Irgendwie scheinen diese Leute also mit Logik und gesundem Menschenverstand sehr, sehr locker umzugehen ... 

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Kommentar von opti1908
17.05.2016, 02:45

Selbst in Kanada gibts ein viel besseres Sozialsystem mit einem menschlicheren Gesundheitsdienst - gar nicht so wie im wilden Westen der USA ... 

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Liebe(r) muchachode,

2010 wurde im US-Repräsentantenhaus (Parlament) eine Gesundheits-Krankenversicherungsreform beschlossen, die als „Obamacare“ bezeichnet wird. Vorher hatte der US-Senat dem Gesetz bereits zugestimmt. Der

Langtitel dieser Gesundheits-Krankenversicherungsreform „Patient Protection and Affordable Care Act“. Ein Großteil der Neuregelungen in diesem Gesetz wurde am 1. Januar 2014 wirksam.

Vorher, also 2011 waren (in etwa) 16 % der US-Bevölkerung ohne Krankenversicherung.

23 % waren öffentlich in den Programmen Medicaid, Medicare,
in der Militärversicherung und in div. Programmen für Kinderversicherung
versichert.

61 % aller Amerikaner sind privat versichert.

Und lassen lassen Sie sich durch Antworten, wie "...die USA haben kein Sozialsystem" nicht in die Irre leiten. Denn es völlig anders!

Eines, allerdings vorweg, in den USA ist noch immer ein von allen dort getragenen Grundsatz, dass sich niemand in eine soziale "Hängematte" legen soll. In den USA heißt es auch heute noch: "Arbeit adelt".

Die soziale Unterstützung ist nicht so geregelt, wie bei uns in Deutschland, sondern Verantwortung liegt zu großen Anteilen bei den einzelnen US-Bundesstaaten.

Es gibt USA bundesweit rund 80 Sozialhilfeprogramme, die einkommensschwachen Personen und/oder Familien Geld- und/oder Sachleistungen zukommen lassen. Dies sind die wichtigsten und großen Programme:

Medicaid = Krankenhilfe für Arme in Sachleistungsanspruch
auf ärztliche/Krankenhausbehandlung.

FOST Food-Stamps = Ernährungsbeihilfe in Sachleistungsanspruch

SSI = Einkommensbeihilfe in Geld für Alte, Blinde und Behinderte

AFDC neuerdings TANF = Einkommensbeihilfe in Geld für Familien mit minderjährigen Kindern

EITC = Steuerbeihilfe für einkommenschwache Arbeitnehmer-mit-Hausbesitz
WOB = Wohnungsbeihilfe
SHIP = Sonderprogramm Krankenversicherung armer Kinder

2005 betrugen die Ausgaben dieser Bundessozialhilfeprogramme 342,5 Milliarden Dollar

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