flschn am 05.08.2008 um 16:27 Uhr
Wie wird denn der wettbewerb zwischen den gesetzlichen kassen gestärkt, wenn alle den gleichen beitragssatz haben?
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Wie der Wettbewerb gesteigert werden sollen fragen sich alle Fachleute. Der entsprechende Fachausschuss ist im März zurückgetreten da er den Fond für Blödsinnig hält. Alle (!) Fachleute aus allen Richtungen sind dieser Meinung. Nur Ulla nicht :-)
Es wird angenommen das bei einem einheitlichen Beitrag die Leistungen stärker in den Vordergrund rücken und darüber geworben wird. Da aber alle die gleiche Grundversorgung bieten müssen und den "gleichen" Beitrag haben kann man davon ausgehen das hier kein SPielraum besteht. Schon jetzt wird der Beitrag vor Eintreten des Fonds kontinuierlich nach oben gehoben um das überhaupt zu finanzieren.
Der Sinn des Fonds wird eher sein zukünftige Erhöhungen der Krankheitskosten zu verschleiern. Ein Teil wird nämlich jetzt über Steuern finanziert. So ist es einfacher zu sagen man habe den Beitrag nicht erhöht. Einfach ein paar mehr Steuergelder reinpumpen. Das Problem wird dadurch nicht gelöst.
Überhaupt ist das Problem nicht das die Gesundheitskosten gestiegen sind. Sind sie im Verhältnis nicht ! Sie betragen insgesamt ca. 10,5% des Bruttosozialproduktes. Das seit über 30 Jahren !
Das Problem ist das nur noch 37% der Bevölkerung arbeiten und damit die Einnahmen wegbrechen. Selbst wenn man die 10% PKV Versicherte integrieren würde, wie manche das wollen, würde das nicht ansastzweise die 90% retten können die in der GKV sind. Zumal die PKV Versicherten ja auch Kosten verursachen.
Manche mögen das trotzdem als fair ansehen. Allerdings sollte man sich eher Gedanken machen ob man nicht tlw. das Konzept der PKV in der GKV anwendet um kostendeckend zu arbeiten. Wer dann durch das soziale Raster fällt muss anderweitig aufgefangen werden. Aber das nur mal ein Ansatzpunkt.
Weltweit gibt es kein System das keine Probleme hat und funktioniert. Wir haben da mit Professoren geredet und noch heute wird nach einem solchen System gesucht.
Das Schweizer System wird öfters genannt. Allerdings hat man dort noch viel mehr Probleme als hier das System zu finanzieren. Einzig die Ärzte freuen sich das sie viel höhere Abrechnungsmöglichkeiten haben.
Auch hier mal ein paar Zahlen: In Deutschland studieren so viele Medizin wie in den USA an Medizienern zugelassen sind.
In Deutschland gibt es in Krankenhäusern 6,2 Betten je 1000 Einwohner, in Schweden 2,2, in allen anderen Ländern 4,5-5, in Österreich noch 6,1.
Ein Grund warum die Rente mit 67 eingeführt wird ist der Wunsch das die Leute wirklich so lange arbeiten. Bei Renteneintritt von 65 ensteht in der KV eine Nachhaltigkeitslücke von 4,5 Billionen, bei Eintrittsalter 67 von 1,4 Billionen. So liessen sich im Idealfall mal eben 3,1 Billionen sparen.
Übrigens: 30-50% aller durchschnittlichen Kosten die ein Mensch im Laufe seines Lebens in der KV verursacht sind sogenannte todesnahe Kosten. Diese fallen in den letzten 12-24 Monaten vor dem Tod an.
Bzgl. des Einheitsbeitrags noch eine Anmerkung. Zunächst wird man mit voraussichtlich 15,5% Beitragssatz einsteigen. Den kann die KV dann um 8 Euro pro Person erhöhen. Reicht dieser Beitrag nicht aus kann der Beitrag um 1% des Familieneinkommens (!!!) erhöht werden. Sprich hier wird dann auch das EInkommen des Ehepartners herangezogen.
Die Prognosen bzgl. der Entwicklungen der Versicherungskosten wurden 2004 durch über 20 Institute aus Europa veröffentlicht. Man nahm unterschiedliche Szenarien an. Die Prognosen für 2030 liegen bei einem Beitragssatz zwischen 19% und 30%. Seit 2004 befinden wir uns in der Entwicklung ziemlich exakt auf der Kurve von 30%.
Man versucht den Entwicklungen durch Leistungskürzungen entgegen zu treten. So habe ich in den letzten 20 Jahren 10 DIN A4 Seiten von Leistungskürzungen in der GKV vorliegen.
Während füher auch der gemeinsame Bundesausschuss vor Zulassung von Medikamenten und Therapien deren Sinn überprüft hat kommt immer mehr der Kostenaspekt zur Geltung. So werden stetig Mittel abgelehnt die dem Patienten ein angenehmeres Leben ermöglichen aber zu teuer sind.
Infos zu Zulassungen und Arbeit des gemeinsamen Bundesausschusses unter www.g-ba.de
Noch Fragen ? :-)

sie haben eben nicht den gleichen beitragssatz, nur die unterschiede sind geringer - die leistungen werden wohl wie üblich zu lasten der patienten gehen. ich bin dafür, das die privatkassen gestärkt werden und jeder arbeitnehmer ein recht darauf hat, von diesen vertreten werden zu dürfen (z.b. durch vollständige auszahlung der lohnnebenkosten gegen einen nachweis der versicherung). die privaten benötigen nicht ca. 50% der einnahmen für die verwaltung wie einige gesetzliche...
Die Leistung wird unterschiedlich und außerdem gibt es Kassen wo Zuzahlungen fällig werden. Die Einheitskosten sind nur für den Arbeitgeber. Und natürlich wird das ganze Verwaltungsmonstrum billiger weil ja keine Krankenkasse noch eine Geldeizugszentrale haben muß. Ach nee stimmt selbst das brauchen die noch wegen der Bonusbeiträge. Wird halt doch teurer. Das will bloß Keiner wahr haben.

das schreibt der tagesspiegel:
"Bis jetzt zahlen Versicherte zwischen 12,4 und 16,5 Prozent. Bei der Incognito sind es 13,7 Prozent. Damit ist ab Januar Schluss. Alle gesetzlich Versicherten zahlen dann den gleichen Beitragssatz, der bis Anfang November von der Bundesregierung festgelegt wird."
Beim Begriff "Wettbewerb" müssen wir uns endlich von der Reduzierung auf die reinen Finanzen verabschieden !
KraKa können sich zB im Service ganz erheblich voneinander unterscheiden.
Genehmigungsanfragen (Hilfsmittel etc.) können innerhalb von Stunden beantwortet werden - es gibt aber auch Kassen, bei denen sowas WOCHEN dauert ...
rente bis 67...!der bezugsbeginn wird lediglich hinaus gezögert, um die höhe der rente ab früherem eintrittsalter entsprechend senken zu können..! 50% verwaltungskosten bei der gkv??? habe ich noch nie gehört..?! wo ist das vermerkt??.. ist es noch niemanden aufgefallen, warum der gesundheitsfont eingeführt wird?? EINHEITSKASSE!!...natürlich unter "leitumg" der länder, die dann einen zugriff auf die gelder der kassen haben (sie bestimmen schliesslich im bundesrat über die höhe des beitragssatzes...).. nur diejenigen, die sich in der pkv versichern können sind davon befreit..!.. nur so ein paar bemerkungen..